
Was zeichnet einen charaktervollen Menschen aus? Welche Grundeigenschaften sollte er haben?
Charakter: Der charaktervolle Mensch - Charakter als einen moralischen Begriff gemeint - kennzeichnet eine Person, die in besonderer Weise sich durch verschiedene Merkmale auszeichnet, die ich jetzt versuche zu beschreiben. Die Charakterlosigkeit ist dann eben die Abwesenheit dieser Merkmale.
· Einzigartigkeit : Das erste, was mir in den Sinn kommt, wenn von Charakter die Rede ist, ist die Einzigartigkeit. Der Mensch als Individuum unterscheidet sich von anderen dadurch, dass er durch seine individuellen Eigenheiten von anderen Personen verschieden ist. Er ist ein Unikum, ein unverwechselbares Einzelexemplar, das sich durch seine Individualität von anderen unterscheidet. Von Natur aus sind wir individuell verschiedene Exemplare, die aufgrund ihrer genetischen Ausstattung sehr verschieden sind. Rund 30.000 Gene sind es, die unsere besondere Art prägen [1]. Es gibt kaum Menschen, die exakt genauso aussehen wie andere. Lediglich eineiige Zwillinge sind nicht nur aufgrund ihrer Genetik gleich, sondern sie unterscheiden sich auch in ihrem Aussehen nicht, sodass Verwechselungen vorkommen können. Die Frage ist, warum aber dann eine Angleichung stattfindet, d. h. warum dann die Unterschiede nicht gefördert werden, sondern sich nivellieren. Wirkt das Individuum störend, sodass eine Angleichung an andere gefordert und damit auch gefördert wird? Es ist eine Frage der Einstellung, ob die Unterschiede zwischen Menschen als nützlich und damit förderlich angesehen werden oder nicht. Grundsätzlich gilt es in den westlichen Ländern als opportun, das Individuum zu fördern und damit die Unterschiede als etwas anzusehen, was gerade in gesellschaftlicher Hinsicht als fruchtbar bezeichnet werden kann. Im Gegensatz hierzu war es im Osten, wo der Kommunismus herrschte, eher umgekehrt: Der „sozialistische Mensch“ galt als Erziehungsideal als jemand, bei dem die Unterschiede zwischen den Menschen angeglichen werden sollten. Diese Gleichheit wurde zwar expressis verbis nicht so formuliert, aber die Dominanz des Kollektivs gegenüber dem Einzelmenschen bewirkte einen ungeheuren Anpassungsdruck, dem sich diejenigen, die in einem sozialistischen Land lebten, wie z. B. in der DDR, durch den Rückzug ins Private zu entziehen versuchten [2]. Bis heute wirkt dieser unterschiedliche Ansatz nach und präsentiert sich in der unterschiedlichen Bewertung der individuellen Freiheit des Menschen auf dem Hintergrund des jeweiligen Menschenbildes. Während vom konservativen Standpunkt aus gesehen es als positiv erscheint, dass die Freiheit als eine Möglichkeit zur Entfaltung individueller Eigenschaften nötig ist und deshalb nur dort eingeschränkt werden sollte, wo es absolut notwendig ist, gehen diejenigen, die den sozialistischen Standpunkt vertreten davon aus, dass die Unterschiede zwischen Menschen verhindert oder angeglichen werden sollen. Die Einzigartigkeit des Individuums wird nach sozialistischem Denken durch das Kollektiv in seine Schranken gewiesen. Politisch gesehen ist dieses Denken gerade bei den Grünen und den Linken stark ausgeprägt, die am liebsten alle Unterschiede zwischen den Menschen einebnen würden. Es wird zwar gerne von „Diversität“ [3] gesprochen, aber diese sofort durch den enormen Anpassungsdruck eines starken Kollektivs eingeschränkt, weil die geforderte Diversität als ein Konstrukt einer „Buntheit“ diktatorisch daherkommt. Wer diese Verschiedenheit nicht will, wird zum Feind erklärt und bekämpft. Der Kampf geschieht aufgrund ausgeübten Gruppen-, Autoritäts- oder Systemdrucks oder durch den allgegenwärtigen Zeitgeist, der die Diversität zum Diktat erhoben hat [4]. Die gerade vom links-grünen Mainstream propagierte „Diversität“ wird mit Füßen getreten, weil die Toleranz zwar propagiert, aber nicht im Alltag umgesetzt, sondern eine extreme Intoleranz an den Tag gelegt wird („Antifa“-Gruppen stören bewusst Parteitage der AfD) gegen diejenigen, die die eigenen Vorstellungen nicht teilen. Hier wird auch dadurch die individuelle Freiheit im politischen Raum eingeschränkt. Individuelle Denkweisen sind auch in unserer Parteiendemokratie nicht gefragt, sondern die stromlinienförmige Anpassung an die Parteilinie wird durch Aufstieg und Teilhabe an der Macht durch „Pöstchenvergabe“ gefördert [5]. Der „Fraktionszwang“ konterkariert den Anspruch an den Parlamentarier, dass dieser nur dem Gewissen unterworfen sei. Die jüngste Entscheidung des Bundestages, die Grundgesetzänderung zur „Schuldenbremse“ „aufzuweichen“ spiegelt diese Art der Uniformierung wieder, denn die Karriereristen, angepassten Mitläufer und sonstigen Feiglinge machten bei den Unionsparteien mit. Obwohl einige Kritik angemeldet hatten (junge Union war ursprünglich dagegen [6] ), waren sie zur Akzeptanz der Aufweichung der Schuldenbremse bereit [7]. Menschen mit dem Bewusstsein ihrer Einzigartigkeit widersetzen sich dem Anpassungsdruck und betonen ihre Einmaligkeit. Der Massenmensch ist in gewisser Weise der Gegensatz zum Individualisten [8]. Weil alle das Gleiche tun, passt sich der Massenmensch an, wird er zum auswechselbaren Rädchen eines quasi mechanisch ablaufenden Systems. Er geht zu Demonstrationen und glaubt, in der Masse der Demonstranten sicher zu sein, geht zur massenweise verabreichten Spritze gegen das gefährliche Corona-Virus oder feuert „seine Mannschaft“ beim Fußballspiel an. Er hat damit sein individuelles Dasein aufgegeben und geht in der Masse der angepassten Individuen unter. Der Charaktervolle wird dem Vorrang des Einzelnen ein höheres Gewicht geben und im Gegensatz hierzu jeder „Einebnung“ der gegebenen Unterschiede zwischen Personen entgegenwirken.
· Standhaftigkeit : Die Standhaftigkeit ist eine wesentliche Eigenschaft eines Menschen, bei dem man sagt, dass er Charakter habe. Indem er sich dem Anpassungsdruck widersetzt, zeigt er, dass er einen eigenen Standpunkt hat, von dem aus er eine Sache beurteilt. Er wird also nicht umzustimmen sein, sondern geht das Risiko der Isolation ein, der Diffamierung, der Verächtlichmachung durch die Gruppe, Autorität oder dem System, in dem er lebt. Er ist skeptisch, wenn es heißt, dass die „Flexibilität“ notwendig sei, um sich verändernden Situationen anzupassen. Die Standhaftigkeit bezieht sich auf die Festigkeit in der sittlichen Gesinnung, die eine Anpassung zulässt, wenn das sture Beharren auf einen einmal eingenommenen Standpunkt unangemessen ist. Die Nachgiebigkeit kann als „Partnerqualität“ auf der gleichen Ebene liegend notwendig sein, wenn es der Sache dient. Die Standhaftigkeit steigert sich in eine engstirnige Sturheit. Die Nachgiebigkeit kann zur willfährigen Wankelmütigkeit mutieren. Wer also Charakter hat, wird ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Standhaftigkeit und Nachgiebigkeit an den Tag legen, wobei er sein Hauptaugenmerk auf die Standfestigkeit legen wird. Wie so oft kann das „Wertequadrat“ von Schulz von Thun [9] Klarheit verschaffen:
Standhaftigkeit |
Nachgiebigkeit |
engstirnige Sturheit |
willfährige Wankelmütigkeit |
Es gibt sie kaum noch, diejenigen, die entgegen der Mehrheit sich durchsetzen. Es ist vielmehr so, dass viele glauben, die Anpassung an den „Mainstream“ garantiert das eigene Überleben. „Charakterköpfe“ wie Franz-Josef Strauß sind ausgestorben und die Politiker, die wie eine Wetterfahne ihre Meinung ändern, um ja nicht anzuecken, sind auf dem Vormarsch. Da sie wie auswechselbare Marionetten wirken, bleiben sie auch einem nicht mehr im Gedächtnis haften, sondern so schnell wie sie auf der Bühne aufgetaucht sind, verschwinden sie auch wieder. Standfestigkeit ist nicht mehr gefragt, sondern die anpassungswillige, weil auch bequemere „Flexibilität“ ist angesagt. Der tiefere Grund dieser Geisteshaltung liegt an der mangelnden Festigkeit im Glauben an eine tiefe Verankerung in einer von guten jenseitigen Kräften getragenen Welt. Für diese Menschen stellt die Welt eine Bühne dar, auf der sie Applaus einheimsen, beliebt, berühmt, reich oder mächtig sein können, wenn sie nur dem breiten Publikum gefallen oder wenn sie den Herrschern nach dem Mund reden, ohne dabei einen eigenen Standpunkt einzunehmen, eine eigene Meinung zu vertreten und diese auch verteidigen. Moral wird über Bord geworfen und es herrscht nur noch die freie Beliebigkeit der jeweils herrschenden Moralvorstellung, sofern man auch noch von Moral sprechen kann, denn es herrscht nur der Wunsch vor, alles dem persönlichen Überleben, dem persönlichen Fortkommen, der eigenen Karriere in einer völlig sinnentleerten Welt zu sichern. Friedrich Merz ist ein Musterbeispiel in dieser Hinsicht, weil er eine Rückgratlosigkeit gezeigt, die fast beispiellos ist, denn er hat vor der Bundestagswahl die Schuldenbremse verteidigt und die Begrenzung der Migration gefordert, aber nach der Wahl will er von diesen Forderungen nichts mehr wissen, sodass eine Vielzahl von Wählern ihm Wählertäuschung vorwerfen [10]. Seine Vorstellungen von einer zukünftigen Politik werden gesteuert durch die egoistischen Wünsche, endlich Bundeskanzler zu werden. Sofern hierbei ein fester Standpunkt hinderlich ist, wird dieser eben beiseite geräumt, um mit der SPD koalieren zu können.
· Verantwortlichkeit, Zuverlässigkeit und Eindeutigkeit: Wer standhaft dem Anpassungsdruck die eigene Persönlichkeit mit seiner Eigenartigkeit entgegensetzt, wird auch folgerichtig dann die volle Verantwortung für sein Verhalten übernehmen. Er ist deshalb auch in gewisser Weise für andere berechenbar und damit zuverlässig, weil sein Verhalten nach außen seiner eigenen Gesinnung entspricht [11]. Es gibt dann eben keine Zwei- oder Mehrdeutigkeit und damit auch keine Doppelbödigkeit als einer verlogenen Moral, bei der die eigene Vorteilsmitnahme im Vordergrund steht. Jesus hatte darauf hingewiesen, dass „das Mehr“, das über die reine Bejahung oder Verneinung hinausgeht, bereits das Übel in sich trägt (Matthäus 5, 37-40 [12] ), weil dieses Mehr die Wahrheit „verwässert“. Welcher Politiker wurde schon einmal für das zur Verantwortung gezogen, was er getan hat? Keiner! Es ist auf der politischen Bühne möglich, jeden Tag Fehler zu begehen, die Steuergelder zu verschwenden, die Wähler zu belügen, die Menschen über die wahren Absichten zu täuschen, ohne dass hieraus Konsequenzen gezogen werden. Die Amoralität auf diesem Gebiet besteht in der Verweigerung, Fehler einzugestehen und die notwendigen Schritte zur Bereinigung zu gehen.
· Wahrheitsliebe : Die Wahrheitsliebe ist die logische Folge der vorausgegangen Eigenschaften eines Charaktervollen. Wer sich darum bemüht, authentisch zu sein, wobei es eine Stringenz (Folgerichtigkeit) vom rechten Denken zum rechten Reden und Handeln gibt, wird stets versuchen, die Wahrheit als ein wertvolles Gut zu bewahren. Das Gegenteil der Wahrheit ist die Lüge, die stets den Stachel der Verderbnis in sich trägt, mit dem alles vergiftet wird: Beziehungen der Menschen zueinander, Vertrauen zueinander und Respekt voreinander. Jesus hat zu Recht Satan als den Vater der Lüge bezeichnet (Johannes 8,44 [13] ). Er ist der Meister der Täuschung, der Hinterlist und damit der Unmoral. Wer ihm nacheifert (Charakterlose), wählt den Weg in den Abgrund einer gottlosen Welt, die auf Lügen, Verrat und Zwietracht aufgebaut ist. Es ist schon bezeichnend für die politische Kultur eines Landes, dass man mit der Wahrheit nicht weit kommen kann. Treffend hatte Dr. Karl Lauterbach 2019 hierzu gesagt, dass die Wahrheit zum politischen Tod führe [14].
· Altruismus : Es könnte eine Zugabe sein, die den Charaktervollen auszeichnet, nämlich die Einstellung, dass das eigene Handeln einen positiven Effekt für andere bewirken sollte (Altruismus). Die Nächstenliebe als eine Kernforderung christlichen Glaubens [15] , bei der es darauf ankommt, für andere (Menschen, Tiere, Welt) das zu bewirken, was für sie das Beste ist, könnte als ein Ausfluss eines charaktervollen Menschen bezeichnet werden. Der Charakterlose wir stets den eigenen Vorteil im Auge haben und die Nachteile für andere billigend in Kauf nehmen (Egoismus), oder sogar in extremen Formen die Nachteile bewusst herbeiführen (Narzissmus) und mithin zum eigenen Genuss auf die Spitze treiben, wobei die Schädigung des anderen das Hauptziel eigenen Handeln ist (Psychopath) [16]. Die extremen Formen der Eigenliebe sind mit einem charaktervollen Menschen nicht vereinbar.
Die Erde - ein Gefängnis ? Zum Schluss ein Traum: Ich träumte davon, mich in einem Haus aufzuhalten, das mehrere Stockwerke hatte. Auf jedem Stockwerk hielten sich eine Vielzahl von Menschen auf, die irgendeiner Weise beschäftigt waren. Die allseitige Geschäftigkeit war nach meiner Erinnerung ein Kennzeichen, das diese Menschen in diesem riesigen Gebäude an den Tag legten, die einen etwas mehr als die anderen. Das Merkwürdige war aber, dass dieses Haus keine Türen hatte, sodass es unmöglich war, dieses Haus zu verlassen. Es war möglich, aus den zahlreichen Fenstern zu sehen, so dass man auf eine vielseitige Landschaft sehen konnte. Weil ich aber das Haus verlassen wollte, nahm ich kurzerhand einen Gegenstand und warf ihn durch eines dieser Fenster, um dadurch mir einen Ausgang zu verschaffen. Zu meinem Erstaunen war aber durch das zerbrochene Fenster nur eine unendlich scheinende Schwärze zu sehen, die zutiefst erschreckend war. Es gab also keine Möglichkeit des Entkommens aus diesem Haus. Die Landschaft, die zu diesen Fenstern zu sehen war, existierte in Wirklichkeit gar nicht, sondern war nur eine Illusion.
Die Welt erscheint mir, folge ich diesem Traum als einem Sinnbild hierfür, wie ein geschlossenes Gebäude zu sein, in dem Menschen meinen frei zu sein, in dem sie nach Belieben agieren und eine mehr oder weniger große Rolle spielen können. Aber letztendlich gibt es kein Entkommen, keine Fluchtmöglichkeit. Ist die Welt also wie ein riesiges Gefängnis, aus dem heraus es kein Entkommen gibt? Der Charaktervolle wird dies so empfinden und sich fragen: Was soll dieses ganze Theater? Was soll dieses Gemache und Getue der überaus sich wichtig dünkenden Menschen, die glauben, in diesem Haus eine gewichtige Rolle zu spielen? Der Charaktervolle wird dies so durschauen und es aufgeben, in dieser Welt eine wichtige Rolle spielen zu wollen [17]. Er wird lieber bescheiden bleiben, sich sagen: Warum soll ich mich bemühen, auf der dargebotenen Bühne mich in besonderer Weise hervorzutun, wenn doch alles vergebens ist und es aus dem Haus kein Entkommen gibt? Gibt es Hoffnung? Die Hoffnung stirbt mit dem sich Verlassen nur auf die eigenen Kräfte, auf die Illusion, wir könnten diese (materielle) Welt ohne fremde Hilfe verlassen. Es ist nicht möglich. Jesus hatte uns eine andere Welt versprochen, eine, die der Vergänglichkeit nicht unterliegt, die für uns bereitet ist (Johannes 14,2 [18] ), wo wir wohnen können, ohne die Angst zu haben, dass alles nur eine Illusion ist. Für den Charaktervollen ist die Tür zu dieser Welt offen, er muss nur den Mut haben, den schmalen Weg zu gehen und die breite Straße zu verlassen, die ins Verderben führt (Matthäus 7, 13-14 [19] ). Diejenigen, die – wie man heute sagt – dem „Mainstream“ folgen, gehen diesen Weg, der bequem ist, der – um die Traummetapher zu gebrauchen – ein geschäftiges Treiben mit vielerlei Abwechslung und Amüsement verspricht, der aber nicht einen Ausgang aus dem geschlossenen Haus dieser Welt ermöglicht. Nur der Mutige und auf Gott vertrauende, bescheidene und vor allem charaktervolle Mensch kann den Ausgang aus diesem Gefängnis finden, so wie ich diese Welt – folge ich dem beschriebenen Traum – empfinde.
© beim Verfasser
[1] https://www.apotheken-umschau.de/familie/entwicklung/persoenlichkeit-was-ist-vererbt-was-anerzogen-793663.html
[5] Der „Pöstchenjäger“ ist der Prototyp des erfolgreichen Parteisoldaten: https://www.guentherbirkenstock.de/poestchenjaeger
[6] https://www.rnd.de/politik/junge-union-lehnt-reform-der-schuldenbremse-in-naechster-legislaturperiode-ab-B33MTWR43NAQ5F3OQLBH6ARJKI.html
[7] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/bundestagswahl-2025-prognose-hochrechnung-ergebnisse-liveticker-142.html
[10] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-und-schuldenpaket-drei-viertel-der-befragten-werfen-friedrich-merz-laut-umfrage-taeuschung-vor-a-59c6f97a-02be-4462-9162-92235adc195e
[11] Philipp Lersch: „Charakter hat hier den Sinn eines sittlichen Wertes und wird den Menschen zugesprochen, die in ihrer Willenshaltung und ihrer Gesinnung so durchorganisiert sind, dass sie zwei Grundeigenschaften aufweisen: volle Verantwortung für ihr Handeln und Folgerichtigkeit und damit Zuverlässigkeit ihres Verhaltens. Die Treue zu sich selbst, die Festigkeit und Folgerichtigkeit der Lebensführung sind die Grundmerkmale …, wo von Charakterbildung gesprochen wird.“ Aufbau der Person, Johann Ambrosius Barth 1970, S. 58
[12] https://www.bible.com/de/bible/compare/MAT.5.37-40 : Eure Rede sei: Ja, ja, nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.
[14] Wörtlich sagte er in der WDR-Sendung „Könnes kämpft“: „Die Wahrheit, also die Wahrheit, führt in sehr vielen Fällen zum politischen Tod, ich bitte Sie...“ https://www.nordkurier.de/politik/lauterbach-wahrheit-fuehrt-in-sehr-vielen-faellen-zum-politischen-tod-2250783
[17] Ich nenne solche Menschen „Weltüberwinder“: https://www.guentherbirkenstock.de/koennen-oder-sollen-wir-die-welt-verbessern
[18] https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14,2 : In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen.
[19] https://www.bible.com/de/bible/157/MAT.7.13-14.SCH2000 : Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt.

Die Lage in Deutschland ist deshalb verfahren, weil die maßgeblichen Parteien des linken Spektrums dominieren und es an einem ausgewogenen Gegengewicht mangelt, das man als rechts oder konservativ bezeichnen kann. Hat die Bundestagswahl am 23.02.2025 hier eine Änderung gebracht? Zunächst soll die links-grüne Blase beleuchtet werden.
(Pseudo)-linke Dominanz: Seit Angela Merkel die CDU, die noch unter Helmut Kohl und seinen Vorgängern konservativ geprägt war, zu einer quasi-grünen Partei umgeformt hat, ist ein Teil der Bevölkerung politisch heimatlos geworden. Sie leidet unter einer mangelnden wirklichen Alternative zum dominierenden linken Mainstream. Dabei wird übersehen, dass das linke Denken in Deutschland eher einem gewissen Lifestyle entspricht, als einer echten linken Gesinnung [1] , weil der Einsatz für ausgebeutete, sozial und wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerungsteile eigentlich nicht mehr auf der politischen Agenda steht, sondern man sich lieber auf „exotische Themen“ („Genderideologie“, „Sprachpolizei“, übertriebener Minderheitenschutz, Klimawandel, Einsatz für Asylanten) stürzt, die nichts mehr mit der eigentlichen linken politischen Denkweise zu tun hat. Dies liegt vor allem daran, dass es „die Linke“, mit ihrem „Marsch durch die Institutionen“ geschafft hat, in allen wichtigen Teilen der Republik angekommen zu sein. Das links-grüne Denken hat sich überall breit gemacht und beherrscht den politischen Diskurs. Hierbei entwickelte sich eine neue Besitzstandwahrungskultur einer inzwischen etablierten Linken, die mit allen Mitteln versucht, ihre Besitzstände zu verteidigen. Jeder, der versucht, diese anzugreifen, wird als Nazi oder Rechter verunglimpft. Dabei wird gerne von „unserer Demokratie“ gesprochen, die es zu verteidigen gilt [2]. Dabei werden alle ausgegrenzt, die dabei nicht mitmachen wollen. Notfalls wird auch zur Gewalt gegriffen (Antifa) und Mitglieder von Parteien gewaltsam an der Ausübung ihrer politischen Aufgabe gehindert, die sie als rechts verorten und somit als zu ihrer Vorstellung einer totalitären sozialistischen Gesellschaft nicht zugehörig deklarieren. Die spannende Frage ist, ob sich durch die Bundestagswahl etwas daran geändert hat.
Rechtsruck: Die Bundestagswahl vom 23.02.2025 hat gezeigt, dass es ein hohes Potential an Wählern gibt, die einen grundsätzlichen Wechsel in der Politik wollen. Sieht man sich die Ergebnisse an [3] , dann kann man feststellen, dass vor allem im Osten Deutschlands die Alternative für Deutschland (AfD) dominiert.
Partei |
Zweitstimmen |
Sitze |
SPD |
16,40% |
120 |
CDU |
22,60% |
164 |
CSU |
6,00% |
44 |
Grüne |
11,60% |
85 |
FDP |
4,30% |
0 |
AfD |
20,80% |
152 |
Die Linke |
8,80% |
64 |
BSW |
4,97% |
0 |
SSW |
0,20% |
1 |
Hier konnte sie 34,5 % der Stimmen holen [4]. Während im Westen die CDU bzw. CSU die meisten Wahlkreise für sich erobern konnten (30,6 %), hatte es die AfD geschafft, in den Neuen Ländern zu dominieren. Nominell könnte von einem „Rechtsruck“ gesprochen werden, wenn man die Stimmenanteile der AfD (20,8 %) und der Union ((28,6 %) zusammenrechnen würde, vorausgesetzt, man stuft die CDU/CSU als als „rechte Partei“ ein. Dies ist aber seit Merkel und jetzt auch unter der Führung von Friedrich Merz nicht mehr der Fall. Merz hat durch seine Politik der „Brandmauer“ deutlich gemacht, dass er keine Zusammenarbeit mit der AfD will. Stattdessen präferiert er eine Koalition mit der SPD. Hierfür gäbe es eine knappe Mehrheit (120 SPD +164 CDU + 44 CSU= 328, absolute Mehrheit 316 Stimmen bei 630 Sitzen), vorausgesetzt, dass die Abgeordneten ihm bei einer Wahl zum Bundeskanzler auch die Stimmen geben würden. Hieran bestehen aber Zweifel, da bereits 8 Abgeordnete der SPD Bedenken gegen eine Wahl geäußert haben [5].
Linke „Volksfront“ verhindert: Der Traum von den Grünen, der Linken und der SPD war es, durch die Bildung einer „Rot-rot-rot-grünen Koalition“ gemeinsam mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ein Volksfront [6] -Regierungsbündnis schließen zu können. Das hätte auch gelingen können, wenn die Grünen mehr Stimmen geholt hätten (11,6 %, - 3,1 %) und es dem BSW gelungen wäre, in den Bundestag einzuziehen. Da aber das BSW mit 4,97 % Stimmenanteil die 5%-Hürde nicht geschafft hat, wurde eine solche Koalition verhindert. Gleichzeitig wurde auch der Traum der Grünen zerstört, weiterhin dadurch an der Macht zu bleiben oder aber in ein Dreierbündnis mit der Union und der SPD weiter regieren zu können. Als indirekte Folge hiervon hat sich Robert Habeck zurückgezogen mit der Erklärung, dass er in der Partei keine besondere Rolle mehr spielen wolle [7].
Wählerwille – uninteressant: Wenn es nach dem „Wählerwillen“ ginge, dann müsste es eine andere „Groko“ geben, nämlich eine zwischen der Union und der AfD, denn sieht man sich die politische Landkarte an, dann ist der Westen „schwarz“ und der Osten „blau“ [8] , sodass dann das zusammenwachsen könnte, was zusammengehört. Die Offerten der AfD an die Union lassen erkennen, dass es ein Interesse an einer Koalition mit der Union gibt [9]. Zwar soll immer noch nach einer Wählerbefragung im Januar 2025 die Mehrheit der Wähler eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht befürworten (66 %), aber immerhin sind schon 33 % für eine solche Kooperation [10]. Dass der „Wählerwille“ durchaus manipulierbar ist, kann einen nicht verwundern, sind doch die so genannten „Mainstreammedien“ in der Hand von links-grün gesinnten Journalisten [11]. Das hat sich an der einseitigen Propaganda gezeigt, mit der „Die Linke“, die lange Zeit nicht mehr als salonfähig galt, protegiert wurde, die es jetzt noch vor dem „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) mit 8,8 % doch in den Bundestag geschafft hat. Ist das BSW bei den vorwiegend linken Journalisten wegen ihrer kritischen Haltung in Sachen Migration in Ungnade gefallen? [12] So könnte sich auch rasch die Meinung in der Bevölkerung in der Einschätzung der AfD ändern, wenn diese Partei nicht weiterhin bei dieser einseitigen Berichterstattung in den Mainstreammedien benachteiligt würde. Dass nun aber statt der AfD die SPD, die massiv Stimmen verloren hat (-9,3 %) [13] , als Juniorpartner der Union für eine Koalition geadelt werden soll, ist eine Ohrfeige für den Wähler.
Merz wäre ein „pseudo-rechter“ Kanzler: Friedrich Merz hatte sich vor der Wahl klar positioniert und hierbei zu erkennen gegeben, dass er in der Migration eine Kehrtwende will. Aber nach der Wahl sieht das schon wieder ganz anders aus, denn jetzt ist er nicht mehr für die radikale Grenzschließung zur Begrenzung der Migration [14]. Auch war für ihn die im Grundgesetz verankerte „Schuldenbremse“ (jährliche Neuverschuldung nur bis 0,35 % des Bruttoinlandprodukts, ca. 9 Mrd. [15] ) unantastbar. Nun will er tatsächlich nach der Wahl – noch in der 20. Legislaturperiode – diese verändern, sodass eine zusätzliche Kreditaufnahme vor allem für höhere Verteidigungsausgaben zur Schaffung eines „Sondervermögens“ möglich wäre, wozu aber eine Grundgesetzänderung mit einer Zweidrittel-Mehrheit erforderlich ist. Damit käme er den Forderungen der SPD und Grünen entgegen, die schon lange eine Aufweichung der Schuldenbremse forderten. Merz gilt als „Weltmeister im Zurückrudern“ [16] und hat in seiner politischen Karriere stets wagemutig Thesen vertreten, die eigentlich Applaus verdient gehabt hätten, aber sobald er etwas Gegenwind bekommt, nimmt er alles zurück oder schränkt seine radikalen Behauptungen wieder ein. Man könnte auch sagen, dass Merz gerne „rechts blinkt, aber dann links abbiegt“ [17]. Er tarnt sich also als radikaler rechter Politiker, aber wenn es darauf ankommt, kippt er um und passt sich dem links-grünen Mainstream an.
CDU-Anfrage als Torpedo : Die „kleine Anfrage“ der CDU-Fraktion an die Bundesregierung zur Frage der Finanzierung der NGO´s [18] ist eine Steilvorlage für die SPD, die Koalitionsgespräche mit der Union platzen zu lassen oder zumindest sie politisch unter Druck zu setzen. Lars Klingbeil hatte als Fraktionsvorsitzender der SPD klar gemacht, dass eine Rücknahme dieser Anfrage eine Bedingung für die Koalitionsverhandlungen ist [19]. Dabei ist es erstaunlich, dass diese Anfrage vom 21.02.2025 stammt – also zwei Tage vor der Bundestagswahl –, aber die Presse dies erst jetzt nach der Wahl zum Thema macht [20]. Mit 551 Fragen zur Finanzierung der NGO´s wird die noch amtierende Regierung in Bedrängnis gebracht, denn der entstandene Filz zwischen Regierung und meistens gegen rechts operierender NGO´s ist ein Ärgernis, weil der Verdacht besteht, dass hier die Neutralitätsgebot durch einseitige Parteinahme zu Gunsten linker Parteien („Demos gegen rechts“, „Omas gegen rechts“) verletzt wurde. Nun laufen diese Organisationen Sturm, weil sie befürchten, dass dieser Sumpf trocken gelegt werden soll [21]. Dabei ist diese Anfrage der CDU ein legitimes Recht und sogar die Pflicht der Abgeordneten, denn sie dienen der Kontrolle der Regierung. Wird hier Merz klein beigeben und die Anfrage zurücknehmen?
Partei-Raison statt Staats-Raison: Dass die Parteien den Staat sich zur Beute gemacht haben, ist allen klar, die sich die politische Landschaft ansehen . Dieser auf den früheren Bundespräsidenten Weizsäcker zurückgehende Satz hat sich leider bewahrheitet [22]. Die heutige Entwicklung angesichts des Ergebnisses der Bundestagswahl müsste eigentlich lauten: Wir müssen unsere parteiinternen Interesse denen des Staates unterordnen. Die Interessen des Staates sind innere Stabilität, Bekämpfung von Kriminalität (innere Sicherheit), sparsamer Umgang mit Steuergeldern, außenpolitische Ausgewogenheit zur Wahrung der nationalen Interessen (äußere Sicherheit) und Sicherstellung der Versorgung mit kostengünstiger Energie. Aber aus parteiinternen Interessen werden diese Ziele nur nach außen kommunikativ als gültig erklärt, doch wenn es um die egoistischen Motive geht, die die Agierenden in den Parteien verfolgen, verflüchtigen sich diese sehr schnell. So könnte man durchaus von „Brandmaueropfern“ (Tote und Verletzte durch abgelehnte Asylbewerber, die nicht abgeschoben wurden) sprechen [23] , wenn die Union aus ideologischen Gründen eine Kooperation mit der AfD ablehnt, um die Zuwanderung von illegalen Migranten zu verhindern und für konsequente Abschiebungen zu sorgen. Bereits in der 20. Wahlperiode wären entsprechende Mehrheiten vorhanden gewesen. Nun verweigert sich die Union – allen voran Friedrich Merz – zu akzeptieren, dass eine echte Wende nur mit der AfD möglich wäre, denn viele politische Positionen sind deckungsähnlich, was die Analysen des „Wahl-O-Mat“ [24] zeigen. Aber statt im Interesse des Staates zu handeln, was auch mit den Wahlergebnissen übereinstimmen würde, wird die „Brandmauer“ aufrechterhalten. Die von oben diktierte Abgrenzung besteht schon lange in der Basis nicht mehr, denn auf kommunaler Ebene gibt es schon zahlreiche Kooperationen [25]. Auch auf Landesebene bröckelt die Brandmauer, wie die Entwicklung in Sachsen gezeigt hatte, als zahlreiche CDU-Mitglieder für eine Kooperation mit der AfD geworben haben [26].
Es wird sich zeigen, ob sich die politische Landschaft ändern und dem Wählerwillen Rechnung getragen wird. Es ist Zeit für eine politische Wende. Eine kleine Anekdote zum Schluss: Die FDP wollte schon 2021 nicht mehr neben der AfD im Plenum sitzen und hatte es tatsächlich geschafft, dass sie in die Mitte gesetzt wurde [27]. Nun ist ihr Wunsch abermals in Erfüllung gegangen, da sie in dem Bundestag nicht mehr vertreten sein wird. Es zeigt sich einmal mehr, dass man mit den Wünschen vorsichtig sein muss, denn manchmal gehen sie in Erfüllung.
© beim Verfasser
[4] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/bundestagswahl-ost-west-gruende-wahlverhalten-100.html
[5] https://www.dw.com/de/kanzlerwahl-spd-abweichler-friedrich-merz-sondierungsgespr%C3%A4che-bundestagswahl-koalition-cdu-csu/a-71792681
[6] https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18436/volksfront/ : Zusammenschluss von Kommunisten, Sozialisten und links-bürgerlichen Parteien
[7] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/bundestagswahl-2025-robert-habeck-gruene-rueckzug-100.html
[8] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/bundestagswahl-ost-west-gruende-wahlverhalten-100.html
[9] https://www.n-tv.de/politik/Weidel-bietet-AfD-fuer-Koalition-an-und-warnt-vor-Neuwahlen-article25583368.html
[10] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1393454/umfrage/umfrage-zu-einer-oeffnung-der-cdu-fuer-eine-zusammenarbeit-mit-der-afd/
[11] https://janfleischhauer.de/rot-gruener-mainstream-die-zwei-gruende-weshalb-journalisten-viel-linker-als-das-land-sind/
[13] https://www.dw.com/de/bundestagswahl-2025-karte-wahlbezirke-grafik-wahlergebnisse-w%C3%A4hlerwanderung-bundestag-v10/a-71723879v
[18] Non-Governmental-Organization https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17913/non-governmental-organization-ngo/
[19] https://www.merkur.de/politik/regierungsbildung-klingbeil-verlangt-rueckzug-von-cdu-csu-anfrage-zu-ngos-drohende-belastung-der-93597219.html
[22] https://www.morgenpost.de/printarchiv/leserforum/article104328025/Parteien-haben-sich-den-Staat-zur-Beute-gemacht.html ; Weizsäcker: „Parteien haben sich den Staat zur Beute gemacht“

Deutschland steht am Scheideweg. Es kommt darauf an, dass nun im Angesicht einer beabsichtigten Neuwahl im Frühjahr 2025 die Weichen richtig gestellt werden. Gegenwärtig sieht es nach einem Sieg der Union von CDU/CSU aus und einem neuen Kanzler Friedrich Merz. Wird das die Lösung sein?
· Die CDU – schlimmer als die Ampel? Die drei Jahre „Ampel-Regierung“ haben uns in eine schwere Krise gebracht. Diese wurde im Wesentlichen verursacht durch die ideologische Ausrichtung der Grünen, die mit ihrem „Klima-Wandel-Wahn“ die anderen Parteien angesteckt haben . Hinzu kommt die anti-liberale Haltung dieser Partei, die in der Befürwortung von Waffenlieferungen an die Ukraine gipfelt, sodass diese einstmalige Friedenspartei zur Kriegstreiberpartei mutiert ist. Sie hat mit ihrer „Verbotspolitik“ mit dafür gesorgt, dass Deutschland mit einer überbordenden Bürokratie zu kämpfen hat. Wenn wir aber zurückblicken, dann sind die 16 Jahre CDU/CSU-geführte Regierungen unter Angela Merkel der jetzigen Regierung vorausgegangen. Diese Regierungen haben eine Reihe von Gesetzen verabschiedet, die zumindest einen zweifelhaften Charakter haben, denn sie haben die Rechte von Bürgern eingeschränkt oder sogar massiv beschnitten [1] :
o Allgemeines Gleichstellungsgesetz (2005): Dieses Gesetz hatte die hehre Absicht, vor sogenannten Diskriminierungen zu schützen, hatte aber den Pferdefuß, dass es eine Welle von Klagen ausgelöst und das so genannte „AGG-Hopper“-Phänomen beschert hat, wonach sich Personen nur auf bestimmte Stellen bewerben, um anschließend wegen angeblicher Diskriminierung zu klagen [2]. Außerdem wurde eine so genannte „Antidiskriminierungsstelle“ geschaffen, die eine weitere Aufblähung des Staatsapparates gebracht hat.
o Gesundheitsreform (2007): Statt einer strukturellen Reform wurde mehr Bürokratie eingeführt und der Wettbewerb der Anbieter auf dem Gesundheitsmarkt unterbunden [3].
o Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht (2011): Die Einführung eines „Berufsheeres“ hat die Verankerung der Armee in der Bevölkerung durch die Aufhebung der allgemeinen Wehrpflicht verringert. Diese Reform zerstörte das bis dahin bewährte System des Einzugs von Wehrpflichtigen mit der Ausnahme, dass bei jungen Männern, die aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe ablehnten, der Zivildienst als Alternative blieb.
o Beschluss über den Atomausstieg (2011): Die damalige Bundeskanzlerin drängte nach dem Reaktorunglück in Fukushima in Japan, bei dem durch einen Tsunami ein Reaktor beschädigt wurde und dabei radioaktives Material ausgestoßen worden war, auf den Ausstieg aus der Erzeugung von Strom durch Kernkraftwerke.
o Das „unbestimmte Gesetz“ (2013): Das Personenstandsgesetz wurde geändert, wonach das Geschlecht eines geborenen Kindes nicht mehr in der Geburtsurkunde festgehalten werden muss, sodass „wenn ein Kind weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden kann, die Angabe in das Geburtenregister weggelassen wird" [4]. Diese Gesetzesänderung kann als Vorläufer des seit dem 01.11.2024 geltenden Selbstbestimmungsgesetzes angesehen werden.
o Doppelte Staatsbürgerschaft (2014): Das Staatsangehörigkeitsrecht wurde dahingehend geändert, dass Kinder von ausländischen Bürgern, die acht Jahre in Deutschland gelebt oder sechs Jahre zur Schule gegangen sind, sich nach der Vollendung des 21. Lebensjahres nicht mehr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden müssen, sondern ihre ausländische Staatsangehörigkeit neben der deutschen behalten können [5].
o Öffnung der Grenzen (2015): Merkel hatte angesichts des Ansturms von Flüchtlingen sich dafür entschieden, die Grenzkontrollen auszusetzen, um die Einwanderung von geflüchteten Personen zuzulassen. Diese Entscheidung basierte auf der Angst vor „unangenehmen Szenen“ an deutschen Grenzen, wenn dort die einreisewilligen gewaltsam am Grenzübertritt gehindert würden. Mit dem ominösen Satz „Wir schaffen das“ [6] hat sie ganz Deutschland in eine Art „Zwangshaft“ genommen, die grenzenlose Aufnahme von Asylanten zu unterstützen.
o Frauenquote (2015): „Die 30-Prozent-Quote gilt für die Aufsichtsräte von voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen, die ab 2016 neu besetzt werden. Ab 2018 soll der Frauenanteil auf 50 Prozent erhöht werden“ [7]. Damit wurde der Grundstein für ähnliche Modelle in Unternehmen und Parteien gelegt.
o Ehe für alle (2017): Gleichgeschlechtliche Paare können heiraten und werden rechtlich den heterosexuellen Paaren im Adoptions-, Steuer- und Erbschaftsrecht gleichgestellt. [8] Damit wurde der Grundstein für die so genannte „LGBTQ+“-Bewegung gelegt [9].
o Fachkräfteeinwanderungsgesetz (2019): Dieses Gesetz, das die Einreise von ausländischen Arbeitnehmern erleichtern sollte, hatte leider mehr Bürokratie als Einwanderer gebracht [10].
o Gebäudeenergiegesetz (2020): Das Gesetz wurde bereits unter CDU-Führung beschlossen und von der Nachfolgeregierung verschärft.
Diese Gesetze haben vielfach den Weg geebnet zu Entwicklungen, die zu einem „bevormundenden Staat“ führen, bei dem die liberalen Grundsätze, wie sie im Grundgesetz verankert sind, ad absurdum geführt werden. Nicht vergessen werden sollten die Einschränkungen in der „Corona-Zeit“, in der durch die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes die Freiheitsrechte von Bürgern massiv beschnitten wurden.
· Die AfD als das schlechte Gewissen der CDU: Die CDU hatte noch zu Zeiten von Helmut Kohl ein konservatives Profil, denn es wurden die „christlichen Einstellungen“ zur Ehe und Familie hochgehalten und die nationalen Rechte – eingeschränkt durch die westliche Ausrichtung bedingt durch die Mitgliedschaft in der NATO und durch die Folgen der Zeit der Besatzung Deutschlands durch die alliierten Mächte – verteidigt. Unter Kohl wurde als einen Höhepunkt dieser Politik die deutsche Einheit erreicht. Als 2013 die AfD gegründet wurde [11] , geschah dies in der Zeit, als die CDU unter Angela Merkel dieses Profil immer mehr aufgegeben und sich dem links-grünen Zeitgeist angepasst hatte. Die AfD stellte seit ihrem Erstarken eine zunehmende Gefahr dar, weil sie das „schlechte Gewissen“ der CDU symbolisierte, die es einmal gab, als sie selbst die konservativen Positionen vertrat, die danach von der AfD aufgegriffen wurden. Die Abgrenzung zur AfD in Form einer so genannten „Brandmauer“ geht vor allem auf Friedrich Merz zurück, der eine solche scharfe Abschottung gegenüber der AfD im Jahr 2021 anlässlich seiner Wahl zum Parteivorsitzenden proklamiert hatte. Seit dem hat sich im Wesentlichen daran nichts geändert [12]. Diese „Brandmauer“ wirkt psychologisch gesehen wie der Abwehrmechanismus der Verdrängung, durch den unliebsame psychische Inhalte ins Unbewusste verschoben werden. Hier ist es der Versuch einer Partei, die Anwesenheit der AfD als Gesprächs- oder sogar als Koalitionspartner zu leugnen, weil diese Abwehr notwendig ist, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Wer diese „Brandmauer“ versucht infrage zu stellen, wird ebenfalls zum Feind erklärt. In einer Art Rechtfertigungszwang wird diese Abschottung aufrechterhalten, um nicht zugeben zu müssen, dass die AfD in einigen Punkten recht hat.
· Machtwechsel möglich – aber nicht gewollt : Es wäre ein Machtwechsel auch ohne eine Vertrauensfrage durch den Kanzler Olaf Scholz möglich, wenn Friedrich Merz den Mut hätte, „über den eigenen Schatten zu springen“, um in einem konstruktiven Misstrauensvotum nach Art 67 GG mit den Stimmen der AfD, FDP und vielleicht noch denen von freien Abgeordneten (und evtl. denen von BSW – aber es ginge auch ohne) sich selbst zum Kanzler wählen zu lassen. Die Sitzverteilung der Parteien [13] erlaubt eine solche Ablösung, da die Union mit 196 Stimmen, AfD mit 76 Stimmen und FDP mit 90 Stimmen bereits über 362 Stimmen verfügen. Rechnet man noch die Stimmen der freien Abgeordneten hinzu (9), könnte Merz 371 Stimmen bekommen oder auf die Zustimmung der BSW (10) hoffen, sodass er 372 Stimmen erhalten könnte. In beiden Fällen wäre die absolute Mehrheit von 367 – über 50 % von 733 Sitzen im gegenwärtigen Bundestag – erreichbar. Warum nimmt er aber diese Möglichkeit nicht wahr? Es liegt an der selbst gelegten „Brandmauer“ gegenüber der AfD, die dies verhindert. Er würde sich selbst mit diesem Schritt ad absurdum führen. Prof. Rieck erklärt dieses Verhalten damit, dass Politiker eigentlich nicht sachthemenorientiert sind, sondern eigentlich primär nur ihre eigenen Interessen im Auge haben. Hierbei würde spieltheoretisch so gehandelt, dass bei politischen Entscheidungen die eigenen Vorteile überwiegen sollen, was vor allem dann der Fall ist, wenn die eigenen Präferenzen unabhängig sind von anderen Faktoren. Da aber eine Aversion gegen die AfD besteht, wird die Option, mit dieser Partei zusammenzuarbeiten nicht gewählt, weil dann diese Unabhängigkeit verloren geht [14]. Dies bedeutet, dass allein aufgrund dieser sachfremden Erwägung heraus, dieses konstruktive Misstrauensvotum nicht als Möglichkeit ins Kalkül gezogen wird.
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· Willfährige Medien und vergessliche Wähler : Es ist nicht wenig überraschend, dass die „Mainstreammedien“ die Option des konstruktiven Misstrauensvotums kaum thematisieren, weil sie willfährig der Propaganda der „Altparteien“ folgen. Diese Strategie hat eine gewisse Tradition, da diese bereits in der Corona-Krise angewandt wurde, indem bereitwillig die Regierungspropaganda aufgegriffen und gegen die Maßnahmengegner („Coviditioten“, „Pandemie der Ungeimpften“) vorgegangen wurde. Nun wollen sie es sich anscheinend mit den Hauptakteuren (Union, SPD) nicht verscherzen und propagieren als einzige Möglichkeit die Vertrauensfrage. Die Wähler hingegen gehen schon wieder der über diese Medien verbreitete Propaganda auf den Leim und präferieren erneut die Union (32 % laut aktuellen Umfragen [15] ), obwohl sie eigentlich wissen müssten, dass viele der heutigen Probleme nicht die „Ampelparteien“ zu verantworten haben, sondern die CDU/CSU. Die Migration wurde von Angela Merkel den Deutschen „aufgerückt“, der „Atomausstieg“ von ihr eingeleitet und der Niedergang des Ansehens der traditionellen Werte über Ehe und Familie forciert, indem die entsprechenden Werte über Bord geworfen wurden, um nur einige Beispiele zu nennen. Eigentlich müsste die AfD in den Umfragen vorne liegen, aber auch hier wirkt die negative Propaganda gegen diese Partei, die von den „Altparteien“ gegen diese Partei betrieben und von den Medien bereitwillig aufgegriffen wurde [16]. Die Wähler lassen sich also manipulieren und verweigern ein Umdenken, um einen wirklichen Wechsel in der Politik zu erhalten, denn die CDU/CSU wird entweder wieder mit der SPD koalieren oder mit den Grünen, sodass im Endergebnis keine Änderung erfolgen würde.
· Der Versuch einer 180 Gradwende : Nach dem die CDU/CSU ein konstruktives Misstrauensvotum nicht in Erwägung gezogen hatte, ist es nach den Gesprächen zwischen den Vertretern der SPD, den Grünen und der Union (nicht: AfD!) sowie dem Bundespräsidenten doch zu der von Scholz gestellten Vertrauensfrage gekommen, die „verabredungsgemäß“ gescheitert war. Die vorgezogenen Bundestagswahlen für den 23.02.2025 sind das Ergebnis dieses „Deals“ zwischen den „Altparteien“. Die Folge war die Eröffnung des Wahlkampfes mit den üblichen Klischees, die zu erwarten waren, wobei von vornherein klar wurde, dass es eine Allianz der „Altparteien“ gegen die AfD geben sollte, um zu verhindern, dass es diese nach der Wahl zu einer Regierungsverantwortung schafft. Nach dem am 22.01.2025 verübten Massaker an einem zweijährigen Kind und einem 41 Jahre alten Mann, der die Attacke eines Messerangriffes auf eine Kindergruppe verhindern wollte [17] , hat sich der CDU-Kanzlerkandidat Merz dazu durchgerungen, den Versuch einer 180-Grad-Wende hinzubekommen. In der Abstimmung am Mittwoch, den 29.01.2025, hatte er noch eine Zustimmung mit den Stimmen der AfD-Abgeordneten für seinen 5-Punkte-Plan zur Begrenzung der Migration [18] bekommen, ist jedoch am Freitag, den 31.01.2025, mit einem Gesetzentwurf gescheitert, weil Teile der Abgeordneten der CDU und der FDP die Gefolgschaft verweigert und gegen das eingebrachte „Zustrombegrenzungsgesetz“ (Begrenzung der Zuwanderung, Aussetzung des Familiennachzuges für subsidiäre Schutzbedürftige, größere Zuständigkeit für Bundespolizei bei aufenthaltsbeendende Maßnahmen [19] ) gestimmt hatten [20]. Der Stimmungsumschwung kam vor allem deshalb zustande, weil die Alt-Kanzlerin Angela Merkel Friedrich Merz wegen seiner Kooperation mit der AfD öffentlich gerügt hatte [21]. Die spannende Frage ist aber: Ist dies alles Zufall oder Kalkül? Befremdlich ist auf jeden Fall ist, dass sich am Donnerstag zwischen den beiden Abstimmungen Vertreter der CDU-Spitze (Spahn, Merz) mit Vertretern der Grünen (Özdemir, Baerbock, Göring-Eckardt) bei Armin Laschet („Auf ein Glas mit Armin“) privat getroffen hatten [22]. Ist dieses zwar schon lange geplante Treffen nur zufällig zwischen den beiden Abstimmungen gefallen oder wurde hier doch hinter verschlossenen Türen ein Komplott für eine „schwarz-grüne Koalition“ geschmiedet? [23] Auch stimmt es merkwürdig, dass die Reaktion von Merz auf die Intervention von Angela Merkel relativ zahm ausfiel? [24] Es wäre sicher nicht verwunderlich, wenn diese Intervention der Alt-Kanzlerin mit Merz abgesprochen war, um ihm nicht – wie es anscheinend ist –„in den Rücken zu fallen“, sondern ihm die Möglichkeit der Täuschung der Wähler zu ermöglichen, nämlich so zu tun, als wollte er eine Wende in der Migrationspolitik, aber dies durch alte „Merkelianer“ verhindert wurde.
· Merz als Gefahr : Die Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten nährt die Hoffnung, dass es dieser schaffen wird, den Krieg in der Ukraine gemeinsam mit seinem russischen Amtskollegen Putin Anfang nächsten Jahres zu beenden. Wenn dies nicht gelingt und Friedrich Merz neuer Bundeskanzler wird, dann besteht die Gefahr, dass der Konflikt eskaliert. Während Olaf Scholz stets zurückhaltend war im Hinblick auf den Einsatz von Taurus-Raketen [25] , mit denen aufgrund der großen Reichweite Ziele in Russland angegriffen werden könnten [26] , wendet sich Merz dagegen, der den Einsatz dieser Flugkörper befürwortet [27]. Brisanz erhält diese Haltung, weil gleichzeitig die Grünen, insbesondere Robert Habeck, sich für die Lieferung der Marschflugkörper an die Ukraine ausgesprochen haben [28]. Würde es tatsächlich zu einer Koalition der Union und den Grünen kommen, könnte dies zu einer Verschärfung des Konfliktes beitragen und der dritte Weltkrieg stände möglicherweise kurz bevor. „Schützenhilfe“ erhält Merz hierbei auch noch ausgerechnet von der katholischen Kirche [29]. Es ist schon fast makaber, dass sich ein „Friedensbeauftragter“ der evangelischen Kirche bereits 2023 für den Einsatz von Taurus-Raketen ausgesprochen hat [30]. Verdächtig sind auch Äußerungen von Merz, dass er gerne das auf Konten liegende Privatvermögen von 2,8 Billionen EUR „mobilisieren“ will, um sie in die marode Infrastruktur zu stecken. Es wird also nicht primär an Einsparungen gedacht (Bürgergeld, Entwicklungshilfe), sondern er will wieder nur die Staatseinnahmen erhöhen [31]. Es ist außerdem zu befürchten, dass viele Ankündigungen (Abschaffung des Gebäudeenergiegesetzes, Verschärfung der Asylregeln mit Zurückweisung an den Grenzen) mit einem SPD- oder Grünen-Partner nicht umgesetzt werden würden, weil dies dann die Koalition gefährden und ihm den geplanten Bundeskanzlerposten kosten würde. Außerdem erscheint angesichts der jüngsten Entwicklung im Hinblick auf das Scheitern der Pläne für eine Begrenzung der Migration die Frage berechtigt, wie Merz den „Eiertanz“, möglichst „niemand auf die Füße zu treten“, hinbekommen will. Er möchte (notfalls) die AfD für eine Mehrheitsbeschaffung zur Durchsetzung seiner Migrationsbegrenzung gebrauchen, ihr aber eine Zusammenarbeit aufgrund der errichteten „Brandmauer“ verweigern. Er will eine Koalition der „politischen Mitte“ (Grüne, SPD) [32] , weiß aber ganz genau, dass mit diesen eine Migrationspolitik nicht verändert werden kann. Es ist schon bezeichnend, dass er vor dem Bundestag bedauerte, dass mit Stimmen der AfD seinen Entschleßungsantrag, der im Übrigen nur deklaratorischen Charakter hat und keine rechtliche Verbindlichkeit entfaltet [33] , beschlossen wurde [34]. Es erscheint also nur ein wahltaktisches Manöver gewesen zu sein, den Wählern zu suggerieren, eine Wende in der Migrationspolitik erreichen zu wollen, die aber insgeheim nicht beabsichtigt ist, indem man den rechtsunverbindlichen Entschließungsantrag durchbringt, aber die Gesetzesänderungen scheitern lässt (indem man sich nicht vor der Abstimmung der Zustimmung der Abgeordneten vergewissert). Merz erscheint fernab von Prinzipien zu stehen, die er beherzigt, sondern eher von opportunistischen Überlegungen getrieben zu sein. In diesem Punkt ähnelt er sehr der Alt-Kanzlerin Angela Merkel, die darin eine Art Meisterschaft errungen hatte.
Die Aussichten sind nicht rosig und wer jetzt noch denkt, mit der Wahl der CDU oder CSU würde sich etwas zum Besseren wenden, wird spätestens nach der Wahl aus seinen Träumen erwachen. Die Wahlen im Osten des Landes sollten eine Lehre sein, dass man den Unions-Parteien nicht vertrauen kann.
© beim Verfasser
[1] Die folgende Auflistung entstammt einem Video aus einem Beitrag von der Youtuberin „Lil“ (Warum kritisch) https://www.youtube.com/watch?v=Ddl-5MfkKW4
[3] Kritik an Gesundheitsreform: Wirtschaftsexperten fordern Systemwechsel (deutsche-apotheker-zeitung.de)
[9] L = Lesbian ( lesbisch , homosexuelle Frauen), G = Gay (schwul, homosexuelle Männer), B = Bisexual ( bisexuell , Personen, die sich emotional, romantisch und/oder sexuell zu Männern und Frauen hingezogen fühlen), T = Transgender (transgender, manchmal auch Transsexualität oder Transidentität: Geschlechtsidentität stimmt nicht mit dem biologischen Geschlecht überein), Q = Queer ( queer : ein Sammelbegriff für Personen, die von der heteronormativen Geschlechts- oder Sexualnorm abweichen, einschließlich verschiedener sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten), Was bedeutet LGBTQ+? Diese Kürzel solltest du kennen (desired.de)
[12] Brandmauer? Welche Brandmauer?: Merz' Behauptung stimmt nicht - und wirft Fragen auf - n-tv.de : Im Dezember 2021 sagte er dem „Spiegel“: „Mit mir wird es eine Brandmauer zur AfD geben. Die Landesverbände, vor allem im Osten, bekommen von uns eine glasklare Ansage: Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten, dann steht am nächsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an.“
[15] Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die CDU /CSU daraus als stärkste Kraft hervorgehen. Das zeigt eine INSA-Umfrage vom 16.11.2024. Nach den Zahlen der Demoskopen würde die Partei von 32 Prozent der Bevölkerung gewählt und läge damit 13 Prozentpunkte vor der AfD, die mit 19 Prozent zweitstärkste Kraft würde. Auf Platz drei folgt in der Umfrage die SPD mit 16 Prozent, die Grünen kämen aktuell auf 10 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht würde 8 Prozent der Stimmen bekommen. Die Linkspartei läge den aktuellen Prognosen zufolge bei 4 Prozent und würde somit an der 5-Prozent-Hürde scheitern. Sonntagsfrage Bundestag vom 16.11.2024: CDU/CSU mit höchstem Stimmenanteil in aktueller Wahlumfrage | news.de
[17] https://www.br.de/nachrichten/bayern/toedlicher-messerangriff-in-aschaffenburg-was-wir-bisher-wissen,UacXLCm
[19] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/faq-abstimmung-bundestag-merz-gesetzentwurf-100.html
[21] https://www.focus.de/politik/deutschland/daempfer-im-wahlkampf-merkel-kritik-an-merz-loest-beben-bei-der-union-aus_id_260680870.html
[23] https://www.bild.de/politik/nach-bundestags-asyl-eklat-merz-und-baerbock-feiern-bei-wein-party-679e213dd72ca12c3499c1c1
[24] In der Neuen Westfälischen vom 01.02.2025 sagte er in einem Interview auf die Frage, ob die Kritik von Angela Merkel relevant sei, dass er die AfD-Zustimmung in Kauf genommen habe: „Angela Merkel drückt ein Unbehagen aus, das von vielen – auch von mir - geteilt wird.“
[26] Die Raketen haben eine Reichweite von 500 km und werden von einem Flugzeug aus gestartet, das dabei nicht einmal in den feindlichen Luftraum eindringen muss; Taurus: Ringtausch, Lieferung, Kritikpunkte – darum geht es in der Debatte (wiwo.de)
[30] Kirchlicher Friedensbeauftragter befürwortet Taurus-Lieferungen | Evangelische Zeitung (evangelische-zeitung.de)

Wir sind seit unserer Geburt auf einem Lebensweg, der oft erst rückwirkend gesehen einen Sinn erkennen lässt – oder auch nicht. Woran erkennen wir aber, ob wir auf dem richtigen Weg sind oder waren?
Ausgangslage : Ich habe mir die Mühe gemacht, meine eigene Biographie zu schreiben, die einmal eine Art Selbstreflektion darstellt, aber auch den Überlebenden meines Todes Anhaltspunkte liefern könnte zu der Frage: Wer war Günther Birkenstock? Während des Schreibens und auch beim Durchlesen dessen, was aufgeschrieben wurde, kann ein Gedanke auf: Gibt es so etwas wie einen „roten Faden“, der sich durch dieses Leben gezogen hat und dem ich gefolgt bin? Gab es ein Ziel? Gab es bestimmte Aufgaben, die ich erfolgreich bewältigt habe? Hat das Leben irgendjemand, außer mir selbst, etwas gebracht? Wir wären nicht ein Mensch, wenn wir uns diese selbst-reflexiven Fragen nicht stellen würden. Über das reine Existieren hinaus etwas zu bedeuten, über den alltäglichen Überlebenskampf hinaus dem Leben einen Sinn abzuringen, könnte oder sollte ein Grundbedürfnis sein. Ich will nun versuchen, Kriterien anzuführen, die uns helfen könnten, Antworten zu finden.
Stimmigkeit: Mit Stimmigkeit könnte als Begriff ein Kriterium beschrieben werden, das einen Anhaltspunkt geben könnte, der Selbstreflexion Nahrung zu geben. Ich will hierbei drei verschiedene Aspekte dieses Begriffes beleuchten.
· externe (Un)-Stimmigkeit: Diese Art der Stimmigkeit bezieht sich darauf, dass es eine Übereinstimmung gibt zwischen dem, wie jemand sich nach außen äußert und dem, was er wirklich denkt, wie er wirklich fühlt. Es wird von einem „Verstellen“ gesprochen, wenn jemand etwas tut, was er eigentlich nicht tun möchte, aber aus Gründen der Anpassung an die Umwelt doch tut oder auch unterlässt zu tun. Er will damit Konflikte mit den Erwartungen anderer vermeiden und „verstellt“ sich also, tut so, als ob das was er sagt, was er schreibt, wie er konkret handelt, seinen eigenen Einstellungen entspricht. Schulz von Thun spricht dann von „Stimmigkeit“, wenn das Verhalten der Situation angemessen ist und mit dem übereinstimmt, was jemand selbst auch will. Jemand benimmt sich „daneben“, wenn sein Verhalten seiner eigenen Einstellung entspricht, aber der Situation nicht gerecht wird und „angepasst“, wenn sich jemand entgegen seinen eigenen Überzeugungen handelnd die Erwartungen von anderen erfüllt und „verquer“ wenn das Verhalten weder auf die Situation passend ist noch den eigenen Einstellungen entspricht [1]. Diese von Schulz von Thun postulierte Stimmigkeit bezieht sich darauf zu prüfen, ob es einen Konsens zwischen dem Inneren eines Menschen und den Erwartungen seiner Umwelt gibt oder einen Dissens. Allgemein streben wir einen Konsens mit unserer Umwelt an und sind bestrebt, die Erwartungen zu erfüllen, aber es kommt eben auch vor, dass wir dabei ein ungutes Gefühl haben. Das ist regelmäßig dann der Fall, wenn wir uns unreflektiert angepasst und gegen unsere eigenen Überzeugungen gehandelt haben. Der Nonkonformismus ist dann gegeben, wenn wir uns den mannigfachen Erwartungsdrücken der Welt widersetzen [2] : Autoritätsdruck, Gruppendruck, Systemdruck, Zeitgeistdruck. Bonnie Ware, eine australische Palliativ-Pflegerin, die Menschen in den finalen Phasen des Lebens begleitet hat, hatte die Sterbenden interviewt [3] und dabei festgestellt, dass die Sterbenden als erstes bereut hatten, das Leben nicht gelebt zu haben, dass sie sich gewünscht hatten [4]. Das eigene Leben nach den Erwartungen anderer auszurichten, ohne dabei auf die eigenen Wünsche zu achten, diese zu negieren und so zu tun, als ob die Erfüllung der Rollenerwartungen anderer Befriedigung gäbe, ist also ein Trugschluss. Es ist vielen nicht bewusst: Sie erfüllen nur vorgegebene Rollen, indem sie die allgemeinen Erwartungen (System- und Zeitgeistdruck) oder speziellen Erwartungen (Gruppen- und Autoritätsdruck) umsetzen. Durch die Bestätigungen und Anerkennungen, die sie dabei erfahren haben, glauben sie, auf dem richtigen Weg gewesen zu sein. Aber das ist bei Lichte besehen eine Fehlinterpretation, denn die selbstdefinierten Ziele, die sie sich nicht bewusst gemacht haben, hätten sie vielleicht in eine ganz andere Richtung geführt. So gesehen ist die externe Stimmigkeit im Sinne einer Anpassung an die Erwartungen nur dann ein positives Kriterium, wenn dabei die eigenen Wünsche und daraus abgeleiteten Lebensziele nicht übersehen oder verneint wurden.
· Interne Stimmigkeit: Die interne Stimmigkeit verlangt nach meiner Auffassung eine Innenschau im Hinblick auf die eigenen Überzeugungen, Gefühle und Handlungsintentionen, die möglichst widerspruchsfrei miteinander im Einklang stehen. Es besteht dann eine Übereinkunft mit sich selbst, wobei diese nicht immer konfliktfrei erfolgen muss, sondern auch innere Diskussionen oder sogar „Kämpfe“ vorhanden sein können, bis es zu dieser inneren Stimmigkeit kommt. Die Grundvoraussetzung für ein Gelingen ist die Ehrlichkeit mit sich selbst. Wer „sich selbst etwas vormacht“, „sich selbst etwas ein- oder – schönredet“, ist nicht ehrlich mit sich selbst, sondern begeht eine Art Selbstbetrug. Ein ganzes Leben kann scheitern, wenn ein solcher Selbstbetrug festgestellt werden muss, und zwar am Ende eines Lebens („Lebenslüge“). Erik Erikson hat dieses Phänomen in seiner „epigenetischen Tabelle“ in der Schlussphase eines Lebens beschrieben, indem er davon ausging, dass sich „Ich-Integrität“ einstellt, wenn die Integration widerstrebender Anteile in der eigenen Psyche gelingt und sich eine Verzweiflung kundtut, wenn ein Scheitern festgestellt werden muss [5]. Woher kommt aber die innere Stimmigkeit? Sie stammt nach meiner Überzeugung aus drei Quellen:
o Seelenplan: Der Seelenplan beinhaltet die im Jenseits gefassten Vorsätze der künftigen Inkarnation. Dieser Begriff wird häufig verwendet, um zu erklären, warum wir im Leben mit bestimmten Personen zusammentreffen oder in verschiedene Situationen geraten, die unser Schicksal in gewisser Weise bestimmen [6]. Hier werden durch diesen Plan Gelegenheiten geschaffen, durch deren Bewältigung wir uns in unserem Seelenweg weiter entwickeln können. Dieser Begriff setzt selbstverständlich die Existenz einer von individuellen Dasein unabhängig bestehenden Seele voraus, die sich immer wieder neue „Rollen“ sucht, um Erfahrungen zu machen, die uns helfen, noch vollkommener zu werden. Nach einem Leben wird dann geprüft, ob der Lebensplan erfüllt wurde oder nicht. Die nichterfüllten Aufgaben führen dann in der nächsten Inkarnation zu einem Aufarbeiten der Versäumnisse. Es ist in keinem Lebensplan ein „durch eigne Hand“ vollzogener Rückzug aus dem irdischen Leben vorgesehen, sodass ein Suizid keine wirkliche Lösung von Lebensproblemen darstellt [7].
o Gewissen: Das Gewissen halte ich für eine „göttliche Gabe“, die jedem in die Wiege gelegt wurde, um zu entscheiden, was Gut oder Böse ist. Der moralische Kompass hat seinen Ursprung nach meiner Überzeugung in der Auffassung, dass sich darin der göttliche Wille manifestiert, uns dieses Instrument zur Beurteilung unseres eigenen Verhaltens zu geben. Es bedarf also keiner Konditionierungen, keiner philosophischen Schulen, keiner Lehrmeister, um zu richtigen Entscheidungen zu kommen. Die Mitteilungen des Gewissens erscheinen in einem „unguten Gefühl“, das etwas nicht stimmt, dass wir mit dem, was wir getan haben, falsch gelegen haben, dass wir vielleicht anders hätten handeln sollen. Das Gewissen poltert nicht drauf los, sondern meldet sich über die Gefühlsebene, bevor dann Gedanken dazu aufsteigen. Es ist eher einem leisten Flüstern vergleichbar, das uns ein schlechtes Ruhekissen beschert. Freilich kann dieses Gewissen abgetötet werden. Dann werden Entscheidungen „leichter“ fallen, damit aber egoistischem, ja rein bösartigem Verhalten Tor und Tür geöffnet. Könnte es sein, dass dieses Abtöten dieser feinen Stimme notwendig ist, um in unserer Welt „erfolgreich“ zu sein?
o Gottesplan: Es gibt aber daneben noch einen göttlichen Plan mit uns, den zu erkennen wir aufgerufen sind, aber den wir oft nur schwer verstehen können. In der Bibel gibt es immer wieder Berichte von Menschen, die sich von diesem göttlichen Plan inspiriert sehen, wie z. B. Saulus, der durch die Bekehrung bei Damaskus vom strengen Verfolger zum heißen Verfechter des neuen christlichen Glaubens als Paulus verändert wurde. In gewisser Weise zeigt sich dieser Gottesplan auch im Seelenplan, wenn ein „hartes Leben“ in diesem Plan vorgesehen ist, das zu erfüllen nicht leicht ist. Jesus selbst hat diesen göttlichen Plan im Laufe seines Lebens intuitiv erfasst und auch am Ende akzeptiert, als er den Weg der Kreuzigung auf sich genommen hatte. Mit der Kreuzigung, der Auferstehung und der Himmelfahrt - alle drei Elemente sind unlösbar miteinander verbunden (!) - wurde für alle Zeiten das Kreuz als ein wichtiges Symbol des christlichen Glaubens in der gesamten Welt etabliert und die Überzeugung vermittelt, dass die irdische Welt nur ein vorübergehender Ort der Seele und der finale Aufenthalt das Jenseits ist, das sich im idealen Falle als das „Reich Gottes“ manifestiert.
· Sinnhafte Stimmigkeit: Der dritte Aspekt der Stimmigkeit ist die logische Folge der vorausgegangenen Überlegungen. Wenn wir es schaffen, unseren eigenen Seelenplan zu erfüllen, dabei ein gutes Gewissen haben, weil wir uns hierbei in Übereinkunft mit dem göttlichen Plan wissen, dann ist die Überlegung, ob wir dabei auch mit unserer Umwelt übereingestimmt haben, nur noch von zweitrangiger Bedeutung. Die Sinnhaftigkeit ergibt sich am ehesten auf der „Metaebene“ [8] , wenn wir also so tun, als könnten wir als „objektive Beobachter“ unser eigenes Leben beobachten und bewerten. Diese in Konfliktmanagement bewahrte Methode der Selbstreflexion erlaubt eine selbstdistanzierte Betrachtung der Probleme, die wir mit uns selbst und anderen haben [9]. Das Leben also aus einer „höheren Warte“ zu beobachten und zu bewerten, kann zu dem Ergebnis führen, dass alles „stimmig“ ist oder auch nicht. Es stellt sich das Gefühl ein, dass „alles irgendwie eigentlich so kommen musste und dass es gut war“. Viele, die Nahtoderfahrungen gemacht haben, berichten u. a. von einer solchen rückwirkenden Betrachtung und Bewertung des Lebens, wobei die „unmaskierte“ Schau keine „Ausflüchte“ oder „Ausreden“ mehr erlaubt, sondern diese schonungslos erfolgt [10]. Dabei stellt sich nicht nur die Sinnfrage, sondern sie wird auch zum Teil beantwortet: Wer so lebt, dass er die interne Stimmigkeit bejaht, kann gleichzeitig das Gefühl erhalten, dass sein Leben dann auch einen Sinn ergibt. Die Sinnstiftung ist die Folge einer „richtigen Lebensweise“, bei der der „inneren Stimme“ gefolgt wurde und es gelungen ist, sich den normativen Drücken zu widersetzen.
· Die Welt verachtet die Gottestreuen: Jesus hat selbst die Verachtung der Welt erfahren. Er war beim Volk beliebt, allerdings nicht bei der Obrigkeit. Sowohl die geistliche als auch die weltliche Macht hasste ihn und hat ihn auch schließlich getötet. Erfahren das nicht heute so viele Menschen auch, die mit sich selbst stimmig bleiben wollen, sich aber dadurch mit der staatlichen Gewalt anlegen, die dann unbarmherzig zuschlägt? Politiker neigen leider bei zu langer Machtausübung zu einer Art Selbstgerechtigkeit, die zu einer Verachtung der normalen Bürger führt. Wer nicht bereit ist, die Verherrlichung der politischen Kaste mitzumachen, wird zum Feind erklärt. Er bekommt es, wie Nancy Faeser es ausgedrückt hat, mit einem starken Staat zu tun, weil eine Kritik an der Obrigkeit als Verhöhnung des Staates gewertet wird [11]. Die Folge sind scheinbar legale Maßnahmen wie Hausdursuchungen (sie waren schon während der Corona-Zeit sehr beliebt und werden auch jetzt wieder bei nichtigen Anlässen als unverhältnismäßige Maßnahme eingesetzt), Verurteilungen bei Nichtbeachtung aller restriktiver Maßnahmen, soziale Ächtung und Meldung von „Hass und Hetze“, möglichst noch unterhalb der „Strafbarkeitsgrenze“ bei „quasi-amtlichen“ – weil staatlich gefördert – Stellen. Denunziation wird zum Volkssport erklärt [12]. Diejenigen, die i. w. S. sich korrumpieren lassen und bei diesem infamen Spiel mitmachen, wähnen sich auf der sicheren Seite. Oder befinden sie sich vielleicht nur auf der „falschen Seite“, auf der Seite derer, die von Gottes gutem Willen nichts hören wollen und sich deshalb auf die „Gegenseite“ schlagen? Roger J. Morneau (1925 v- 1998), ein späteres Mitglied der „Siebenten-Tags-Adventisten“ [13] , berichtete in den 80-iger Jahren von seinen Erfahrungen bei den Satansanbetern, bei denen die Exklusivität der „Clubzugehörigkeit“ und den Hilfen durch „den Meister“ (Luzifer) im Hinblick auf Erfolg auf geschäftlicher Ebene, Berühmtheit und allgemeinen Erfolg im Leben, mit einem entscheidenden Preis bezahlt werden musste: Die Übergabe ihrer Seele an Luzifer (Satan). Der Kampf zwischen Gut und Böse ist also auf der Erde entbrannt und es kommt darauf an, sich für die „richtige Seite“ zu entscheiden. Während Satan ein leichtes, erfolgreiches und von allgemeiner Beachtung und Verehrung gekröntes Leben verspricht, verlangt Jesus Christus, um den Willen Gottes zu erfüllen, gerade das Gegenteil: Sein Kreuz auf sich zu nehmen und ihm nachzufolgen (Lukas 9, 23-24 [14] ). Das Versprechen dabei ist, dass jemand zwar sein Leben riskiert (er kommt mit der Welt, die unter Satans Herrschaft steht, in Konflikt), aber sein (ewiges) Leben retten könne. Die Menschheitsgeschichte durchzieht eine breite Spur von Menschen, die sich anmaßten, über andere herrschen zu können und jenen, die damit nicht mitmachen wollten und deshalb verfolgt wurden. Die Gnostiker (im 2.-3. Jahrhundert entstandene „Sekte“, die aber von der katholischen Kirche als Ketzer verfolgt wurde) gehen sogar so weit, dass sie die Schöpfung der materiellen Welt einem tyrannischen Gott zuschreiben (Demiurg genannt [15] ), der sich bereits im Alten Testament manifestierte und einen absoluten Gehorsam und zahlreiche Blutopfer verlangte. Viele entsprechende Bibelstellen werden von den Theologen gemieden (oder umgedeutet), weil sie ein Gottesbild zeigen, das gar nicht in ihr Konzept eines barmherzigen Gottes passen, wie z. B. die Ermordung der Völker des „gelobten Landes“ in Palästina für das auserwählte Volk Israels, Vernichtung von Menschen in Sodom und Gomorra, verlangtes Blutopfer von Abraham durch Tötung von Isaak, Völkermord durch eine weltweite Sintflut, bei der nur Noah am Leben blieb. Wie wäre es, wenn die Interpretation der Bibel zuträfe und Jesus gar nichts mit dem Gott des Alten Testaments zu tun hätte? Wie wäre das Neue Testament zu deuten, wenn er sogar die Befreiung der Menschen von dieser Art der Knechtschaft gewollt hatte? Die Knechtschaft würde demnach aus dieser Zeit stammen und bis in unsere Tage reichen, weil der wahre Widersacher Gottes sich geschickt als ein falscher Gott getarnt hatte, der noch immer einen absoluten Gehorsam verlangt und dies heutzutage über staatliche und auch leider kirchliche Instanzen versucht umzusetzen. Die wahren Gottesdiener stehen dann nicht im Dienste des Staates, sind keine verbeamteten Pfarrer oder Bischöfe, sondern einfache Menschen des Volkes, die unbemerkt von der Öffentlichkeit Gutes tun. Ich hatte bereits an anderer Stelle erklärt, dass es eben gerade nicht durch staatliche Ehrung hervorgehobenen Personen sind, die die entsprechenden Orden auch verdient hätten [16] , weil die Ordensempfänger einfach charakterlich gesehen zumindest fragwürdig sind. Sondern es wären eigentlich diejenigen zu ehren, die es gewagt hatten, gegen die Allmacht des Staates zu opponieren (z. B. Dr. Paul Brandenburg [17] ). Die Schlussfolgerung daraus wäre, dass die Menschheitsgeschichte sich dadurch kennzeichnet, dass ein Unterdrückungssystem errichtet wurde, um eine wirkliche Befreiung des Menschen zu verhindern. Diejenigen, die auf den wahren Gott vertrauen, werden solange weiter verfolgt werden. Dies hatte auch schon Jesus prophezeit, dass die Welt die wahren Anhänger von ihm verfolgen werden, so wie es auch bei ihm selbst geschehen ist [18]. Die Verachtung der Welt ist also die Strafe von denjenigen, die sich für die Seite Satans entschieden haben und von dessen Protektion profitieren und alles „Glück dieser Erde“ ernten (Erfolg, Ruhm, Reichtum, Macht, Gesundheit), sich anmaßen, über diejenigen herrschen zu dürfen, die ihr Leben in den Dienst des wahren Gottes stellen. Ihr Verderben besteht aber in der Verunmöglichung eines Lebens, indem sie anderen dienen oder helfend zur Seite stehen. Ihr Weg ist der zum Narzissmus, der von Eigensucht bis hin zum äußerten Exzess geprägt ist, der keine Rücksicht auf andere kennt, sondern nur die egoistische Durchsetzung eigener Wünsche. Im schlimmsten Falle entwickeln sich solche Menschen zu Psychopathen, die einzelne Menschen quälen und vernichten oder, wenn sie an die Macht kommen, ganze Völker für ihre Ziele ohne schlechtes Gewissen opfern [19].
· Jenseitserwartung: Die Befreiung kann letztendlich nicht auf Erden – oder anderen bewohnbaren Planeten unseres Universums – erfolgen, weil der Herr der Welt eben dieser Demiurg ist, der sich vom wahren Gott unterscheidet. Die Überwindung der Welt, so wie dies auch Jesus gefordert hat, wäre das Ziel, was bedeutet, dass unsere wahre Heimat nicht in der materiellen Welt liegt, sondern jenseits unseres Wahrnehmungshorizontes [20]. Diejenigen, die auf der „falschen Seite“ waren und sich für Satan und seine Verheißungen entschieden haben, haben sich dadurch für das Jenseits im Sinne eines Reiches Gottes disqualifiziert und werden dort nicht hin gelangen können. Dies geht aus vielen Aussagen von Jesus hervor und seiner Durchsage an Johannes, der die entsprechende Botschaft in seiner „Apokalypse“ niedergeschrieben hat [21]. Die Welt im Jenseits ist also das Ziel des Lebensweges und auch – im Hinblick auf die Reinkarnation in der materiellen Welt – der immerwährende Ausgangspunkt. Den Eingang in diese Welt zu finden ist deshalb schwierig, weil er nicht einfach zu erreichen ist, denn die Pforte ist eng, die dorthin führt [22]. Die Beschwerlichkeit des eigenen Lebens ist der Prüfstein, das Examen für die Bewerbung um das Leben im göttlichen Jenseits. Wer es also schwer in diesem Leben hat, weil er sich für andere einsetzt, weil er anderen in Notlagen hilft, nicht die eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellt, sondern sich dienend anderen zur Verfügung stellt, wer Leben und Gesundheit für andere riskiert, kann am ehesten die Pforten zum lichtvollen Jenseits, wie es in vielen Nahtoderfahrungen beschrieben wird, erreichen. Wer nicht an eine jenseitige Welt glaubt, riskiert diesen Eingang zu verpassen [23] und sofort wieder in die materielle Welt (neue Inkarnation) gesandt zu werden oder sogar in einem Art „Niemandsland“ zwischen Diesseits und Jenseits stecken zu bleiben, wodurch sie verhaftet sind, als „Gespenster“ ein Schattendasein zu führen. Zahlreiche Spukphänomene deuten auf solche Existenzformen hin.
Kriterien für die „richtige Seite“ gibt es, wir müssen sie nur beachten und auch die Aspekte konsequent in unserem Leben umsetzen. Diese Umsetzung fällt uns schwer, weil sie aufgrund der Umstände nicht leicht ist. Aber das ist ja auch der wahre Charaktertest.
© beim Verfasser
[3] Bronnie Ware: Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen, https://www.amazon.de/Dinge-die-Sterbende-meisten-bereuen/dp/3442341299
[4] https://www.welt.de/vermischtes/article13851651/Fuenf-Dinge-die-Sterbende-am-meisten-bedauern.html
[5] Erik Erikson, Kindheit und Gesellschaft, Ernst Klett Verlag, 1968, S.262.
[9] In einer Eheberatung könnte eine Frage hier zu lauten: „Stellen Sie sich vor, sie wären Eheberater. Wie würden Sie die Situation, die Konfliktlage dieses Ehepaares – also Sie selbst – sehen. Welche Lösungsvorschläge könnten Sie geben?“ In einer allgemeinen Lebensberatung könnte durch Sprung in die Zukunft oder Rückgang in die Vergangenheit auch diese Metaebene erreicht werden. Zukunft: „Stellen Sie sich vor, wir wären jetzt 1, 2, 3 Jahre weiter. Wie könnte dann Ihr Leben aussehen?“ Oder umgekehrt in die Vergangenheit: „Gehen wir 1,2,3 Jahr zurück. Wie sah Ihr Leben damals aus und welche anderen Entscheidungen wären möglich gewesen und wie hätte sich dann ihr Leben anders entwickeln können?“
[10] Nahtoderfahrung – ein Indiz für ein Leben nach dem Tod? https://www.guentherbirkenstock.de/neue-seite
[11] Faeser wörtlich: „Diejenigen, die den Staat verhöhnen, müssen es mit einem starken Staat zu tun bekommen.“ https://www.zeit.de/2024/09/demokratiefoerdergesetz-nancy-faeser-lisa-paus-rechtsextremismus
[12] https://www.cicero.de/innenpolitik/meldestellen-und-trusted-flagger-staatlich-gefordertes-denunzieren-die-demokratie-stirbt-zentimeterweise-
[13] Protestantische Freikirche, die den Samstag als Ruhetag gemäß der 10 Gebote akzeptieren, nicht an die unsterbliche Seele glaubt, sondern an die Auferstehung nach Wiederkunft von Jesus Christus : https://de.wikipedia.org/wiki/Siebenten-Tags-Adventisten
[15] https://en-m-wikipedia-org.translate.goog/wiki/Demiurge?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=rq
[18] Johannes 15,18: Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes15
[22] Matthäus 7, 13-14; https://www.bible.com/de/bible/157/MAT.7.13-14.SCH2000
[23] Sylvia Browne, „Phänomen. Die Welt des Übersinnlichen von A – Z, ‚Goldmann Arkana 2006, S. 268, spricht hier von der „linken Tür“ als den Eingang zur „dunklen Seite“, durch die echte Soziopathen gehen, die ohne Gewissen gehandelt haben und den „Tunnel ins Licht“ gar nicht sehen,

Ist Deutschland noch zu retten? Wir stehen im Ausgang des Jahres 2024 und wissen nicht, ob es 2025 besser oder schlechter sein wird. Die drei Jahre Ampelregierung und 16 Jahre Merkel-Regime haben das Land nicht nach vorne gebracht, sondern in eine Sackgasse geführt. Kommen wir da wieder heraus?
Migrationskrise: Es gibt kaum ein Thema, das so umstritten ist. Der Grund liegt in den ideologischen Grabenkämpfen, die zwischen zwei Lagern geführt werden: Auf der „linken Seite“ stehen diejenigen, die Deutschland als ein Einwanderungsland sehen, weil einmal durch den Rückgang der einheimischen Bevölkerung Arbeitskräfte gebraucht werden, um die Renten der „Boomerjahre“ finanzieren zu können und die Wirtschaft am Laufen zu halten und zum anderen von einer „bunten Gesellschaft“ geträumt wird, in der es keine Einheimische gibt, sondern nur ein Mix aus verschiedenen Kulturen vorhanden ist. Auf der „rechten Seite“ sind diejenigen, die es für eine Illusion halten, Menschen aus allen Erdteilen nach Deutschland kommen zu lassen, ohne dass es dabei zu Konflikten kommt, ohne dass dabei die gewachsene Kultur des „christlichen Abendlandes“ zerstört wird. Sie sehen die nationale Souveränität in Gefahr, sehen eher die Gefahr des Anwachsens von „Parallelgesellschaften“, weil sie die Integrationswilligkeit der Einwanderer nicht in dem Maße für gegeben ansehen, dass eine Assimilation der Zuwanderer erreicht wird. Der Missbrauch des Asylrechts, das dazu führt, dass diejenigen, die sich hierauf berufen, kaum im Falle einer Ablehnung wieder zurückgebracht werden können, ist der Hauptgrund für die misslungene Politik auf diesem Gebiet. Zudem kommt, dass diejenigen, die weiterhin an der „Willkommenskultur“ festhalten (Kirchen, Gewerkschaften, Verbände der Freien Wohlfahrtspflege, „Gutmenschen“), massiven Widerstand leisten, wenn es um die Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern geht. Was muss also geschehen?
· Grenzen dicht: Wenn die EU nicht in der Lage oder willens ist, die Außengrenze ihrer Mitliedstaaten zu schützen, müssen dies die Staaten selbst tun. Bei jedem Grenzübergang müssen Kontrollen und Zurückweisungen erfolgen, wenn jemand ins Land einreisen will, der aus einem sicheren Drittstaat oder aus einem EU-Land kommt.
· Einreise nur über Herkunftsländer: Jeder, der in Deutschland Asyl beantragen will, sollte dies bei der deutschen Botschaft seines Heimatlandes erledigen, um von dort aus die Einreise zu beantragen. Damit hätten auch diejenigen eine Chance einzureisen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, Schlepper zu bezahlen.
· Konsequente Abschiebung: Es ist nicht vermittelbar, dass es immer noch abgelehnte Asylbewerber gibt, die sich der Abschiebung entziehen und auch noch Sozialleistungen beziehen. Länder, die ihre Staatsangehörige nicht zurücknehmen, sollten keine Entwicklungshilfe mehr erhalten.
· Nur noch Bezahlkarte: Die Auszahlung von Asylleistungen sollte – bis auf einen kleinen Barbetrag – durch eine Karte erfolgen, mit der über die Guthaben nur noch in Form von Abbuchungen in den Geschäften verfügt werden kann. Damit könnte der Unsitte von Überweisung von Sozialleistungen in die Herkunftsländer unterbunden werden.
· Leistungskürzungen: Wer Integrationskurse ablehnt, sollte keinen oder nur eingeschränkten Anspruch auf Asylbewerberleistungen haben. Wer sich weigert, Arbeit (reguläre oder gemeinnützige) anzunehmen, sollte keinen Anspruch mehr auf Sozialleistungen haben.
Parteien: Wir haben inzwischen eine Blockbildung, die darauf hinausläuft, dass es im Grunde genommen nur noch zwei Lager gibt: AfD und Parteien gegen AfD. Dass alle Parteien sich gegen die AfD stellen, ist nicht sachlich gerechtfertigt. Diejenige, die gegen diese Partei sind, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit das Parteiprogramm dieser Partei nicht gelesen, sondern schließen sich nur der Meinung des Mainstreams an. Die Wahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg brachten eigentlich zum Ausdruck, dass eine konservative Politik gewünscht war. Herausgekommen sind aber „Mitte-links-Bündnisse“ mit Beteiligung der CDU, SPD, BSW und den Linken, Hauptsache nicht mit der AfD, so lautete das Motto. Eine traurige Tatsache ist, dass das BSW als „jüngste Partei der Altparteien“ dasteht, weil Sahra Wagenknecht vor den Landtagswahlen einen Politikwechsel versprochen und die CDU/CSU sowie SPD scharf kritisiert hatte, aber die Landesverbände mit diesen Parteien koaliert oder diese toleriert (Sachsen) haben. Diese Spaltung in der Parteienlandschaft spiegelt sich auch in der Gesellschaft wieder, wo es ähnliche Konstellationen gibt: Wer sich für die AfD ausspricht, vielleicht sogar Mitglied ist und sich politisch engagiert, muss mit Konsequenzen rechnen. Kirchen, kirchennahe Organisationen und sogar Vereine sprechen sich gegen AfD-Mitglieder aus oder wollen sie sogar verbieten [1]. Die Phalanx der AfD-Gegner spiegelt sich von der Parteiebene in der Gesellschaft wieder. Ein großer Faktor, der zu dieser sachlich nicht gerechtfertigten Ausgrenzung führt, ist die Allmacht der Parteien, die über das hinaus geht, was das Grundgesetz vorschreibt (Mitwirkung bei der politischen Willensbildung, Art 21 GG). Über eine Million Mitglieder haben die in dem Bundestag vertretenen Parteien [2] , was bedeutet, dass auf der Basis von 82.700.000 Einwohnern in Deutschland [3] nur 1,3% der Bevölkerung über die Geschicke eines ganzen Volkes entscheiden. Das wird dann repräsentative Demokratie genannt. Dabei ist die Krux, dass die Repräsentanten sich nicht unbedingt an den „Wählerauftrag“ halten müssen. Die Koalitionsbildungen in Thüringen, Sachsen und in Brandenburg zeigen, dass durch Ignoranz der Stimmen für die AfD diese Partei weiterhin von den „Altparteien“ an einer Regierungsbeteiligung gehindert wird. Es stellt sich nun die Frage, ob die vorgezogene geplante Bundestagswahl, die für den 23.02.2025 vorgesehen ist, etwas grundsätzlich ändern wird. Zunächst will ich hierzu die Akteure kurz beleuchten:
· CDU/CSU : Diese Partei tritt an mit dem Anspruch, den Bundeskanzler zu stellen. Friedrich Merz will dieses als sein persönliches Ziel unbedingt erreichen, nachdem er zuvor durch Angela Merkel daran gehindert wurde. Die „Schwesterparteien“, die sich nur oft widerwillig zur Union zusammenfinden, stellen gerne den Bundeskanzler, sodass die CDU – CSU hatte bisher nur zweimal die Chance einen Kanzlerbewerber zu stellen (Strauß und Stoiber) [4] - auch gern als „Kanzlerwahlverein“ bezeichnet wird [5]. Dem Machterhalt, indem sich die Mitglieder geschlossen hinter den Bundeskanzler stellen und möglichst kontroverse Diskussionen über den Kurs der Partei vermeiden, wird alles untergeordnet. An anderer Stelle habe ich bereits ausgeführt, dass diese Partei an der Misere in Deutschland eine gewisse Schuld trägt [6]. Sie wird aber trotzdem in den Wahlumfragen immer noch bei über 30 % angesiedelt, was kaum nachvollziehbar ist, aber wahrscheinlich der positiven Berichterstattung in den Mainstreammedien zu verdanken ist. Darüber hinaus besitzt sie vor allem in katholisch geprägten Ländern gute Resonanz aufgrund der Unterstützung durch Kirche und lokale Vereine.
· SPD : Sie war eine „Arbeiterpartei“, ist dann zu einer bürgerlichen Partei gewandelt (Godesberger Programm) und hat inzwischen den Ruf, sich mehr für „A-Personen“ (Asylanten, Ausländer, Arbeitslose) einzusetzen als für die Menschen, die aufgrund ihrer Arbeit den „Motor Deutschland“ am Laufen halten. Sie hat leider keine Persönlichkeiten (wie z. B. früher Brandt oder Schmidt) mehr, die als „Zugpferde“ imponieren können. Olaf Scholz gilt als Verlegenheitskanzler, der eigentlich mangels wirksamer Gegenkandidaten Bundeskanzler wurde. Er ist unbeliebt, weil die mangelnde Ausstrahlung und Empathie zu sehr als Hindernisse für eine erneute Kanzlerschaft dastehen.
· Grüne : Sie gilt als die klassische „Verbotspartei“ und hat sich von einer Friedenspartei zu einer Kriegspartei gewandelt. Sie vertritt den städtisch geprägten Akademiker, der abgehoben von Alltagssorgen in meist gut dotierten Positionen des öffentlichen Dienstes beheimatet ist und nicht mit den Personen konfrontiert wird, für die diese Partei sich meistens einsetzt: Asylanten, Ausländer, Homosexuelle, Quere und sonstige von der Norm des guten Normalbürgers abweichende Personen. Sie ähnelt mehr einer Sekte, bei der nur ein bestimmtes Meinungsbild erlaubt ist. Wer nicht mitmachen will, verlässt die Partei oder wird stigmatisiert und entmachtet. Der Rückzug von Ricarda Lang als Parteivorsitzende zeigt, dass diese Partei kein Pardon kennt. Nun präsentiert sie sich als reuige Politikerin, weil sie, nachdem sie ihren Posten verloren hat, zugibt, „Mist für Gold“ verkauft zu haben [7].
· AfD : Ihr wird immer noch das „Nazi-Stigma“ angehängt, das aber völlig daneben geht, wenn man sich das Grundsatzprogramm ansieht. Sie ist weit davon entfernt und leidet unter dieser negativen Stigmatisierung. Im Osten hat sie wesentlich mehr Anhänger als im Westen, was an der Vergangenheit der „Ossis“ mit dem ehemalige DDR-Regime liegt, an die sich viele jetzt wieder erinnert sehen, wenn sie die immer stärker werdenden diktatorischen Züge der BRD betrachten. Die AfD ähnelt im vielen der alten CDU, bevor sie von Angela Merkel zu einer von dem grünen Zeitgeist inspirierten eher linkslastigen Partei mutiert ist. Die AfD benötigte einen starken Partner, um im künftigen Wahlkampf erfolgreich sein zu können. Leider ist eine Fusion von Werteunion und Bündnis Deutschland bisher noch nicht zustande gekommen [8].
· FDP : Die FDP hat sich und ihre Wähler verraten, weil sie in ihrer Regierungsarbeit unter Olaf Scholz alle liberalen Grundsätze über Bord geworfen hat. Sie hat „lieber schlecht als gar nicht regiert“, um einen Ausspruch von Christian Linder etwas verdreht zu kolportieren [9] und wird wahrscheinlich bei der nächsten Wahl durch den Wähler abgestraft werden und an der 5%-Hürde scheitern. Die Benennung von Marco Buschmann als Nachfolger des zurückgetretenen Bijan Djir-Sarai als Generalsekretär zeigt, dass keine Konsequenzen aus der Zeit der „Ampelregierung“ gezogen wurden, ist doch Buschmann als früherer Justizminister maßgeblich an der Absegnung der grünen Reformprojekte (z. B. Selbstbestimmungsgesetz) beteiligt gewesen [10].
· BSW : Die von Sahra Wagenknecht gegründete Partei hat alle Vorurteile erfüllt, indem sie sich als „Steigbügelhalterin“ der CDU und SPD gezeigt und damit alle vor den Wahlen im Osten des Landes gemachten Versprechen gebrochen hat. Sie hat nicht das Rückgrat, eine proklamierte „andere Politik“ zu wagen, sondern errichtet genauso wie die anderen Parteien eine „Brandmauer“ gegen die AfD und hat sich als „Mehrheitsbeschafferin“ der Altparteien erwiesen. Das haben auch viele Wähler erkannt und kehren der jungen Partei nun den Rücken [11].
· Sonstige : Die Kleinstparteien, die es nicht schaffen, entweder drei Direktmandate zu erringen oder 5 % der Zweitstimmen zu erreichen, spielen keine Rolle und werden im Wahlgeschäft untergehen. Hierzu zählen die eher konservativen Parteien der Freien Wähler, der Werteunion oder der Partei Bündnis Deutschland. Auch die Linke kann schon zu dieser Gruppe gerechnet werden, nachdem Sahra Wagenknecht als „Zugpferd“ ausgeschieden ist.
Wird sich nach der Wahl etwas ändern? Nein, nicht grundsätzlich, solange die „Brandmauer“ gegenüber der AfD aufrechterhalten wird. Die Verhältnisse habe eine gewisse Ähnlichkeit mit der DDR, als dort die „Blockparteien“ zwar formal verschieden waren, aber trotzdem mit der SED gemeinsam votierten, so zu sagen eine „Einheitsfront“ (mit der SED in der „Nationalen Front“ zusammengeschlossen [12] ) bildeten. Solange eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen ist, werden immer wieder die Parteien koalieren, die in wechselnden Konstellationen zu den heutigen Verhältnissen beigetragen haben.
Parteien und Volk : Den Parteien fehlt der Mut, „Quereinsteiger“ in ihren Reihen zu dulden. Wer nicht schon als Jugendlicher in eine Partei eintritt, wird kaum Chancen haben, eine politische Karriere zu machen. Deshalb scheitern Parteien, ein ehrliches Abbild der Wahlbevölkerung zu schaffen, sondern bilden eine Blase, in der sie abgehoben und abgeschottet gegenüber der Bevölkerung ein Sonderdasein führen. Parteien in ihrer heutigen Form sind ungeeignet, die Probleme des Landes zu lösen, weil sie eine Sammelsurium von Individuen darstellen, die sich durch Rückgratlosigkeit (nur der „speicheleckende“ Parteigenosse schafft den Weg nach oben) und treue Gefolgschaft sowie gewisse narzisstische Züge „auszeichnen“ [13]. Einzelkämpfer haben kaum eine Chance in eine politisch einflussreiche Position zu kommen [14]. Der Parteienfilz reicht in die staatlichen Institutionen hinein, was der Skandal um Stephan Kramer (SPD, vormals CDU) zeigt, der als Verfassungsschutzpräsident von Thüringen entlastendes Material gegenüber der AfD unterdrückt habe soll, um die Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextrem“ nicht anfrage stellen zu müssen [15]. Nicht anders war es mit dem Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes, Thomas Haldenwang (CDU), der offen 2023 bekannt hatte, dass es nicht allein seine Aufgabe sei, die Umfragewerte der AfD zu senken [16]. Es ist wohl bezeichnend, dass Haldenwang im November 2024 verkündete, für die CDU zu kandidieren, um als Abgeordneter in den Bundestag einzuziehen, weshalb er von der Innenministerin entlassen wurde [17]. Aufgrund solcher Verfilzungen wächst das Misstrauen der Bevölkerung, dass die Parteien wirklich ihre Interessen vertreten, sondern vielmehr nur ihre eigenen Interessen verfolgen, die darauf abzielen, ihre Machtpositionen zu behalten, um den Parteimitgliedern aussichtsreiche Posten in den Ministerien zu verschaffen oder ihnen den Zugang zu gut dotierten Stellen in den Verwaltungen oder Gerichten zu ermöglichen. Parteien mutieren zu „Selbstversorgungs-Institutionen“. Das Wahlvolk wird als notwendiges Übel angesehen, dem man sich alle vier Jahre leider stellen muss, um deren Mandat zu erhalten. Dass sich nicht grundsätzlich etwas ändert, liegt auch an den Massenmedien, die mit ihrer einseitigen Berichterstattung und Kommentierung (was leider nicht immer getrennt wird) das Volk in die von den herrschenden Altparteien gewünschte Richtung manövrieren. So mutieren vor allem Sendungen im ÖRR zu reinen Propagandasendungen, mit denen in dem Sinne der etablierten Parteien die Zuschauer beeinflusst werden. Je älter die Zuschauer sind, desto mehr vertrauen sie noch den klassischen Informationskanälen. Immerhin beträgt das Durchschnittsalter der ARD- und ZDF-Zuschauer 64 Jahre bzw. 65 Jahre [18]. Jüngere Medienkonsumenten bevorzugen mehr private Fernsehsender oder sozialen Medien. Das erklärt vielleicht, dass die Parteienpräferenzen auch so verteilt sind, dass vor allem „ältere Semester“ die Unionsparteien oder SPD wählen [19]. Das Klima zwischen Parteipolitikern und ihren Wählern hat sich verschlechtert, was man an der wachsenden „Empfindlichkeit“ von bestimmten Politikern wie Habeck oder Baerbock ablesen kann, die Spitzenreiter in den Strafanzeigen gegen Bürger sind, die sie beleidigt haben sollen [20]. Während Politiker in der Corona-Zeit nicht zimperlich waren in der Verunglimpfung von Maßnahmenkritikern, aber keine Sanktionen zu befürchten hatten, beanspruchen sie für sich selbst ein Sonderrecht, wenn es um ihre eigene Person geht. Es kommt nicht von ungefähr, dass unter der Ägide von Angela Merkel, in der Zeit, als die Freiheitsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie verschärft wurden (2020, seit 01.01.2021 in Kraft), die Strafbestimmungen zugunsten eines umfassenderem Schutzes von Politikern erweitert wurden, wodurch im Hinblick auf Ehrverletzungen sie gegenüber dem Normalbürger einen Sonderstatus genießen [21].
Fazit : Wenn die Parteien weiterhin als Sprungbretter für Personen dienen, die es im bürgerlichen Leben nicht weit gebracht haben und sich gegenüber „Quereinsteigern“ nicht öffnen, wird es keine Änderungen geben und sich die Kluft zwischen den Berufspolitikern und dem Wahlvolk vergrößern und sich die Politikerverdrossenheit erhöhen.
Energiekrise : Die grüne Politik unter dem Wirtschaftsminister Habeck hat zu einer Verteuerung der Energie geführt. Frau Merkel hatte es in ihrer Amtszeit noch geschafft, mit Putin einen Handel hinzubekommen, durch den durch die Ostsee relativ billiges Gas aus Russland direkt nach Deutschland transportiert wurde. Nach dem Beginn des Angriffskrieges Russlands in der Ukraine wurde durch die verhängten Sanktionen die Lieferung eingestellt. Es ist keineswegs so, wie es in der Mainstreampresse dargestellt wird, dass Putin der Verursacher des Stopps der Gaslieferungen war, sondern dass dies aufgrund der EU-Sanktionen, die von Deutschland mitgetragen wurden, geschehen ist. Ein Hochindustrieland wie Deutschland kann aber auf dem Weltmarkt nur konkurrieren, wenn es über billige Energie verfügt. Nun ist es auf das vergleichsweise teurere Gas aus den USA und anderen Ländern angewiesen. Die Preise für Benzin und Diesel wurden ebenfalls durch Abgaben an den Staat künstlich verteuert, sodass der Steuer- und Abgabenanteil bei Benzin bei 59 % und bei Diesel bei 50 % liegt [22]. Das verteuert alle Produkte, bei denen Transportkosten entstehen. Diese Entwicklung ist vor allem durch die Ideologie der Grünen verursacht, die glauben, dass der Bekämpfung des Klimawandels durch die künstliche Verteuerung (CO2-Abgabe) alles andere untergeordnet werden muss. Die Strompreise sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, was vor allem auf die künstliche Verteuerung durch Abgaben (Mehrwertsteuer, EEG-Umlage, Stromsteuer, KWKG-Umlage) an den Staat zurückzuführen ist, die immerhin bei 40 % liegen. Der Anteil der Beschaffungskosten (Erzeugung von Strom lag noch bis 2021 bei 25 %, ging aber dann bis 2023 auf über 50 % in die Höhe [23]. Der Strompreis liegt 2024 bei rund 35 Ct/kWh (1998 kostete er noch 17,11 ct/kWh, Steigerung 112 %) [24]. Die Abschaltung der letzten Atomkraftwerke hat die Krise auf dem Energiemarkt erhöht, weil die Versorgungssicherheit gefährdet wurde, denn die Fokussierung auf so genannte erneuerbare Energien kann die Sicherheit in Zeiten, in denen kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint („Dunkelflaute“) nicht gewähren. Also werden dann wieder Importe aus dem Ausland benötigt oder die eigentlich „CO2-schädlichen“ Kohlekraftwerke müssen die Lücken schließen. Aus diesen Gründen wäre ein „Energiemix“ nötig, um die Sicherheit durch die Basisversorgung (Grundlastfähigkeit) zu erhöhen, was am ehesten durch Gas- oder Atomkraftwerke gewährleistet werden könnte. Aufgrund der klimatischen Bedingungen gibt es eben keine dauerhafte Sicherung aufgrund schwankender Energielieferungen durch Sonne und Wind (mal ist zu viel Strom vorhanden, etwa bei hoher Sonneneinstrahlung im Sommer oder stürmischen Zeiten, der dann billig „verschleudert“ werden muss, mal ist zu wenig vorhanden). Die Versorgung mit Energie, die dauerhaft zuverlässig sichergestellt werde muss, ist eine Kernaufgabe des Staates. Die Energiekrise hat auch – neben anderen Faktoren wie z. B. Bürokratie - zu einer Wirtschaftskrise (auf die nicht näher eingegangen werden soll) geführt, was an den gestiegenen Insolvenzen abzulesen ist. Gegenüber dem Vorjahr sind im Jahr 2024 die Unternehmensinsolvenzen um 24,3 % gestiegen (von 18020 auf 22400) [25]. Durch diese Entwicklung kam es auch zu einer Zunahme des Verlustes von Arbeitsplätzen (von 205.000 auf 320.000) und einer Zunahme wirtschaftlicher Schäden bei den Gläubigern (von 31,2 Mrd. auf 56,0 Mrd. EUR) [26].
Fazit: Nur ein Energiemix und die Wiederherstellung der Gaslieferungen aus Russland kann die Energiesicherheit wieder herstellen. Die aus ideologischen Gründen praktizierte künstliche Verteuerung der Energie muss zurückgenommen oder zumindest gestoppt werden.
Innere Sicherheit : Die innere Sicherheit ist gefährdet durch die ungeregelte Einwanderung von Personen, die nicht aus unserem Kulturraum kommen. Die „Machokultur“ der arabischen Länder, in der noch das Patriarchat vorherrscht, wurde dadurch in unser Land importiert. Clan-Kriminalität, Messerstechereien, Vergewaltigungen, gefährliche Körperverletzungen haben zugenommen [27]. Deutsche sind mehr Opfer von Ausländerkriminalität als umgekehrt [28]. Gewalttaten, wie z. B. die auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg [29] , zeigen, dass Handlungsbedarf besteht, das Volk vor Gewalttätern besser zu schützen. Typisch ist bei diesen Gewalttaten, dass die Personen den Sicherheitsbehörden bekannt waren, aber nicht unternommen wurde. Im Falle des Attentäters von Magdeburg lag sogar ein Auslieferungsersuchen von Saudi-Arabien vor [30]. Die Parteien und ihre Funktionäre agieren aber aus parteitaktischen und ideologischen Gründen mit den üblichen Beileidsfloskeln und den Apellen, solche Ereignisse „nicht zu politisieren“ (und dabei „rechte Parteien nicht zu stärken).
Fazit : Als hauptsächliches Mittel, um dem Phänomen der zunehmenden Kriminalität Herr zu werden, sind konsequente Einreisekontrollen und Zurückweisungen an der Grenze bei offensichtlicher Unbegründetheit des Asylantrages zu nennen.
Äußere Sicherheit: Die äußere Sicherheit ist vor allem durch die einseitige Positionierung Deutschlands im Ukraine-Konflikt gefährdet [31]. Diese hat zu einer unnötigen potentiellen Bedrohung geführt, weil das mit Atomwaffen bestückte Russland eine mögliche Gefahr darstellt, zumal dann, wenn an der Eskalationsschraube gedreht und mit dem Einsatz von Taurus-Raketen gedroht wird, die von der Ukraine abgefeuert Moskau erreichen könnten. Statt Deeskalation zu betreiben, werden vor allem von Seiten der Union und den Grünen eine verschärfte Gangart gegenüber Russland mit ungeahnten Folgen gefordert.
Fazit : Deutschland hat leider seine Neutralität aufgegeben und sich in diesen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hineinziehen lassen, ohne dass dabei im ausreichendem Maße die Interesse des deutschen Volkes zur Geltung gekommen sind. Mittel- und langfristig sollte Deutschland an einer unabhängig von der NATO existierenden Sicherheitskonstruktion für Europa mitwirken, bei der auch vor allem Russland einbezogen werden müsste.
Können wir der Zukunft hoffnungsvoll entgegensehen? Nein, solange sich an der Parteiendominanz nichts ändert, steuert Deutschland aufgrund ideologischer Verblendung und egoistischer Motive der politischen Akteure auf eine Katastrophe zu.
© beim Verfasser
[1] https://www.youtube.com/watch?v=_UZJKAhJdpk Die ev. Kirche von Mitteldeutschland, THW und DLRG wollen keine Mitglieder der AfD oder wollen sie aus den Spitzenpositionen entfernen lt. YouTube-Kanal Habitat.
[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1339/umfrage/mitgliederzahlen-der-politischen-parteien-deutschlands/
SPD |
393.727 |
CDU |
384.204 |
CSU |
130.379 |
FDP |
77.276 |
Linke |
60.670 |
AfD |
30.125 |
|
1.076.381 |
Parteimitglieder 2021 |
[3] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/_inhalt.html
[4] https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/strauss-stoiber-soeder-die-csu-und-ihre-kanzlerkandidaten-17285540.html
[7] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/ricarda-lang-hat-mist-fuer-gold-verkauft-kritisiert-medien-und-politik-bei-caren-miosga-a-819b992d-805e-419d-b05e-80f2ed006a38
[9] Lindner wörtlich 2017: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“, mit dem Aus der Verhandlungen zur Bildung einer Koalition mit Union, Grüne und FDP (Jamaika-Koalition) begründet wurde; https://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-11/christian-lindner-sondierung-jamaika-abbruch-fdp
[11] https://www.focus.de/experts/rueckgang-bei-den-umfragewerten-das-sind-die-gruende-warum-das-bsw-an-zustimmung-verliert_id_260502988.html
[14] Der von den „Freien Wähler“ sich zur Wahl gestellte Abgeordnete Matthias Berger scheiterte bei der Wahl zum Ministerpräsidenten gegenüber Michael Kretschmer (CDU) in Sachsen; https://www.spiegel.de/politik/matthias-berger-gegen-michael-kretschmer-landtag-in-sachsen-waehlt-neuen-ministerpraesidenten-a-4b7545b5-b63e-4249-8fee-a8698f2493b2
[15] https://www.kettner-edelmetalle.de/news/skandal-beim-thuringer-verfassungsschutz-schwere-vorwurfe-gegen-behordenchef-kramer-10-12-2024
[16] Der Verfassungsschutz, so Haldenwang in einem Interview im ZDF, er sei nicht allein dafür zuständig, die Umfragewerte der AfD zu senken. https://www.spiegel.de/politik/thomas-haldenwang-verfassungsschutzchef-sorgt-sich-wegen-afd-umfragewerten-a-13fdff74-1372-4b92-9997-ea58eeb3d13e
[18] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/183279/umfrage/durchschnittsalter-der-fernsehzuschauer-nach-sender/
[20] 800 Strafanzeigen von Habeck und 500 von Baerbock seit Regierungsantritt bis August 2024 lt. NZZ; https://www.nzz.ch/der-andere-blick/immer-oefter-wollen-deutsche-politiker-die-demokratie-mit-strafanzeigen-retten-das-muss-scheitern-ld.1858418
[21] § 188 StGB: (1) Wird gegen eine im politischen Leben des Volkes stehende Person öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts (§ 11 Absatz 3) eine Beleidigung (§ 185) aus Beweggründen begangen, die mit der Stellung des Beleidigten im öffentlichen Leben zusammenhängen, und ist die Tat geeignet, sein öffentliches Wirken erheblich zu erschweren, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Das politische Leben des Volkes reicht bis hin zur kommunalen Ebene. https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__188.html
[22] https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/tipps-zum-tanken/7-fragen-zum-benzinpreis/
[25] https://www.creditreform.de/aktuelles-wissen/pressemeldungen-fachbeitraege/news-details/show/insolvenzen-in-deutschland-jahr-2024
[26] https://www.creditreform.de/aktuelles-wissen/pressemeldungen-fachbeitraege/news-details/show/insolvenzen-in-deutschland-jahr-2024
[27] https://www.nzz.ch/der-andere-blick/die-auslaenderkriminalitaet-in-deutschland-steigt-und-die-politik-wacht-auf-ld.1823029
[28] https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/brisante-bka-auswertung-deutsche-werden-oefter-opfer-von-migranten-86066742.bild.html
[29] https://www.bild.de/news/magdeburg-raste-auto-in-menschenmenge-grosseinsatz-auf-weihnachtsmarkt-6765b9fff0c2b32e8c26d02b

Als Sozialarbeiter hatte ich immer wieder mit Menschen zu tun, deren Leben chaotisch gelaufen war, weil ihnen etwas fehlte, was für die Steuerung, für die Ordnung unerlässlich ist: Struktur. Im Fürsorgejargon nannte man es „Verwahrlosung“, wenn die innere Unordnung der äußeren entsprach und nur noch drastische Maßnahmen halfen, diesen Personen zu helfen. Der „strukturierte Mensch“ scheint das genaue Gegenteil des chaotischen oder unordentlichen Menschen zu sein. Wer oder was ist aber der strukturierte Mensch?
· Ordnung ist das halbe Leben: Wer Ordnung hat, ist nur zu faul zum Suchen, sagt ein altes Sprichwort [1]. Ordnung könnte man auch so definieren, dass sie nämlich die Fähigkeit ist, alles so zu sortieren, dass man weiß wo was ist. Ich unterscheide zwischen „systematischer“ und „ästhetischer Ordnung“. Wer systematisch Ordnung hält, hat ein System, nach dem alles so abgelegt oder sortiert ist, dass eben alles auf Anhieb auffindbar ist. Dabei ist es unerheblich, ob diese Ordnung auch tatsächlich schön aussieht [2]. Wer nach ästhetischen Gesichtspunkten Ordnung halten will, der möchte dann im Gegensatz hierzu erreichen, dass der äußere Schein gewahrt bleibt, also äußerlich erkennbar ist, dass es eine Ordnung gibt. Diese äußerlich erkennbare Ordnung muss aber nicht direkt auf eine innere Ordnung schließen lassen [3]. Die äußere und innere Ordnung müssen sich eben nicht immer entsprechen, obwohl viel dafür spricht, dass es i. d. R. so ist. Wer in seinen Gedanken oder in seinem Gefühlsleben in eine Art Unordnung gerät, wird dies auch nach außen durch unsaubere Kleidung oder mangelnde Hygiene zeigen. Ein psychisch kranker Mensch, dessen Seelenleben in Unordnung geraten ist, wird auch nicht mehr auf sein äußeres Erscheinungsbild achten, wird dazu neigen, auch in seinen Unterlagen über seine persönlichen Verhältnisse den Überblick zu verlieren.
· Struktur – mehr als nur Ordnung : Struktur zu haben heißt, dass zu der Ordnung noch etwas anderes hinzukommt, was über das pure Ordnunghalten hinausgeht. Struktur bedeutet Klarheit und Übersicht in einem. Es wird in einer Struktur die Ordnung sichtbar gemacht und in der Übersicht durch eine Art graphische Darstellung die Ordnung vor unserem physischen Auge aufgezeigt. Das Organigramm [4] vereint diese beiden Merkmale einer äußeren Struktur, weil hiermit die Zuständigkeiten z. B. in einem Betrieb für einen Außenstehenden sichtbar werden. Struktur bedeutet in unserem Alltag eine Hilfe zur Orientierung, damit man nicht den Überblick verliert und klar erkennt, was wichtig oder unwichtig ist. In einer Mediation ist die Sichtbarkeit der vorgetragenen Aspekte des eigenen Standpunktes für die Kontrahenten eines Konfliktes unverzichtbar, was etwa durch an eine Pinnwand angeheftete Blattstreifen mit den wichtigsten Begriffen der vorgetragenen Standpunkte geschehen kann. Der Tagesablauf erfordert eine Struktur (Tagesstruktur), die z. B. bei Menschen verloren gehen kann, wenn sie arbeitslos werden. Diese Struktur verhilft uns zu unterscheiden, wann eine aktive Phase des Arbeitens angesagt ist oder wann Ruhepausen notwendig sind. Der Tag-Nacht-Rhythmus kann durcheinander geraten bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einem Menschen mit einer Demenz. Die notwendigen Hilfen bestehen dann in dem Setzen von äußerlich erkennbaren Anreizen, diese Struktur wieder herzustellen. Ohne diese Struktur werden wir planlos herumirren und wir verlieren das Ziel für unsere Handlungen aus dem Blickfeld. Gleichzeitig wird neben dem Zielverlust auch die Planungssicherheit verloren gehen und damit ein chaotisches Wirrwarr von Vorgehensweisen sichtbar, die zu nichts führen außer planlosem Experimentieren. Der strukturierte Mensch ist stets Herr des Geschehens, weil er in seinen Zielvorstellungen klar ist, er aber auch Methoden beherrscht, nach den gesetzten Zielen vorzugehen, um diese zu erreichen.
· Diabolos, der teuflische Verführer : Es gibt auch eine Bezeichnung für die geistige Dimension des Unruhestifters: Diabolos. Der Diabolos (aus dem Altgriechischen: Διάβολος Diábolos: „Durcheinanderwerfer “ [5] ) ist der Unruhstifter, derjenige, der alles verdreht, sodass nicht nur die Welt in Unordnung gerät, sondern auch die Sichtweise sich verändert. Die Wahrheit wird dann zur Lüge und die Lüge zur Wahrheit erklärt. Das Gute wird schlecht gemacht und das Böse als gut erklärt. Es wird dann behauptet, dass das Gute ohne das Böse gar nicht vorstellbar sei, sodass es deshalb unverzichtbar wäre. Die diabolische Verführung besteht im Wesentlichen eben darin, dass das Böse als das „notwendige Übel“ bezeichnet wird, weil sonst das Gute gar nicht existieren könne [6]. Jesus hatte den Teufel oder Satan als den Vater der Lüge bezeichnet (Johannes 8,44 [7] ), als denjenigen, der die göttliche Ordnung nicht nur infrage stelle, sondern diese auch zerstören wolle. Die Rebellion gegen Gott ist das wesentliche Merkmal seines Wollen und Tuns. Die Auflehnung gegen Gott gilt als die Abkehr und Verleugnung seiner Vorherrschaft durch den eigenen Anspruch, selbst Gott sein zu können. Anstelle der göttlichen Ordnung soll eine andere Ordnung treten, die angeblich besser ist. Die Welt wird als ein Schauplatz angesehen, der dazu dient, eine angeblich bessere Welt zu kreieren, auf der nach eigenen Maßstäben gehandelt wird, die sich gegen die Werte und Normen richten, die von Gott gewollt sind. Die Welt wird stets als verbesserungswürdig erklärt und jede Art von Veränderung als etwas angesehen, was auf selbst entwickelten Wertvorstellungen beruhen soll, was gern als „Selbstverwirklichung“ bezeichnet wird. Dabei ist klar, dass die materielle Welt eine ist, die dem Satan übereignet wurde und somit als ein Schauplatz angesehen werden sollte, den es zu überwinden gilt, denn sie kann prinzipiell gesehen nicht verbessert werden [8]. Die Einsicht der Weltübereignung an Satan geht aus der Versuchung von Jesus hervor, in der Satan Jesus die materiellen Reiche anbieten wollte, wenn er nur als Gegenleistung ihn als Herrscher verehren würde (denn wie konnte er diese ihm anbieten, wenn sie ihm nicht gehörte). Deshalb kann eigentlich die Welt nicht verbessert werden, weil sie von Anfang an als das Reich Satans angesehen werden kann, da er dort hin nach seiner himmlischen Rebellion hinabgeworfen wurde (Johannes 12,9 [9] ). Deshalb ist diabolische Dimension der satanischen Verführung darin bestehend, dem Menschen glauben zu machen, dass er in der Welt sei, um diese zu beherrschen und sie nach eigenen Maßstäben verändern zu können. Die diabolische Verführung besteht in der Verdrehung all dessen, was uns eigentlich heilig sein sollte: Die Wahrheit, das Gute und das Schöne [10]. Wir sollen die Lüge als ein notwendiges Mittel akzeptieren, um angeblich lautere Ziele zu erreichen. Wir sollen das Gute als relativ und veränderbar ansehen, weil es das Gute eigentlich gar nicht gäbe, sondern nur die Notwendigkeit (Utilitarismus). Und das Schöne wird als etwas angesehen, das eigentlich nicht schön sei, weil es nur eine Variante einer unendlichen Definition dessen angesehen wird, was uns als äußeres Erscheinungsbild entgegenschlägt. Danach wären die Hyänen, die Schlangen, die Fliegen und Schaben auch „schön“, aber eben aus der Sicht dieser Kreaturen. Der "strukturierte Mensch" wird dies nicht so akzeptieren, weil sich in ihm die feste Überzeugung festgesetzt hat, dass es eine von Gott gewollte Ordnung gibt, in der alles seinen Platz hat, alles einen Sinn ergibt und deshalb im Prinzip gut ist. Struktur ist für ihn das Gegenteil dessen, was der satanischen Verführung entspricht, dass nämlich alles relativ sei und deshalb das Chaos der Normalzustand ist.
· Freiheit – trotz Ordnung: Die Ordnung mit einer festen, unnachgiebigen Struktur, hat aber auch eine Kehrseite, dann nämlich, wenn sie übertrieben wird. Schulz von Thun, der „Erfinder des Wertequadrates“ [11] , hatte in seiner gedanklichen Schöpfung dem positiven Wert stets auf der gleichen Ebene den polaren Gegensatz gegenübergestellt und in seiner negativen Übertreibung den „Unwert“ präsentiert, der auf der „unteren Ebene“ – auch graphisch so dargestellt – ähnelt, aber aufgrund seiner Überakzentuierung nicht mehr positiv wirkt. Wir wissen es aus eigener Erfahrung: Wenn etwas zu stark geordnet wird, dann gerät es zum Gefängnis, zu einem starren Gerüst, das in sich die Gefahr des Zerberstens birgt. Jede Konstruktion bedarf eines gewissen „Spielraumes“, damit sie nicht aus den Fugen gerät, wenn äußere Kräfte darauf wirken. Das trifft auf technische Konstruktionen wie Brücken und Gebäude zu, bei denen zwischen den einzelnen Bestandteil diese bewusste Lücke gelassen wird [12]. Das könnte im übertragenen Sinne auch für menschliche Gesetze gelten, die, wenn sie funktionieren sollen, einen gewissen Ermessens-Spielraum brauchen, damit nicht die Gerechtigkeit auf der Strecke bleibt. Selbst die „Zehn Gebote“ beinhalten solche Spielräume, weil sie als „Soll-Vorschriften“ gedacht sind („Du sollst nicht….“) [13]. Das Töten eines Menschen ist demnach erlaubt, wenn eine Notsituation dies erfordert (Notwehr, Sturz eines Tyrannen), das Lügen ist erlaubt, wenn damit etwas geschützt werden soll, das einen so hohen Wert genießt, dass eine sklavische Befolgung, nicht lügen zu dürfen, einen großen Schaden anrichten würde (Schutz eines Menschen vor einer ungerechten Behandlung oder Verfolgung durch ein unmenschliches Regime). Der strukturellen Ordnung steht als Gegenpol die ordentliche Variabilität gegenüber, weil diese notwendig ist, um sklavische Prinzipienreiterei zu vermeiden oder einer pedantische Überregulierung Einhalt zu gebieten, indem durch eine „Gesetzeslawine“ die individuellen Freiräume über Gebühr eingeengt werden. Wird die Variabilität übertrieben, dann landet diese in der willkürlich anmutenden Beliebigkeit, wenn es sich um moralische Fragen handelt oder es entsteht eine chaotische Unordnung, wenn es sich um andere menschliche Konstrukte handelt.
strukturelle Ordnung |
ordentliche Variabilität |
Pedantische Überregulierung, Prinzipienreiterei |
Chaotische Unordnung, launige Beliebigkeit |
Strukturelle Ordnung im Wertequadrat
· Das Verhältnis zum „radikalen oder spirituellen Menschen“
Bereits in anderen Artikeln bin ich in der Typisierung des „radikalen Menschen“ oder eines Menschen, der sich auf dem „spirituellen Weg“ befindet, der Frage nachgegangen, wie der Mensch idealtypisch sein sollte, um sich positiv weiterzuentwickeln. Es scheint, dass der „strukturierte Mensch“ gewisse Überschneidungen mit den anderen Typisierungen aufweist. Der gemeinsame Nenner könnte sein, dass allen drei Typen eine bewusste Steuerung innewohnt, das Leben nicht nur als eine Abfolge von Zufällen zu sehen. Die Sinnfrage schwingt hierbei immer mit, wobei der Frage nach dem Woher und dem Wohin ein hohes Gewicht zugebilligt wird. Während der „radikale Mensch“ sein Augenmerk auf die Wurzeln allen Seins gerichtet hat und er sich von der Frage leiten lassen will, ob ein Abweichen seines Weges mit seinen Prinzipien vereinbar ist, richtet der „spirituelle Mensch“ seine Aufmerksamkeit auf die geistigen Wurzeln der Seinsfragen. Der „strukturierte Mensch“ will dem Chaos eines von Launen und Zufällen des Weltgeschehens gesteuerten Lebens entkommen und zumindest versuchen, seinem Leben eine Struktur zu geben, die von selbst gesteckten Zielen gebildet wird. Strukturen brauchen eine geistige Grundlage, weil es die Ideen sind, die diese bilden, darin liegt die Brücke zum „strukturierten Menschen". Wie weit diese Ideen in der Realität dann zur Verwirklichung kommen, liegt beim „radikalen Menschen“ an dessen innerer Gesinnung und Standfestigkeit. Diese Standfestigkeit können am besten in Krisen bewiesen werden [14]. Allen drei Typen liegt auch als einem gemeinsamen Nenner die Überzeugung inne, dass es über die eigene Person hinausgehende Bezugspunkte geben muss, die der Welt eine Struktur geben, die auf geistige Prinzipien zurückgehen, die in ihrer Radikalität eigentlich ernst genommen werden sollen, um nicht im Chaos einer völlig sinnlosen Welt unterzugehen. Alle Versuche der Menschen, hier zu einer Art „Selbstdefinition“ zu gelangen, können getrost als gescheitert angesehen werden, weil diese meistens von egoistischen Motiven geprägt sind. Wer nicht an einen Gott glaubt, der uns in dieser Frage helfend zur Seite steht, aber den Menschen das Geschenk der Entscheidungsfreiheit lässt, erschafft sich Götzen, die diese Lücke füllen sollen, was regelmäßig in diktatorische Systeme führt, in denen diesen Götzen alles geopfert wird [15].
©beim Verfasser
Ich hatte in der Zeit meiner Berufstätigkeit eine Betreuung über einen „Messie“ übernommen, der in einer völlig chaotisch anmutenden Wohnung lebte, deren Flure und Wände mit allen möglichen Gegenständen gefüllt waren. Umso mehr wunderte ich mich, als ich nach einem bestimmten Dokument fragte und ich völlig überzeugt war, dass er dieses bestimmt nicht beibringen könnte, er das Stück Papier aber zielsicher aus einem „Haufen Müll“ herausholte und es mir gab.
[3] Mein Vater erzählte einmal von einem Beamten im Gericht, der in der Vollstreckungsabteilung arbeitete und sich die Beschwerden häuften, dass bestimmte Aufträge von Gläubigern unbearbeitet geblieben waren, bis eines Tages herauskam, dass dieser zwar äußerlich immer einen aufgeräumten Schreibtisch hatte - was irrtümlich darauf schließen ließ, dass dieser Beamte auch tatsächlich in seiner Arbeit zuverlässig war -, aber bei einem Öffnen des Schreibtisches alle unerledigten Akten zutage traten.
[9] Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. https://www.biblegateway.com/passage/?search=Offenbarung%2012%3A7-12&version=LUTH1545
[12] Beim Gleisbau wird z. B. zwischen den einzelnen Schienensträngen immer ein kleiner Abstand gelassen, damit durch Temperaturänderungen die Gefahr durch das Zusammendrücken bei etwa zu großer Hitze minimiert wird.
[13] Siehe „Sind die 10 Gebote heute noch gültig“; https://www.guentherbirkenstock.de/neue-seite
[15] Die Partei der Grünen haben einen solchen Götzen geschaffen, dem alles untergeordnet wird: Klimawandel. Ihm soll dann sklavisch alles andere geopfert werden: Wohlstand, individuelle Freiheit, Selbstbestimmungsrecht durch einen bevormundenden Staat.

Den spirituellen Menschen treffen wir manchmal, nicht sehr oft, denn er gehört sicher zu einer seltenen Spezies. Ähnlich wie der radikale Mensch [1] ist er eine Sonderform des Menschseins, die wahrlich schwer zu beschreiben ist. Ich will es trotzdem versuchen. Hier sind die aus meiner Sicht wichtigsten Aspekte:
· Spirit und Geist – zwei Paar Schuh: Obwohl die deutsche Sprache sehr nuancenreich ist, versagt sie, wenn es um die Unterscheidung zwischen Geist und Spirit geht. Im englischen Sprachraum wird hier zwischen „spirit“ und „mind“ unterschieden. Das Wort „spirit“ bedeutet zwar auch das alkoholische Getränk des Schnapses, aber in einem anderen Kontext gebraucht auch die Seele oder ein überirdisches Wesen [2]. Das Wort „mind“ bedeutet in erster Linie Verstand oder Meinung [3] und wird im Kontext des Alltages so verwendet, dass hiermit das Verstehen im direkten Sinne gemeint ist. Da aber im deutschen Sprachgebrauch diese Unterscheidung nicht existiert, wird das Wort „Geist“ meist dann verwendet, wenn es um geistige Vorgänge des Denkens, des unmittelbaren Verstehens oder des Erfassens von Sachverhalten der verschiedensten Art geht. Es wird dann auch gerne im psychologischen Sinne von Kognition gesprochen, weil damit alle Prozesse beschrieben werden, die mit der Informationsaufnahme, ihrer Verarbeitung und ihres entsprechenden „Output“ zu tun haben [4]. Mit „Spirit“ ist aber etwas anderes gemeint, das nicht so einfach zu beschreiben ist. Es geht hierbei über den rein informativen Aspekt des Verstehens hinaus. Dies wird dann eher deutlich, wenn vom „spirituellen Weg“ gesprochen wird. Gleichsam wie ein Wanderer, der seine heimischen Gefilde verlässt und sich auf den Weg macht zu einem unbekannten Land, so begibt sich auch ein spiritueller Mensch auf eine unbekannte Reise, wenn er den „spirituellen Weg“ einschlägt. Er hat dabei den Mut, die essentiellen Fragen zu stellen: Wer bin ich, woher komme ich, wohin gehe ich, wozu bin ich hier? [5] Der Weg des Suchenden auf dem Weg in das unbekannte Land der Welt, die über unsere irdische, materielle Daseinsform hinausgeht, ist das, was mit dem Wort „Spirit“ im Innersten wohl gemeint ist. Wie könnte also nun der spirituelle Mensch beschrieben werden?
· Weltverständnis: Die Welt des spirituellen Menschen geht auf jeden Fall über unsere Alltagserfahrung hinaus. Er versucht auf seinem spirituellen Weg gleichsam die Welt als eine Bühne zu sehen, auf der Theaterstücke aufgeführt werden, in denen anscheinend jeder eine bestimmte Rolle spielt. Diese Rollen werden entweder zugewiesen oder im besten Falle selbst gewählt. Diejenigen, die die Rollen bereitwillig übernehmen, die ihnen angeboten werden, unterscheiden sich noch von denjenigen, die sich diese bewusst wählen. Je nach charakterliche Ausrichtung werden dann wohl anscheinend diese Rollen angenommen oder gewählt: Der Bösewicht oder der Heilige, der Naive oder Skeptiker, der Held oder der Feigling, der Hanswurst oder Wichtigtuer. Diese Rollen scheinen oft diametrale Positionen zu beschreiben, die in dieser Welt angenommen werden können. Jeder, der sich dann in einer dieser Rollen befindet, kann dann diese bewusst mehr oder weniger gut spielen, die vorgeschriebenen Texte gut aufsagen und eben dann vielleicht „gute Miene zum bösen Spiel“ machen, aber ein unbefriedigendes Gefühl des Fremdbestimmtseins bekommen. Der spirituelle Mensch wird gar nicht erst versuchen, eine bestimmte Rolle zu spielen, sondern sich fragen, wer das eine oder andere Theaterstück wohl geschrieben hat, wer hier die Regie führt und ob das Mitspielen überhaupt das ist, was er will.
· Weltskepsis: Der nächste Schritt des spirituellen Menschen ergibt sich bereits aus dem Weltverständnis, die Welt als eine Bühne zu sehen. Er wird diese Welt nicht so akzeptieren, wie sie sich ihm darbietet und nicht gerne eine Rolle übernehmen, die ihm angeboten wird. Er wird eine argwöhnische Haltung einnehmen und zunächst einmal auf Distanz gehen und versuchen, die Welt aus einer anderen, vielleicht auch höheren Welt zu betrachten und deshalb eine Haltung einnehmen, die zu einer Weltverneinung oder im besten Falle zu einer Haltung führen kann, diese Welt nicht als finale Form des Daseins zu akzeptieren, sondern zu versuchen, sie zu überwinden [6]. Diese Weltskepsis ist typisch für den spirituellen Menschen, der dem Alltagsmenschen deshalb oberflächlich erscheinen mag, weil er anscheinend gleichgültig wirkt, wenn es darum geht, in dieser Welt eine „große Rolle“ zu spielen. Der Erfolgstyp, der in unserer Welt meint, sich irgendwie durch eine besondere Art seiner Selbstverwirklichung hervorzutun, wird kein Verständnis für die Weltabgewandtheit des spirituellen Menschen haben und ihn versuchen, ihn zum Mitmachen zu animieren. Die Welt des Politikers, in der der Erfolgsmensch zu Hause ist, wird vom spirituellen Menschen deshalb abgelehnt, weil er sehr schnell spürt, dass er ein Tummelplatz von egozentrischer Narzissten ist, auf dem diese versuchen, sich selbst zu verwirklichen. In den gegenwärtigen Zeiten des politischen Geschehens in Deutschland überkommt doch dem spirituellen Menschen ein Grauen, wenn er sieht, mit welchen Tricks diejenigen sich hier hervortun, die glauben, auf dieser Bühne eine gewichtige Rolle spielen zu können. Die Wahlen im Osten Deutschlands, bei denen der so genannte „Wählerwille“ durch die maßgeblichen Politiker nach eigenem Gusto verbogen wird, zeigen doch auf, wie sehr die Politik, insbesondere durch die Macht der Parteien, zu einem Spielfeld dubioser Figuren geworden ist [7]. Der spirituelle Mensch wird sich auf diese Bühne nicht begeben, sondern sich hiervon abwenden. Auch in anderen Bereichen der Gesellschaft tut sich der spirituelle Mensch schwer, sich zu engagieren wie z. B. in der Wirtschaft, wo es darum geht, sich selbst möglichst teuer zu verkaufen oder andere zu übervorteilen, um selbst einen Profit einzuheimsen. Die geruhsame Tätigkeit in einer Behörde als Beamter, in der er nach vorgefertigten Vorschriften zu funktionieren hat, wird ihn auch nicht begeistern. Könnte er eine freie Wahl treffen, wo er sich in dieser Welt engagieren sollte, dann wird er sich fragen, wo er am ehesten mit seinen Fähigkeiten anderen dienlich sein kann [8].
· Wahrheitssuchender: Die Wahrheit zu finden, ist für den spirituellen Menschen ein unverzichtbarer Bestandteil seines Lebens. Dabei wird er nie aufhören, Fragen zu stellen und sich nicht vorschnell mit Antworten von wissenschaftlichen Autoritäten zufrieden geben. Die Wahrheit als wichtiges Element der „heiligen drei Elemente“ (Wahrheit, das Gute und das Schöne [9] ) gilt als eine Art Schlüssel, mit dem die Welt erschlossen werden kann. Die kindliche Neugierde wird dem spirituellen Menschen nie abhandenkommen. Er wird deshalb auch auf andere mitunter nervig wirken, weil er stets alles hinterfragt, was für andere doch irgendwie selbstverständlich ist. Glaubensdogmen gibt es für ihn nicht. Die herkömmlichen Religionen, vor allem dann, wenn sie durch menschliche Bedürfnisse nach Macht und Einfluss sowie Daseinssicherung geprägt sind, wird er ablehnen oder ihnen zumindest skeptisch begegnen. Die Wahrheit kann für ihn nicht oben diktiert, sondern nur selbst entdeckt werden. Er wird deshalb nicht immer mit dem zufrieden sein, was ihm von anderen als unumstößliche Wahrheiten präsentiert wird, sondern lieber in der Unsicherheit leben, zu wissen, dass er eigentlich nichts sicher weiß [10]. Diese Unsicherheit auszuhalten fällt vielen Menschen schwer, weshalb sie sich gerne mit „Halbwahrheiten“ und „Scheinwahrheiten“ zufrieden geben, weil sie dann sich in einem scheinbaren Sicherheitsgefühl wähnen, etwas sicher zu wissen.
· Bescheidenheit: Es gibt eine Bescheidenheit, die aus der Einsicht herauswächst, niemals ganz sicher im Besitz der Wahrheit zu sein. Deshalb wird die Bescheidenheit als ein wesentliches Merkmal eines spirituellen Menschen zu beobachten sein. Diese Selbstzurücknahme wird sich von der Aufgeblasenheit mancher Zeitgenossen wohltuend abheben, die in ihrer maßlosen Selbstüberschätzung glauben, die Welt mit dem beglücken zu können, was sie wissen und können. Der narzisstische Mensch ist in dieser Hinsicht der krasse Gegenpart zum spirituellen Menschen, weil er sich selbst gerne im Mittelpunkt des Weltgeschehens wähnt und glaubt, dass es ohne ihn nicht ginge, er also eine wichtige Rolle spiele. Diesem fällt es schwer, von dem los zu lassen, was ihm dazu dient, sich selbst in den Vordergrund zu spielen: Macht, Geld, Ruhm. Der Narzisst wird stets versuchen, die Macht so lange wie möglich zu behalten, wird sich an sie klammern und glauben, dass sie ihm nicht verloren gehen kann, solange er sie wie ein trotziges Kind gegen andere verteidigt. Der Geizige wird jeden Cent wichtiger nehmen als Menschen oder andere Lebewesen und glauben, dass er mit Geld alles kaufen kann und der Prominente, der aufgrund günstiger Umstände im Rampenlicht des Lebens steht, wird stets das Scheinwerferlicht der Weltbühne anhimmeln, weil er glaubt, dass dieses sein vielleicht dürftiges Dasein erhellen kann. Alles dies ist dem spirituellen Menschen unwichtig, weil er weiß, dass es alles vergängliche Dinge sind, die so schnell verloren gehen können, wie sie gewonnen werden.
· Mehr Sein als Schein: Erich Fromm hat in seinem Buch vom „Sein oder Haben“ [11] sehr gut den Unterscheid zwischen Sein und der auf der Haben-Struktur beruhenden Lebensweise des Scheins beschrieben. Der schöne Schein beruht auf einer Daseinsform, die auf das Festhalten von Dingen beruht, auf dem Besitzen von allem, was diese Welt zu bieten hat. Diese können vorgeführt, der Welt vorgezeigt werden mit der Absicht: Seht her, das habe ich alles errungen, das sind meine eroberten Trophäen, das ist mein Vermögen. Die Werbung hat dieses Ansinnen, durch das Vorzeigen von dem, was man hat, die eigene Person aufzuwerten und damit eine Scheinwelt zu präsentieren, geschickt genutzt [12]. Das Sein hingegen beruht auf dem Lebendigen, das nicht auf das Festhalten beruht, nicht auf das Besitzen materieller Güter, sondern auf das Verwirklichen eines wirklichen, authentischen Sein-Wollens abzielt. Das „Haben-Wollen“ hat etwas damit zu tun, dass wir das Lebendige beschränken und letztendlich töten müssen, um es wirklich haben zu können, weil die Freiheit und letztendlich das Lebensrecht des anderen immer tangiert wird, wenn wir etwas oder jemanden haben wollen. Wer die Blumen pflückt, um dann diese Blumen zu haben, muss sie vorher aus ihrer angestammten Daseinsform herausreißen, sie letztendlich töten, um sie dann in eine Vase zu stellen, in der sie dann verkümmern und sterben. Die Tiere im Zoo müssen ihrer Freiheit beraubt werden, damit sie in dem eingehegten Dasein, das von Menschen geschaffen wurde, ein erniedrigendes Leben führen können. Der spirituelle Mensch wird die Daseinsform des Seins bevorzugen, weil sie die Freiheit aller Daseinsformen erst ermöglicht und allem dabei hilft, sich zu entfalten und weiter zu entwickeln. Der schöne Schein steht dann hinter dem wirklich lebendigen Sein.
· Sicherheit im Gottvertrauen: Der spirituelle Mensch ist ein religiöser Mensch. Religion wird bei ihm keinesfalls als ein auf Dogmen, festen Regeln, Heilsversprechen und heiligen Ritualen bestehendes System gesehen, sondern geht in die Richtung, wie dies auch Jesus beschrieben hat, nämlich als ein kindliches Annehmen der Sicherheit, wie sie ein guter Vater seinem Kind geben kann (Matthäus 18, 2-4 [13] ). Die Unsicherheit in unserer Welt, die die Versicherungsbranche geschickt nutzt, um eine Absicherung aller Lebensrisiken zu versprechen, dient letztendlich den Mächtigen unserer Welt, ihre Vorherrschaft zu behaupten. Sie suggerieren den aus ihrer Sicht gesehenen Untertanen eine Scheinsicherheit, indem sie ihnen vorschlagen, dass diese ihnen ihrer Freiheit opfern sollen, um als Gegenleistung diese Art der Sicherheit zu erhalten. Leider erweist sich dies immer wieder eine Falle, in die viele Menschen hineintappen, denn sie opfern dabei leider beides: Sicherheit und Freiheit. Ganz anders geht es dem spirituellen Menschen, der auf diese Scheinsicherheit gerne verzichtet und deshalb nicht auf die geschickten Manöver der Mächtigen hereinfällt. Der Grund besteht tatsächlich in dem naiven Gottvertrauen, das ihm hilft, die Unsicherheit unserer materiellen Daseinsform zu ertragen. Unter der Voraussetzung eines Gottes, der wie eine ewige Kraftquelle von Anfang existiert und über allem Geschaffenen seine schützende Hand hält erscheint es absurd anzunehmen, dass alles Relative, also alles Geschaffene, dann in Unsicherheit gelassen würde. Die Vergänglichkeit unseres Daseins und aller damit verbundenen Scheinsicherheiten verschwinden angesichts dieser Annahme im Nichts und weichen einer Zuversicht, die dem allem trotzt.
Der spirituelle Mensch ist der eigentliche Mensch, der sich abhebt von dem Menschen, der diese Art Geistigkeit zugunsten von Scheinsicherheiten aufgegeben hat. Ein spiritueller Mensch zu sein ist und sollte deshalb für jeden erstrebenswert sein. Für mich ist der spirituelle Weg die wahre Daseinsform, die trotz aller Hindernisse nicht verzichtbar ist..
©beim Verfasser
[10] Diese Einsicht geht auf die Antike zurück und zwar auf den griechischen Philosophen Sokrates, der dies in seiner Verteidigungsrede so formuliert hat: „ Allein dieser doch meint zu wissen, da er nicht weiß, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht. Ich scheine also um dieses wenige doch weiser zu sein als er, dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen.“ https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/ich-weiss-dass-ich-nichts-weiss
[12] Der Werbespot der Sparkasse von 1995, in dem sich zwei alte Bekannte treffen und mit ihren Errungenschaften prahlen, zeigt, auf was es scheinbar ankommt in dieser Welt. Zuerst prahlt Herr Schröder mit Fotos, auf denen seine Besitztümer abgebildet sind und sagt: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot.“ Herr Schober kontert ebenfalls mit Bildern und sagt: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ und ergänzt „meine Pferde (es werden Bilder von Pferden gezeigt) und meine Pferdepflegerinnen (Fotos von drei hübschen Frauen werden gezeigt)“.
[13] Jesus: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen. 4 Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte.“ https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us18

Vor kurzem erzählte mir ein Freund von einer uns beiden bekannten weiblichen Person, von der er wusste, dass sie sich in einem Scheidungsprozess befindet. Er schilderte mir eindrücklich, dass er diese Frau kaum wiedererkenne, denn sie habe sich total geändert und es träten nun Verhaltensweisen der Gemeinheit und Hinterlist, der Bedürfnisse nach Rache oder anderer aggressiver Vergeltungsmöglichkeiten zutage, die er bei ihr nie vermutet hätte. Mir kam ein Gedanke in den Sinn, den ich ihm auch gleich mitteilte: „In der Krise zeigt sich der wahre Charakter eines Menschen.“ Ich will nun der Frage nachgehen, ob das so ist.
In jedem steckt ein Hiob : Die Bibel enthält sehr viele interessante Geschichten. Eine ist die von Hiob, einem Mann, dem ein ganzes Buch im Alten Testament gewidmet ist (Buch Hiob), in dem geschildert wird, wie ein eigentlich frommer Mann, der in Gottes Augen als untadelig und rechtschaffend gilt, in eine schwere Lebenskrise geraten ist. Der Grund hierfür war eine Art Wette zwischen Gott und Satan, der zu dem „Hofstaat“ Gottes gehört, mit dem Gott in eine Art Gespräch vertieft war. Satan hielt Gott als eine Art Ankläger oder Staatsanwalt vor, dass Hiob nur deshalb ihm die Treue hielte, weil es ihm gut gehe. Sobald aber er Unglück habe und ihm Leid zustoße, er dann von seinem Glauben zu ihm abfallen würde [1]. Gott ließ sich darauf ein, stellte aber eine Bedingung: Hiob sollte alles genommen werden dürfen, aber ihm selbst solle nichts geschehen. Daraufhin verliert Hiob seinen Besitz (11.000 Kamele, Rinder, Schafe und Esel) durch Diebstahl oder Naturkatastrophen. Die entsprechenden Botschaften wurden ihm jeweils von einem Knecht überbracht (deshalb sagt man heute, dass jemand einem eine Hiobsbotschaft überbringe). Auch seine Knechte gingen ihm verloren. Beim Einsturz seines Hauses verliert er noch seine 10 Kinder. Trotzdem haderte er nicht mit seinem Schicksal („Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen“). Aber auch dies reichte Satan nicht und deshalb wurde es ihm erlaubt, dass ihm auch noch seine Gesundheit genommen („eitrige Geschwüre“) würde. Seine Freunde, die dann ihn trösten wollten mit dem Gedanken, dass Gott doch gerecht sei und deshalb niemand leiden müsse, der nicht schuldlos sei, können ihn nicht wirklich weiterhelfen, weil er sich als unschuldig ansieht (es ist die Grundfrage aller Fragen, warum Gott es zulässt, dass Gerechte leiden müssen: „Theodizee“-Problem). Am Ende der Diskussion gibt Hiob Gott die Schuld und argumentiert, dass Gott eben die Welt nicht gerecht regiert oder, sogar noch schlimmer angenommen, einfach ungerecht sei. Ein weiterer Freund bringt dann eine gewisse Wende, indem er argumentiert, dass das Leid nicht immer eine Folge von Verfehlungen in der Vergangenheit sein müsste, sondern dass es auch dazu da sei, den Charakter zu formen. Da tritt Gott selbst auf den Plan und verweist Hiob auf die Komplexität des Universums und bedeutet ihm, dass die Sicht Gottes auf die Welt eine sei, die Hiob nicht in der Lage sei zu verstehen. Es sei deshalb anmaßend von ihm, ihn der Ungerechtigkeit zu beschuldigen. Gott erklärt weiter, dass die Welt zwar sehr gut von ihm konzipiert, aber nicht perfekt sowie wild und gefährlich (symbolisiert durch zwei wilde Kreaturen) sei und, weil sie nicht ganz perfekt ist , deshalb nicht Leid immer verhindert werden könne. Hiob erkannte seine Anmaßung, Gottes Gerechtigkeit infrage zu stellen, was dazu führt, dass ihm als großzügiges Geschenk alles wieder zurückgegeben wird, was er verloren hat. Wie viel Weisheit steckt in dieser Geschichte, so dass wir heute noch von „Hiobsbotschaften“ sprechen, wenn uns Leid zugefügt wird? Wie viel von diesem Hiob steckt auch in uns?
Krise und ihre Ursachen: Wir sprechen von einer Krise, wenn wir in eine kritische Lebenssituation geraten, wenn alles nicht mehr glatt läuft wie bisher, wenn unvorhersehbare Ereignisse eintreten, die unser Leben aus dem Gleichgewicht bringen. Diese sind für uns nicht zu verstehen und umso weniger zu akzeptieren. Unser Bedürfnis nach einem geregelten Leben, das uns Sicherheit bringt, das uns vor privaten und sonstigen Katastrophen bewahrt, bringt uns dazu anzunehmen, dass alles immer so bleiben könne, wie es uns gefällt. Die Krisen, die uns begegnen, resultieren aus zwei Gründen: Es gibt selbst verschuldete Krisen und es gibt welche, die von anderen verursacht wurden.
· Selbstverschuldete Krisen: Wenn wir nicht auf unsere Gesundheit achten, indem wir Lebensmittel zu uns nehmen, die uns schaden (z. B. zu viel tierische Fette, zu viel raffinierter Zucker), Drogen konsumieren (alkoholische Getränke, Zigaretten rauchen, Rauschgifte zu uns nehmen), uns nicht genügend bewegen oder uns zu wenig Ruhepausen und Schlaf gönnen, dann sind die darauf folgenden Gesundheitsprobleme auf unser Fehlverhalten zurückzuführen. Den Zusammenhang zwischen dem Fehlverhalten und möglichen Krankheiten stellen wir vielfach nicht her, weil er uns nicht bewusst ist. Das Problem hierbei ist, dass die einzelnen Handlungen nicht zeitlich unmittelbar negative Folgen haben, sondern diese mit einer gewissen zeitliche Verzögerung eintreten, sodass wir die Verbindung nicht wahrnehmen und deshalb sie als schicksalhaft empfinden. Wenn wir in jungen Jahren es versäumen, die Weichen für unser Leben richtig zu stellen, indem diese Jahren nutzen, um den mühsamen Weg einer Ausbildung oder eines Studiums auf uns nehmen, dann dürfen wir uns später nicht beklagen, wenn wir zu wenig Geld verdienen. Es bedarf also einer gewissen Mühe und auch Frustrationstoleranz, die Beschwernisse in Kauf zu nehmen, die mit einem solchen Weg verbunden sind. Die existenzielle Krise durch ungeregeltes Einkommen kann also selbstverschuldet sein durch eine nicht vorhandene Anstrengungsbereitschaft. Wir können davon ausgehen, dass die den Krisen vorausgehenden Verhaltensweisen mehr oder weniger bewusst auf entsprechende Entscheidungen zurückzuführen sind. Deshalb kann eine Absicht unterstellt werden. Es gibt aber auch Krisen, die durch unabsichtliches Verhalten entstehen. Hierzu zählen alle Handlungen, die einer Fehleinschätzung der Situation zugrunde liegen, sodass eine Schädigung durch ein durch Unachtsamkeit verursachtes Ereignis eintritt. Hierzu sind Unfälle zu rechnen, die zu schweren Krisen sowohl beruflicher als auch privater Natur führen. Auch riskante Unternehmungen, gleich welcher Art, können schief gehen und als Folge davon zu Krisen führen wie z. B. krisenhaft verlaufende Urlaubsreisen, unternehmerische Entscheidungen oder private Vorhaben, die in die Tat umgesetzt werden und leider schief gehen.
· Fremdverschuldete Krisen: Es gibt auch Krisen, die durch andere verursacht werden. Hierzu zählen auf der Mikroebene unserer Beziehungen zu Verwandten (z. B. Eltern, Geschwister, Kinder), Freunden, Nachbarn, Kollegen, Kameraden und Menschen, denen wir im Alltag begegnen, sich ergebenden Ereignisse, die uns durch ihr Verhalten schädigen. Diese Schäden können unabsichtlich passieren (z. B. Unfall) oder uns absichtlich (kriminelle Handlungen wie z. B. Diebstahl, Körperverletzungen, Betrug, Ehrverletzungen) zugefügt werden. Auf der Makroebene sind es Institutionen (Staatsgewalten, Kirchen, Verbände), am Wirtschaftsleben beteiligte Akteure oder supernationale Vereinigungen und Einrichtungen (Europäische Union, Uno), die durch ihre Machtbefugnisse in unser Leben eingreifen und zufällig oder absichtlich Schaden zufügen.
· Komplexe Ursachen: Es gibt auch von wirren Ursache-Wirkungsketten verursachte Krisen, bei denen eine eindeutige Zuordnung hinsichtlich des Verursachers nicht möglich ist. In der Geschichte von Hiob weist bereits Gott auf die Komplexitätsproblematik hin: Je vielfältiger und mit hohen Freiheitsgraden ausgestattet die Welt konstruiert ist, desto wahrscheinlicher entstehen Krisen, die nicht vorhersehbar sind und deren Verursacher auch deshalb nicht eindeutig definierbar ist. Gott selbst stand bei der Konstruktion der Welt vor dem Problem: Wie kann ich eine Welt gestalten, die allen geschaffenen Kreaturen ein möglichst hohes Maß an Freiheit gewährt, ohne dabei zu gewährleisten, dass sie nicht ins Chaos verfällt. Es musste also bei der Gestaltung der Welt das Kunststück fertig gebracht werden, eine Balance zwischen Chaos und Ordnung hinzubekommen.
· Der Preis der Freiheit ist die Bosheit: Aus der Weltordnung, wie sie entstanden ist, resultiert aufgrund der Freiheit, die Gott bei der Schöpfung gelassen hat, dass die Welt in Gefahr gerät, ins Chaos zu verfallen, dass sie letztendlich zerstört werden kann. Die Hauptursache dieses Zerfalls ist das, was wir das Böse nennen [2]. Wenn Gott diese Freiheit nicht zugelassen hätte, dann wäre eine Welt entstanden, die so fest gezurrt wäre, dass in ihr nur roboterartige Wesen agierten, die nichts anderes könnten, als nach vorgegebenen Programmen zu handeln. Wir müssen die Bosheit ertragen um der Freiheit willen . Wir haben also die Freiheit als ein schöpferisches Geschenk, das wir nutzen können, um in dieser Welt in positiver, also aufbauender Weise oder aber auch in zerstörerischer Art zu wirken.
Krisenmanagement: Die spannende Frage ist nun: Wie gehen wir mit Krisen um? In der Welt der Dualität von Gut und Böse könnte zwischen unfairen und fairen Strategien unterschieden werden.
· Unfaire Strategien des Krisenmanagements: Fair ist ein Verhalten, bei dem der Agierende sich an Regeln hält, die gewährleisten, dass der Schaden möglichst klein und der Nutzen möglichst groß ist. Unfair ist dann genau das Gegenteil davon. Hier ein paar unfaire Strategien, die mir hierzu einfallen:
o Hinterlist, Täuschung, Verrat: Die Situation der eingangs erzählten Verhaltensänderung der in dem Scheidungsprozess befindlichen Frau ist gefährlich. Die Gefahr besteht darin, dass die einstmals auf Vertrauen, gegenseitige Achtung und Zuneigung beruhende Beziehung sich ins Gegenteil verkehren kann. Wo Vertrauen bestand, da wächst das Misstrauen gegenüber dem anderen als einem nagenden Zweifel an dessen Loyalität. Wo früher ein Respekt vor dem anderen vorhanden war, gerät die Beziehung durch das Gefühl einer Verachtung des anderen in Gefahr. So wird aus der einstigen Liebe Hass. Der tiefere Grund für diese Entwicklung ist die tief wirkende Kränkung durch den anderen, die nicht verzeihbar ist. Aus dieser Falle zu entkommen, in der sich jemand befinden kann, scheint nur eine einzige Reaktion möglich zu sein: Rache! Deshalb könnten hinter dem Rücken des anderen Intrigen gesponnen werden, durch die er zu Fall gebracht werden kann. Die hinterlistigen Ambitionen zielen auf eine Zerstörung des früher geliebten Partners ab mittels Verrat und Täuschung.
o Alle gegen einen: In der Not suchen wir Verbündete, die uns helfen können, gegen den Aggressor vorzugehen. Manchmal gerät aber diese Strategie aus dem Ruder und es entsteht eine Übermacht durch die entstehende Mehrheit an Verbündeten, die anscheinend nur ein Ziel kennt: Vernichtung des Feindes. Auf der Makroebene ist eine solche destruktive Strategie gegenüber der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) zu beobachten, bei der diese von allen Seiten bekämpft wird [3]. Es wird hierbei nicht mehr die eigene Position infrage gestellt, sondern diese als völlig richtig angenommen. Soghaft finden sich immer mehr Menschen und Personen, die glauben, bei diesem Kampf mitmachen zu müssen (Trittbrettfahrereffekt [4] ), ohne hierbei ein großes eigenes Risiko einzugehen. Als Beispiel könnte die Bewegung „Omas gegen rechts“ [5] genannt werden, bei der die „Nenn-Omas“ glauben, hier sich für den Kampf gegen die AfD und alles, was politisch gesehen rechts ist, einsetzen zu können. Ihr eigenes Risiko ist relativ gering, denn sie folgen dem Mainstream des links-grünen Zeitgeistes, der dominierend ist.
o Verteufelung: Eine unfaire Strategie der Krisenbewältigung ist die der Verteufelung, die auch als eine Folge der vorgenannten Strategie zu beobachten ist. Hierbei wird eine Selbstdefinition vorgenommen: Ich bin der Gute und der andere ist der Böse. Zwar ist das Gute und Böse dualistisch geteilt, doch findet jeder, der ehrlich mit sich selbst umgeht, in sich auch negative Anteile des Bösen, die er aber mehr oder weniger verdrängt. Indem dem anderen nur negative Eigenschaften zugesprochen werden und keine guten, findet dann auch keine Auseinandersetzung auf der Sachebene statt. Auch hier kann auf der Makroebene eine solche Verteufelung der AfD beobachtet werden, bei der alle Sachargumente, Vorschläge oder in einem Parlament eingebrachten Anträge nur deshalb abgewehrt oder abgelehnt werden, weil sie von ihr kommen. Gerne reden die „Altparteien“ (CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke) von sich selbst als die „demokratischen Parteien“, während dann die AfD im Umkehrschluss als undemokratisch diffamiert wird.
o Kontaktschuld: Eine weitere unfaire Strategie ist die der Äußerung des Verdachts, allein durch den Kontakt mit Personen oder Institutionen, die verteufelt wurden, selbst schuldig zu werden. Dieser Begriff, der bereits in der Nachkriegszeit im Hinblick auf die Frage der Zugehörigkeit zu so genannten Verfassungsfeinden verwendet und insbesondere im Radikalenerlass angewandt wurde, bei dem eine Einstellung im öffentlichen Dienst infrage gestellt wurde, wenn jemand Kontakt zu vor allem linken Gruppierungen nachgesagt werden konnte, findet heutzutage wieder Anwendung. [6] Dies betrifft vor allem der Kontakt zu Personen, die politisch rechts verortet werden, wobei eine Verschärfung im Hinblick auf eine unterstellte Radikalisierung stattfindet. Dies wirkt sich z. B. im Kulturraum aus, der z. Z. als „woke“ gilt, wobei dann Andersdenkende und Andersredende konsequent ausgegrenzt werden. Künstler die sich nicht dem „woken Zeitgeist“ [7] anpassen wollen, haben es zunehmend schwerer auftreten zu dürfen [8] , weil sie eben die falschen Kontakte zu „rechten Kreisen“ haben [9].
o Identifikation mit dem Aggressor: Wird eine Krise durch ein schädliches Verhalten anderer verursacht, dann ist die gewöhnliche Reaktion die, dass eine Gegenwehr stattfindet. Mitunter ist aber der verursachende Gegner so stark und mächtig, dass eine Gegenwehr aussichtslos ist. Anna Freud, die Tochter des bekannten Psychoanalytikers Sigmund Freud, hat diese Art der Krisenbewältigung als einen der 13 Abwehrmechanismus beschrieben, mit denen das Ich als die Entscheidungszentrale der Seele auf innere oder äußere Bedrohung reagieren kann [10]. Diese Abwehrmechanismen funktionieren größtenteils unbewusst und sind deshalb nicht sofort zu erkennen und zu durchschauen. Weil die Möglichkeit entweder von vornherein nicht besteht oder genommen wird, hilft das Ich die Notlage so zu lösen, indem eine Identifikation mit dem Aggressor stattfindet. Dadurch findet eine scheinbare Rechtfertigung des Verhaltens des Angreifers statt bis sogar dahin, dass dieser vor anderen verteidigt wird. Bei dem Stockholm Syndrom – zurückgehend auf eine Geiselnahme in Stockholm im Jahr 1973 – findet sogar eine Identifikation mit dem Aggressor (Geiselnehmer) in der Weise statt, dass eine gewisse Sympathiebeziehung von Seiten des Opfers (Geisel) zu dem Täter aufgebaut wird. So wie ein Kind aufgrund der Abhängigkeit von den Eltern sich kaum gegen übergriffiges Verhalten der Eltern wehren kann, so kann auch eine Geisel nur schwer sich gegen den gewalttätigen Entführer durchsetzen. Als Folge davon versucht das Opfer die traumatische Situation dadurch zu lösen, indem es sich mit dem Täter identifiziert, sich mit ihm versucht gleichzusetzen, um die innere Spannung zu lösen.
o Intrige: Die Intrige ist eine verdeckt vorgenommene Aktion, bei der jemand geschadet werden soll, der als Gegner oder gar Feind angesehen wird. Sobald die Intrige aufgedeckt wird, ist der Intrigant meistens so raffiniert, dass er seine Spuren verwischt hat. Als Beispiel einer solchen Intrige ist in dem frisch gewählten Parlament in Thüringen aufgeflogen, die von der CDU eingefädelt worden war. Dort sollte die Wahl eines der stärksten Fraktion zustehenden Postens des Parlamentspräsidenten verhindert werden.Mario Voigt hatte bereits einen Tag vor der spektakulären ersten Sitzung des neu gewählten Landtages eine Prozessvollmacht erteilt, um im Klageverfahren bei dem Landesverfassungsgericht Thüringen eine Änderung der Geschäftsordnung durchboxen zu können, nach der alle Fraktionen und nicht nur bis dato mitgliedsstärkste Fraktion (AfD), einen Vorschlag für diese Position unterbreiten könnten. Die konstituierende Sitzung wurde durch Störaktionen der CDU boykottiert, sodass der Alterspräsident Treutler eine Wahl nicht durchführen konnte und die Sitzung abbrechen musste. Wie konnte Mario Voigt bereits vor dieser Zusammenkunft des Parlamentes wissen, dass diese chaotisch verlaufen würde? Oder war doch alles vorher so geplant? Das „G´schmäckle“, wie die Schwaben sagen würden, war, dass sehr viele Mitglieder des Thüringer Verfassungsgerichtshofes den Altparteien zugeordnet werden können. Verdächtig ist auch, dass ein 36-seitiges Urteil bereits nach neun Stunden einstimmig beschlossen wurde [11]. Liegt hier eine Intrige vor, die auf einer Verschwörung vieler daran beteiligter Personen beruht, wobei die Gewaltenteilung durch gleichlautende Parteiinteressen unterlaufen wurde?
· Faire Strategien des Konfliktmanagements: Faire Strategien müssten das Gegenteil unfairer Methoden sein, bei denen die geschilderten Vorgehensweisen verworfen sind.
o Raison gegenüber übergeordneter Moral: Es kann als eine faire Vorgehensweise angesehen werden, wenn bei einer Krisenbewältigung die Achtung einer die persönlichen Interessen übersteigenden Moral eingehalten wird. Wenn also die persönlichen Neigungen, Befindlichkeiten oder Animositäten gegenüber bestimmter Personen nicht der Vorrang eingeräumt wird, sondern sich der allen Handelns überragender moralischer Grundsätze Tribut gezollt wird, dann könnte man von Raison sprechen. Die so genannte „Staatsraison“ galt lange Zeit als der Maßstab der in einem Staat handelnden Organe. Die Partikularinteressen müssten sich danach den übergeordneten Interessen des Staates beugen [12]. Dasselbe trifft auch auf der Mikroebene privater Beziehungen zu, denn auch dort sollte das gemeinsame Interesse den Interessen des einzelnen vorrangig sein, sofern hierdurch nicht grobes Unrecht geschieht. Aus diesem Grunde könnte jemand bei einer Ehekrise auf die Scheidung verzichten, um die Familie zu erhalten, sodass Kinder eine sichere Existenz durch verlässliche Beziehungen der Elternteile geboten wird. Die traditionelle Bedeutung der Familie, in der alle zusammenhalten, obwohl es Meinungsunterschiede gibt, obwohl die Interessen oftmals diametral gegenüber stehen, spiegt wieder, dass es eine über die Partikularinteressen der einzelnen hinausgehende Moral gibt, dies es gebietet, diese hinten anzustellen.
o Keine Ausgrenzung, sondern Solidarität mit den Diffamierten: Wer in politischen, privaten oder beruflichen Krisensituationen zu anderen Lösungen kommt, als es dem Meinungsbild der Mehrheit entspricht, wer nicht mitmachen will, weil er andere Grundsätze hat, darf nicht ausgegrenzt werden. So genannte „Brandmauern“, wie sie gegenüber der AfD von Altparteien errichtet wurden, dürfte es einer wirklich so verstandenen Demokratie nicht geben [13]. Jesus kannte keine solche Beschränkungen in seinen Kontakten zu anderen, sondern er suchte förmlich zu den damals ausgegrenzten Personen (Aussätzige, Zöllner, Prostituierte) Kontakt herzustellen. Dieses Verhalten sollte eigentlich Beispiel sein für das „christliche Abendland“.
o Keine falsche Toleranz: Toleranz im Hinblick auf die Konflikte, die zu Krisensituationen führen können, ist nicht die absolute Duldung des Verhaltens anderer, sondern besteht darin, zu seinen Prinzipien zu stehen, ohne hierbei sich als Richter über andere aufzuspielen [14]. Nicht die Hinnahme von Ungerechtigkeiten ist richtig verstandene Toleranz, sondern die Abwehr dieser durch faire Mittel in der Auseinandersetzung unter Beachtung des Respekts vor der Meinung des anderen.
o Ehrlichkeit und Offenheit: Wer mit fairen Mitteln bereit ist zu kämpfen, wird ehrlich sein und offen kommunizieren. Das, was er sagt, wird er auch so meinen, so dass ein Gleichklang zwischen Gedachten und Gesagtem vorliegt. Jesus hatte für diese Ehrlichkeit geworben, indem er die Menschen aufforderte, diese Stringenz auch zu praktizieren (Matthäus 5,37-40). [15]
o Kein „Schwarz- Weiß-Denken “: Menschen neigen dazu, in Konflikt- und Krisensituationen die Fehler nur beim anderen zu suchen, wobei sie dann sich selbst als gut, den anderen als böse bezeichnen und ihn, wie bereits erläutert, zu verteufeln. Wer ehrlich mit sich selbst ist, wird auch bei sich selbst Fehler erkennen und bei dem anderen auch gute Seiten. Das führt dazu, dass dann der Blick frei wird, offen zu werden für das, was der andere sagt oder niederschreibt und zu überlegen, ob er nicht auch recht haben könnte. Die gegenwärtige Diskussionskultur ist zu einseitig geworden und bedarf unbedingt einer Kurskorrektur im Hinblick auf die Erweiterung des eigenen Horizontes, der aufgrund politischer Vorgaben eingeengt wird. Nur etwas abzulehnen, weil es „aus der falschen Ecke“ kommt, ist verheerend für eine Demokratie.
Die Krisensituation als Test: Krisensituationen, gleich welcher Art, können den Sinn haben, die Charakterstärke eines Menschen zu testen. Wer in solchen Krisenzeiten „umfällt“, also nicht bei seinen auch „in guten Zeiten“ deklarierten Grundsätzen bleibt, hat diesen Test nicht bestanden.Ich hatte bereits erläutert, dass ich diese Charakterstärke während der Corona-Zeit auf dem Prüfstand sah. Ich sah diesen als nicht bestanden an, wenn jemand aus opportunistischen Gründen nachgegeben und alles mitgemacht hatte oder wenn er diese Zeit zur eigenen Profilierung, zur Annahme von Vorteilen durch die Übernahme der Regierungspropaganda und Ausnutzung der damit verbundenen Vorteile (Masken-Deals, Verabreichung von Impfungen durch Ärzte ohne ausreichende Anamnesen, Annahme von Geldern, um für die Impfung zu werben) genutzt hat. Krisen werden dann bestanden, wenn trotz widriger Umstände oder trotz unfairer Attacken nicht mit dem Schicksal gehadert oder dem Gegner in gleicher unfairer Weise geantwortet wird. Wenn alles immer ohne Komplikationen verliefe, was bliebe dann noch für uns zu tun? Das Leben hätte dann keine echten Herausforderungen mehr und alles verlief in einem gleichmäßigen, aber langweiligen Trott. „Nur die Harten kommen in den Garten“, sagt man [16]. Mit den Worten von Jesus gesagt heißt dies: Nur wer die Charakterprüfungen besteht, ist reif für das Reich Gottes, die anderen haben darin keinen Platz! [17] Es kommen eben nicht alle in den Himmel, sondern nur diejenigen, die die Charaktertests bestanden haben. [18]
Können wir also sagen, dass Krisen ein notwendiges Übel sind. Ja, unbedingt, denn sie trennen die Spreu vom Weizen und helfen uns, in unserem Charakter weiter zu wachsen und nicht auf der Stelle stehen zu bleiben.
© beim Verfasser
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Ijob ; https://www.youtube.com/watch?v=Fb0FBrvO7zQ ; https://www.youtube.com/watch?v=WZ_pDcHJGP0
[3] Nähere Schilderungen hierzu: https://www.guentherbirkenstock.de/afd-bashing
[4] Der Begriff " Trittbrettfahrer " kommt aus der Zeit, als es an den öffentlichen Verkehrsmitteln vor den Türen noch Trittbretter als Einsteighilfe gab. Da haben sich bei der Abfahrt gerne die Schwarzfahrer draufgestellt, um dann umsonst mitzufahren.
[15] Jesus: Eure Rede sei ja, (wenn ihr ja sagen wollt) oder nein, (wenn ihr nein sagen wollt), was darüber ist, ist von Übel; https://www.bible.com/de/bible/58/MAT.5.37-40.ELB71
[16] Aus der Gärtner-Sprache entlehnt, weil nur die widerstandsfähigsten Pflanzen nach einer Zeit im schützenden Gewächshaus in die freie Natur ausgesetzt werden sollen; https://ppf-online.de/nur-die-harten-kommen-in-den-garten/
[17] Siehe auch das Gleichnis vom Weizen und Unkraut (Matthäus 13, 24-30); https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichnis_vom_Unkraut_unter_dem_Weizen
[18] Der Karnevals-Schlager von Jupp Schmitz, „wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind“ ist deshalb irreführend.

Die Weltherrschaft war schon immer Ziel der Menschheit. Die Welt als eine Bühne zu sehen, auf der man eine große Rolle spielt ist der Traum, den viele haben. Denn unbedeutend zu sein, keinen Einfluss zu haben, als eine „graue Maus“ unerkannt zu bleiben, ist die Horrorvorstellung derjenigen, die sich selbst als sehr bedeutend halten. Was auf der individuellen Ebene gilt, scheint auch auf der „Weltbühne“ zu gelten, denn die Vorstellung, dass es erstrebenswert ist, eine Machstellung im Weltgeschehen zu haben, scheint ungebrochen zu sein.
Merkmale der Herrschaft: Wer herrschen will, möchte die eigene Person über andere heben [1]. Dazu muss er sich in den Hierarchien nach oben kämpfen, um irgendwann auf dem Gipfel zu stehen. Hier zunächst einmal eine Übersicht zu den Merkmalen der Herrschaft, mit denen sie beschrieben werden kann, wobei es mir nützlich erscheint, sie den Eigenschaften des Dienens gegenüberzustellen:
Aspekt |
Dienen |
Herrschen |
Selbst |
Dasein auf andere bezogen |
Selbstsucht |
Hilfe |
Anderen weiterhelfen, Not beistehen |
Hilfe verweigern |
Belohnung |
Genügsamkeit, kein Dank erwartet |
Dankbarkeit gefordert |
Freiheit |
Freiheit lassen |
Verhalten anderer bestimmen |
Aufbau |
konstruktiv, nützlich, wertvoll |
zerstörend, nutzlos, wertlos |
Verehrung |
keine Huldigung, Selbstrücknahme |
Bewunderung erwartet |
Autorität |
Autorität anerkennend |
Autorität anderer ablehnend |
· Selbstbezug: Im Dasein geht es immer um die Frage, wieweit man sich um andere kümmern oder man als Gegenpol das eigene Ich in den Mittelpunkt der Bemühungen stellen soll. Derjenige, der herrschen will, wird den anderen nur dann in sein Blickfeld nehmen, soweit dies ihm nützlich erscheint, die angestrebte Herrschaft anzustreben und zu erhalten. Der Dienende ist dagegen in der Ausrichtung seiner Bemühungen auf den anderen bezogen und wird sich fragen, wie er seine Person, seine Fähigkeiten einbringen kann, um anderen nützlich zu sein. Die Selbstbezogenheit kann regelrecht zu einer Selbstsucht führen, die eine ausgeprägte Eigenschaft von Menschen ist, die in ihrer Ichbezogenheit entweder einfach nur egozentrisch oder aber in einer pathologischen Überdehnung psychopathisch ausgerichtet sind [2].
· Hilfe: Die Hilfsbereitschaft ist ein ausgeprägtes Merkmal desjenigen, der dienen möchte. Dies kommt dem nach Herrschaft strebenden Menschen gar nicht in den Sinn. Da sein Bestreben egobezogen ist, wird er keine Anstalten machen, anderen zu helfen. Er wird versuchen, sich möglichst so zu verhalten, dass seine Hilfe gar nicht erst gefordert werden kann. Helfen zu wollen, die Lage anderer zu verbessern, in der Not anderen beizustehen, ist ein ausgeprägtes Merkmal des dienenden Menschen. Der Herrschende ist der Auffassung, dass jeder sich selbst helfen muss und deshalb keine Hilfe von anderen erwarten kann, weil die „Selbsthilfe“ das oberste Gebot darstellt. Wer dazu nicht in der Lage ist, hat eben Pech gehabt. Angeborene Behinderungen, Krankheiten, finanzielle Miseren und andere Notsituationen stellen für den nach Herrschaft strebenden Menschen zwar herbe Schicksalsschläge dar, sind aber nicht zu ändern oder aber im schlimmsten Fall sogar selbst verschuldet. Hilfe für andere ist also aus der Sicht der Herrschenden etwas für diejenigen, die nicht kapiert haben, dass „das Leben kein Rosengarten“ [3] ist.
· Belohnung: Der Herrschende sieht seine Bemühungen nach oben zu kommen primär als einen Versuch dar, dann auch die Vorteile dieser Bestrebungen einheimsen zu können. Einer dieser Vorteile ist die Belohnung der eigenen Bemühungen, wenn möglich durch andere. Obwohl er keine Hilfsbereitschaft kennt, sondern nur die Bestrebung im Sinn hat, andere beherrschen zu wollen, versteht er dies geschickt oft als vermeintliche Hilfe zu tarnen, wofür er dann auch die Dankbarkeit der anderen erfahren möchte. Dass Belohnung für ihn wichtig ist, zeigt sich schon darin, dass er sich gerne als Wohltäter der Öffentlichkeit präsentiert. Er glaubt, dass diese auf die Tarnungsversuch hereinfällt und die wahren Absichten des Herrschenden nicht erkennt. Der Dienende hat nicht die Dankbarkeit für seine Hilfe im Sinn, sondern er versteht sie als eine dem anderen nützliche Unterstützung an, für die er keine positive Rückmeldung erwartet. Nichtsdestotrotz wird er sich darüber freuen, wenn er doch eine Art Dankbarkeit erfährt, aber diese zu erfahren ist nicht sein primäres Ziel.
· Freiheit: Die Freiheit ist nur eine Beigabe des Herrschenden, die er den Beherrschten lässt – aber nur wenn er es will. Die Freiheit wird als eine Gabe verstanden, die er verteilen kann als Belohnung für das seine Herrschaft anerkennendes Verhalten. Das Corona-Management war ein typisches Beispiel für diese Art der Herrschaft, wobei die Politiker die Freiheit für die vermeintliche Sicherheit durch die Corona-Maßnahmen dem Volk zubilligte, sofern sie die Maßnahmen akzeptierten. Freiheit war in ihren Augen ein relatives Gut, das abhängig zu sehen war von dem Anerkennen und Befolgen aller vorgeschriebenen Verhaltensregeln, deren Sinngehalt nicht hinterfragt werden durften [4]. Die Freiheit wird von dem Herrscher als Grundrecht zwar „im Prinzip“ gewährt – so wie eine Belohnung für gefügiges Verhalten –, aber inzwischen ist sie durch eine Gesetzesflut derart eingeschränkt, dass sie kaum noch zu erkennen ist, dank dem ständigen Bemühen der Legislative als staatliche Gewalt, das Leben der Menschen vermeintlich sicherer zu machen. In dem Roman „Der Großinquisitor“ von Fjoder Dostojewskij erscheint Jesus noch einmal im 16. Jahrhundert zur Zeit der Inquisition auf der Erde und begegnet dem alten Inquisitor, der ihm vorhält, die von der katholischen Kirche errichtete Ordnung durch die Idee der Freiheit des Gewissens zerstören zu wollen [5]. Er verurteilt ihn erneut zum Tode, weil er nicht möchte, dass die Freiheit einfach ohne Gegenleistung an die Menschen gegeben wird. Mehr noch: Er meint sogar, dass die Menschen gar nichts mit der Freiheit anfangen könnten und deshalb sich freiwillig in die Knechtschaft begeben wollten, um diese Freiheit nicht ertragen zu müssen. Sie wären froh, dass sie das Brot, das sie eigentlich selbst mit eigenen Händen erwirtschaftet haben, aber ihnen weggenommen würde, dankbar wieder annehmen dürften [6]. Dies stellt das Grundprinzip dar, mit dem Herrschaft immer verbunden ist: Die Freiheit wird geopfert, indem die eigene Früchte der eigenen Leistung hergegeben werden, um die Gunst der herrschenden Elite zu erfahren. Wollte Jesus den Menschen die Freiheit bringen, die sie durch eine Delegation der Freiheitsrechte an die Herrschenden verloren hatten? Er stellte die Herrschaft des Menschen über den Menschen infrage, aber nicht die Gottes über die Menschen. Deshalb war diese Freiheit insoweit relativ, als sie durch die Allmacht Gottes beschränkt war. Die zu akzeptieren war ihm wichtiger als alles andere. Er stellte aber klar, dass es Gott nicht um die Herrschaft über die Menschen um seinetwillen geht, sondern um der Menschen selbst willen. Denn die Weisheit Gottes stellte für ihn etwas dar, was durch noch so große Anstrengungen der Menschen nicht überboten werden kann und es deshalb für den Menschen besser ist, die Gebote Gottes zu beachten.
· Aufbau: Der Herrschende möchte nicht primär etwas Neues kreieren, nichts schaffen, was noch nicht da war, sondern er möchte sich als der Beherrscher des Bestehenden präsentieren. Ihm beutet es viel, darüber bestimmen zu können, ob ein Leben oder etwas Geschaffenes weiter bestehen bleiben dürfen oder nicht. Er liebt es, etwas zu zerstören, was andere mühevoll aufgebaut haben. Deshalb liebt er den Krieg als die Entfaltung der ultimativen Lust an der Zerstörung. Dieser Krieg kann mit Waffen geführt werden, bei denen tatsächlich Menschen und geschaffene Dinge zerstört werden, aber auch sozial durch Ausgrenzung und Diffamierung anderer oder durch psychischen Druck auf einzelne, um sie zu Sklaven zu machen. Wenn ein Mensch erniedrigt, gedemütigt oder in anderer Weise niedergemacht wird, ist das auf die Allmacht eines Menschen zurückzuführen, der die Macht als Herrschaftsinstrument benutzt, um dies zu bewerkstelligen. Richter zu sein über andere ist deshalb für ihn erstrebenswert, Politiker zu sein ist die Erfüllung der Allmachtphantasien eines Herrschsüchtigen, weil er damit die Möglichkeit hat, anderen seinen Willen aufzuzwingen. Politiker, vor allem bei den Grünen, träumen von dieser Möglichkeit der Herrschaft über andere, um Deutschland in ein Erziehungsheim zu verwandeln. Im Gegensatz hierzu ist der Dienende darum bemüht, etwas Neues zu schaffen, es macht ihm Freude, etwas zu kreieren, was vorher noch nicht vorhanden war. Der Künstler, sei er ein Maler oder Musiker, schafft etwas Neues, etwa ein Gemälde oder eine Musikstück, das vorher noch nicht existierte. Der Wissenschaftler, der seine Arbeit als einen Versuch sieht, die Welt besser verstehen zu können, wird ebenfalls ein Dienender sein, wenn er sein Bestreben nach einem besseren Weltverständnis ernst nimmt und nicht primär nach Ruhm und Reichtum strebt. Auch der Sozialarbeiter wird ein Dienender sein, wenn er Menschen in Krisensituationen hilft, diese zu bewältigen, um dann besser leben zu können.
· Verehrung: Die Ehre einzuheimsen, ist nicht das Bestreben dessen, der dienen will. Auf einen Sockel gehoben zu werden, um dann verehrt zu werden, ist ihm eher unangenehm. Er sieht sogar das von ihm Erreichte als etwas an, was durch den Vorgang der Verehrung abgewertet würde. Nicht so der Herrscher. Für ihn ist die Verehrung und Anbetung ein erstrebtes Ziel. Deshalb ist in totalitären Staatsformen die Ordensverleihung ein wichtiger Akt der Selbstverherrlichung, bei dem die Herrschenden möglichst sich selbst oder gegenseitig die Ehrenzeichen verleihen [7]. Nicht umsonst war der Gipfel der Versuchung Jesus durch den Satan diejenige, bei der er in der dritten Versuchung ihm die Weltherrschaft angeboten hatte dafür, dass er ihn anbeten solle (Matthäus 4, 9) [8]. Mit der Verehrung will der Herrschende eine Selbstüberhöhung erreichen und die Unterwerfung des Untergebenen unter seinen Willen bekräftigen. Es ist schon bizarr, wenn die Herrschenden sich vom Volk bejubeln lassen, während die Mächtigen ihnen gleichzeitig vorher das Selbstbestimmungsrecht abgesprochen hatten und das Volk auch noch bereit ist, dies zu akzeptieren.
· Autorität: Dass Autorität vom Herrschenden abgelehnt wird, ist nicht verwunderlich, denn die Unterordnung seiner Person unter eine andere Autorität kommt ihm nicht in den Sinn, weil dies seiner Selbstherrlichkeit widerspricht. Autorität hat in unserem Kulturraum als Begriff deshalb gelitten, weil er zur Herrschaftsausübung missbraucht wurde. Die „antiautoritäre Erziehung“ [9] war das Aufbegehren gegen eine Autorität, die sich Eltern, Pädagogen und andere Erzieher anmaßten, obwohl sie keine Autorität hatten. Es gibt sie, nämlich die Autorität ihm wahrsten Sinne des Wortes als eine durch Können, Fleiß, Ausdauer und Weisheit gekennzeichnete Person, die deshalb andere überzeugen kann, ihren Weisungen zu folgen, weil ihr diese Größe aufgrund dieser Faktoren zugebilligt wird. Der Dienende stellt sich tatsächlich in den Dienst der Autorität, die diese auch verdient, lehnt aber die Pseudo-Autorität ab, weil die entsprechende nur durch Machtverleih in diese Position gekommen ist. Dem Staatsoberhaupt – in Deutschland vielleicht dem Bundespräsidenten – steht diese Autorität nicht zu, weil sie nicht durch eigene Qualität begründet wird, sondern nur kraft Amtes verliehen wird. Deshalb ist die Kritik am Staatsoberhaupt erlaubt und sogar ein wirksames Mittel, um sich gegen falsche Autorität zur Wehr zu setzen.
Weltherrschaft: Die Weltherrschaft zu erringen war schon immer das Ziel vieler Herrscher, die alle die Eigenschaften besaßen, die man zur Machtausübung brauchte: Egoismus, Rücksichtslosigkeit und der absolute Wille zur Macht . Die Formen der Weltherrschaft haben sich aber doch in verschiedener Hinsicht geändert. Hier einige Besipiele:
· Herrschaftsreiche : Es sind nicht nur Personen, die nach Herrschaft streben, sondern auch Volksgemeinschaften, die eine Herrschaft über die Welt anstreben. Die vergangenen Zeiten waren gekennzeichnet von Weltreichen, die kamen und vergingen: Das Mongolenreich, das alte persische Reich, das römische Reich, das chinesische Kaiserreich als vorgeschichtliche Weltreiche. Bei den neuzeitlichen Reichen wäre die Sowjetunion als flächengrößtes Reich (22,3 Mio. qkm) hervorzuheben, das nach dem 2. Weltkrieg entstanden war und 1991 zusammenbrach. Aber auch die USA gehören zu den flächenmäßig großen Reichen (9,67 Mio. qkm) [10]. Die Weltreiche bedeuteten eine ungeheure Machtfülle, die die jeweils dort Herrschenden ausübten. Je zentralistischer die Staaten aufgebaut waren, desto mehr waren sie auf Unterdrückung und Ausbeutung von großen Teilen der Bevölkerung ausgerichtet, die sie am Leben hielten.
· Staatenbündnisse : Staaten haben sich oftmals zu Bündnissen zusammengeschlossen, um ihre Machtfülle zu vergrößern. Es gibt hierfür wirtschaftliche oder machtpolitische Überlegungen, die zu solchen Bündnissen geführt haben. Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, wie nach dem Krieg die heutige Europäische Union genannt wurde, war primär gegründet worden, um einen gemeinsamen Wirtschaftsraum zu etablieren, in dem die Grenzen der einzelnen Staaten keine Rolle mehr spielten. Die NATO ist als Gegenmodell zum Warschauer Pakt als „Verteidigungsbündnis“ entstanden, dessen Daseinsberechtigung nach dem Zusammenbruch des von der Sowjetunion geführten Verteidigungsbündnisses des Ostblocks eigentlich seine Daseinsberechtigung verloren hatte. Die USA als nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verbliebene „Supermacht“ ist der zentrale Punkt der NATO, deren Ziel bestehen blieb, nämlich als Zentrale der „westlichen Welt“ die Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetrepublik in ihrer Macht zu begrenzen. Die Ausweitung der NATO auf die Oststaaten des ehemaligen kommunistischen Verteidigungsbündnisses hat letztendlich zu dem jetzigen Ukraine-Konflikt geführt, weil Russland einer Ausweitung der NATO durch Beitritt der Ukraine zuvorkommen wollte [11]. Mit den BRICS-Staaten, durch die die Namensgeber dieses Staatenbündnisses (Brasilien, Russland, Indien, China = BRIC in 2006 + S für Südafrika in 2010 [12] ) ein Gegengewicht zu der von der USA dominierten „westlichen Welt“ geschaffen haben, dem inzwischen durch den Anschluss weiterer Staaten 40 % der Weltbevölkerung angehören, wurde ein weiteres Staatenbündnis gegründet, das die Welt beherrschen will. Diese Staaten sehen sich auch als Gegenpol zu den „G7“ (informeller Zusammenschluss von USA, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Kanada und Groß-Britannien [13] ) an [14].
· Mächtige Familien : Es gibt Familien, die eine Art Weltherrschaft erlangt haben, die unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit agieren und deshalb mächtig geworden sind, weil sie es geschafft haben, Geld und Macht möglichst durch die eigenen „Blutsbande“ auf eine Familie zu zentralisieren. Zu diesen mächtigen Familien gehören die Rothschilds, die Morgans und die Rockefellers. Für diese Familien gilt das Geld als das wichtigste Element, mit dem sie einen entscheidenden Einfluss auf die Welt nehmen wollen [15]. Während für diese Familien die Herrschaft wegen ihres großen Vermögens ausschlaggebend war, ist bei Königshäusern die Machtausübung aufgrund einer „Ämterpatronage“ ausschlaggebend dafür, dass sie z.B. wie die Familie Windsor in England es geschafft haben, die Könige und Königinnen zu stellen [16].
· Mächtige Einzelpersonen: Es gibt auch Einzelpersonen, die große Macht erlangt haben, weil sie entweder geschäftlich erfolgreich waren und deshalb über ein großes Vermögen verfügen (z. B. Bill Gates oder Georg Soros) oder aufgrund ihres Amtes eine hohe Machtposition erlangt haben (z. B. Xi Jingping oder der Papst Franziskus) [17]. Diese Personen haben deshalb Macht, weil sie aufgrund ihres hohen Eigenkapitals durch zahlreiche Stiftungen (z. B. Bill und Malinda Gates-Stiftung) Einfluss auf das Geschehen in der Welt nehmen (Maßnahmen der Corona-Pandemie wurde weitgehend von Gates bestimmt) und durch andere Geldkanäle oft sehr verdeckt die Entscheidungen vieler Politiker beeinflussen [18]. Wenn jemand die Macht aufgrund eines verliehen Amtes innehat, neigt er dazu, diese Machtposition möglichst lange zu halten, um die positiven Auswirkungen der verliehenen Machtbefugnisse (über das Leben anderer bestimmen zu können) und der mit der Position verbundenen Privilegien (hohes und sicheres Einkommen, Vergünstigungen) genießen zu können.
Macht Herrschaft glücklich? Das Glück dieser Erde und auch der jenseitigen Welt besteht nicht darin, möglichst mächtig zu sein, denn Macht zu haben ist gewissermaßen eine „Ersatzdroge“ für das, was eigentlich wichtig ist. Aber warum streben so viele nach Macht? Macht stellt das Angebot dar, das neben Reichtum und Ruhm zu den Verführungskünsten Satans gerechnet werden können, mit denen die Menschen in dieser Welt von dem abgelenkt werden sollen, was sie mit Gott verbindet (MRM-Regel). Brauchen wir Reichtum, um glücklich zu sein? Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt die Nerven sagt man [19]. Es macht aber auch unruhig, denn schließlich kann es verloren gehen – spätestens dann, wenn man stirbt. Jesus hat davor gewarnt, nicht Schätze auf der Erde anzusammeln, wo sie dem Zerfall geweiht sind, sondern aufgefordert, Schätze im Himmel zu sammeln, die man nicht direkt sehen kann, aber einen ewigen Charakter haben (Matthäus 6, 19-34 [20] ). Für Ruhm entscheiden sich diejenigen, die an sich unbedeutend wären, hätten sie nicht die Möglichkeit, in irgend einer Weise durch spektakuläre Aktionen oder durch andere Verhaltensweisen, die ein breites Publikum begeistern können, auf sich aufmerksam zu machen [21]. Ähnlich wie bei dem Geld und dem Ruhm, die sich leicht verflüchtigen können, ist es mit der Macht, denn diese kann genauso schnell verloren gehen, wie sie gewonnen wurde, weil jeder, der in einer Machtposition angekommen ist, damit rechnen muss, dass ein anderer dieses ihm streitig machen will und ihn vom Sockel stoßen möchte, um selbst darauf zu stehen. Macht zu haben bedeutet nicht lieben zu müssen, weil allein durch die Möglichkeit, jemandes Gunst durch Ausübung einer Herrschaft scheinbar erzwingen zu können, keine eigene Mühe erforderlich ist, diese freiwillig geschenkt zu bekommen. „Heiraten ist unmoralisch“, hatte einmal Esther Vilar ketzerisch geschrieben, weil Liebe und Macht nicht miteinander vereinbar sind, denn die Ehe stellt nach ihrer Meinung eine Art „Gefängnis“ dar, in das sich zwei Personen begeben, die diese Liebe durch die Institution der Ehe konservieren wollen, wodurch sie aber an Kraft verliert [22]. Wer liebt, der braucht keine Macht auszuüben, weil er den anderen durch seine Art des Liebens als eine tätige Form der Zuwendung überzeugen kann. Macht brauchen also nur die „Nicht-Liebenden“, diejenigen, die dazu nicht fähig oder willens sind.
Sollten wir nach Weltherrschaft streben? Nein, das ist nur etwas für „Gottlose“ und diejenigen, die glauben, die Welt mit Hilfe der „Mächte der Finsternis“ unterjochen zu können. So wie Licht keinen Schatten wirft [23] , so bedarf auch die Liebe im wahrsten Sinne des Wortes keiner Macht, sie wirkt aus sich selbst heraus und mit Gottes Hilfe auch über den Tod hinaus.
© beim Verfasser
[1] Mehr zum Dualismus zwischen Herrschen und Dienen: https://www.guentherbirkenstock.de/dienen-und-herrschen-eine-analyse
[2] Siehe hier: Formen der Ichbezogenheit, die vom Egozentrismus, Egoismus, Narzissmus bis zur Psychopathie reicht; https://www.guentherbirkenstock.de/formen-der-ichbezogenheit94126566
[3] Originalzitat: Wenn das Leben kein Rosengarten ist, gibt es dort weniger Dornen; von Walter Ludin; https://www.aphorismen.de/zitat/43050.
[4] Mehr dazu hier: https://www.guentherbirkenstock.de/ist-die-corona-politik-eine-art-psychologische-kriegsfuehrung
[6] Dostojewskij: Der Großinquisitor, Reclam, Stuttgart, 1949, S. 35
[17] Die Zeitschrift Forbes erstellt darüber jährlich eine Liste: https://de.wikipedia.org/wiki/The_World%E2%80%99s_Most_Powerful_People
[21] Hierzu fällt mir als aktuelles Beispiel der Boxkampf zwischen Stefan Raab und Regina Halmich ein, mit dem der Entertainer wahrscheinlich durch diese publikumswirksame Vermarktung dieses Fights auf seine neue geplante Show aufmerksam machen will; https://www.nrz.de/kultur/tv-streaming/article407253227/stefan-raab-regina-halmich-live-boxkampf-rtl-blog-stream.html
[23] Armin Risi: Licht wirft keinen Schatten; https://www.amazon.de/Licht-wirft-keinen-Schatten-spirituell-philosophisches/dp/3906347621

Deutschland ist nach den Wahlen in Sachsen und Thüringen in einem bedauernswerten Zustand. Die Wahlen zeigen einmal mehr auf, woran es vor allem krankt: Mut.
Die Lage nach der Wahl in Thüringen und Sachsen :
· Thüringen : Die künftige Sitzverteilung im Landesparlament in Thüringen [1] stellt eine „Pattsituation“ dar, denn bei insgesamt 88 Sitzen erreichen die CDU 23, die SPD 6, das BSW 15 (gemeinsam 44 Sitze) und die „Opposition“ aus Linke 12 und die AfD 32 Sitze (ebenfalls 44 Sitze), sodass eine absolute Mehrheit einer Koalition aus CDU, SPD und BSW verfehlt würde. Diese Konstellation stellt sich ein, nachdem die etablierten Parteien eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen hatten. Somit wäre zumindest eine „Leihstimme“ der Linken für eine Wahl von Markus Voigt notwendig, um ihn als neuen Ministerpräsidenten zu wählen.
· Sachsen : In Sachsen stellt bei insgesamt 120 Sitzen die CDU mit 41 Sitzen die stärkste Fraktion. Ihr folgt mit 40 Sitzen die AfD, die BSW mit 15, die SPD mit 10, Grüne mit 7 und die Linke mit 6 Sitzen sowie die Freien Wähler mit 1 Sitz [2]. Wer hier miteinander koalieren wird, ist noch völlig ungewiss. Der amtierende Ministerpräsident Kretschmer will auf jeden Fall weiterhin Regierungschef bleiben. Er wird sich die Partner suchen, die im passend erscheinen werden.
· Wählerwille : Der so genannte Wählerwille wird stets bemüht, wenn es um die Regierungsbildung geht, der aber dann parteispezifisch entsprechend „modifiziert“ wird. Wenn man nach den Mehrheitsverhältnissen in den Landesparlamenten geht, müsste es eigentlich klar sein: „Bürgerliche Koalitionen“ aus CDU und AfD wären die logische Konsequenz, denn diese hätten in beiden Fällen die absolute Mehrheiten (55 von 88 Sitzen in Thüringen und 81 von 120 Sitzen in Sachsen). Warum dies aber in Deutschland nicht gilt, das ist auf den „links-grünen Zeitgeist“ [3] zurückzuführen, der dieses Land in einem geistigen Gefängnis hält, wodurch solche Koalitionen „nicht erlaubt“ sind. Der Wähler wird zum reinen „Stimmvieh“ degradiert, der dann, wenn er der Diktion dieses Zeitgeistes nicht folgt, als „nicht ganz zurechnungsfähig“ deklariert wird. Die Parteien-Allmacht erlaubt anscheinend solche Schlussfolgerungen. Diese zu brechen wäre das Gebot der Stunde [4].
Auswirkungen des links -grünen Zeitgeistes: Der links-grüne Zeitgeist stellt eine Art „Blaupause“ dar, die als Vorlage dient für das Denken und Handeln vieler Zeitgenossen.
· Scheinlinke Ideologie: Die linke Dominanz im politisch-gesellschaftlichen Raum verdrängt alle jene, die im konservativen Denken groß geworden sind. Sie werden zu Heimatlosen einer einseitigen Sichtweise, die aber nur scheinbar links ist. Es ist die Kunst der Linken, sich als basisdemokratisch zu tarnen, indem sie die Liberalität und Freiheit gerne als Begriffe gebraucht, aber dann vehement autoritär agiert, wenn es jemand wagt, ihre Thesen infrage zu stellen. Der links-grüne Zeitgeist ist nur scheinbar tolerant, neigt aber zum Totalitarismus mit all seinen Auswüchsen einer Kontroll- und Verbotssucht, die vor allem bei den Grünen sehr ausgeprägt sind. Hinzu kommt eine durch Besetzung wichtiger Stellen des politischen und wirtschaftlichen Systems mit Gesinnungsgenossen zu der linken Denkweise eigentlich widersprechenden Strategie: Es wird das System verteidigt, weil dadurch das eigene Überleben gesichert wird. Die Verteidigung geht mit einer erschreckenden Intoleranz, Rigorosität und Humorlosigkeit einher, die gepaart ist durch eine Art „Selbstvergottung“ (Atheismus, Materialismus), bei der der Freiheit des einzelnen nur dann freien Lauf gelassen wird, wenn es dem eigenen Machterhalt dient. Ansonsten wird sehr schnell gerne die Meinungsfreiheit als schädlich angesehen und auch mal ganz gerne vor „Hass und Hetze“ gewarnt und deshalb den sozialen Medien der Kampf angesagt. [5] Gestützt wird diese Strategie durch „Sprachpolizei“, Gleichmacherei, Förderung parasitären Verhaltens, einseitigen Rassismus (es gibt nur Ausgrenzung durch weiße Rasse), übertriebenen Minderheitenschutz und Männerfeindlichkeit [6]. Alles, was dieser Weltsicht nicht entspricht, wird als „Rrrrächts“ diffamiert und möglichst in die Nazi-Ecke gestellt.
· Feige Journalisten und Trittbrettfahrer: Dass der Journalismus in Deutschland nicht mehr seine ursprüngliche Aufgabe erfüllt, nämlich ein Korrektiv zu sein gegenüber einem übergriffigen Staat, ist nicht neu, nur wird es nach den Wahlen in Thüringen und Sachsen noch offensichtlicher, dass er diese Funktion nicht mehr erfüllt. Statt die herrschende Doktrin „keine Macht der AfD“ infrage zu stellen, wird sie wie ein heiliges Dogma ständig als Grundlage für die Attacken gegen diese Partei verwendet und die Wähler dieser Partei für nicht ganz zurechnungsfähig erklärt. Vor allem die bei dem Öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) angestellten Journalisten haben keine Bedenken, die AfD nach ihren Wahlerfolgen mit dem Etikett zu versehen, dass sie vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft worden sei [7]. In fast jedem Interview mit Politikern der AfD wird ihnen dies vorgehalten. Die Co-Vorsitzende Alice Weidel ist aber stets auf der Hut, in die von Moderatoren gestellte Fallen nicht hineinzutappen und schafft es immer wieder, diese Art des „Framing“ [8] zurückzuweisen [9]. Die ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten verstieg sich auch noch zu einem Vergleich der Wahl der AfD in die Landtage in Thüringen und Sachsen mit dem Einmarsch der deutschen Armee am 01.09.1938 in Polen, um dadurch die AfD in die Nähe des Nationalsozialismus zu stellen [10]. Sie wurde deshalb von dem Rechtsanwalt Markus Haintz wegen Volksverhetzung nach § 130 StGB angezeigt [11]. Das ist nicht das erste Mal, dass die AfD in die „Nazi-Ecke“ gestellt wird, um sie öffentlich zu diskreditieren, denn es ist ein inzwischen bewährtes Argumentationsmuster von Journalisten, die dem Mainstream folgen. Wer im ÖRR etwas werden will, muss sich daran beteiligen, um dort bleiben zu können. Auch die Journalisten, die noch ein Angestelltenverhältnis in einem Zeitungsverlag haben, sind schon längst dem links-grünen Zeitgeist zum Opfer gefallen und bedienen regelmäßig die Vorurteile, die gegenüber bestimmten Personen (z. B. Trump, Putin, Orban) gehegt werden und sind oft nur noch angepasste Mitläufer. Aber es gibt nicht nur diese Art von Journalisten, die kein Rückgrat haben und alles schreiben und sagen, was dem links-grünen Zeitgeist entspricht, um weiterhin mit dabei zu sein. Es gibt auch außerhalb dieses .Bereiches „Trittbrettfahrer“, die meinen, auf den Zug des „AfD-Bashings“ [12] aufspringen zu müssen. So z. B. auch der Edeka-Lebensmittelkonzern, der mit dem Slogan „warum bei Edeka Blau nicht zur Wahl steht“ vor den Wahlen im Osten Stimmung gegen die AfD machte [13]. Ganz offen wird gegen die AfD gehetzt und vor einer Wahl gewarnt, weil die Evolution gelehrt habe, dass Blau keine gute Wahl sei [14]. Hiergegen wehrten sich einige Filialen, vor allem im Osten, die von der Aktion der Edeka-Zentrale überrascht wurden und distanzierten sich von dieser Aktion [15]. Die gängigen Muster des Denkens im politischen Geschäft sind so festgefahren, dass sie nicht mehr infrage gestellt werden, wobei die Behauptung des Rechtsextremismus durch den Verfassungsschutz, der ihn berechtigt, die AfD als Verdachtsfalls zu behandeln, als unumstößliches Gesetz behandelt wird. Der Sog des Mainstreams zieht so viele mit, dass nur wenige es wagen, dagegen anzugehen. Wer es dennoch tut, muss mit allem rechnen, was an Repressionen der Exekutive als Staatsgewalt zur Verfügung steht, wobei leider die Justiz nicht mehr als Korrektiv wirkt, sondern nur noch als eine Helferin einer in die Richtung einer Totalität gerichteten Staatsgewalt.
Gegenbewegung? Wird sich etwas ändern in Deutschland und der links-grüne Sumpf trocken gelegt? Was allen fehlt, ist der Mut zum Widerstand. Die Sorge um die eigene Existenz treibt gemäß der „ZASAS-Regel“ [16] die Menschen an, zunächst einmal für die eigene Sicherheit zu sorgen. Diese ist am ehesten dann gegeben, wenn sich jemand im Einklang mit der Mehrheitsmeinung wähnt. Wie Tiere, die in einer Herde leben, befürchten, dass sie Opfer von Raubtieren werden, wenn sie sich außerhalb der Gruppe der Artgenossen bewegen, so haben auch Menschen Angst, wenn sie sich nicht angepasst verhalten. Der Anpassungszwang bestehend aus Gruppen-, Autoritäts-, System- oder Zeitgeistdruck bringt die Menschen dazu, nicht auszuscheren [17]. Deshalb bedarf es einen gewissen Mut, das Risiko der Ausgrenzung in Kauf zu nehmen, um gegen den Strom zu schwimmen. Um es auf die Parteiebene herunterzubrechen: Wer könnte der AfD beistehen?
· Werteunion – ein „Rohrkrepierer“: Hans-Georg Maaßen hatte mit einem Satz die Hoffnung zerstört, dass die AfD einen Partner bekommen könnte: „Die CDU ist der Premiumpartner der Werteunion.“ Er betonte zudem, dass er ein Erstarken der AfD „mit Sorge sehe“ und dass ein Björn Höcke Ministerpräsident in Thüringen werden könne [18]. Mit dem Weggang von Markus Krall und Max Otto aus dem Verein der Werteunion wurden gleich zwei wichtige „Zugpferde“ verloren, die die Werteunion neben Maaßen benötigt hätte, um Wählerstimmen anzulocken. So kam es wie es kommen musste, denn die Werteunion landete bei den Landtagswahlen in Thüringen mit 0,56 % und in Sachsen mit 0,28 % klar unter 5 % und wird deshalb dort in den Landtagen nicht vertreten sein [19].
· Bündnis Sahra Wagenknecht – Verrat an den Wählern: Dieses Bündnis (BSW) wurde in diesem Jahr erst gegründet und mit der Namensgebung ihrer Gründerin „geadelt“. Zu Anfang schien es so, als ob diese junge Partei eine oppositionelle Rolle übernehmen und als potentieller Partner der AfD infrage käme [20]. Spätestens aber nach den Wahlen in Osten werden diejenigen aufgewacht sein, dass diese Hoffnungen trügerisch waren. Mit einer Erklärung des Vorstandes BSW in Thüringen hatte diese Partei am 04.09.2024 signalisiert, dass sie jede Zusammenarbeit mit der AfD ausschließe, sie wolle hingegen mit der CDU, der SPD und den Linken in Sondierungsgespräche treten [21]. Dies kann als Täuschung des Wählers, wie dies auch von der AfD so formuliert wurde, gesehen werden, denn die BSW entpuppt sich somit als Mehrheitsbeschafferin der etablierten Parteien. Es ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, dass Wagenknecht deshalb so stark von den Medien nach vorne gepuscht wurde. Den Vogel abgeschossen hatte wohl der BSW-Chef von Brandenburg, Robert Crumbach, der sich sogar noch zu der Äußerung hatte hinreißen lassen, dass er für ein Verbot der AfD sei. Nachdem er aber aber durch die Proteste der enttäuschten Wähler aufgeschreckt wurde, ruderte er wieder zurück und hat sich von seiner eigenen Äußerung hierzu distanziert [22]. Wer will dann der BSW noch glauben?
· Bündnis Deutschland: Markus Krall ist dem Bündnis Deutschland (BD) beigetreten und hat sich somit von der Werteunion endgültig verabschiedet [23]. Er gilt als scharfzüngiger Denker eines radikalen Kurses im Hinblick auf das, was den Staat als Ganzes angeht und plädiert dafür, den Staat zu entmachten, ihm die allbeherrschende Rolle zu nehmen und ihn auf seine Kernaufgaben zu reduzieren, um dadurch die Ressourcen für die Bürger wieder frei zu machen. Das BD ist eine Kleinstpartei, die im Mai 2022 gegründet wurde und im April 2024 beschloss, mit der Partei „Wir Bürger“ zu fusionieren. Auch die Werteunion hatte dieses Jahr eine engere Zusammenarbeit mit BD geplant [24]. Ob es auf diese Weise zu einer Fusion dieser Parteien kommen wird, ist noch offen. Bei der Europawahl 2024 erreichte sie 0,4 % und bei der Wahl 2024 in Sachsen 0,3 % der Zweitstimmen. Sie verortet sich selbst aufgrund ihrer konservativ-liberalen Ausrichtung zwischen CDU und AfD stehend und könnte deshalb als potentieller Partner der AfD infrage kommen [25]. Es erscheint sinnvoll, dass diese „Kleinstparteien“ fusionieren, um unter einem Dach vereint eine höhere Schlagkraft entwickeln zu können, an der es zur Zeit noch fehlt.
· Christen in der AfD: Die ChrAfD betonen [26] , dass der christliche Glaube ein wesentlicher Teil des Lebens in Freiheit und Wohlstand ist. Sie wollen damit auch prägend auf die AfD einwirken. Eine der prominentesten Vertreterin dieser Gruppierung (130 Mitglieder) ist Beatrix von Storch [27]. Die ChrAfD wenden sich vor allem gegen die einseitige Politisierung der Kirche in Richtung des links-grünen Mainstreams und plädieren für eine Rückkehr zu den alten Tugenden des rechten Glaubens, wie sie etwa in der „Barmer Erklärung“ [28] der „Bekennenden Kirche“ zum Ausdruck komme [29].
· Jugend: Die Jugend sympathisiert, vor allem im Osten, mit der AfD [30]. Aber auch landesweit – das zeigten die Europawahlen im Jahr 2024 - legten die konservativen Parteien (CDU und AfD) bei den Wählern unter 24 Jahren in der Wählergunst zu und es mussten die Grünen herbe Verluste gegenüber früher hinnehmen [31]. Dies stellt eine Trendwende dar, denn die Grünen galten lange Zeit als die Partei der jungen Menschen. Dies ist aber anscheinend vorbei. Der Grund könnte sein, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen direkt die Folgen der grünen Politik mitbekommen: Die Migrationsgewalt auf öffentlichen Plätzen bekommen sie hautnah selbst zu spüren in Form von Messerattacken und Gruppenvergewaltigungen und anderen übergriffigen Handlungen, die von Fremden verursacht werden. Deshalb hat die Angst vor Kriminalität die vor dem Klimawandel schon längst abgelöst [32]. Sie spüren selbst die Benachteiligung in der Schule und in der Berufsausbildung durch Migranten, die in den Bildungseinrichtungen als „Bremser“ wirken und fürchten deshalb um eine gute Ausbildung. Die verheerenden Folgen der Corona-Politik, die vor allem von den „Altparteien“ (Grüne, CDU und SPD) zu verantworten sind, die zu Ausgrenzung von Impfgegnern aus Vereinen und Schulen sowie im öffentlichen Raum führte, hat die Jugend hart getroffen. Die AfD hatte sich in diesem Dingen stets als kritischer Betrachter der Szenerie betätigt und vor der Überfremdung durch unkontrollierte Migration und vor ungeeigneten und überzogenen Corona-Maßnahmen gewarnt und damit recht gehalten.
Rechts darf kein Makel sein: Es gilt als anrüchig, sich dazu zu bekennen, in seiner politischen Einstellung „rechts“ zu sein [33]. Der Diktion der Linken sich nicht zu beugen, wonach alles, was „Fortschritt“, Liberalität, Vielfalt und Toleranz angeht, ein Vorrecht linken Denkens sei, sollte überwunden werden. Wer konservativ denkt, ist nicht deshalb gleich „fortschrittsfeindlich“. Wer auf nationale Interessen vor denen der Europäischen Union pocht, ist deshalb nicht gleich „europafeindlich“. Wer gegen eine grenzenlose Einwanderung ist, der ist deshalb nicht gleich ausländerfeindlich. Wer sich gegen eine „Frauenquote“ ausspricht, ist nicht deshalb gleich frauenfeindlich. Diese Verkürzungen und plakativen Betrachtungen des linken Mainstreams sind gefährlich, weil sie zu einer Gesinnungsdiktatur führen. Wer rechts denkt, der ist für Recht! Wer rechts denkt, der ist auch für Gerechtigkeit, die aufgrund ideologischer Beschränkungen oftmals mit Füßen getreten wird, weil die praktizierte Doppelmoral der Mächtigen diese ad absurdum führt [34] .
Die Entwicklung in Deutschland kann nur dann in eine positive Richtung gelenkt werden, wenn viel mehr Menschen den Mut aufbringen, sich ihre Meinung nicht von linken Ideologen vorschreiben zu lassen.
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[2] https://www.landtag.sachsen.de/de/aktuelles/landtagswahl-2024/wahlergebnisse-und-sitzverteilung-29953.cshtml
[5] Anton Hofreiter hat sich dafür ausgesprochen, die Medienplattform „X“ sperren zu lassen; https://www.welt.de/politik/deutschland/article253404566/Anti-Terror-Kampf-Gruenen-Politiker-Hofreiter-will-notfalls-Plattform-X-sperren.html.
[8] Mit dem Setzen eines bestimmten „Rahmens“ wird versucht eine Manipulation eines Gespräches, einer Meinungsbildung oder eines Entscheidungsprozesses zu erreichen; https://de.wikipedia.org/wiki/Framing_(Sozialwissenschaften)
[10] Wörtlich sagte sie u. a.: Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg mit dem Angriff der Wehrmacht auf Polen. Deutschland überzog die ganze Welt mit Leid und Tod, ermordete sechs Millionen Juden….Am 1. September 2024, auf den Tag 85 Jahre danach, wird im deutschen Bundesland Thüringen eine Partei stärkste Kraft, die erwiesen rechtsextremistisch ist, mit einem Kandidaten an der Spitze, der wie ein Faschist redet und auch so genannt werden darf.“ https://www.express.de/politik-und-wirtschaft/zdf-kommentar-zu-landtagswaglen-ist-moderatorin-zu-weit-gegangen-855829
[11] https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2024/zdf-sorgt-mit-entgleisung-nach-afd-sieg-fuer-fassungslosigkeit/
[14] „Die Evolution hat uns gelehrt: Blau ist keine gute Wahl.“ Auf der Anzeige zu sehen sind verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Neben den Bildern von Trauben, Brokkoli, Kirschen und Co. stehen die Zahlencodes der Farben. In einer Tafel heißt es: „Übrigens: ‚Blaubeeren‘ oder ‚Blaukraut‘ haben zwar ‚Blau …‘ im Namen, aber nicht in den Farbpigmenten. Sagt jedenfalls die Wissenschaft – und auf die sollte man ja bekanntlich viel öfter hören.“; https://www.merkur.de/politik/blau-steht-nicht-zur-wahl-edeka-kritisiert-vor-thueringen-wahl-die-hoecke-afd-zr-93269582.html
[19] https://regionalheute.de/werteunion-enttaeuscht-ueber-wahlergebnisse-in-thueringen-und-sachsen-1725300962/
[20] https://www.deutschlandfunk.de/bsw-kann-sich-inhaltliche-zusammenarbeit-mit-afd-vorstellen-100.html
[22] https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2024/afd-verbot-bsw-macht-rueckzieher-von-der-kehrtwende/
[24] https://www.freilich-magazin.com/politik/werteunion-von-maassen-will-mit-buendnis-deutschland-fusionieren
[26] https://www.chrafd.de/index.php/ueber-uns Die ChrAfD ist ein wesentlicher Bestandteil der AfD, der die Bedeutung der christlichen Wurzeln für ein Leben in Freiheit und Wohlstand betont und damit die politischen Ziele der AfD prägt. Sie setzt sich auf allen Ebenen für einen fairen und würdigen politischen Diskurs ein.“
[28] Eine Erklärung der evangelischen Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus, die eine Gegenbewegung gegen die „Gleichschaltung“ der Kirchen im Dritten Reich markierte; https://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Theologische_Erkl%C3%A4rung
[30] Eine Befragung von Jugendlichen unter 18 Jahren ergab, dass in Sachsen 34,5 % die AfD wählen würden und nur 5,7 % die Grünen; https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/u18-wahl-sachsen-afd-jugendliche-100.html
[31] Union 17 % (+5 %), AfD 16 % (+11 %), Grüne 11 % (-23 %); https://www.deutschlandfunk.de/europawahl-2024-junge-waehler-afd-100.html

Der Kampfsport ist eine Art Auseinandersetzung mit einem Gegner, bei der es das Ziel ist, den anderen zu besiegen. Es ist die friedliche Alternative zum Krieg und deshalb zu befürworten. Ist er aber auch, nachdem er lange Zeit eine Domäne der Männer war, etwas für Frauen?
Amazonen: Amazonen galten schon immer als eine kämpferische Gruppe von Frauen, die laut griechischer Mythologie männergleich in den Krieg zogen und beherrschend waren [1] . Sie wurden meistens etwas leicht bekleidet – Männerfantasien (!) – dargestellt, wenn sie auf dem Pferd sitzend und mit Schwert und Lanze bewaffnet in den Kampf gingen. Frauen sollen also auch gekämpft und nicht zur Hause gesessen und auf Kinder aufgepasst und in der Küche gekocht haben. Es mag ja sein, dass es einmal tatsächlich diese kämpfenden Frauen gab. Aber sollen diese auch heute ein Vorbild sein für die heutigen Frauen? Ja, meinen selbstverständlich die „emanzipierten Frauen“, die es leid sind, sich hinter einen sie schützenden Mann zu verstecken, der für sie kämpfen soll. Sie verzichten darauf, das „schwache Geschlecht“ zu mimen, um sich dann in die Obhut eines starken Mannes zu begeben. Vorbei ist für diesen Frauentypus das scheue Kätzchen, das sich versteckt, wenn es brenzlig wird oder sich in die Arme eines starken Mannes flüchtet. Anschmiegsam, folgsam, brav und etwas bieder – das war gestern. Die moderne Frau ist auch für den Kampfsport und trainiert fleißig ihre Muskeln, will ebenso wie der Mann muskulös, drahtig und kampfesmutig erscheinen und notfalls mal auch einen Mann mit gekonnten Griffen in die Knie zwingen. Jiu Jitsu, Judo, Kendo, Karate, Teakwando und Kickboxen sowie Boxen sind die „angesagten“ Kampfsportarten für Frauen [2] , Die modernen Amazonen bevölkern die Fitnessstudios [3] , stemmen Hanteln in die Luft und ächzen und stöhnen bei den schweißtreibenden Übungen an den mannigfaltigen Geräten.
Geändertes Frauenbild : Wie haben sich doch die Zeiten geändert. Früher saßen Frauen stundenlang in Friseursalons, um sich Dauerwellen legen zu lassen, um dann mit üppiger Frisur, gestylten Augenbrauen, hübschen Ohrringen und gefärbten Fingernägeln Jagd auf Männer zu machen. Wenn die Figur die gewünschten Rundungen nicht hergab, wurde mit einem Korsett nachgeholfen [4] . In engen Röcken und Stöckelschuhen stolzierten sie in Trippelschritten durch die Innenstädte und hinterließen stets eine Duftwolke eines betörenden Parfüms. Diese Zeiten sind längst vorbei, denn die moderne Frau zwängt sich nicht mehr in Korsetts oder Mieder, sondern lässt ihren Rundungen freien Lauf, auch an Stellen (Bauch), wo sie nicht hingehören. Notfalls werden die ungewünschten Rundungen wegtrainiert und die Kurzhaarfrisur ist allemal praktischer als die gestylten Frisuren mittels Dauerwellen. Hosen und Jacken, wie sie auch für Männer üblich sind, sind für die Geschäftsfrau, kaputte Jeans mit Löchern und Pullover für die Frauen, die nicht im Business arbeiten. Früher dachte ich, dass die Mädchen, die in zerfetzten Jeans herumlaufen, kein Geld für neue Hosen hatten, bis ich feststellen musste, dass dies so gewollt war und man diese bereits kaputt kaufen konnte [5] . Das Modediktat der „modernen“ Frau spiegelt das geänderte Selbstverständnis wieder: Frauen wollen nicht mehr Männern gefallen, um „eine gute Partie zu machen“, sondern sie machen selbst Karriere, quälen sich durch ein hartes Berufsleben und wenn es hierfür nicht reicht, gehen in die Politik und hoffen über eine „Frauenquote“ irgendwann in einem Parlament zu landen.
Frauenkörper – nicht für den Kampf gemacht : Der Frauenkörper ist nicht für den Kampf gedacht. Wenn man den Körper eines Mannes mit dem einer Frau vergleicht, dann ist der Unterschied offensichtlich, denn grob gesagt sieht der eines Mannes wie ein V und der einer Frau wie ein umgekehrtes V oder wie A aus. Der Schwerpunkt beim Mann liegt also im Oberkörper, der der Frau im unteren Bereich (Hüfte). Das hat doch sicher einen guten Grund: Der Körper des Mannes ist für den Kampf gemacht mit einer großen Muskelmasse rund um Brust und Arme und mit einer großen Reichweite der Arme kann er den Gegner leichter mit Faustschlägen bombardieren, kann ihn niederringen und kann auch aufgrund einer schmalen Hüfte und muskulösen Beinen auch schnell laufen. Ganz anders ist der Körper der Frau aufgebaut. Die Brustregion ist muskulär gesehen schwach ausgeprägt, die Schultern sind schmal, der Kopf wirkt deshalb überdimensioniert [6] , die Arme sind schmal und liegen wegen des schmalen Oberkörpers dicht an und strecken sich dann in der Hüftgegend nach außen, weil die Hüften breit angelegt sind. Das schnelle Laufen fällt der Frau schwer, weil sie die breite Hüfte daran hindert, große Schritte zu machen, die Arme sind eher im Wege, weil sie nach außen stehend einen „windschnittigen“ Lauf behindern. Außerdem behindert das Fettgewebe der beiden Brüste einen schnellen Lauf, denn bei jeder Bewegung behindern sie durch ihr Gewicht eine schnelle Fortbewegung. Die Fettpolster im Brust- und Hüft- oder Gesäßbereich haben ihren natürlichen Grund: Sie sollen gewährleiten, dass Frauen genügend Energiereserven für die Schwangerschaft haben. Außerdem sollen die Brüste genügend Milch für den Säugling produzieren können. Man könnte sagen: Frauenkörper sind für den Kampf ungeeignet, weil es an der notwendigen Muskelmasse fehlt, was es nicht erlaubt, hart zuzuschlagen, schnell zu rennen oder im direkten Duell jemand niederzuringen. Ihre natürliche Aufgabe ist die „Reproduktion“ des Menschen durch Schwangerschaft und Sorge um den Nachwuchs, zumindest in der sensiblen Zeit der ersten Monate oder Jahre, in denen die Kinder eines besonderen Schutzes bedürfen. Sieht man sich die „Frauenwelt“ bei den nächsten Verwandten des Menschen, den Affen an, dann sind dort die Weibchen i. d. R. kleiner, mit geringerer Muskelmasse ausgestattet und für die Aufzucht der Jungen optimal ausgestattet durch einen ausgeprägten „Brutpflegeinstinkt“, der ihnen die Möglichkeit gibt, sich voll auf die Beaufsichtigung und den Schutz des jungen Nachwuchses zu konzentrieren.
Gegen die eigene Natur : Frauen wollen sich emanzipieren und riskieren ihre Weiblichkeit zu verlieren, denn die Weiblichkeit einer Frau besteht in der Rundlichkeit der gesamten Figur, die in den Augen der Männer sie begehrlich macht. Große Oberweite, schmale Taille und breite Hüften haben deshalb immer schon Männer besonders fasziniert, weil diese im konträren Gegensatz zum eigenen Körper stehen, der ohne jegliche Rundungen auskommt, straff und hart erscheint, ohne jegliche Anmut. Weibliche Körper sind deshalb für den Tanz geeignet, weil diese Bewegungsform der Körperform entgegenkommt, denn weiche, grazile Bewegungen sind mit einem solchen Körper leichter möglich und sehen auch attraktiv aus. Beim Mann wirken sie deshalb eher lächerlich, weil diese nicht zum Körperbau passen. Die Verunstaltung des weiblichen Körpers bedingt der Leistungssport, denn nun werden alle Tribute der Weiblichkeit bekämpft, um in der Spitze mithalten zu können. Es wird also nicht behauptet, dass Sport überhaupt nichts für Frauen ist, denn Bewegung ist allemal gut. Es geht um die auf die Spitze getriebene Art, die man im Leistungssport und vor allem in den Kampfsportarten vorfindet, wo es darum geht, durch „Spitzenleistungen“ irgendwann mal auf einem Siegerpodest stehen zu können. Läuferinnen haben meistens am Fettgewebe an sämtlichen Körperpartien verloren, wo es für das schnelle Laufen hinderlich ist, besonders an der Brust, aber auch an den Hüften. Gerade Langstreckenläuferinnen sind meistens hager und „flachbrüstig“, sodass das Laufen über strenge Strecken durch das Gewicht der Brüste nicht behindert wird. Sieht man sich Fußballerinnen an, so ist auch hier klar, dass der weibliche Körper ein Hindernis darstellt, denn wenn der Ball zum Körper geht, dann ist eine große Oberweite hinderlich und ein Treffer auch schmerzhaft. Auch Radfahrerinnen haben das gleiche Probleme mit dem Busen, denn er behindert beim schnellen Radeln. Ganz extrem wird es bei den Boxerinnen, die aufgrund der geringen Muskelmasse im Schulterbereich nicht zu kraftvollen Schlägen in der Lage sind, also trainieren sie sich künstlich die Muskelmasse an, die ihnen dort fehlt. Gerade bei der Olympiade 2024 in Paris wird die Entwicklung des Frauen-Boxens auf die Spitze getrieben, weil eine „männliche“ Frau, Imane Khelif, die Goldmedaille errang. War sie nun ein Mann oder eine Frau? Die Fachwelt rätselt, denn mit einem XY-Geschlechtschromosom ausgestattet, was für Männer typisch ist, galt sie trotzdem als Frau [7] . Frauenboxen ist für mich die sinnfällige Spitze eines Kampfsportes, der für Frauen nicht geeignet ist, weil die natürlichen Voraussetzungen hierfür einfach nicht gegeben sind.
Nachahmung der Männerwelt: Frauen ahmen nur den männlichen Sport nach, aber kreieren nichts Neues. Warum müssen sie ihre so genannte Emanzipation dadurch beweisen, dass sie dieselben Sportarten ausführen wie die Männer und überlegen sich nichts anderes? [8] Fehlt ihnen die Phantasie oder wollen sie einfach nur die Männerwelt imitieren? Aber jede Imitation ist niemals so gut wie das Original. Der Leistungssport und insbesondere der Kampfsport sind und bleiben eine Domäne des Mannes. Daran wird auch noch so viel Training, noch so viel Wehgeschrei der Frauen nichts ändern. Die Nachahmung der Männerwelt durch die Frauen, wie sie bereits auf vielen Feldern des gesellschaftlichen Lebens passiert, ist zum Nachteil der Menschheit, denn es geht sehr viel von dem verloren, was die Weiblichkeit ausmacht, aber durch die Vermännlichung der Frau verdrängt wird: Anmut, Grazie, Eleganz, Schönheit, aber auch seelische Eigenschaften wie Gutmütigkeit, Sanftmut, Mütterlichkeit und Fürsorglichkeit. Der Kampfsport spiegelt nur das wieder, was sich eben auf der gesellschaftlichen Bühne zeigt, auf der das Weibliche in seiner äußeren Gestalt und in dem Habitus der Frauen verloren geht.
Mein Plädoyer kann nur lauten: Frauen, besinnt euch eurer eigentlichen Aufgaben in der Schöpfung, die von Gott auch so gedacht war und hört auf damit, die Männer-Welt zu imitieren.
© beim Verfasser
[4] Reminiszenzen an alte Zeiten des Korsetts: http://www.corsetiere.net/Spirella/Contents.htm
[6] Grob gesagt passt der Kopf eines Mannes gewissermaßen dreimal auf seinen Schultern, bei der Frau reicht die Schulterbreite hierfür nicht aus.
[7] https://www.bild.de/sport/olympia/olympia-2024-holt-die-maennliche-boxerin-gold-kampf-im-live-ticker-66b66cbbbdd12b04be0849e7
[8] Früher gab es als sportliche Disziplin noch Wasserballett, welches von Frauen ausgeführt wurde, aber nun gar nicht mehr unter den Unterwassersportarten zu finden ist; https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Unterwassersportart

Die Dualität von Gut und Böse als Grundelemente der Welt ist immer faszinierend, weil sich daran die Geister scheiden. Denn entweder es gibt diese Dualität überhaupt oder es gibt sie nicht. An dieser Grundsatzfrage kommen wir eigentlich nicht vorbei.
Leugnung der Dualität: Ich habe schon anderer Stelle einmal den Unterschied zwischen Polarität und Dualität erklärt [1] und will ihn zur Klarstellung nur noch einmal kurz erläutern: Die Polarität ist die Gegensätzlichkeit sich nicht eigentlich ausschließender Pole, die sich auf der gleichen Dimension befinden und in ihrer Wertigkeit gleich sind, was bewirkt, dass es fließende Übergänge gibt. Die Dualität ist genau das Gegenteil, denn sie beschreibt die sich gegenseitig ausschließenden Pole, die sich nicht auf der gleichen Ebene befinden, sondern grundsätzlich verschieden sind, sodass es keine fließenden Übergänge gibt. Krieg und Frieden ist eine typische Dualität, denn der Frieden ist wertvoller als der Krieg. Der Zustand des Krieges schließt den Frieden aus, sodass es nicht ein bisschen Frieden geben kann oder ein bisschen Krieg [2]. Ein typisches Beispiel für Polarität ist die Geschlechtlichkeit, denn diese befindet sich auf der gleichen Ebene und bewirkt eine sich gegenseitige Ergänzung im Hinblick auf die Ausprägungen der Eigenschaften von Mann und Frau, auch gibt es Zwischenformen oder nicht klar abgegrenzte „Zwitter“, die nicht eindeutig entweder dem einen oder dem anderen Pol zugeordnet werden können. Was die Dualität von Gut und Böse angeht, so sind die Elemente sehr verschieden, denn sie befinden sich nicht auf der gleichen Ebene (das Gute ist wertvoller als das Böse), schließen sich gegenseitig aus und führen dazu, sich irgendwann zwischen dem einen oder anderen entscheiden zu müssen. Wird behauptet, dass es sich dabei um eine Polarität handelt, wie dies manchmal in der Esoterik passiert, dann wird das Böse verharmlost und als notwendige Bedingung des Guten gesehen, wie dies auch Mephisto in Goethes Faust geschickterweise tut, um Faust in die Irre zu führen [3]. Die Leugnung der Dualität ist also eine raffinierte Täuschung, die den Menschen zu der Annahme verleiten soll, dass das Böse gewissermaßen in Kauf genommen werden müsse, um das Gute zu erreichen. Oder noch krasser formuliert: Ohne das Böse gäbe es das Gute überhaupt nicht, es sei seine notwendige Bedingung, Krieg wird dann nur als ein gegenteiliger Pol des Friedens angesehen, der vorhanden sein müsse, um zu erkennen, was Frieden sei. Dabei sollte klar sein: Der Frieden ist auch ohne Krieg denkbar und schließlich auch vorhanden. Wir brauchen nicht den Krieg, um den Frieden verstehen zu können. Wir brauchen nicht die Lüge, um die Wahrheit zu erkennen, denn die Lüge ist als dualer Gegensatz zum Wahren nicht notwendig, um zu erkennen, was wahr ist. Die Wahrheit stellt allemal ein höheres Gut dar als der Gegensatz hiervon, nämlich die Lüge. Die Wahrheit ist also höherwertig und mit der Lüge unvereinbar. Es gibt nicht ein bisschen Wahrheit oder ein bisschen Lüge.
Polarität |
Dualität |
gleichwertige Gegensätze |
nicht gleichwertige Gegensätze |
Gegensätze ergänzen sich |
Gegensätze schließen sich aus |
gleiche Dimension |
verschiedene Dimensionen |
Fließende Übergänge |
Hartes: Entweder - oder |
Merkmale des Bösen: Das Böse verstehen ist eine Grundvoraussetzung dafür, um es bekämpfen zu können.
· Zerstörung: Mephisto hatte es bereits Faust erläutert, was der Kern seiner Absicht sei, nämlich entweder zu erreichen, dass etwas zerstört wird, was bereits vorhanden ist oder aber zu bewirken, dass erst überhaupt nichts entsteht. Das Ziel ist also die Negation des Entstehens oder Bestehens von etwas, sodass entweder nichts vorhanden ist oder das Bestehende vernichtet wird. Dies wird deutlich im Krieg, denn hier wird alles, was andere Menschen aufgebaut haben, durch Bomben zerstört: Häuser, Straßen, Fahrzeuge und auch Lebewesen. Dieser Zerstörungswut begegnet man bereits bei Kindern, was darauf hindeutet, dass es ein angeborenes Verhaltensmuster ist, etwas kaputt zu machen [4]. Zerstört werden können aber nicht nur sichtbare Dinge, sondern auch das, was Menschen miteinander verbindet oder das, was allgemein gesehen die verbindende Kraft zwischen allem Lebendigem darstellt. Zerstörung richtet sich gegen alles Lebendige, gegen die natürliche Ordnung der Welt, die, wenn wir an eine Schöpfung glauben, gottgewollt ist. In ihr hat jedes Lebewesen seinen angestammten Platz und erfüllt darin seine Aufgabe im Zusammenwirken mit anderen Lebewesen. Der Mensch zerstört diese Ordnung, indem er seine Vorstelllungen anderen Lebewesen aufzwingt. Wer einen Vogel im Käfig hält, ignoriert den natürlichen Freiheitsdrang dieses Lebewesens, sich durch Fliegen fortzubewegen. Wenn Tiere in Ställen untergebracht werden, damit sie irgendwann geschlachtet werden, ignoriert die natürliche Lebensweise dieser Tiere und unterbindet durch eine nicht artgerechte Haltung die natürlichen Lebensformen. Kosmologisch gesehen erscheint es doch fast wie ein Wunder, dass überhaupt etwas vorhanden ist, nämlich die sichtbare Welt, die uns in ihren mannigfachen Formen begegnet. Es wäre doch zumindest denkbar, dass es überhaupt nichts gäbe, weder ein Weltall mit Galaxien, Sonnen und Planeten, noch die unsichtbare Welt, die uns zeitlebens weitgehend verschlossen ist, weil wir sie nicht wahrnehmen können. Im Hinduismus wird von einer Trinität der Götter ausgegangen: Brahma ist der Schöpfer im klassischen Sinne, der dafür sorgt, dass überhaupt etwas entsteht, Vishnu ist der Erhalter des Geschaffenen und Shiva der Zerstörer [5]. Die Zerstörung ist also nach hinduistischer Auffassung Teil des Göttlichen. In den monotheistischen Religionen wurde diese Rolle außerhalb Gottes verortet und einem Gott entgegenwirkenden Wesen (Satan, Teufel) zugeschrieben. Ist die Zerstörung gut oder böse? Die Auflösung von Formen ist etwas, was wir in der Natur immer beobachten können, was z. B. bei einem Wirbelsturm geschieht, der alles, was sich in seiner Bahn befindet, zerstört. Ist also dann der Wirbelsturm böse? Nein. Es muss also noch etwas dazu kommen, um das Böse besser erklären zu können.
· Die böse Absicht: Von Erich Kästner stammt der bekannte Ausspruch, dass es nichts Gutes gibt, wenn es auch nicht getan wird [6]. So wie das Gute eines Menschen bedarf, der auch eine gute Absicht in die Tat umsetzt, benötigt auch das Böse eines Aktes des Wollens. Die böse Absicht, etwas zerstören zu wollen, bewusst und nicht „aus Versehen“ geschehen, ist ein entscheidendes Kriterium. Wenn jemand eine Vase anstößt, sodass sie zu Boden fällt und zerbricht, ist dies noch nicht böse, erst wenn er diese Vase in die Hand nimmt und bewusst an die Wand oder auf den Boden wirft, sodass sie dadurch kaputt geht, ist dies böse. Die bewusste Entscheidung, etwas zu zerstören, ist also böse. Deshalb kennt man im Strafrecht die Milderungstendenz, wenn Taten begangen wurden, die unter dem Einfluss von Drogen (Alkohol, illegale Drogen) oder in einem seelischen Ausnahmezustand (Psychose) geschehen sind, diese nicht so scharf zu bestrafen. Waren die Entscheidungen der maßgeblichen Politiker in der Zeit der Corona-Krise böse? Was nun durch die Veröffentlichung der Akten des Robert-Koch-Instituts herauskam, bestätigt die Annahme, dass sie bewusst die Empfehlungen der Wissenschaftler ignorierten und gegen diese gehandelt hatten, dass z. B. Kinder Masken tragen oder sogar geimpft werden sollten, obwohl erhebliche wissenschaftliche Zweifel bestanden. Böse ist, wer bewusst andere schädigt. Dies ist hier eindeutig geschehen, denn es gab keine wissenschaftliche Evidenz für die genannten Maßnahmen.
· Selbstsucht: Die Selbstsucht ist deshalb ein wesentliches Merkmal für das Böse, weil sie zu einer Ignoranz gegenüber dem Selbstbestimmungsrecht anderer Lebewesen führt. Diese Selbstsucht kommt in unterschiedlichen Ausprägungsgraden vor [7].
Bezeichnung |
Beschreibung |
Egozentrik |
Ichzentriertheit, es werden die Bedürfnisse anderer ignoriert |
Egoismus |
zur Ichzentrierung kommt noch das bewusste Inkaufnehmen des Schadens bei anderen |
Narzissmus |
Neben Ichzentrierung und Schädigung des anderen kommt die Selbsterhöhung. Die "Selbstverliebtheit" zerstört Beziehungen und schädigt andere durch parasitäres Ausnutzen. |
Psychopathie |
Neben der Ichzentrierung und Fremdschädigung sowie Selbstüberhöhung kommt die bewusste Zerstörung der Gesundheit anderer bis hin zur Auslöschung des Lebens. |
Die Tabelle zeigt die verschiedenen Formen der Selbstsucht die aufbauend im Hinblick auf den Grad der Verschlimmerung dargestellt sind. Die mildeste Art ist die Egozentrik, die bereits beim Säugling vorhanden ist. Der Mensch, wenn er auf die Welt kommt, ist von Natur aus egozentrisch, weil er eben nicht anders kann, als die Welt als Erfüllungsgehilfe seiner Bedürfnisse zu sehen. Ein Säugling kennt keine Rücksicht auf das Schlafbedürfnis seiner Eltern und schreit, wenn er hungrig ist, auch wenn das mitten in der Nacht ist. Erst mit der Entwicklung im Kindesalter und auch später muss der junge Mensch dann lernen, auf andere Rücksicht zu nehmen – manche lernen es eben nie, sodass es zur Fehlentwicklung der Selbstsucht kommt. Zuerst versucht ein solcher Mensch seine Bedürfnisse rücksichtslos durchzusetzen und nimmt die Schädigung anderer billigend in Kauf (Egoismus), später kann diese Grundhaltung sich noch verstärken, indem durch diese erfolgreich praktizierte Rücksichtslosigkeit es zu einer maßlosen Selbstüberschätzung kommt, bei der ein solcher Mensch jede Art der Zurücksetzung durch andere als eine „narzisstische Kränkung“ ansieht. Ein solcher Narzisst kann keine Kritik vertragen, ist aber immer bereit, andere nieder zu machen, weil es seinem Ego schmeichelt. Dabei verhält er sich wie ein Parasit, indem er andere ausnutzt und für seine egoistischen Ziele missbraucht. Die nächste Stufe der Verschlimmerung stellt die Psychopathie dar, bei der sogar vor der Vernichtung des anderen nicht zurückgeschreckt wird. Im schlimmsten Fall wird es zu einer Art Lebensaufgabe, jeden nicht nur zu erniedrigen, sondern auch zu vernichten, der es wagt, Kritik zu üben. Die Selbstüberhöhung wird zum Exzess getrieben, indem anderen das Lebensrecht abgesprochen wird. Die feine Art dieser Selbstüberhöhung ist die Psychopathie i. e. S., d. h. dass diese Person nicht selbst die „Drecksarbeit“ erledigt, sondern dieser Psychopath i. e. S. es geschafft hat, Vasallen um sich herum zu versammeln, die neben der Anbetung des Herrschers ihm auch seine Widersacher vom Halse schafft. In der kriminellen Szene sind es die Mafia-Bosse, die sich nicht die Hände schmutzig machen, in der Politik sind es skrupellose Politiker die an den Hebeln der Macht sitzen und mit einem minimalen Aufwand Menschen, Institutionen oder ganze Nationen vernichten können. Der andere Typus des Psychopathen ist der Soziopath, der die direkte brutale Gewalt liebt [8]. Er gewinnt aus der unmittelbaren Demütigung des anderen seine Befriedigung bis hin zur psychischen und physischen Vernichtung.
· Machtmissbrauch: Das Böse kommt ohne die Macht nicht aus. Wenn man Macht definieren will, dann könnte dies dadurch geschehen, indem man es als die Möglichkeit beschreibt, das Verhalten der anderen nicht nur zu beeinflussen, was die geringste Form der Machtausübung darstellt, sondern andere sogar zwingen zu können, etwas zu tun oder zu unterlassen, was sie nicht wollen. Macht und Herrschaft verhalten so miteinander, dass mit der Macht die Möglichkeiten und die Instrumentarien der Sanktionierung beschrieben wird, während die Herrschaft die Institutionalisierung des Mächtigen beschreibt, mittels der Macht über andere herrschen zu können. Die Herrschaft anzustreben ist das verlockende Ziel aller boshaften Menschen, weil sie ihnen die Möglichkeit gibt, den eigenen Willen gegen andere durchzusetzen. Die Gewissenlosigkeit ist ein wesentliches Merkmal der Machtausübung, denn wer auf sein Gewissen hört, der wird vor der unbedingten Durchsetzung des eigenen Willens gegen andere zurückschrecken, wenn dies bedeutete, dass dadurch andere zu Schaden kommen. Der Machtmissbrauch begegnet uns leider dort, wo Menschen die Macht durch das erteilt Mandat verliehen bekommen haben, aber dann sich nicht mehr an den erteilten Auftrag durch den Auftraggeber gebunden sehen. In der Politik ist dies leider weit verbreitet. Die so genannten Berufspolitiker sehen sich doch eher über dem Volk stehend, die sich nur ungern daran erinnern lassen, dass sie eigentlich von den Wählern einen Auftrag erhalten haben, für sie das Beste zu erreichen. Ein typisches Beispiel für den Machtmissbrauch stellt das Umgehen der führenden Politiker in der Corona-Zeit mit den Bürgern dar. Der Journalistin Aya Velázquez ist es gelungen, an die ungeschwärzten Protokolle des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu gelangen. Diese offenbaren z. B., wie etwa der damalige Gesundheitsminister gegen die Empfehlungen des RKI die Impfung von Kindern vorangetrieben hat. Es stellt sich nun weiterhin heraus, dass zahlreiche Entscheidungen (2G-Regel – geimpft oder genesen Sonderrechte -, einrichtungs- und geplante allgemeine Impfpflicht) reine politische Entscheidungen waren, ohne dass es hierfür eine wissenschaftliche Legitimation gab [9]. Ein weiteres aktuelles Beispiel für den Machtmissbrauch ist das Verbot des „Compact-Magazins“ durch die Innenministerin Nancy Faeser, das zu unterschiedlichen Reaktionen führte – je nach politischer Couleur [10] der Befürworter oder Gegner dieses Verbots. In diesem Zusammenhang geht es um die Machtdemonstration der Innenministerin, die bei der Polizeiaktion auch die Privaträume des Chefredakteurs und seiner Frau „stürmten“. Ein Foto ging viral, auf dem die demütigende Szene gezeigt wird, als maskierte und mit Sturmhauben ausgerüstete Polizisten vor dem im Bademantel an der Haustür stehenden Jürgen Elsässer auftauchten und (vorher informierte?) Journalisten diesen Augenblick als Zeitzeugnis festhielten [11]. Alle totalitäre Systeme haben es so praktiziert: Es geht nicht nur um die Sache, sondern um die maximale Demütigung des Gegners des herrschenden Systems [12]. Aber es gibt nicht nur den Machtmissbrauch zwischen den Menschen, sondern auch zwischen Menschen und Tieren. Die Menschen, die sich anmaßen, mit den Tieren nach eigenem Belieben verfahren zu können, missbrauchen die Macht, die sie aufgrund ihrer Überlegenheit haben. Dies drückt sich z. B. darin aus, dass sie glauben bestimmen zu können, wie Tiere zu leben haben, indem sie ihnen die Freiheit nehmen (Zoo, Tiergärten, Zirkus, Käfighaltung), sie für Versuchszwecke gebrauchen (Tierversuche zur Erprobung von Medikamenten) oder sie zu Nahrungszwecken heranzüchten (Massentierhaltung). Als infames Beispiel eines Machtmissbrauches stellt die Benutzung von Pferden zum Reiten dar. Es ist wohl augenscheinlich, dass Pferde es von Natur aus ablehnen zu dulden, dass sich jemand auf ihren Rücken setzt, was die Rodeo-Festivals zeigen, bei denen noch wilde Pferde „zugeritten“ werden und derjenige Cowboy gewinnt, der sich am längsten auf einem Pferd halten kann [13]. Auch das Erzwingen von unnatürlichen Bewegungen beim Springreiten (Pferde haben eine panische Angst vor Hindernissen, weil sie instinktiv wissen, dass sie sich dabei die Beine brechen können, deshalb werden sie durch tierquälerische Aktionen dazu gezwungen [14] ) oder Dressurreiten [15] (es werden den Tieren nicht für sie typische Laufbewegungen – Seitwärtslaufen, auf der Stelle traben - beigebracht) zeigt, dass hier ein Machtmissbrauch vorliegt.
Merkmale des Guten: Auch das Gute kann mit der gleichen Optik beleuchtet werden, um herauszufinden, welche Merkmale hierfür prägend sind.
· Aufbau: Der Zerstörung steht der Aufbau gegenüber. Alles, was zerstört werden kann, muss zunächst einmal hergestellt werden. Hierfür sind mehrere Elemente erforderlich:
o Idee : Es muss zunächst einmal auf der geistigen Ebene eine Idee vorhanden sein, was geschaffen werden soll. Die Vorstellung von dem, was entstehen soll, ist ein geistiger Vorgang, der vielleicht schon der eine oder andere selbst erlebt hat, wenn er ein Vorhaben planen wollte. Es entsteht eine vage Vorstellung dessen, was entstehen soll, wobei diese sich erst nur nebulös zeigt und kaum zu formulieren ist. Der kreative Prozess beginnt aber immer mit dem Gedanken und erst danach gesellen sich Worte hinzu, mit denen diese Gedanken beschrieben werden.
o Konzept: Danach entsteht ein Entwurf, eine Skizze dessen, was entstehen soll. Ein Architekt macht vielleicht eine grobe Zeichnung. Ein Wissenschaftler entwirft die Gedanken, die er in Worte gefasst hat, in ein kurzes Statement, macht hierzu einige Zeichnungen, stellt die Gedanken in Blöcken zusammen, mit „Gedankenstrichen“ verbunden, um sie für sich optisch sichtbar zu machen. Die Veräußerlichung des mentalen Vorgangs verschafft Klarheit, weil nun das Nebulöse verschwinden kann und als etwas Konkretes sichtbar vor Augen tritt.
o Erschaffung: Nun geht es an die Arbeit, das geplante Konzept umzusetzen. Jetzt zeigt sich, ob die Vorstellungen praxistauglich sind.
Die Schöpfung der Welt könnte so erklärt werden. Die gängige Theorie der Evolution geht von einer nicht intentionalen, rein auf Zufällen basierenden Entwicklung aus . Dem steht die „nicht reduzierbare Komplexität“ [16] der Schöpfung entgegen, die eine rein auf Zufällen basierende Entwicklung ausschließt oder zumindest unglaubwürdig erscheinen lässt. Die Verfechter des „Intelligent Design“ gehen von einer intentionalen, durchdachten Schöpfung aus, weil komplexe Systeme nicht zufällig entstehen können [17]. Die gängige Evolutionstheorie kann zwar die Auslese erklären, weil die schlecht angepassten Individuen sich nicht vermehren, sondern nur die am besten angepassten („Survival of the Fittest“ [18] ), aber sie kann neue Kreationen nicht oder nur schwer erklären. Die zunehmende Komplexität birgt auch Überlebensrisiken, denn je simpler ein Organismus aufgebaut ist, desto leichter fällt ihm die Anpassung an Veränderungen. Komplexe Strukturen schaffen Risiken hinsichtlich des Zerfalls (Krebs) und der Anfälligkeit bei Umweltveränderungen („Spezialisten“ haben es dann schwerer im Überlebenskampf, einfache Lebensformen – z. B. Kakerlaken, Bakterien – können fast überall überleben). Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass sich rein zufällig, quasi von selbst, komplexere Formen entwickelt haben. Es erscheint schon fast egal, ob die Schöpfung in einem einmaligen Akt entstanden ist (Kreationismus [19] ) oder er als ein laufender Prozess angesehen werden kann, an dem auch der Mensch beteiligt ist, wie dies Neale Donald Walsch aufgrund des „göttlichen Diktates“ schreibt [20]. Wenn die Schöpfung als ein prozessualer Vorgang angesehen wird, dann hätte dies den Vorteil, dass auch Korrekturen möglich wären und nicht alles von vornherein für alle Zeiten unveränderlich festgeschrieben wäre. Dann könnte auch die Idee einer Evolution wieder eine Berechtigung haben, falls sie durch diese wichtige Ergänzung „aufpoliert“ würde.
· Der gute Wille: Kants Pflichtethik geht auf die Idee zurück, dass der gute Wille ausschlaggebend dafür ist, ob eine Handlung als gut bezeichnet werden kann [21]. Was ist der „gute Wille“?
o Erkennen der Gesetze: Das Erkennen der in der Schöpfung enthaltenen Gesetze, die diese steuern, wäre eine gute Voraussetzung für das Gelingen, das Gute zu erkennen. Wenn wir davon ausgehen, dass alles, was entstanden ist, nicht aufgrund zufälliger Ereignisse geschehen ist, dann müssten wir von Gesetzmäßigkeiten ausgehen, die die hierfür notwendigen Prozesse steuern. Die Naturwissenschaften haben versucht die für die Erschaffung und Erhaltung der materiellen Welt notwendigen Gesetze zu erforschen. Nehmen wir an, dass das Gravitationsgesetz ein entsprechendes Gesetz darstellt, das bewirkt, dass sich Materie „zusammenballt“ und somit eine feste Grundlage bildet. Der Vorteil dieses Gesetzes ist seine Zuverlässigkeit, dass es wirkt (es fällt immer alles zu Boden). Ähnlich könnten auch Gesetze vorhanden sein, die die „geistige Welt“ steuern. Die „hermetischen Gesetze“ könnten als Beispiel hierfür angeführt werden [22]. Das Gesetz von Ursache und Wirkung bedingt das, was wir als universelle Gerechtigkeit, die sich dann in der Lehre vom Karma zeigt, benennen können. Niemand könnte sich diesem Gesetz entziehen, sodass danach alles auf den Verursacher (positive und negative Entscheidungen) zurückfällt. Im Alten Testament sind es die „Zehn Gebote“ im Neuen Testament die Ausführungen von Jesus in der „Bergpredigt“, die hier die geistigen Gesetze darstellen, nach denen wir uns richten sollten.
o Gute Entscheidungen: Entscheidungen beruhen im Idealfall auf dem Wunsch, Gutes zu tun. Das Ansinnen von Immanuel Kant war, dass hierbei die Akzeptanz einer über den Menschen hinausgehenden Moral ausschlaggebend ist. Kant ging dabei von einer vernunftgeleiteten Einsichtsfähigkeit aus, diese Moral zu erkennen und aus Pflicht gegenüber diesen Gesetzen zu handeln, wobei nicht die eigenen Bedürfnisse („Neigungen“) eine Rolle spielen dürfen. Wer einen Menschen aus einer Lebensgefahr rettet, wird dann nicht aufgrund von Bedürfnissen handeln (diese könnten ihn eher verleiten, die Rettung aufgrund der Eigengefährdung zu unterlassen), sondern aufgrund der Moral, wonach das Helfen einer Gesetzmäßigkeit folgt, einem anderen das Leben retten zu sollen (als eine an den Mensch gerichtete Aufforderung, dem universellen Gesetz der Nächstenliebe zu folgen).
o Universalität: Gesetze, die zum guten Handeln auffordern, bedingen eine Universalität, die über die eigene „Komfortzone“ hinausgeht. Es verbietet sich aufgrund dieses Anspruches jede Art der „Doppelmoral“ [23] , für sich Sonderregeln zu fordern und diese auch umzusetzen. Dies hatte bereits Immanuel Kant in seinem „kategorischen Imperativ“ [24] indirekt so gefordert, denn auch hier sollte sich die Universalität eines moralischen Anspruches daran messen lassen müssen, ob die für sich selbst aufgestellten Ansprüche auch für alle gelten könnten. Umgekehrt gilt das dann eben auch genauso: Was für alle gültig sein soll, muss auch für jeden einzelnen gelten. Wer als Politiker meint, von dem Volk eine umweltschonende und kostensparende Lebensweise einfordern zu können, muss dies eben dann auch selbst praktizieren [25].
· Selbstlosigkeit: Können wir restlos völlig selbstlos sein? Der Anspruch erscheint kaum machbar, weil er uns utopisch erscheint. Selbstlosigkeit bedeutete nämlich die Aufgabe sämtlicher ichzentrierten Wünsche. Besser bekannt wurde die Selbstlosigkeit unter dem Begriff des Altruismus, der einen Gegenpol zum Egoismus darstellt und von dem Philosophen August Comte stammt [26]. Altruismus, wenn nicht eine natürliche Veranlagung angenommen wird, wie dies auch im Tierreich vorkommt, wenn etwa artverschiedene Tiere sich gegenseitig helfen (Flusspferde retten z. B. ein Gnu, das von einem Krokodil bei der Flussüberquerung bedroht war gefressen zu werden [27] ), geht auf eine willentliche Entscheidung zurück. Hier ist der „gute Wille“ ausschlaggebend für die Handlung und mündet dann in den verschiedenen Formen altruistischen Verhaltens (Sorge für andere, Solidarität, Rettung aus Gefahr, Unterstützung bei finanzieller Not, Beistand bei seelischer Not), die alle das Ziel haben, die Lebenssituation anderer (Menschen, Tiere und Pflanzen) zu verbessern. Dass hierbei auch „Gewinn-und-Verlust-Rechnungen“ eine Rolle spielen, die darauf hinauslaufen, den Aufwand (Zeit, Geld, Unannehmlichkeiten, gesundheitliche Risiken) für die Hilfe mit dem Nutzen (für den Helfer selbst) abzuwägen, ist nicht von der Hand zu weisen. Diese zielen aber auf eine utilitaristische Betrachtungsweise [28]. Echter Altruismus ist aber werteorientiert, d. h. dass mit dem Handeln nach eigenen Überzeugungen gehandelt wird, die bestimmten Werten, die für wichtig erachtet werden, entsprechen.
· Machtlosigkeit: Verzichtet der gute Mensch auf Macht? Die Macht stellt eine Versuchung dar, mit Hilfe von bestimmten, dem Mächtigen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Verhaltenssteuerung, eigene Ziele durchzusetzen. Ich habe an anderer Stelle im Hinblick auf den Dualismus zwischen dem Herrschen und dem Dienen darauf hingewiesen, dass ich das Herrschen für eine satanische, das Dienen aber für einen göttlichen Verhaltensmodus halte [29]. Das Dienen bedarf nicht der Machtausübung. Mehr noch: Das Gute kann nicht erzwungen werden, sondern setzt sich durch gutes Beispiel, das nachgeahmt wird, fort. Deshalb ist die Vorbildfunktion [30] des Lehrers, des Erziehers, des Elternteils oder eines anderen Pädagogen für die Herausbildung von gutherzigen Menschen der Königsweg. Es bedarf nicht der Bestrafung von bösem Verhalten, weil reziprok mit dem Anwachsen des moralisch guten Verhaltens die negativen Verhaltensweisen entweder gar keine Chance zu entstehen oder zum Verschwinden gebracht werden können.
Wer schützt die Guten und wer die Bösen? Sind wir in dem Kampf zwischen Gut und Böse auf uns allein gestellt? Bekommen wir göttlichen Beistand? Schützt Gott die Liebenden? [31] Wer hilft den Bösen? Die Welt erscheint doch oft wie eine Bühne, auf der die Akteure (Menschen) wie gute Schauspieler ihre Texte zu den von ihnen gewählten Rollen aufsagen und entsprechend agieren. Die Welt als Bühne zu sehen könnte als eine gute Metapher angesehen werden, weil damit der Blick „hinter die Kulissen“ geöffnet wird. Die Frage ist doch: Schreiben wir selbst unsere Rolle, die wir spielen wollen oder sind es andere, die uns diese Rollen vorgeschrieben haben? Intuitiv wehren wir uns gegen die Vorstellung, dass wir gleichsam nur Marionetten sind, an denen die Strippenzieher andere sind, die unsichtbar bleiben. Beides trifft wohl zu: Es wäre eine fatale Welt, wenn wir nur Marionetten wären und es wäre auch naiv zu glauben, dass nicht jenseits unserer wahrnehmbaren Realität in der jenseitigen Welt mächtige Wesen darauf warten, in unsere Welt einzugreifen.
· Gottes Helfer, die Engel: Warum sollte Gott alles allein machen, „schließlich hatte man immer schon Personal“. Dieses besteht nach Verständnis der monotheistischen Religionen aus Engeln, die verschiedene Funktionen haben. Dabei soll es sogar auch eine Hierarchie geben, angefangen von den oberen Rängen wie den Seraphim bis hinunter zu den Schutzengeln. Am Interessantesten für die Menschen sind die Schutzengel, von denen in zahlreichen Büchern berichtet wird [32]. Die Geschichten beruhen auf Berichten von Menschen, die sich in ausweglos erscheinenden Situationen befinden und dann wie „durch ein Wunder“ gerettet werden [33]. Neben dieser Art von Engeln berichtet Passian noch von Engeln, die bei der Geburt (Geburtsengel) helfen, beim Tod beistehen (Todesengel) oder bei der Heilung helfen (Heilungsengel) [34]. Engel kommen danach in der Schöpfung Gottes die Funktion zu, die Schöpfung zu bewahren und diejenigen zu schützen, die in der diesseitigen Welt Beistand brauchen, um in ihr nicht vom „rechten Weg“ [35] abzukommen. Engel sind und bleiben aber jenseitige Wesen und es ist unmöglich, dass Menschen irgendwann zu Engeln werden [36] , weil Engel gewissermaßen eine „eigene Spezies“ der Schöpfung sind. Wenn Menschen aus dem Jenseits heraus versuchen zu wirken, wird dann eher von Schutzgeistern gesprochen.
· Satans Helfer, die Dämonen: Wenn Gott seine Helfer hat, dürfte auch Satan auf ein Heer zurückgreifen können, das ihm zur Verfügung steht. Im Allgemeinen wird bei diesen Wesen von Dämonen gesprochen, die mit ihrem Anführer aus dem Himmel verbannt wurden und seit dem versuchen, folgt man den Berichten der Bibel, die Menschen in ihrem Sinne zu beeinflussen. Dämonen haben danach die Absicht, die Menschen von dem „rechten Weg“ abzubringen, indem sie auf die Menschen durch ihre Möglichkeiten der Beeinflussung einwirken. Es gibt drei verschiedene Versionen, die zu verschiedenen Phänomenen führen: Umsessenheit, Besessenheit, Pakt [37]. Bei der Umsesssenheit versucht ein Dämon sich in die Nähe eines Menschen (Aura) zu begeben, um durch eine Art „Einflüsterung“ Einfluss zu nehmen, indem er ihm rät, nicht auf die Stimme des Gewissens (Gott) zu vertrauen. Bei der Besessenheit wird die Persönlichkeit des Dämons so beherrschend über einen Menschen, dass er zu keinen eigenen Entscheidungen mehr fähig ist. Von Pakt spricht man dann, wenn eine mehr oder weniger bewusste Vereinbarung mit einem Dämon erfolgt, der für das Versprechen von Vorteilen der materiellen Welt (Ruhm, Macht, Reichtum) die „Übereignung“ der Seele erwartet [38]. Solange jemand unter dem Einfluss eines Dämons steht, genießt er auch dessen „Schutz“. Dass so etwas möglich ist, erscheint rein spekulativ, aber es ist doch erstaunlich, dass Hitler 42mal auf ihn verübten Attentatsversuchen entging [39]. Auch in der heutigen Zeit ist es doch sehr bemerkenswert, wie wenig durch irdische Gerichte Politiker belangt werden, die nur ihre eigenen egoistischen Ziele verfolgen; mehr noch, denn sie erfahren beruflichen und privaten Erfolg und werden durch staatliche Organe geehrt, wie dies z. B. bei Angela Merkel geschehen ist.
Dualität von Gut und Böse universell?
Wir nehmen die Dualität von Gut und Böse in unserer Wirklichkeit oft unmittelbar wahr, sehen sie als gegeben an. Die Frage, die sich stellt ist die, ob sie auch für das Jenseits gilt oder sich verflüchtigt? Armin Risi geht in seinem Buch „Licht wirft keine Schatten“ dieser Frage nach und gibt hierzu die Antwort, dass die Dualität überwunden werden müsse, weil sie mit der göttlichen Einheit unvereinbar sei. Er meint, dass die Dualität in ihrer Schärfe, wie sie etwa in den monotheistischen Religionen zutage tritt, zu einer diabolischen Spaltung führe, wodurch sich die einen als „die Guten“ definierten und die die anderen dann als die „die Bösen“ hingestellt und bekämpft oder sogar getötet werden können. Vor allem die Kirche sehe sich als die „Braut Christi“ als die einzige und wahre Vertreterin des rechten Glaubens an [40]. Wird also die Dualität im Reich Gottes hinfällig? Der Monismus als philosophische Richtung geht davon aus. Denn wenn alles, was ist, letztendlich auf eine Ursache zurückgeht, dann dürfte die Dualität eigentlich irgendwann nicht mehr bestehen, weil dies mit der Einheit nicht vereinbar wäre. Hierbei wird Gott mit dem „Absoluten“ identifiziert und gesagt: „Das Absolute ist die einzige Wirklichkeit, und diese ist frei von Dualität, so wie Licht frei von Schatten ist.“ [41] Könnte es so sein, dass im Ursprung alles einmal vereint war und dann irgendwann auseinanderfiel? Folgt man der Bibel, dann wird dort vor der Schaffung der Menschen von einem „Krieg im Himmel“ gesprochen, durch den es zu einem „Geisterabfall“ gekommen sei (Offenbarung Johannes 12, 7-12) [42]. War das der Beginn der Dualität? Folgt man der Offenbarung des Johannes weiter, dann wird diese Dualität in weiter Zukunft einmal enden. Dieses Ereignis steht aber erst am Ende einer langen Entwicklung, wobei nicht der Dualismus einfach verschwindet, sondern das Gute das Böse vernichten wird. Diese Vernichtung wird so beschrieben, dass Satan und seine Anhänger „in den feurigen Pfuhl“ geworfen werden (Offenbarung Johannes 20,10) [43]. Aber nicht nur wird Satan mit seinen Anhängern (Dämonen – gefallene Engel) dort verschwinden, sondern auch diejenigen, die sich für ihn entschieden haben und deshalb nicht im „Buch des Lebens“ stehen (Offenbarung Johannes 20, 15) [44]. Das endgültige Gericht, das einen Endpunkt beschreibt und damit das Ende der materiellen Welt, wird von dem wiedergekehrten Jesus Christus gehalten, indem er die Schafe von den Böcken trennt (Matthäus 25, 31). Hierbei sind allein die guten Werke ausschlaggebend dafür, ob man letztendlich im Reich Gottes landet oder nicht, indem unterschieden wird zwischen denen, die in ihrem Leben an den Brüdern von (Matthäus 25,40 [45] ) Jesus gute Werke vollzogen haben (Matthäus 25, 35-56 [46] ) oder jenen, die dies unterließen.
Die Dualität von Gut und Böse wird also irgendwann verschwinden und das ist der Trost, der es mir erlaubt, in dieser Dualität noch leben zu müssen.
© beim Verfasser
[2] Es ist wie bei der Schwangerschaft: Entweder ist eine Frau schwanger oder nicht. Deshalb ist auch der Titel des Schlagers „Ein bisschen Frieden“ irreführend: https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_bi%C3%9Fchen_Frieden
[3] (Ich bin) ein Teil von jener Kraft, Die stets das Böse will und stets das Gute schafft. ... Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles, was entsteht, Ist wert, daß es zugrunde geht; Drum besser wär's, daß nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, Mein eigentliches Element. https://www.aphorismen.de/gedicht/676
[4] In meiner Kindheit hatte ich mich schon immer geärgert, wenn das, was ich mühsam aufgebaut hatte (Sandburgen, Baumhäuser, künstliche Staudämme u. ä.), entweder direkt zerstört wurde oder ich es am nächsten Tag im zerstörten Zustand vorfand.
[6] „Es gibt nichts Gutes außer: Man tut es“; https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/E#Es_gibt_nichts_Gutes_au%C3%9Fer:_Man_tut_es.
[7] Siehe auch hier: https://www.guentherbirkenstock.de/formen-der-ichbezogenheit94126566
[8] Zur näheren Unterscheidung zwischen Psychopath und Soziopath siehe Artikel „Warum werden wir von den falschen regiert?“ https://www.guentherbirkenstock.de/neue-seite
[9] Velázquez’ Fazit zu dem Datensatz lautet: „Die Corona-Politik basierte nicht auf rationalen, wissenschaftlichen Abwägungen. Zahlreiche politische Entscheidungen, wie etwa 2G, die einrichtungsbezogene und geplante allgemeine Impfpflicht oder die breitflächige Impfung von Kindern waren rein politische Entscheidungen, für die das RKI als weisungsgebundene Behörde eine vermeintlich wissenschaftliche Legitimation geliefert hat.“ Aus: Corona: Was die Regierung vor der Bevölkerung verheimlichte; https://www.schwaebische.de/politik/corona-rki-files-protokolle-drosten-spahn-das-wollte-die-regierung-deutschen-verheimlichen-2726483
[10] https://www.rnd.de/politik/compact-verbot-lob-und-kritik-die-reaktionen-im-ueberblick-M6H73WFYONNPVOADOM2SAOJ3KM.html
[11] https://apollo-news.net/bild-der-schande-elsaesser-im-bademantel-vor-ihm-sturmhauben-und-kameras/
[12] Aus meiner Erinnerung war es so, dass im 3. Reich die Richter den Angeklagten verboten hatte Gürtel zu tragen, sodass diese sich ständig die Hose festhalten mussten, damit sie nicht herunterfiel, worüber die Richter sich regelmäßig königlich amüsierten.
[14] https://www.stern.de/panorama/wissen/-die-erzaehlung-vom-tiergerechten-reitsport-ist-ein-maerchen--34918596.html
[20] Neale Donald Walsch, Gespräche mit Gott, Arkana, 2009, S. 115f.
[22] https://www.puzzle-your-mind.de/die-7-hermetischen-gesetze/ : Gesetz der Geistigkeit, Gesetz der Entsprechung, Gesetz der Schwingung, Gesetz der Polarität, Gesetz des Rhythmus, Gesetz von Ursache und Wirkung, Gesetz der Geschlechtlichkeit.
[23] Zur Doppelmoral hierzu mehr: https://www.guentherbirkenstock.de/die-sieben-todsuenden-deutschlands
[25] Die Flüge der Regierungsmitglieder zu den Spielen der Europameisterschaft im Jahr 2024 kosteten dem Steuerzahler 531.000 EUR und verbrauchten jede Menge Benzin, was der geforderten „Klimaneutralität“ im Hinblick auf den Ausstoß von Kohlendioxid widerspricht; https://www.focus.de/panorama/scholz-baerbock-faeser-lauterbach-531-000-euro-jetzt-kommt-raus-wie-viel-em-fluege-der-regierung-gekostet-haben_id_260161948.html
[28] Utilitarismus: Lehre von dem Nutzen des Handelns https://de.wikipedia.org/wiki/Utilitarismus
[30] Mehr über Vorbilder: https://www.guentherbirkenstock.de/gehen-uns-die-vorbilder-aus
[31] Nach dem Roman von Johannes Mario Simmel: Gott schützt die Liebenden, https://www.amazon.de/sch%C3%BCtzt-Liebenden-Johannes-Mario-Simmel/dp/3426602725
[32] z. B. H.C. Mooenburgh: Engel als Beschützer und Helfer des Menschen, Bauer, 1989; Ute York: Engel werfen keine Schatten, Knaur, 1994; Rudolf Passian: Der Engelreigen, WerSch Verlag, 2004
[33] Hierzu ein Beispiel: Passian berichtet von einem Radfahrer, der auf einer abschüssigen Straße die Herrschaft über sein Fahrrad verlor und drohte an einem Haus zu zerschellen. „Unwillkürlich rief ich aus: Gott hilf mir! Im nächsten Augenblick erlebte ich Einzigartiges. Von einer unsichtbaren Kraft wurde ich langsam aus dem Sattel gehoben und behutsam neben dem Rade, das unbeschädigt zur Seite fiel, niedergesetzt, getragen wie von unsichtbaren Händen, ohne den geringsten Schaden zu erleiden!" R. Passian, a. a. O. S. 144
[34] Passian, a. a. O., S. 61ff.
[35] Der „rechte Weg“ wird oft genannt im Zusammenhang mit dem Lebensweg von Menschen in einer Welt der Versuchungen, die den Menschen von diesem Weg abbringen wollen.
[36] Sylvia Browne: Phänomene. Die Welt des Übersinnlichen von A – Z, Goldmann, 2006, S. 164
[38] Der bekannteste Pakt ist wohl der zwischen Dr. Faust und Mephisto
[39] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1105737/umfrage/anzahl-der-attentatsversuche-auf-adolf-hitler-pro-jahr/
[40] Armin Risi: Licht wirft keinen Schatten, Govinda Verlag, 2005, S.97f.
[41] Armin Risi, a. a. O, S. 127
[42] Dann brach im Himmel ein Krieg aus: Michael und seine Engel griffen den Drachen an. Der Drache schlug mit seinem Heer von Engeln zurück; 8 doch sie verloren den Kampf und durften nicht länger im Himmel bleiben. 9 Der große Drache ist niemand anders als der Teufel oder Satan, die listige Schlange, die schon immer die ganze Welt verführt hat. Er wurde mit allen seinen Engeln aus dem Himmel auf die Erde hinuntergestürzt. https://www.biblegateway.com/passage/?search=Offenbarung%2012%3A7-12&version=HOF
[43] Und der Teufel, der sie verführte, ward geworfen in den feurigen Pfuhl und Schwefel, da auch das Tier und der falsche Prophet war; und sie werden gequält werden Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit.
[44] Und so jemand nicht ward gefunden geschrieben in dem Buch des Lebens, der ward geworfen in den feurigen Pfuhl. https://bibeltext.com/revelation/20-14.htm
[45] Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. https://bibeltext.com/matthew/25-40.htm
[46] Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt. 36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.…

Radikal zu sein ist für viele nicht erstrebenswert, weil die Radikalität einen schlechten Ruf hat. Wer als radikal eingestuft wird, gilt gemeinhin als suspekt und als schwer einzuschätzen, so dass viele lieber einen weiten Bogen um diese Personen machen. Aber ist das wirklich so? Oder ist es vielleicht ganz anders: Weil der radikale Mensch etwas anders gestrickt ist, stößt er den einen oder anderen vor den Kopf, wirkt brüsk und unbeherrscht, hat aber „das Herz auf der Zunge“. Schauen wir uns diesen Typen an.
· Radikal – wörtlich genommen: Das Wort geht auf einen lateinischen Urspring zurück, nämlich auf „Radix“=Wurzel [1]. Wenn etwas radikal passieren soll, dann soll es gründlich geschehen, an der Wurzel (des Übels) ansetzend. Damit soll etwas verändert werden, was von Grund an verbesserungsbedürftig ist. Das Gegenteil wäre eine rein kosmetische Veränderung, ohne dass dabei sich etwas eben radikal ändert. Es wird dann nur an der Oberfläche agiert, nur das Aussehen, das „Image“ verändert. Die Denkweise könnte man an einem Lackschaden an einem Auto verdeutlichen. Wenn dieser Schaden beseitigt werden soll, muss der Lack bis auf den Grund abgeschliffen werden, um alle entstandene Schäden und vor allem die Rostansätze zu beseitigen. Es nützt nichts, über die beschädigte Lackstelle etwas Farbe überzusprühen, die Roststellen werden irgendwann hindurch treten. Wer schon einmal versucht hat, eine Distel oder eine Löwenzahnpflanze zu entfernen, wird Ähnliches festgestellt haben, denn wenn es nicht gelingt, die Wurzel des Unkrauts zu entfernen, wird es über kurz oder lang wieder durch den Boden hindurchtreten. Wer schon einmal eine Hautwarze hatte, wird auch dann nicht bei einem Eingriff Erfolg haben, wenn es nicht gelingt, diese von Grund auf zu beseitigen, sie wird sich immer wieder, trotz dem Abtragen der oberen von der Warze befallenen Hautstellen, neu bilden und weiter wachsen. Radikal denken und radikal handeln bedeutet also von Grund auf dem Problem zu Leibe zu rücken. Radikal zu sein bedeutet dann auch von den eigenen Wurzeln her das Leben aufzubauen, zu gestalten und nach außen hin zu handeln. Wenn der Charakter eines Menschen verdorben ist, wird alles, was auf diese Grundlegung zurückgeht, sich als weniger ertragreich und fruchtbar, aber umso mehr als unnütz bis hin zu schädlich erweisen.
· Prinzipientreue: Die Grundlagen eines radikalen Menschen werden seine Prinzipien sein. Wer aufgrund eigener Überzeugungen zu bestimmten Gedanken und Handlungen gelangt und diesen auch gemäß handelt, könnte als prinzipientreu bezeichnet werden. Einfache Beispiele mögen dies erläutern: Wenn jemand als Grundsatz die Ehrlichkeit hoch hält, wird einer Übervorteilung des anderen nicht zustimmen können. Wenn er an der Kasse eines Supermarktes zu viel Rückgeld erhält, wird er der Kassiererin dies mitteilen und den überschüssigen Betrag zurückgeben. Wer der Auffassung ist, dass auch die Inanspruchnahme von gebührenpflichtigen Verkehrsmitteln auf der Ehrlichkeit der Fahrgäste beruht, das Beförderungsgeld zu entrichten, auch wenn sie nicht augenblicklich kontrolliert werden, wird eben nicht „schwarzfahren“. Er wird auch nicht bei der Steuererklärung „schummeln“, um ein besseres Ergebnis im Hinblick auf die von ihm zu entrichtende Steuer zu erhalten. Prinzipien stellen Axiome dar, die unverrückbar vorhanden sind, um das eigene Verhalten auf diese folgen zu lassen. Es besteht eine Stringenz von Prinzipien, rechten Gedanken, rechten Worten und rechte Taten. Die Grundsätze stellen das moralische Gerüst dar, das dem radikalen Mensch dient, um ein aus seiner Sicht „gerechtes Leben“ zu führen. Es besteht eine hohe Affinität zur Pflichtethik von Immanuel Kant. Für ihn war es „der gute Wille“, den eine Handlung moralisch rechtfertigt und nicht das Ergebnis oder die Konsequenz der Tat. Dieser deontologische Ansatz (Handeln nach Grundsätzen und Regeln) ist deshalb dem utilitaristischen Ansatz, der nach dem erreichten Nutzen fragt, den Vorzug zu geben. Welche Grundsätze könnten für einen radikalen Menschen gelten?
o Freiheit vor Zwang: Die Freiheit der Entscheidungen eines Menschen hat einen hohen Stellenwert, denn nur wer frei ist, kann auch aus diesen Entscheidungen heraus sein Verhalten auf Dauer kontrollieren. In einer Diktatur wird ein hohes Misstrauen gegenüber dem Einzelnen gehegt, der nur seine eigenen egoistischen Ziele im Kopf habe. Deshalb wird angenommen, dass nur eine strikte Vorgabe von Regeln und konsequente Kontrollen sowie darauf folgende Sanktionen die Gemeinschaftsschädlichkeit bekämpft werden kann. Dabei kommt es zu einem Machtgefälle zwischen denen, die die Regeln aufstellen und überwachen und jenen, die danach leben sollen. Es ist nicht überraschend, dass es in Diktaturen oft so ist, dass die Regeln nur für das „einfache Volk“ gelten, während die Herrschenden sich anmaßen, über diesen zu stehen. [2]
o „Goldene Regel“: Die Regel, dass man das tun solle, was man auch von anderen für sich selbst erwartet (positive Bedeutung) und nichts tun solle, was man von anderen an einem selbst nicht getan haben möchte (negative Bedeutung), geht bereits auf alte Kulturen (China, Indien, Ägypten) aus der vorchristlichen Zeit zurück [3]. Diese Grundregel wurde auch von Jesus aufgriffen (Matthäus 7,12) [4] und im generellen Gebot der Nächstenliebe verdeutlicht, etwa in dem Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“. Das hinter dieser Regel stehende Prinzip beruht auf dem Gedanken, dass wir alle miteinander in einer Art „Schicksalsgemeinschaft“ verbunden sind und positives sowie negatives Verhalten auch irgendwann wieder auf uns zurückfällt (Karma-Prinzip).
o Gerechtigkeit: Das Prinzip der Gerechtigkeit folgt konsequent der goldenen Regel, denn diese kann nicht funktionieren, wenn es nicht gerecht zugeht, also jeder nach seinen Taten gemessen wird, unabhängig von seinem Status in einer Gesellschaft, und der verwendete Maßstab immer der gleiche ist. Jesus weist darauf hin, dass jeder sich darauf einstellen solle, dass er nach den Prinzipien der Gerechtigkeit gemessen werden würde, sodass er sich hüten solle, sich selbst auf einen Richterstuhl zu setzen (Matthäus 7,1) [5]. Dass unsere irdische Gerechtigkeit nicht annähernd die göttliche Gerechtigkeit erreichen kann, ist eklatant augenfällig, sodass nur die Hoffnung auf die universellen Gesetze Gottes das Leben in der materiellen Welt erträglich macht [6]. Der radikale Mensch wird nach dem Prinzip der Gerechtigkeit streben, indem er sich gegen einseitige Vorteilsnahme wehrt, indem er die Bevorzugung in dem Zugriff auf die in einer Gemeinschaft erarbeiteten Werte ablehnt.
o Brüderlichkeit: Dass wir alle brüderlich (schwesterlich) verbunden sind, sollte spätestens nach der französischen Revolution, in dem die Brüderlichkeit zu einem Grundaxiom erhoben wurde, bekannt sein [7]. Brüderlich handeln bedeutet, dass auf dem Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetz wir einander uns gegenseitig beistehen sollten. Ein aus dem Prinzip der Gleichheit resultierender Gedanke hat auch Jesus so formuliert, indem er ausführte, dass sich niemand „Rabbi“ (Vater) nennen dürfe, sondern seine Anhänger brüderlich verbunden sein sollten [8]. Es ist für mich nicht erstaunlich, dass dieser Grundsatz gerade in der Kirche verletzt wird, in der sich sogar der Papst als „heiliger Vater“ bezeichnen lässt. Hierarchien bewirken das Gegenteil von Brüderlichkeit, denn es entstehen Abhängigkeiten und Befehlsstrukturen, die Gehorsam und Gefolgschaft befördern. Der radikale Mensch wird jede Form von Hierarchien, die auf dem Prinzip der Gehorsams und der Gefolgschaft basieren, ablehnen.
· Handeln aus Überzeugung: Hätte sich ein radikaler Mensch gegen den Corona-Virus impfen lassen, um eine Bratwurst zu erhalten? [9] Dieses extreme Beispiel zeigt das genaue Gegenteil des Handelns aufgrund von Prinzipien, nämlich aufgrund äußerer Reize (Belohnung oder Strafe). Der radikale Mensch richtet sich nicht danach, ob er für sein Verhalten eine Belohnung erhalten kann oder er eine Bestrafung vermeidet, sondern er richtet sich eben nach seinen Grundsätzen und darauf fußenden Überlegungen. Wer nicht davon überzeugt ist, dass die Covid-Impfung tatsächlich den angepriesenen Effekt haben wird, wird sich auch nicht durch gesellschaftlichen Druck oder in Aussicht gestellte Vergünstigungen dazu bringen lassen. Die eigene Überzeugung steckt gewissermaßen die Grenzen ab, bis zu denen man bereit ist zu gehen. Wer prinzipientreu ist, ist auch i. w. S. nicht käuflich. Wer aus Überzeugung handelt, der hält dem Druck durch Autoritäten, Gruppen, Institutionen oder Systemen und Zeitgeist stand, denn die Non-Konformität wird zu seiner zweiten Natur [10].
· Keine „faulen Kompromisse“: Es gibt etwas, was den radikalen Menschen für die Politik ungeeignet erscheinen lässt. Er tut sich schwer mit Kompromissen. Aber diese sind in der Politik unumgänglich, wenn keine Einigung erzielt werden kann, aber trotzdem ein Ergebnis für ein politisches Handeln für notwendig erachtet wird. Dies gilt vor allem für etwas, was landläufig als „fauler Kompromiss“ bezeichnet wird: Jemand tut etwas, was er eigentlich nicht möchte, aber aus den verschiedensten Gründen stimmt er trotzdem einer Lösung zu, bei der anscheinend eine Übereinkunft erzielt wurde [11]. Der Anschein trügt aber leider und es wird einer Lösung zugestimmt, die den inneren Werten eines der Konfliktparteien widerspricht. Der radikale Mensch wird nicht in der Kirche bleiben, weil er befürchtet, dann soziale Kontakte zu verlieren, wenn die Mitgliedschaft in der Glaubensgemeinschaft für ihn mit seinen Prinzipien unvereinbar ist. Er wird nicht weiterhin bei seinem Arbeitgeber bleiben, weil er die Sicherheit des Arbeitsplatzes nicht so hoch einstuft wie die für ihn wichtige Tatsache, dass er gegen sein eigenes Gewissen handeln muss, um dort weiterhin tätig zu sein [12].
· Einsamkeit: Wer seinen Prinzipien gemäß handelt, geht das Risiko der Isolation ein. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit verleitet viele dazu, dem Beispiel der anderen zu folgen („es machen doch alle so“) [13]. Nicht so der radikale Mensch, denn er nimmt eher die Einsamkeit in Kauf, eher er seine Prinzipien verrät. Für ihn stellt ein Handeln gegen die eigenen Grundsätzen einen Verrat an der eigenen Person dar. Die Isolation ist die Folge eines verengten Meinungskorridors, wie dies z. Z zu beobachten ist. Wer nicht dem links-grünen Denkschema bereit ist sich anzupassen, wird sehr schnell ausgegrenzt („Cancel Culture“ [14] ). Der „einsame Wolf“ ist ein solch radialer Mensch, der die Einsamkeit der Ansammlung beliebiger Menschenmassen vorzieht und bedeutungsvolle Gespräche dem belanglosen „Smaltalk“ dem Vorzug gibt. Er weiß, was er will und lebt dies auch nach außen aus, indem er etwas tut, was eigenen Überzeugungen entspricht und dem eigenen Geist entspringt, er ist deshalb oft kreativ, weil ihm die Imitation des Vorgelebtem zuwider ist [15]. Ist dieser „einsame Wolf“ ein Mann, wird er auch gern als „Sigma-Mann“ bezeichnet, der introvertierter ist als der „Alpha Mann“ und nicht primär nach Macht strebt [16].
· Werte- statt Bedürfnisorientierung: Es gibt eine grundsätzliche Unterscheidung, aus welchen Motiven heraus Menschen handeln. Die einen handeln, weil sie einen inneren Drang dazu spüren etwas zu tun (Motiv), weil sie ein Bedürfnis haben , das auf eine Befriedigung drängt. Die anderen, zu denen der radikale Mensch zählt, handeln aufgrund der inneren Werte, die für sie von Bedeutung sind. Wer nach seinen Werten handelt, will damit zeigen, dass es für ihn darauf ankommt, auch nach außen hin aufgrund eigener Grundsätze zu handeln, auch wenn dabei es eben nicht zu einer Bedürfnisbefriedigung kommt. Die Bedürfnisbefriedigung ist etwas, was hinzukommen kann – als mögliche angenehme Begleiterscheinung – aber nicht primäre Richtschnur des eigenen Handelns ist. Dass eine solche Werteorientierung nicht neu ist, zeigt das Verhalten der Jünger von Jesus, die alle sich zu Jesus und dem Glauben an seine Auferstehung bekannt hatten. Der Wert dieses nach außen transportierten Glaubensbekenntnisses war ihnen wichtiger als die Vermeidung von Schmerzen und sogar Tod [17]. Auch heute sind diejenigen Drangsalierungen ausgesetzt, die es wagen, sich gegen den links-grünen Zeitgeist zu stemmen. Sie werden zunehmend ausgegrenzt und aus dem gesellschaftlichen Verband der „demokratischen Kräfte“ verbannt. Aber diese Erfahrungen nimmt ein werteorientierter Mensch in Kauf, wenn es ihm nur gelingt, gemäß seinen Werten zu handeln und damit mich sich selbst im Reinen zu bleiben.
· Vertrauen auf höhere Mächte: Der radikale Mensch glaubt daran, dass es über den Menschen hinausreichende Mächte gibt, die ihn beschützen. Der Schutz bedeutet nicht, dass er davon ausgehen kann, dass ihm nichts passiert. Nur ist er der Überzeugung, dass die besondere Art der Gerechtigkeit Gottes über allem steht und wenn er sich zu ihr bekennt und danach handelt, über den eigenen irdischen Tod hinaus in dieser von Gott geschützten Welt leben kann. Deshalb fürchtet er nicht den Tod, sondern sieht ihn als eine Geburt in eine geistige, jenseitige Welt.
Negativer Radikalismus: Wenn hier der radikale Mensch positiv dargestellt wird, so liegt dies an der Betrachtungsweise, die auf dem ursprünglichen Sinne des Begriffs des Radikalen beruht. Leider gibt es aber auch negative Auswüchse des Radikalismus, die nicht unerwähnt bleiben dürfen. Sie widersprechen aber dem eigentlichen Sinne des Wortes „radikal“. Denn wenn man radikal denkt und lebt, will man von den Wurzeln her gesehen sein Leben gestalten und dabei diese Weltsicht dem anderen nicht überstülpen. Die Intoleranz gepaart mit einem falsch verstandenen Radikalismus mündet dann im Extremismus, der im politischen Raum als unserem Grundgesetz entgegenstehend gesehen wird [18]. Aber nicht nur im politisch-gesellschaftlichen Raum gibt es eine negative Bedeutung des Radikalismus, sondern auch in den Religionen. Alle monotheistischen Religionen neigen dazu, sehr schnell davon auszugehen, dass sie die allein richtige Weltsicht vertreten und die anderen den „falschen Gott“ anbeten. Dagegen richtet sich vor allem Achim Risi mit seinem Buch „Der radikale Mittelweg“, in dem er von den Halbwahrheiten warnt, die sowohl die monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) als auch die atheistischen Weltanschauungen (es gibt keinen Gott) verbreiten [19]. Er vertritt eine theistische Weltsicht, bei der der Absolutheitsanspruch Gottes die Relativität unserer materiellen Welt inkludiert. Die Radikalität eines „Mittelweges“ zwischen den Extremen des Monotheismus und Atheismus soll nach seiner Ansicht den Zugang zu einer erweiterten Sicht der Wirklichkeit erlauben und uns zu den Wurzeln (radikal) zurückführen.
Der radikale Mensch ist ein Vorbild für uns alle. Er ist leider in unserer Welt oft nicht im Rampenlicht stehend, obwohl er es verdient hätte. Aber dies ist auch nicht sein Begehr. Er sieht sich als Diener einer Ordnung, die nicht auf ihm ruht, sondern auf Gott selbst.
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[2] Aktuelles Beispiel: Obwohl zwischen 23 und 5 Uhr am Frankfurter Flughafen ein striktes Nachtflugverbot gilt, sind Olaf Scholz und Annalena Baerbock nach dem EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz aufgrund einer Sondergenehmigung wegen „öffentlichem Interesse“ (Treffen der EU-Außenminister) mit einer Maschine der Bundeswehr nach Luxemburg. Jeder normale Bürger hätte auf die Teilnahme an dem EM-Spiel verzichtet, um rechtzeitig zu einem anderen Termin anzureisen.
[4] „Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun soll, das tut gleich auch ihr“ https://www.jw.org/de/biblische-lehren/fragen/goldene-regel/
[5] „Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. 2 Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.…“ https://bibeltext.com/matthew/7-1.htm
[7] In der französischen Revolution 1791-1792 galten die „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ zu den Hauptgrundsätzen; https://www.diplomatie.gouv.fr/de/gastland-frankreich/article/freiheit-gleichheit-bruderlichkeit ,
[8] Matthäus 23,8: Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCderlichkeit
[9] https://www.morgenpost.de/vermischtes/article232932363/thueringen-sonneberg-corona-impfung-bratwurst.html : Im Sonneberg (Thüringen) wurden 2021 die „Impfmuffel“ tatsächlich mit einer Bratwurst belohnt, wenn sie die Covid-Spritze akzeptiert hatten.
[12] Positive Beispiele: Chrissy Rieger hatte ihren sicheren Beamtenjob aufgegeben, weil sie dort etwas tun sollte, was ihren Werten widersprach https://www.youtube.com/watch?v=N-njgzTjdbc ; Die Kabarettistin Christine Prayon (alias Birte Schneider) schied aus der ZDF-Satire Sendung „Heute Show“ aus, weil sie in der Corona-Zeit das Bashing der Maßnahmenkritiker nicht mitmachen wollte. Nach ihrer Vorstellung von Kabarett ginge der Spott „nach oben“, gegen die Herrschenden und nicht „indem man nach unten tritt“; https://www.youtube.com/watch?v=hL2afEmvwxM&t=1009s.
[16] https://en-m-wikipedia-org.translate.goog/wiki/Sigma_male?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc
[17] Die Jünger von Jesus hatten sich gegen die Priesterschaft gewandt und waren heftiger Drangsal ausgesetzt, ob sie nun bis auf Andreas eines gewaltsamen Todes gestorben sind https://www.infobae.com/de/2022/03/19/das-grausame-ende-der-zwolf-apostel-nach-dem-tod-jesu-steinigung-exil-und-verrat/ , ist nicht völlig gesichert

Deutschland ist nicht mehr zu vergleichen mit dem, wie es einmal war. Klar, nie bleibt etwas so wie es ist, aber bei jeder Veränderung ist die Frage erlaubt: Ist diese Veränderung zum Positiven gewesen? Leider hat sich Deutschland nach meinem Geschmack zum Negativen hin entwickelt. Ich will diese Veränderungen anhand von sieben „D´s“ aufzeigen. Es sind die „Sieben Todsünden Deutschlands“.
Deutsche Selbstverachtung: Jedes Land hat seine eigene Geschichte. Mit dieser Geschichte verbindet es so etwas wie eine eigene Identität. Hierzulande scheint sich eine Vergesslichkeit eingeschlichen zu haben, die bis hin zur Verachtung der eigenen Identität reicht. Alles, was in der Vergangenheit getan wurde, wird mit einer dunklen Brille beäugt und dabei nur auf die negativen Aspekte geschaut und die positiven übersehen. Es wird der Holocaust mit aller Aufmerksamkeit beäugt, aber die Leistungen der eigenen Bevölkerung in seiner langjährigen Geschichte ignoriert. Man kennt schon die Rituale, denn sie werden immer wieder gezeigt: Kranzniederlegungen, Festansprachen von Politikern, Vorführen von Überlebenden und die pflichtschuldigen Schuldbekundungen zu alljährlich sich wiederholenden Anlässen, an denen der Verbrechen im so genannten Dritten Reich gedacht wird [1]. Ich kann mich noch an meine Schulzeit erinnern – und das ist schon über ein halbes Jahrhundert her – als uns damals schon die Schuld der Deutschen an der Ermordung von unzähligen Juden und anderen unliebsamen Menschen des Naziregimes vor Augen geführt wurde mit dem Tenor, dass „die Deutschen“ eine große Schuld auf sich geladen hätten. Damals hatte ich mich schon gefragt: Was habe ich damit zu tun? Ich bin doch nach 1945 geboren und wie kann man mir eine Mitschuld geben an den Verbrechen. Ich glaube, dass es kaum ein anderes Volk gibt, das sich so unablässig selbst die Schuld gibt an Taten, die ihre Eltern- und Großelterngeneration begangen haben. Das immer wieder „ins Gedächtnis rufen“ der Verbrechen dieser Zeit, so glaube ich, hat System. Es müssen Interessen dahinter stecken, dass die Verbrechen der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten, den Deutschen immer wieder vorgehalten werden und auch in Selbstvorwürfen „gebetsmühlenartig“ wiederholt werden.
Hier die Liste meiner Hypothesen:
· Der Fluch des verlorenen Krieges : Diejenigen, die einen Krieg verloren haben, sind immer an allem schuld: an dem Ausbruch des Krieges, den in dem Krieg begangenen Verbrechen und dem Leid, das sie über andere Völker gebracht haben. Die anderen sind nie schuldig geworden, denn – dies ist immer die offizielle Lesart – sie sind ja in diesen Krieg hineingezogen worden, ohne dass sie dies selbst gewollt hatten. Alles, was sie im Krieg getan hatten, waren keine Kriegsverbrechen, sondern dienten nur dazu, den Krieg zu beenden. Da nach offizieller Geschichtsschreibung die Deutschen den Krieg begonnen, aber dann verloren haben, tragen sie somit an allem die Hauptschuld – und müssen dafür büßen. „Vae victis“ (wehe den Besiegten), rief bereits der Gallierkönig Brennus den Römern zu, als diese sich beschwerten, dass sie nach der verlorenen Schlacht im Jahre 387 v. Chr. übervorteilt wurden, indem die Gallier falsche Gewichte zum Auswiegen des Goldes, das gefordert wurde, verwandten und er auch noch sein Schwert in die Waagschale mit diesen geflügelten Worten warf [2]. Kein anderes Land gibt sich Mitschuld an den im zweiten Weltkrieg begangenen Verbrechen, sondern nur die Deutschen tragen nach der offiziellen Geschichtsschreibung die Schuld. Aber sie tragen nicht nur an dem Krieg die Alleinschuld, sondern an allen Verbrechen, die von ihnen in dieser Zeit begangen wurden – auch an dem Töten von unzähligen Juden.
· Der Mythos der Kollektivschuld: Es mutet doch seltsam an, dass bis heute Deutsche eine Schuld an den Naziverbrechen haben sollen, obwohl die nach dem Krieg geborenen Generationen an diesen Verbrechen biologisch gesehen gar keine Schuld haben können. Aber selbst diejenigen, die die Zeit davor noch miterlebt hatten, sollen kollektiv mitschuldig sein. Die Alliierten hatten an der Implantierung eines „Kollektivschuldglaubens“ im Deutschen Volk nach dem Krieg gearbeitet. Robert McLure, Leiter der „Information Control Divisidion“ (eine Propaganda- und Zensurabteilung in den amerikanischen Besatzungszonen), erläuterte kurz nach Kriegsende sein Vorhaben: „ Die ersten Schritte der Reeducation werden sich streng darauf beschränken, den Deutschen unwiderlegbare Fakten zu präsentieren, um ein Bewusstsein von Deutschlands Kriegsschuld zu erzeugen sowie einer Kollektivschuld für solche Verbrechen, wie sie in den Konzentrationslagern begangen wurden.“ [ [3]. Die Alliierten versuchten also, den Deutschen eine Kollektivschuld anzuhängen, was weitreichende Konsequenzen hatte, denn dann konnte den Deutschen eine Kollektivhaftung zugemutet werden, d. h., dass ein ganzes Volk Folgeschäden der Naziherrschaft zu tragen hätten.
· Wirtschaftliche Erpressung: Die Kollektivschuld ist eine logische Voraussetzung, um dann ein ganzes Volk wirtschaftlich verantwortlich zu machen für Schadenswiedergutmachung aufgrund einer angenommenen Kollektivhaftung. Im Jahr 1953 trat als Folge dieser Überlegung das „Bundesentschädigungsgesetz“ in Kraft, dass als Teil der deutschen Wiedergutmachung ist, wonach Menschen, die aus politischen, rassischen, religiösen oder weltanschaulichen Gründen verfolgt wurden und dadurch Schäden an Leben, Körper, Gesundheit, Freiheit, Eigentum oder Vermögen sowie im beruflichen oder wirtschaftlichen Fortkommen erlitten haben, eine Entschädigung in Geld zustand. Nach diesem Gesetz konnten noch bis Ende 1969 Anträge auf Entschädigungen gestellt werden. Noch im Jahr 2012 wurden 53.000 Renten an Geschädigte gezahlt [4]. Es können jetzt also keine neuen Anträge mehr auf Entschädigung gestellt werden, jedoch im „Wege von Zweitverfahren“ alte Entscheidungen revidiert werden [5]. Wer keine Ansprüche nach diesem Gesetz hatte, konnte nach dem „Allgemeinen Kriegsfolgegesetz“ doch noch zum Zuge kommen, sofern er einen Schaden am Leben, Körper und Gesundheit erlitten hatte. Auch hier gab es eine Ausschlussfrist für Anträge, die bis Ende 1959 auslief. Aber nicht nur Einzelpersonen wurden Entschädigungen zugebilligt, sondern aufgrund von in den Jahren 1959 – 1964 geschlossenen Abkommen mit vielen europäischen Staaten wurden Entschädigungen an Personen in diesen Ländern geleistet, die durch NS-Verfolgungsmaßnahmen Schäden erlitten hatten. Auch die Geschädigten in der Sowjetunion und ihrer Nachfolgestaaten erhielten Entschädigungszahlungen aufgrund Einzelabkommen sowie diejenigen aus Polen, Tschechien und anderen Osteuropäischen Ländern und sogar der USA. Insgesamt wurden bis 2018 über 76 Mrd. Entschädigungszahlungen geleistet (Anlage 1 der Broschüre von „NS-Unrecht“).
· Ausverkauf deutscher Interessen: Es kommt bei mir der Verdacht auf, dass deutsche Politiker schon seit Ende des Krieges einen Ausverkauf deutscher Interessen betreiben. Es ist wie mit einem Pendel, dass in die entgegengesetzte Richtung geschlagen hat: Nach der Betonung nur nationaler Interessen im 3. Reich schlug das Pendel in die entgegengesetzte Richtung aus. Es konnte und sollte nur das gut sein, was international Beachtung fand und entsprechend durch Beifallsbekundungen anderer Staaten im europäischen Ausland, aber auch jenseits des Atlantik, gewürdigt wurde. Stets hatten diese Interessen einen gewissen Vorrang vor nationalen Interessen der Deutschen. Diese Entwicklung hat sich noch durch die so genannte Globalisierung verschärft und seit wir in unserer Republik einen „politischen Klimawandel“ vollzogen haben, werden zugunsten linker Parolen zu Lasten der allgemeinen Steuerzahler Mrd. EUR für die Migration von Ausländern nach Deutschland gezahlt. Bezeichnend unter vielen Zitaten ist eine Aussage von Joschka Fischer: „Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas (und der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.“ [6] . Es ist bezeichnend, dass aber solche Politiker ganz gut auf Kosten der Steuerzahler leben können.
Doppelmoral : Die Doppelmoral kann auf zwei verschiedene Arten gesehen werden . Sie resultiert einmal daraus, dass man zwei verschiedene Maßstäbe anlegt bei gleichen Tatbeständen, also bei dem einen eine Tat als harmlos dastehen lässt, während man sie bei einem anderen als ein schweres Verbrechen ansieht. Zum anderen besteht sie darin, von anderen etwas zu fordern, was man selbst nicht bereit ist zu leisten. Wer von anderen etwas verlangt, muss dies auch für sich selbst gelten lassen. Die Doppelmoral, die aus der Heuchelei resultiert, für sich selbst „Sonderrechte“ zu proklamieren, während man bei anderen ein „hartes Durchgreifen“ fordert, ist ein Zeichen moralischen Verfalls. Eine Doppelmoral der ersten Art wurde hinsichtlich der Beurteilung von „Ausländer-raus-Rufen“ im Mai 2024 auf Sylt [7] deutlich. Während eine der „Syltgröler“ ihren Job verlor, konnte die Präsidentin der Technischen Universität in Berlin, Geraline Rauch, die einen antisemitischen Beitrag mit „gefällt mir“ markiert hatte, ihren Job behalten [8]. Ein Beispiel der Doppelmoral der zweiten Art wäre das Verhalten von „Klimaklebern“ die auf der einen Seite wegen des hohen Energieverbrauches und des damit verbundenen Kohlendioxid-Ausstoßes Straßen blockieren, aber dann zur eigenen Gerichts-Verhandlung nicht erscheinen und stattdessen mit dem Flugzeug nach Bali fliegen [9]. Hier noch zwei weiteres Beispiele der Doppelmoral der zweiten Art: Während die Abgeordneten der Grünen als Vielflieger bekannt sind, wettern sie aber gleichzeitig gegen „Verbrennerautos“ und sind dafür, dass sie verboten werden. [10] Die Befürworter der grenzenlosen Migration, wie sie besonders im links-grünen Milieu zu finden sind, wollen davon aber im konkreten Fall, dass eine Flüchtlingsunterkunft in ihrer Siedlung errichtet werden soll (in der hauptsächlich links-grüne Wähler wohnen), nichts wissen und gründen einen Bürgerprotest [11] , wie dies in Hamburg geschehen ist.
Duckmäusertum : Der „deutsche Michel“ gilt gemein hin als sehr devot und obrigkeitshörig; es scheint so eine Art „Volkskrankheit“ zu sein [12] . Er ist sehr schnell bereit, sich unterzuordnen, sei es einem Gruppendruck, der angeblichen Autorität, einem System oder dem Zeitgeist [13] . Die Profiteure einer devoten Lebenseinstellung sind schnell ausgemacht, denn sie tummeln sich in den Parteien und Spitzenverbänden einer Republik, die sich dem links-grünen Zeitgeist unterworfen hat. Sie leben nach der Devise: Wer es geschafft hat, nach oben zu gelangen, wird sich irgendwann derer erinnern, die ihnen dabei geholfen haben und sich erkenntlich zeigen. Also wird denjenigen „nach den Mund geredet“, die die Macht haben. Dass ein Regierungschef oder ein Parteiführung gestürzt wird, ist deshalb höchst selten [14] . Es ist erstaunlich, wie schnell z. B. sich die Mehrheit einer militanten Minderheit anpasst, wenn es z.B. um die gendergerechte Sprache geht. Denn das „Gendern“ ist eigentlich eine „Sprachverhunzung“, aber trotzdem machen viele mit, auch wenn sie ansonsten nichts davon halten. Der heutige Student (pardon: Studierende) ist deshalb nicht mehr im Studentenwerk vertreten, sondern im Studierendenwerk. So wie die Universität Konstanz haben andere Universitäten ebenfalls Leitlinien für eine „gendergerechte und diskriminierungsfreie Sprache“ herausgebracht [15]. Der Student schreibt auch seine Abschlussarbeiten „gendergerecht“ um keine Punktabzüge zu kassieren [16].
Dogmatik : Die Festlegung von Glaubenssätzen, was zu einem System von Dogmen geführt hat, war früher eine Domäne der katholischen Kirche. Heute werden sie Ideologien oder Narrative genannt, die unser Deutschland beherrschen, hier eine Auswahl:
· Der menschengemachte Klimawandel ist die größte Gefahr: D er Klimawandel wird zu einer Klimakatastrophe hochstilisiert und apokalyptische Folgen einer Nichtabwendung heraufbeschworen. Die Totalität des Planes, die Kohlendoxidemissionen zu bremsen, grenzt schon an eine Art „Klimadiktatur“, bei der alles dem Ziel des Erreichens der Klimaziele („Klimaneutralität“) geopfert werden soll, wobei die Vorgehensweise schon quasi-religiöse Züge trägt [17] .
· Die Migration ist eine Bereicherung: Die links-grüne Ideologie einer grenzenlosen Einwanderung von Menschen aus kulturfremden Ländern ist eine feste Größe in dem Gedankengebäude ihrer Protagonisten. Kennzeichnend für diese Ideologie ist, dass negative Auswirkungen nicht zur Kenntnis genommen oder einfach geleugnet werden: zunehmende migrationsspezifische Delikte wie z. B. Messerstechereien, Clankriminalität oder Gruppenvergewaltigungen, Integrationsprobleme bis hin zur Entstehung von Subkulturen, radikaler Islamismus, der die Einordnung in unsere Rechtsordnung verweigern und statt dessen einen „Gottesstaat“ (Kalifat) ausrufen will [18]. Es ist eine nicht mehr zu leugnende Tatsache, dass inzwischen Deutsche eher Opfer von Straftaten durch Ausländer werden als umgekehrt. Dass Deutsche bald zur Minderheit im eigenen Land werden, ist eine Befürchtung, die zeigt, dass der unbegrenzte Zuzug von Personen vor allem aus muslimischen Ländern hoch problematisch ist [19].
· Die Demokratie wird vor allem von Rechtsextremisten gefährdet: Die Demokratie wird so dargestellt, als ob sie identisch sei mit dem gerade herrschenden Parteien, die sich als ihre Verfechter sehen. Alle anderen Parteien und politischen Bewegungen, die „rechts“ verortet werden, gelten gleich als „rechtsextrem“ und als demokratiegefährdend. Die Verteidigung dieser so definierten Demokratie („Kampf gegen Rechts“) gilt als vordringliches Ziel aller „lupenreinen“ Demokraten, wobei es moralisch hinlänglich gerechtfertigt erscheint, etwa einseitig gegen Mitglieder der Alternative für Deutschland vorzugehen und die Ausgrenzung aus dem gesellschaftlichen Leben durch Diffamierung bis hin zum Ausschluss aus Unternehmen, Kirchen oder kirchennahe Verbände [20] als notwendig zu erklären.
· Alle staatlichen Maßnahmen in der Corona-Krise waren gerechtfertigt: Staatliches Handeln zur Bewältigung der Gefahren durch das Covid19-Virus sollen angeblich angemessen gewesen sein. Alle Gefahren, die durch diese Maßnahmen ausgingen, einschließlich der existenzvernichtenden Wirkungen gegenüber Menschen und Unternehmen werden ignoriert. Diejenigen, die es wagten, die staatlichen Maßnahmen zu kritisieren, wurden konsequent verfolgt und abgeurteilt. Damit hat man versucht, den Widerstand zu brechen [21] , was auch leider größtenteils gelungen ist.
· Putin führt einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, um Russland zur alten Hegemonialmacht der UdSSR zu machen: Der nun seit über zwei Jahren herrschende Krieg in der Ukraine wird nicht im Zusammenhang mit der Nato-Osterweiterung gesehen, durch die sich Russland zunehmend gefährdet sah. Es ging Putin nicht darum, die alten Grenzen der Sowjetunion wieder herzustellen, sondern zu verhindern, dass die Ukraine Mitgliedsland der Nato wird.
· Die Nato verteidigt die westlichen Werte: Die Nato als ein Verteidigungsbündnis wird als ein Bündnis dargestellt, dem es um die Verteidigung der „westlichen Wert“ gehe. Dabei wird übersehen, dass eine Reihe von völkerrechtswidrigen Kriegen unter der Regie der Nato geführt wurden u. a. im Jugoslawien-Krieg 1999 („Operation Allied Force“ [22] ) und Einsätze über dem Mittelmeer während der Zeit des „arabischen Frühlings“ gegen Libyen 2016 („Operation Sea Guardian“ [23] ).
· Donald Trump gefährdet die Demokratie: Die Regentschaft durch Donald Trump galt auch in Deutschland als ein „Betriebsunfall“ des Westens, der auf jeden Fall wieder verhindert werden muss. Übersehen wird, dass er in der Zeit seiner Regentschaft keinen neuen Krieg begonnen und die Truppen aus Syrien abgezogen hat [24].
Wer diese Dogmen infrage stellt, wird gnadenlos ausgegrenzt, gerät in das Fadenkreuz des Verfassungsschutzes oder in das Mühlwerk eine Justiz, die eher „staatstragend“ agiert als Bürger vor einem übergriffigen Staat zu schützen [25].
Dämlichkeit: Die „Volksverblödung“ scheint irgendwie ein Programm zu sein, mit dessen Hilfe „die Masse der Bevölkerung“ bei Laune gehalten werden soll, damit sie nicht gegen die Obrigkeit opponiert („Brot und Spiele“ [26] ). Vor allem die so genannten „Massenmedien“ sind an diesem Programm beteiligt. Der Öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) ist ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, die Fernsehkonsumenten täglich mit Schauergeschichten über Kriminalfälle im bürgerlichen Milieu zu versorgen (Beispiel: „Die Rosenheim Cops“) oder mit Musiksendungen „vollzudröhnen“ (Beispiel: „Fernsehgarten“ [27] : Es werden gerne Rhythmen gespielt, damit die Zuschauer der Fernsehübertragung mitklatschen können). Es gibt via Fernsehen über 200 Musik-Angebote, mit denen man sich Tag und Nacht berieseln lassen kann [28]. Früher konnte man noch musikalisch wertvolle Musik hören und Deutschland war tatsächlich ein Führer in einer Musikkultur, die weltweit bekannt war und deren Produkte heute noch als klassische Werke gespielt werden. Heutzutage dominiert musikalische Einheitsware den Markt, bei denen die Kompositionen nur eine Überlebensdauer von ein paar Wochen haben. Symptomatisch ist hierfür der "Eurovision Song Contest", der sich in seiner Perversität von Jahr zu Jahr steigert, getreu nach dem Motto: Alles ist erlaubt, wenn es möglichst abartig ist. Deshalb wundert es nicht, dass ein so genannter "Nonbinärer" namens Nemo aus der Schweiz den Wettbewerb gewinnt, der eigentlich nur aus atonalem Gekreische besteht und mit billiger Effekthascherei und sich auf der Bühne halbnackt herumräkelnder Tänzer aufgepeppt wird [29]. Damit die Volksverblödung nicht so auffällt, werden im Fernsehen unzählige Quizsendungen gezeigt [30] , in denen die Kandidaten ein Wissen reproduzieren sollen, das kein Mensch braucht, wie z. B. die im ARD ausgestrahlte Sendung „Wer weiß denn sowas?“ [31].
Denunziation: Es ist anscheinend nicht mehr anrüchig, andere Menschen bloß zu stellen, sie an die Obrigkeit zu verraten und sich daran zu ergötzen, wenn diese an den Pranger gestellt werden. Es gibt von Staatswegen oder von NGO´s eingerichtete Portale, in denen man (anonym) andere anschwärzen kann. Das Hinweisgeberschutzgesetz ist ein prominentes Beispiel für die Rückkehr einer Denunzianten-Mentalität [32]. Das „Bündnis Deutschland“ hat hierzu einmal aufgeführt, welche Meldestellen staatlicher und nicht-staatlicher Art es gibt, bei denen „unterhalb der Strafbarkeitsgrenze“ Menschen gemeldet werden können [33]. Es reicht von einer Meldestelle in Hamburg gegen „Hasskriminalität im Internet“, über eine „Zentrale Meldestelle für die Registrierung von Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTIQ“, bis hin zu einem anonymen Hinweisgebersystem in Baden-Württemberg für Steuerbetrug.
Dreistigkeit: Die Unverschämtheit, mit der sich diejenigen, die die Möglichkeit haben, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern, ist kaum noch zu überbieten. Allen voran Politiker, die den direkten Zugriff auf die Staatskasse haben, bedienen sich reichlich, ohne hierbei zur Rechenschaft gezogen zu werden [34]. Die Dreistigkeit bezieht sich auch auf die mangelnde Bereitschaft von Politikern, nach aufgedeckten Fehlern eine erreichte Position aufzugeben. Dreistigkeit und Verantwortungslosigkeit gehen Hand in Hand [35]. Die Fehler, die in der Corona-Zeit gemacht wurden, hatten auf die amtierenden Politiker keine Auswirkungen. Leider gibt es nur auf der kommunalen Ebene die Möglichkeit, einen im Amt befindlichen Politiker von seinem Posten zu entfernen [36]. Politiker auf der Landes- oder Bundesebene können fernab der Wählermeinung ihre Machtspiele solange führen, bis auf der politischen Bühne eine Änderung der politischen Verhältnisse geschieht.
Echte Demokratie wächst von unten, denn nach dem Grundgesetz ist das Volk der Souverän. Davon sind aber unsere Volksvertreter weit entfernt, denn Partei-Egoismus und die eigene Karriere im politischen System sind die Hauptantriebsfedern des Handelns. Politiker sehen sich vielfach nicht als Vertreter des Volkes, sondern als ihre Belehrer, als ihre Bevormunder, die das dumme Wahlvolk zu führen berufen sind. Sie sehen ihr Recht darin zu bestimmen, wie das Volk zu leben hat. Manche sehen sich in der Rolle des Versuchsleiters politischer Experimente, die an dem Wahlvolk ausprobiert werden [37].
Die „Sieben Todsünden“ Deutschlands bewirkt einen Negativtrend, der nur gestoppt werden kann, wenn es gelingt, eine Wende hinzubekommen, durch welche diejenigen die Macht verlieren, die diese Entwicklung befördern .
© beim Verfasser
[1] So z.B. am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Tag_des_Gedenkens_an_die_Opfer_des_Holocaust
[5] https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Broschueren_Bestellservice/2018-03-05-entschaedigung-ns-unrecht.pdf?__blob=publicationFile&v=17
[6] https://1truth2prevail.wordpress.com/2014/06/07/unverfalschte-zitate-von-brd-politikern-und-anderen-einflussreichen-personen-in-der-brd-uber-das-deutsche-volk/
[8] https://www.bild.de/politik/inland/sylt-groelerin-fliegt-uni-praesidentin-bleibt-gipfel-der-doppelmoral-erreicht-66573692c34cbc2d431bcf81
[9] https://www.merkur.de/welt/flugzeug-kerosin-doppelmoral-letzte-generation-gericht-prozess-angeklagte-klima-urlaub-bali-co2-flug-92061671.html
[10] https://www.focus.de/politik/deutschland/doppelmoral-beim-fliegen-liste-zeigt-beim-reisen-sind-die-gruenen-politiker-die-schlimmsten-umweltsuender_id_11016930.html
[11] https://www.mopo.de/hamburg/fluechtlingszoff-der-bizarre-streit-um-einen-parkplatz-in-flottbek/
[14] In seinen Memoiren hat der verstorbene CDU-Politiker Wolfgang Schäuble angeblich geschrieben, dass er von Stoiber gedrängt worden sei, im Jahr 2015 Angela Merkel angesichts der Entscheidung, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, zu stürzen. https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/schaeuble-81-schreibt-in-memoiren-stoiber-wollte-dass-ich-merkel-stuerze-87738692.bild.html
[15] https://www.uni-konstanz.de/gleichstellungsreferat/gleichstellung-in-wissenschaft-und-studium/standa...
[16] https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/gendern-an-der-uni-punktabzug-fuer-das-generische-maskulinum-17768764.html
[18] https://www.sueddeutsche.de/politik/hamburg-demo-kalifat-islamisten-muslim-interaktiv-faeser-1.6705485
[19] 54 % einer repräsentativen Stichprobe glauben, dass sie zur Minderheit im eigenen Land werden können: https://www.guentherbirkenstock.de/sind-wir-auf-dem-weg-in-eine-klima-diktatur
[20] Es ist bezeichnend hierzu, dass der Geschäftsführer der Diakonie, Rüdiger Schuch, verkündet hatte, dass er keine AfD-Sympathisanten beschäftigen wolle, was das eher linke Magazin Zeit-online noch als gut bezeichnete, weil er zeige, dass er eine klare Meinung habe. https://www.zeit.de/arbeit/2024-04/diakonie-praesident-ruediger-schuch-chef-afd
[24] https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/donald-trump-hat-keine-kriege-gefuehrt-stimmt-das-104.html
[25] https://www.guentherbirkenstock.de/gibt-es-in-deutschland-ein-staatsversagen-und-einen-staatsterrorismus
[29] https://www.eurovision.de/teilnehmer/ESC-Siegeract-Nemo-setzt-Zeichen-zur-Selbstfindung,schweiz1242.html
[30] Das erinnert an das von Achim Hagemann komponierte und von Hape Kerkeling vorgetragene Lied „Das ganze Leben ist ein Quiz“; https://hitparade.ch/song/Hape-Kerkeling/Das-ganze-Leben-ist-ein-Quiz-16801
[34] Der Bund der Steuerzahler hatte vor einem Jahr herausgegeben, dass im Jahr 2022 die Kosten für Fotografen, Friseure und Visagisten um fast 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind – auf rund 1,5 Millionen Euro. Mit 137.000 Euro schlägt dabei auch eine Maskenbildnerin im Auftrag des Auswärtigen Amtes unter Bundesaußenministerin Annalena Baerbock zu Buche. https://www.youtube.com/watch?v=wjVXQxcCkhc
[37] Robert Habeck hatte anlässlich einer Veranstaltung zum 75-jährigen Bestehen des Grundgesetzes gesagt, dass das Heizungsgesetz ein (Klima)-Test für die Bevölkerung gewesen sei; https://www.youtube.com/watch?v=72bZfGlHOWk

Ich spiele mittlerweile, wenn ich nicht mit realen Menschen Skat spielen kann, online Skat. Hier habe ich mich lange Zeit immer geärgert, wenn ich mal wieder (ungerecht) verloren hatte. Die Folge war, dass ich mit dem Reizen vorsichtiger wurde, weil ich dachte, ich könnte wieder verlieren. Das ging solange, bis ich mein Ziel geändert hatte: ich will einfach nur interessante Spiele haben – und ob ich verliere ist doch eigentlich doch völlig unwichtig, denn es ist doch sowieso nur ein Spiel [1] . Es kommt also darauf an, wie man sein Ziel definiert und dadurch relativiert sich vieles. Kommt es also auf die Relation an?
· Was ist wichtig? Wenn man etwas in Relation setzt, dann bewertet man es doch als wichtig oder nicht wichtig. Um bei Skatspielen zu bleiben: Wenn ich mit anderen zusammen Skat spiele, ist es mir dann wichtig zu gewinnen? Oder ist es vielleicht viel wichtiger, mit anderen zusammen zu sein, über das eine oder andere zu reden, sich über aktuelle Themen auszutauschen oder vielleicht – fast beiläufig – Probleme zu lösen? Ich hatte früher einmal versucht, mit „richtigen Skatkloppern“ zu spielen. Nach jeder Runde musste ich mir anhören, welche Karten ich hätte spielen müssen und welche nicht und dass ich doch hätte wissen müssen, dass die „Hinterhand“ noch diesen oder jenen Trumpf gehabt hätte. Die Folge war: Ich bin nur einmal da gewesen. Die Mitspieler nahmen das Spiel „bierernst“ und waren zu keinen sonstigen Gesprächen bereit und konzentrierten sich nur auf das Spiel. Ihnen war es also wichtig, „richtig“ zu spielen. Mir hätte es Spaß gemacht, so nebenbei auch ein bisschen zu plaudern und die anderen kennen zu lernen. Mit dem was wir als wichtig definieren, bestimmen wir unsere Ziele, bringen wir unser Handeln in Relation zu dem, was wir damit erreichen wollen. Aber: Was ist uns wichtig?
· Bedürfnisorientierung: Viele Menschen halten das für sie am wichtigsten, was ihre Bedürfnisse befriedigt. Mir ist noch gut ein Sketch des Ruhrpott-Komikers Jürgen von Manger [2] in Erinnerung, in dem er lang und breite erzählte, dass es Leute gäbe, die mehrere Kilometer fahren, nur um zu einem bestimmten Lokal zu kommen, weil man nur dort ein bestimmtes Essen bekommen kann, das dem eigenen Geschmack entspricht; und das eben nur wegen des kleinen Teil des Rachenraumes, wo sich unsere Geschmacksorgane befinden. Andere fliegen um den halben Erdball, um dann an einem bestimmten Fleck der Erde zu sein, weil sie diesen – aus ihrer Sicht – als den schönsten Ort der Welt ansehen. Bedürfnisse regeln unbewusst das Verhalten vieler Menschen, ohne dass sie es merken. Je stärker die Motivation ist, desto mehr nehmen sie auch Unannehmlichkeiten in Kauf, um ihr Ziel der bestimmten Bedürfnisbefriedigung zu erreichen. Einer der stärksten Antriebe des Menschen ist sicher sein Sexualtrieb, dem so mancher alles geopfert hat, nur um einen bestimmten Partner zu ergattern oder zu halten. Dabei hat dies sicher gute Gründe, denn die Erhaltung der Art hängt nun mal daran. Selbst im Tierreich ist dies zu beobachten, wenn z. B. männliche Tiere schwere Kämpfe mit ihren Artgenossen ausführen, dabei sogar eine Verletzung riskieren, um nur einen Harem von Weibchen begatten zu können, wie es z. B. bei den Löwen der Fall ist. Das Männchen der Schwarzen Witwe riskiert sogar sein Leben, um seinen Samen abzugeben, denn wenn es sich nach dem Liebesakt nicht beeilt davon zu kommen, wird es zur Mahlzeit seiner Braut für die Hochzeitnacht [3] . Menschen machen, wenn sie ein bestimmtes Bedürfnis befriedigen wollen, dabei unbewusst „Kosten-Nutzen-Analysen“, d. h. sie setzen den Aufwand, den sie betreiben, um ein bestimmtes Bedürfnis zu befriedigen, in Relation zu dem Ertrag, den sie daraus gewinnen. Die Motivation sinkt dann immer mehr, je ungünstiger diese Analyse ausfällt. Irgendwann geht die Motivation gegen 0, wenn der Aufwand den Nutzen übersteigt. Warum setzen aber Menschen trotzdem ihr Verhalten fort, auch wenn die Kosten-Nutzen-Analyse negativ ausfällt?
· Werteorientierung: Wenn ich in ein bestimmtes Lokal in Büren gehe, gebe ich mehr als der geforderte Preis, weil ich dem Inhaber damit unterstützen will, sein Lokal in schwierigen Zeiten zu halten. Das widerspricht dem ökonomischen Prinzip, mit dem geringsten Aufwand den größten Nutzen zu erzielen [4] . Für viele in unserer materialistisch ausgerichteten Welt ist dieses Prinzip für ihr Verhalten maßgeblich, denn sie gehen dorthin, wo sie für das gleiche oder vergleichbare Produkt den niedrigsten Preis bezahlen müssen. Deshalb sind die Discounter ALDI und LIDL so erfolgreich, weil sie sich damit eine bestimmte Stammkundschaft halten können. Aber irgendwann müsste sich doch jeder fragen: Wozu ist es sinnvoll, nach diesem Prinzip zu verfahren. Welches Ziel will ich damit erreichen? Es entspricht doch nur dem eigenen Bedürfnis zur Erfüllung von eigenen Wünschen mit dem maximalen Nutzen für sich selbst. Wenn ich, wie eingangs erwähnt, immer etwas mehr gebe, als der geforderte Preis es verlangt, dann verfolge ich damit ein anderes Ziel, das nicht vom marktwirtschaftlichen Prinzip geleitet wird. Ich hatte es schon mal jemand, der mich gefragt hatte, warum ich immer etwas mehr gebe, gesagt: „Was ist schon dieses etwas mehr an Geld im Verhältnis zur Ewigkeit“. Mit diesem Vergleich möchte ich darauf abzielen, dass wir nicht nur bedürfnisorientierte Motive verfolgen, sondern auch Werteorientierungen haben. Wenn ich das Verhältnis zwischen ewig gültigen Werten und dem Geldbetrag aufspanne, dann fällt das Geld, das für mich als Wertmaßstab und als Symbol unserer materiellen Welt steht, hinter die ewig gültigen Werte weit ab. Einer dieser Wertmaßstäbe steckt in der Mitmenschlichkeit, die wir an den Tag legen, an der Wertschätzung auch des uns am geringsten erscheinenden Menschen. Jesus hat dieses zu einem Maßstab der Qualifikation für das künftige Reich Gottes gemacht, in dem er sagte: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25, 40). Gerade das Verhalten gegenüber denjenigen, die nicht im Rampenlicht stehen, die im Leben gestrauchelt sind, den scheinbaren „Verlierern“ unserer gnadenlos erscheinenden Welt, ist ausschlaggebend für die Bewertung des Verhaltens aus Sicht ewig gültiger Werte und des Lebens in der Welt Gottes. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Obwohl ich immer großzügig war, wenn jemand um Geld bat und ich ihm darum selbst von meinen Ersparnissen davon abgegeben hatte, so hatte ich trotzdem selbst immer genügend für mich übrig, habe ich nie wirtschaftliche Not gelitten. Diese Erfahrung ist eine Bestätigung von dem, was Jesus uns aufgetragen hatte, nämlich zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit Gottes zu streben, alles andere würde einem schon dazu gegeben (Matthäus 6,33 [5] ).
· Die Relativität im Absoluten? Alles wird heute gerne relativiert, so dass es schon fast beliebig erscheint, was wir als gut oder falsch ansehen. Es gibt aus Sicht vieler Zeitgenossen keine absoluten Werte, an denen Verhalten sich orientieren soll. „Alles ist relativ“, ist eine häufig zuhörende Redewendung. Ist das wirklich so? Mit dieser Relativierung von allem geschieht aber nur eine Verschiebung der Beurteilungskompetenz auf den Menschen selbst, der sich somit zum „Alleinherrscher“ aller Maßstäbe macht. Dies ist auch die Lesart Neal Donald Walsch´s Gott, der sich selbst keine Kompetenz zur Setzung von Maßstäben vorbehält, sondern diese völlig dem Menschen übergibt: „Das erste Gesetz lautet, dass ihr sein, tun und haben könnt, was immer ihr euch vorstellt.“ [6] . Dies steht eigentlich im Gegensatz zu dem, was man in der Bibel lesen kann (10 Gebote, Liebesgebot zu Gott und der Menschen untereinander). Wer hat nun recht? Wir sind es gewohnt, die Bibel als das „Wort Gottes“ anzusehen und alles andere, was an „Neuoffenbarungen“ veröffentlicht wird, als falsch einzustufen. Wie kann das, was wir als absolut ansehen, doch nur relativ sein? Wie sollte Gott sich irren können? Die Absolutheit ist eine der Grundannahmen dessen, was wir Gott nennen, auf dem alles andere, eben das Relative, also unsere Welt, aufbaut. Würde auch Gott relativiert werden, dann bräche unser Weltbild doch zusammen. Die Vorstellung von der Absolutheit besteht in der Unbedingtheit, d. h. dass Gott als nicht durch eine weitere Ursache erklärbar ist, sondern der letztendliche Verursacher von „allem was ist“ gesehen wird. Wenn diese Unbedingtheit als sein wesentlicher Bestandteil angesehen wird, dann folgt daraus, dass das, was Gott denkt und tut eben einen solchen Absolutheitsanspruch hätte und nicht relativ sein kann. Deshalb ist die Aufgabe des Absolutheitsanspruches Gottes das Ende auch jeder Relativität! Wenn das Bedingende wegfällt, gibt es auch das Bedingte nicht mehr.
· Absolutheitsanspruch des Menschen ist eine Falle: Unsere gegenwärtige Politik kennt anscheinend keine absoluten Maßstäbe mehr, denn diese werden durch das Prinzip des Konsenses ersetzt. Alles erscheint danach erlaubt zu sein, auf das sich die Menschen einigen können. Mehr noch: Man benötigt nur eine Mehrheit und schon kann durch ein Gesetz alles beschlossen werden, was sich diejenigen ausgedacht haben, die die Macht haben. Die letzten Jahre waren typisch für diese Geisteshaltung. Die in der Präambel des Grundgesetzes lautende Formel „im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen…“ [7] mutiert zur reinen Farce, wenn diese Verantwortung nicht wahrgenommen wird, wenn also dem Absolutheitsanspruch Gottes an den Menschen nicht Tribut gezollt wird. Gerade Jesus hat diesen Absolutheitsanspruch noch einmal bekräftigt, in dem er sagte, dass er nicht gekommen sei, die Gesetze aufzuheben, sondern zu erfüllen (Matthäus 5,17). Dieser Anspruch hat aber nicht den Sinn der Herrschaft Gottes über den Menschen, sondern den, ihm zu dienen. Diese Paradoxie wird deutlich, als Jesus in Konfrontation mit den Schriftgelehrten und Pharisäern nicht die wortgetreue Befolgung von Vorschriften meinte, sondern dass der hinter den Vorschriften stehende Sinn verstanden werden müsse. Als er mit seinen Jüngern am Sabbat unterwegs war und sie, weil sie hungrig waren, ein paar Ähren abstreiften, um sie zu essen, störte das die Schriftgelehrten, die ihn darauf hinwiesen, dass das am Sabbat verboten sei. Er gab ihnen zu verstehen, dass dieses Gebot nicht den Sinn hätte, Menschen zu knechten, weil nicht der Mensch für den Sabbat da sei, sondern umgekehrt der Sabbat für den Menschen (Markus 2, 27). Deshalb war auch das Heilen am Sabbat für Jesus selbstverständlich. Bei dem Sabbatgebot könnte gemeint sein, dass der Mensch sich wenigstens an einen Tag in der Woche auf Gott besinnen soll, um die Unterscheidung zwischen dem Profanen und dem Heiligen immer wieder zu erkennen und zu erleben. Die Verabsolutierung der göttlichen Gebote durch den Menschen beinhaltet immer die Gefahr, dass damit Menschen versuchen, über andere Menschen Macht auszuüben. Das ist eben gerade nicht das, was Gott will. Wenn aber nun der Mensch sich selbst zum Herrscher krönt, ist der Willkür Tür und Tor geöffnet, weil dann allein die Durchsetzungsmacht entscheidet, welche Maßstäbe dann für alle als gültig erklärt werden. Die vergangene Corona-Krise leert, dass der Machtmissbrauch sehr schnell vollzogen werden kann, wenn die Wertemaßstäbe von Machthabern gesetzt oder diese sich nur an Zweckmäßigkeitsgesichtspunkten orientieren. Die gegenwärtige Politik des links-grünen Bündnisses in Deutschland zeigt auch diesen Verlust jedweder Werteorientierung, an deren Stelle die Ideologie gesetzt wird. Vor allem bei den Grünen herrschen Allmachtphantasien vor, weil sie glauben, nun die Möglichkeit zu haben, Gott zu spielen [8] . Macht macht schwach! Die Macht dient der Verabsolutierung der eigenen Person und der ihr gegebenen Möglichkeit, über andere zu herrschen. Wer der Verführung der Macht nachgibt, begibt sich in die Hände dessen, der über die Menschheit herrschen will: Satan. Die Schwäche der Mächtigen liegt in der Versuchbarkeit durch satanische Kräfte, die ihnen suggerieren, Gott nicht mehr zu brauchen, weil der Mensch selbst Gott sein kann (1. Mose 3,5 [9] ).
Es kommt also ganz konkret in unserem Alltag darauf an zu erkennen, dass wir uns nicht im luftleeren Raum eines Wertevakuums bewegen, sondern in dem was wir tun, die Relation zu absoluten Werten herstellen sollten, wenn wir im Angesicht Gottes bestehen wollen. Dies zu erkennen ist unerlässlich, wenn wir nicht nur bedürfnis-, sondern werteorientiert handeln wollen. So gesehen würde dann die Relation stimmen.
© beim Verfasser
[3] https://www.welt.de/newsticker/news3/article106247451/Wissenswert-Warum-fressen-manche-Spinnenweibchen-ihre-Maennchen.html
[6] Neale Donald Walsch: Gespräche mit Gott, Arkana 2009, S. 74
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4ambel_des_Grundgesetzes_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland
[8] Als Beispiele könnten hier das „Selbstbestimmungsgesetz“ und das Gebäudeenergiegesetz genannt werden, die paradoxerweise vorschreiben, dass die Bürger in Zukunft ihr Geschlecht selbst bestimmen, aber nicht mehr bestimmen können, wie sie heizen. Siehe Sahra Wagenknecht auf X: https://x.com/SWagenknecht/status/1778780680140312578
[9] https://www.die-bibel.de/bibel/LU84/GEN.3. Diesen Textteil („ihr werdet sein wie Gott“) aus der Genesis hatte Erich Fromm zum Anlass genommen, seine Kritik an der Religion zu formulieren: https://www.amazon.de/Ihr-werdet-sein-Gott-Interpretation/dp/3423344997

In meinem Artikel über die Frage, ob es so etwas wie Leitlinien für ein selbstbestimmtes Leben [1] gibt, klang bereits an, dass ich ein Verfechter eines selbstverantwortlichen Individualismus bin. Das Individuum als ein unverwechselbares „Unikum“ ist aber einer Reihe von mächtigen Menschen und Institutionen ein Dorn im Auge, denn es stört den reibungslosen Ablauf der Maschinerie einer Massengesellschaft, in der das Individuum der berüchtigte „Sand im Getriebe“ ist, der diese zum Stocken bringen kann. Welches sind die Interessen und Bestrebungen, die hinter dem stehen, was die so genannten Eliten möchten?
· „Gute alte Zeit“: Wenn wir zurückgehen in frühere Zeiten, dann können wir feststellen, dass die regionale Organisation unseres Lebens eine große Rolle spielte. Alles war vor Ort geregelt, denn es gab noch einen Schuster, der tatsächlich Schuhe reparierte, einen Schneider, der einen maßgeschneiderten Anzug anfertigte, der dann auch noch lange getragen werden konnte und die bäuerliche Landwirtschaft, die nicht nur für den eigenen Bedarf arbeitete, sondern auch den der Menschen am eigenen Orte deckte, war eine wichtige Größe in der Selbstversorgung. Menschen, die sich kannten und deshalb vertrauten, tauschten ihre Waren auf regionalen Märkten aus und ein „fahrendes Volk“ von Gauklern, Zauberern und Musikanten sorgten für Kurzweil auf dem Marktplatz. Eine Frau, die ihr Haus verließ, stellte einen Besen in die Türe und jeder respektierte dies, dass nun keiner zu Hause war – aber sie konnte sicher sein, nicht ausgeraubt zu werden. Alles war überschaubar und die Menschen tauschten sich direkt über Neuigkeiten an lokalen Plätzen, vor dem Gottesdienst beim Frühschoppen oder beim Einkauf im „Tante-Emma-Laden“ aus. Der Sohn konnte, wenn er wollte noch das Handwerk bei seinem Vater lernen und die Tochter die Hauswirtschaft bei ihrer Mutter. Die „große Politik“ gab es nur fern dieser „Idylle“ und berührte die Menschen kaum in ihrem Alltagsleben. Wenn etwas geregelt werden sollte, dann gab es eine Bürgerversammlung, bei der Bürgermeister die Menschen befragte, was am eigenen Ort zu entscheiden war.
· Der Trend „ins Große“: Diese Lokalität der Märkte hat sich grundsätzlich geändert, vor allem nach dem 2. Weltkrieg. Ein älterer Herr, der noch als junger Mann nach dem Krieg die Zeitungen las, berichtete mir die erstaunliche und damals kaum verständliche Nachricht, dass in Deutschland, so wie das bereits in den USA der Fall war, Supermärkte „auf der grünen Wiese“ entstehen würden. Dies war damals unverständlich, war doch der Laden mit den nötigen täglichen Lebensmitteln und sonstigem „Kleinkram“ direkt im Ort. Aber der „Trend ins Große“ brach an und die anonymen Lebensmitteläden mit Selbstbedienung entstanden tatsächlich fern der Ortschaft, so dass die Menschen gezwungen waren, mit dem Auto zum Einkaufen zu fahren. Auch die noch am Ort befindlichen kleinen Gewerbetreibenden verschwanden immer mehr und die Menschen waren gezwungen, große Wege in die entstehenden Zentren zurückzulegen, um sich Lebensmittel, Textilien und andere Gebrauchsgegenstände zu kaufen. Auch das Reparieren von technischen Geräten, Schuhen oder anderen Dingen lohnte nicht mehr und es entstand eine „Wegwerfgesellschaft“, so dass nicht repariert, sondern nur noch alles neu gekauft und das defekte Gerät oder die abgelaufenen Schuhe einfach weggeworfen wurden. Mit diesem Trend wurden auch die politischen Strukturen immer mehr „nach oben“ verlagert. Die noch am Ort ansässigen kleinen Verwaltungen verschwanden, kleine Gerichte wurden geschlossen und die „kommunalen Gebietsreformen“ [2] schufen größere politische Einheiten, die aber immer anonymer und „bürgerunfreundlicher“ wurden. Heraus kamen vom Bürger immer weniger durchschaubare politische Strukturen, die nach festen Regeln funktionierten, die nicht auf regionaler Ebene entworfen wurden, sondern von darüber liegenden politischen Institutionen. Die euphorische Integration von Europa in Form einer „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“ mündete schließlich in dem Versuch, Europa auch politisch zu vereinigen. Es entstand ein komplexes politisches Gebildete der „Europäische Union“ mit nicht mehr durchschaubaren politischen Entscheidungsebenen, die für den Normalbürger nicht mehr nachzuvollziehen sind. Auch die internationalen Beziehungen gipfelten in „supernationalen“ Strukturen, die aber immer mehr an „Bodenhaftung“ verloren und die kaum noch kontrollierbar sind. Die gewachsenen Strukturen „auf dem flachen Land“ und auch in den Städten verarmten immer mehr und die Trennung von Wohn- und Arbeitsort schuf eine Aufspaltung der Gesellschaft in Arbeitswelt und Freizeitwelt, welche noch von geschäftstüchtigen Unternehmen erobert wurde, denn nun sollten die Menschen unterhalten werden, weil sie sich nicht mehr miteinander austauschten. Der Trend ging also hin zu einer anonymisierten Massengesellschaft von Einzelgängern und Familien, die nur noch für sich selbst sorgten.
· Menschen als „Versuchstiere“? Die Entwicklung zu einer Massengesellschaft einhergehend mit zunehmender Distanz zwischen dem Volk und den Regierungen, internationalen Institutionen (z. B. UNO) und Unternehmen bewirkte eine anscheinend zunehmende Notwendigkeit, die Bürger durch Gesetze an bestimmte Regeln zu gewöhnen, die sie einzuhalten hatten. Es entstand auch eine Funktionärs- und Politikerkaste, die sich immer mehr von den Bürgern nicht nur räumlich entfernte, sondern auch emotional, denn diese lebte getrennt von der Lebenswirklichkeit vieler Menschen. Parallel hierzu entwickelten sich die Wissenschaften weg von einer den Menschen noch vertrauten Geborgenheit in einer stimmigen, von Gott geschaffenen Ordnung, hin zu einer Weltsicht, die bestimmt war von Zufällen und nicht sinnstiftenden Naturgesetzen. Die Evolutionstheorie entstand, die auf einem atheistischen Weltbild beruhte, denn nicht Gott hatte danach die Menschen, Tiere und Pflanzen geschaffen, sondern sie waren das Produkt von Zufällen, die dafür sorgten, dass sich Lebewesen von einfachen Zellen zu komplexeren Organismen entwickelt haben sollen. In der Psychologie hielt der Behaviorismus Einzug, bei dem nicht mehr das Verstehen seelischer Vorgänge das Ziel der Forschung war, wie dies vorher der Fall war [3] , sondern das Konditionieren des Verhaltens auf einer nicht-kognitiven Art durch positive oder negative Anreize. Arme Laborratten und Tauben wurden in Käfigen gehalten und mussten nach dem Design emotionsloser Forscher mühsam ihr Futter verdienen oder wurden durch elektrische Schocks davon abgehalten, bestimmte Verhaltensweisen zu zeigen [4] . Sehr schnell wurden die Forschungsergebnisse auf den Menschen übertragen und überlegt, wie durch Konditionierung Menschen dazu gebracht werden könnten, gewünschtes Verhalten zu zeigen und unerwünschtes Verhalten zu unterlassen. Diese Entwicklung hält bis heute an und zeigt sich in der verheerenden Art, wie die so genannten Eliten glauben, das Verhalten der „Untertanen“ – ihnen ist ein wirkliches Demokratieverständnis fremd – steuern zu können. Ihre Einstellung zu den Bürgern ähnelt sehr den Versuchsleitern, die in Laborexperimenten mit Ratten arbeiteten und diese durch enge Gänge laufen ließen, um sie für „korrektes“ Verhalten mit Futterpillen zu belohnen und für „unkorrektes“ Verhalten mit Stromstößen zu bestrafen. Die Machthaber in den Ministerien und Parlamenten, die fast ausnahmslos die Gesetze „abnicken“, die ihnen von den Regierungen serviert werden, sehen sich anscheinend in der Versuchsleiterrolle und glauben, mit Gesetzen und Verordnungen die entsprechenden „Anreize“ für gewünschtes Verhalten setzen zu können. Bußgeldkataloge, wie sie in Deutschland für Verstöße gegen Coronaschutzverordnungen erlassen wurden, ähneln doch sehr den Ratten gegebenen Elektroschocks. Das Gewähren von „Vergünstigungen“ bei „bravem“ Verhalten – Einhalten aller Gesetze zur Bekämpfung der so genannten Corona-Pandemie, Annehmen der „Impfangebote“ – und Entzug von Freiheiten bei unangepasstem Verhalten, spiegelte wieder, welche Einstellung die Machthaber haben: Ihnen ist das „Seelenleben“ der zu Versuchstieren degradierten Bürgern egal. Wie die alten Machthaber im römischen Reich, die in den Arenen mit dem Daumen nach unten den Tod von Gladiatoren bestimmen konnten, maßen diese sich auch an, über das Leben von Staatsbürgern zu entscheiden.
· Massentierhaltung: Die Massentierhaltung, bei der Schweine oder Rinder in engen Käfigen gehalten werden, scheint eine Art Vorbild zu sein für den Umgang mit Menschen, die in anonymen Großraumbüros arbeiten und in ähnlichen „Wohncontainern“ in den zahlreichen Sattelitenstädten leben. Sie sind wie die Tiere, die ihrer natürlichen Ausdrucksformen des Sozialverhaltens durch die enge Käfighaltung beraubt sind, zu Einzelwesen verkommen, die nur noch so zu funktionieren haben: Arbeiten um zu konsumieren. Ist auch die Schlachtung vorprogrammiert? Nein nicht direkt, aber ungesunde Ernährung, zu Bewegungsmangel erzogen und zu Versuchsobjekten einer nicht gerade ausreichend erforschten Corona-Impfung erklärt, ist bei ihnen auch der vorprogrammierte Tod ein willkommenes Geschenk. Denn die „Überbevölkerung“ ist den Machthabern ein Dorn im Auge, da diese Menschen irgendwann auf die Idee kommen könnten zu überlegen, ob die von den Mächtigen unterschiedene Lebensweise – prachtvolle Villen in bevorzugten Wohngegenden bei wenig, aber lukrativer Arbeit – etwas mit den Machtverhältnissen zu tun hat.
· Anpassungsdruck: Der Anpassungsdruck, der auf die Menschen ausgeübt wird, ist enorm. Analog dem Experimenten von Milgram und Asch [5] , bei denen durch Autorität und Gruppenerwartung ein dem Versuchsdesign entsprechendes konformes Verhalten erzeugt wird, sind die Menschen in unseren Zeiten einem enormen Anpassungsdruck ausgesetzt. Wer dem „Versuchsaufbau“ der Machthaber nicht folgen will, hat es schwer und wird zunehmend ausgegrenzt und durch Entzug von Vergünstigungen bis hin zur Existenzvernichtung „behandelt“. Willige Mitläufer und Steigbügelhalter der Machthaber sowie willfährige, der „Political Correctness“ folgende Massenpublikationen von Zeitungen, Fernsehen und Rundfunk unterstützen diesen Anpassungsdruck, in dem die Nichtangepassten als „Verschwörungstheoretiker“, „Rechtsradikale“, „Aluhutträger“ verunglimpft werden.
· „Freie“ westliche Welt verkommt: Die einstmaligen „freien“ westlichen Länder [6] , die sich scharf gegen die kommunistisch regierten Länder abgrenzten, verkommen in einer globalisierten Welt immer mehr zu totalitären Systemen nach Orwells Vorbild von seinem Roman „1984“. Überall gibt es schon an markanten Stellen in den Städten Überwachungskameras, das Internet wird zensiert und von unliebsamen Bloggern und anderen freien Journalisten gesäubert. Wer hier nicht so funktioniert, wie dies die Herrschenden wollen, erfährt die Härte des Systems durch brutale Polizeieinsätze bei nicht gewünschten Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen und applaudierende Kommentare bei den dem links-grünen Mainstream folgenden Demos, die sich angeblich gegen Rassismus wenden oder für die „Gleichberechtigung“ von Schwulen und Lesben werben [7] . Die moralische Verkommenheit einer beliebigen Doppelmoral – es wird die bunte Gesellschaft durch Migration propagiert, aber wehe wenn Flüchtlingsunterkünfte in Gegenden gebaut werden sollen, in denen die links-grünen Gutmenschen leben, dann wird sich dagegen gewehrt [8] - die auf keinem festen moralischen Gerüst steht, ist offensichtlich. Militante Minderheiten dominieren die schweigende Mehrheit, wie dies bei der Durchsetzung der Genderideologie [9] offensichtlich wird oder bei der Hysterie um den angeblich menschengemachten Klimawandel. Die ehemaligen „Ostblockstaaten“ halten in Europa dagegen und demonstrieren gegen die ausufernde und bevormundende EU-Bürokratie ein entschiedenes Nein, die weiterhin eine „Bereicherung“ Europas mit Flüchtlingen propagiert. Die einstmalige „moralische“ Überlegenheit des Westens ist dahin und dem Machthunger der Eliten, etwa um Georg Soros oder Bill Gates, geopfert worden, die glauben, mit ihrem Geld die Welt beherrschen zu können.
· Individualismus: Individuelle Entscheidungsfreiheit ist der Schlüssel zur Bekämpfung einer globalen „Neuen Weltordnung“, die nur eine Versklavung der Bevölkerung zum Ziel hat. Die Individuation als der Prozess zur Bewusstwerdung der eigenen Person als ein sich von anderen unterscheidendes Einzelwesens, das nur sich dann anpasst, wenn diese Anpassung seinem Gewissen gemäß ist, sollte das Ziel allen staatlichen Handelns sein. Denn nur eine Vielfalt von Einzelwesen garantiert eine lebenswerte Welt, in der Menschen sich so entwickeln können, dass sie „das Beste“ aus sich „herausholen“. „Leben und leben lassen“ ist für viele die Devise einer toleranten Lebenseinstellung, die diesen Weg gehen wollen. Der Kampf ist aber gefordert und dieser kann nicht nur auf der Straße ausgetragen werden durch öffentliche Demonstrationen, sondern vor allem im Alltag durch selbstbewusstes Eintreten für eigene Überzeugungen. Der Mut „gegen den Strom“ zu schwimmen muss aufgebracht werden, auch wenn der Einzelne dadurch die Ächtung der Gemeinschaft zu ertragen hat. Wahrer Individualismus ist nicht wie die üblichen „Ismen“ eine ungesunde Übertreibung, sondern eine notwendige Akzentuierung in einer auf Anpassung gedrillten Massengesellschaft.
Gibt es noch eine Chance, den Individualismus zu bewahren und zu erhalten? Es liegt an den Menschen selbst, die einzig lebenswerte Art der Lebenseinstellung gegen alle Widerstände zu gehen. Jesus Christus hat dies vorgemacht – aber mit dem Leben hierfür bezahlt. Aber er, wie viele andere, glaubten und glauben, dass das irdische Leben nicht das einzige ist, das uns an die Materie annagelt, sondern das nur als eine Daseinsform in der diesseitigen Welt darstellt, die einer vielfältigeren und besseren jenseitigen Überlebensweise gegenüber steht. Diese Zuversicht kann so manchem die Kraft geben, gegen die bösen Mächte, die hinter der globalistischen Machthabern stehen, zu kämpfen. Diese Jenseitshoffnung sollte aber nicht dazu führen, den Kampf von vornherein aufzugeben, sondern zu rechtfertigen, denn nur dieser Kampf bringt uns im Hinblick auf eine Jenseitserwartung weiter, weil wir erkennen, dass die Menschen zwar auch selbst böse Absichten verfolgen, aber unter dem Einfluss böser Mächte stehen. Wie sagte es einst Paulus: „ Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ [10]
© beim Verfasser
[2] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kommunale-gebietsreform-37008 : Die Gebietsreformen fanden in Deutschland zwischen 1968 und 1968 statt.
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Lersch : Philipp Lersch war ein bekannter Vertreter der Gestaltpsychologie, der das Verstehen der seelischen Vorgänge in den Mittelpunkt stellte; bekanntestes Werk war das Buch „Aufbau der Person“, das ich mit hohem Interesse gelesen habe.
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/B._F._Skinner. Burrhus Frederic Skinner war ein typischer Vertreter dieser Richtung in der Psychologie, die eine gesamte Generation auch noch bis heute prägte.
[6] https://www.kas.de/de/einzeltitel/-/content/-wir-waehlen-die-freiheit- ; bekannt wurde der Ausspruch von Konrad Adenauer in 1952, in dem er betonte – auch gegen den kommunistischen Ostblock gerichtet: „Wir wählen die Freiheit“.
[7] https://twitter.com/polizeiberlin/status/1418881128765837313 : Die Berliner Polizei wünschte der Veranstaltung vom „Christopher Street Day“, an der sehr viele Menschen ohne Abstand halten oder Maske tragen teilnahmen, ein „Happy Pride“.
[10] Epheser 6, 12 https://www.bibleserver.com/de/verse/Epheser6%2C12

Die Welt um uns herum scheint im Diesseits zu versinken. Der Blick über die Todesgrenze hinaus wagen nur wenige. Wer sich als weltoffener Mensch zeigen will, tut gut daran, die Welt nicht nur mit der Brille des Materialisten zu sehen, der nicht an ein Jenseits glaubt.
Jenseits – Diesseits: Die Art der Betrachtungsweise entscheidet darüber, ob wir an ein Jenseits glauben. Das Diesseits ist uns sehr vertraut: Die wahrnehmbare Welt mit ihrer Vielzahl von Eindrücken drängt in unser Bewusstsein und prägt unser tägliches Verhalten. Wir sind aber gleichzeitig auch Gefangene dieser Welt, die uns in einem unsichtbaren Glashaus einkerkert und der wir nur schwer entkommen können. Was ist dieses Jenseits aber, das uns so fremd erscheint, dass wir vielleicht eine Scheu haben, uns mit ihm zu beschäftigen? Ist es nur eine Frage der Definition, der Begrifflichkeit oder steckt mehr dahinter als wir glauben? Das Jenseits könnte auf zweierlei Art definiert werden:
- Jenseits der sinnlichen Erfahrbarkeit: Wir nehmen nur einen Teil der Welt war, weil unsere Sinnesorgane spezialisiert sind, unser Leben im Diesseits zu bewerkstelligen. Die Möglichkeit, über diese Schwelle hinauszugehen, ist nur begrenzt. Gelingt es trotzdem, sich von dieser Begrenzung zu befreien, könnte man von einer Jenseitserfahrung sprechen. Dies geschieht aufgrund einer Veranlagung zur Wahrnehmung von Dingen, die über die normale Erfahrbarkeit hinausgehen, die mit Hellsehen (sehen von überirdischen Dingen, Fernwahrnehmung), Hellfühlen (überirdische Impulse in Richtung eines Hineinfühlens in andere ohne Einschaltung physischer Sinne), Hellhören (Hören von normal nicht hörbaren Geräuschen oder Stimmen) oder Hellriechen (Wahrnehmung von Gerüchen, ohne dass hierbei die Nase diese Eindrücke vermittelt) bezeichnet werden. Das Hellsehen wird auch so beschrieben, dass nicht nur die räumliche Distanz überwunden wird (Fernwahrnehmung einer Person oder eines Geschehens außerhalb des Sichtbarkeitsfeldes), sondern auch die zeitliche Distanz (Visionen über zukünftige Ereignisse) [1]. Es gibt aber auch die situativ bedingte Jenseitserfahrung, etwa dann, wenn jemand stirbt, in dem er angibt, einen bereits verstorbenen Menschen zu sehen. In diesem Fall wird von Sterbebettvisionen [2] gesprochen. Auch während eines todesähnlichen Zustandes (klinischer Tod: Aussetzen von Atmung, Herz-Kreislauf) kann ein Jenseitserlebnis entstehen durch die Kontaktaufnahme mit bereits Verstorbenen, nicht-physischen Wesen (Engel, Dämonen, Geistführer) oder sogar Gott selbst. Die außerkörperliche Erfahrung (Erleben eines Zustandes, sich außerhalb des eigenen physischen Körpers zu befinden), die mit der Nahtoderfahrung einhergeht, kann auch bei extremen Stress passieren, etwa z. B. ausgelöst durch körperliche Folter. Wie auch immer die Wahrnehmung über die normalen physischen Sinne hinaus zustande kommt, kann man dies grundsätzlich als einen Wechsel in dem Frequenzbereich der Wahrnehmung beschreiben. So gesehen wäre dann das Jenseits eigentlich immer präsent, aber wir können es normalerweise nur nicht wahrnehmen [3].
- Jenseits des Todes : Es ist auch möglich, das Jenseits als ein Bereich zu beschreiben, der demjenigen begegnet, der stirbt. Es erscheint dann als ein „jenseitiges Land“, [4] das nach dem Tod betreten wird. Der physische Tod wäre dann der Übergang in das Jenseits als ein Bereich der Wirklichkeit, der uns zeitlebens verschlossen bleibt. Der Tod stellt dann die Loslösung des unsterblichen Teils der Person (Seele) vom physischen Leib dar, der dann in diese jenseitige Welt eintaucht. Dieses Jenseits erscheint nicht den irdischen Gesetzen unterlegen zu sein, wie z. B. dem der Zeit oder des Raumes, sodass es keine Zukunft oder Vergangenheit in unserem Sinne gibt und es möglich ist, gleichzeitig an verschiedenen Orten sein zu können (Bilokation). Es gibt keine Begrenzung in der Wahrnehmung oder der Fortbewegung, sodass nur der Gedanke bereits eine Veränderung bewirkt. Auch scheint dort eine Sortierung der dort lebenden Wesen (Verstorbene, noch nie inkarnierte Wesen) nach ihrer bereits erreichten „spirituellen Reife“ vorhanden zu sein, wobei aufgrund des Gesetzes der Resonanz diejenigen zusammenkommen, die aufgrund innerer moralischen Gesinnung, ihres Charakters, zusammengehören. Himmel und Hölle als voneinander getrennte Dimensionen beherbergen vor allem charakterlich verschiedene Wesen, die entweder sich dem göttlichen Licht zugewandt oder von ihm abgewandt haben. Selbstsucht und Weltliebe scheinen die präferierten Eigenschaften zu sein, die zum Leben in der Hölle führen [5]. Das Jenseits wäre also ein Bereich, indem unsere Vorstellungen von der Welt völlig versagen und wir aus diesseitiger Sicht überhaupt nicht in der Lage wären, uns zurechtzufinden [6].
Aspekte |
Diesseits |
Jenseits |
Dimensionen |
dreidimensional |
multidimensional |
Moralität |
Gut und Böse gemischt |
Gut und Böse getrennt in verschiedenen Sphären, die sich graduell unterscheiden je nach Qualität der Verstorbenen oder Geistwesen (Engel, Dämonen) |
Hierarchie |
Sortierung nach Geld und Macht führt dazu, dass diejenigen nach oben kommen, die darüber verfügen und danach streben |
Sortierung nach Charakter (spirituelle Reife/Unreife), Führung erlangt dort derjenige, der die charakterliche Eignung hat |
Gesetze |
vom Menschen gemacht und veränderbar |
von Gott geschaffen und unveränderbar |
Tod |
Alles (Kosmos, Materie, Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere, Menschen, Außerirdische) sterblich |
Alles (Geistwesen, Engel, Tiere, Menschen und Außerirdische) unsterblich |
Stofflichkeit |
grobstofflich (entstehend, vergehend, verderbend, sterblich) |
feinstofflich (immer bestehend) |
Mobilität |
durch physische Energie bewegend, Hindernisse müssen überwunden werden |
durch Gedanken bewegend, es gibt keine Hindernisse |
Kommunikation |
durch Sprache (Wort, Schrift) und Zeichen (Mimik, Gestik) |
durch mentale Gedankenübertragung |
Zeit |
in eine Richtung von der Vergangenheit in Zukunft laufend |
ewiges Jetzt |
Diesseitskultur: Unsere gegenwärtige Kultur ist geprägt von dem Glauben, dass es nur das gibt, was wir wahrnehmen können. Selbst die Kirchen scheinen von diesem Zeitgeist gefangen worden zu sein, der den Jenseitsglauben fast völlig verdrängt hat. Kirchentage werden mit Themen gefüllt, die diesseitiger Natur sind und sich um Gerechtigkeit, Klima, Migration, Gleichberechtigung oder Natur drehen, aber nicht um die Kernthemen der Religion: Gott, Jesus, Sünde, Schuld, Tod, Himmel oder Hölle. Wer noch an Engel, Dämonen, Geister oder gar Gott glaubt, gilt nicht als seriös und unwissenschaftlich. Die Wissenschaft wurde zur Ersatzreligion erklärt, die sich anmaßt alles zumindest potentiell erklären zu können getreu nach dem Motto: Es gibt nichts, was nicht wissenschaftlich erklärbar wäre, es benötigt nur etwas Zeit, um die noch leeren Flecken unseres Wissens zu füllen. Dieser Diesseitskultur sind viele Phänomene geschuldet, die unsere Welt beherrschen. Im Fokus steht die Realisierung eines meist sehr irdisch anmutenden Versuchs, das Glück auf Erden zu ermöglichen. Selbst der Tod verkommt zu einer irdischen Angelegenheit, wobei die Menschen sich sehr viele Gedanken darüber machen, was mit ihrem Körper nach ihrem Dahinscheiden passieren soll: Konventionelle Beerdigung, Einäscherung, Verstreuen der Asche im Meer, Versenken der Urne in einem Wald oder sogar Umwandlung der menschlichen Asche in einen Diamanten [7]. Diese Diesseitskultur hat die früheren Vorstellungen der Menschen verdrängt, die noch das Leben in irdischen Gefilden als eine Vorbereitung auf ein Leben nach dem Tod angesehen haben. Die Vorstellung eines Art Gerichts, das darüber entscheidet, in welchem Bereich jemand nach dem Tod leben wird, war in fast allen Religionen verbreitet. Engel gehörten noch zu Wesen, die für real gehalten wurden und der „gottesfürchtige“ Mensch glaubte noch, sich an die Moralvorstellungen des alles beherrschenden Gottes halten zu müssen. Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. In den Kirchen kann man manchmal noch davon etwas sehen, etwa in alten Gemälden oder in sakralen Darstellungen von Heiligen. Doch die sich immer wiederholenden Rituale, Gesänge und Orgelspiele sind nur noch ein müder Abglanz jener Zeit, in der der Jenseitsglaube dazu diente, die Menschen auf diese Welt einzustimmen, sie auf das vorzubereiten, was nach dem Tode kommt. Das politische Geschäft verkommt mit seiner Amoralität mehr und mehr zu einem Selbstbedienungsladen jener, die auf der politischen Bühne glauben, ihr Heil erkaufen zu können, indem sie nach Macht streben und diese auch gnadenlos ausnutzen. Der Mensch, der sich als das höchste Wesen der diesseitigen Welt auserkoren hat, hält sich in dieser Welt an allem fest, was ihm scheinbar Halt gibt: Ruhm, Macht und Geld. Wer hier zu kurz kommt, weil ihm dazu die Mittel fehlen oder er sich zu skrupelhaft hält, gerät ins Hintertreffen und fragt sich dann oft voller Zweifel: Für was lebe ich dann noch? Die Oberflächlichen, die nicht von solchen Gedanken gequält werden, vergnügen sich mit allerlei Blendwerk unserer Welt oder lassen sich von einer Unterhaltsindustrie bei Laune halten. Der amerikanische Philosoph Ken Wilber [8] hat die Wissenschaftler, die sich mit der Erforschung der diesseitigen Welt befassen, als „Flachlandwissenschaftler“ bezeichnet, die sich gewissermaßen nur in der Horizontalen bewegen und weder die Tiefe kennen (was sind die Grundlagen von allem was ist?) noch die Höhen (wohin streben oder wofür leben wir?). Sie können zwar sehr gut das wissenschaftliche Land kartographieren, verlieren sich aber in vielen Details, werden zu „Fachidioten“ einer oberflächlichen Wissenschaft, die die zentralen Fragen des Lebens ausklammert. Also selbst die Wissenschaftler scheinen in der Diesseitsfalle zu stecken und scheuen davor zurück, sich mit den „eigentlichen“ Fragen nach dem Sinn des Lebens zu befassen.
Die Sehnsucht nach dem Jenseits: Menschen, die nicht glauben können und wollen, dass die wahrnehmbare Welt die einzige Wirklichkeit darstellt, entwickeln so etwas wie die Sehnsucht nach der jenseitigen Welt. Sie befassen sich mit zentralen Fragen wie nach dem Sinn des Lebens [9] , mit der Frage, ob es ein Leben nach dem Tod [10] gibt, ob wir immer wieder neu geboren werden (Reinkarnation) [11] und ob es einen Gott gibt [12]. Die diesseitige Welt verschwindet dabei aus dem Fokus und wird dann nur noch auf dem Hintergrund einer jenseitigen Welt gesehen, die gewissermaßen das Diesseits umschließt. Das Jenseits wird dann als die hauptsächliche, eigentliche Welt gesehen, die sinnstiftend wirkt und erst die Grundlage für unser Leben gibt. Die Sehnsucht spiegelt sich wieder in der ständigen Suche nach der Wahrheit [13] über die Wirklichkeit, nach dem Urgrund allen Seins, nach der eigentlichen Heimat [14] , in die wir nach dem Tod zurückgehen. Diejenigen, die Nahtoderfahrungen hatten, berichten i.d.R. auch, dass sie das Gefühl der Heimkehr hatten, dass nach dem Tod das eigentliche Leben erst beginnt. Das Leben im Diesseits wird dann nur noch als eine Episode im ewigen Sein gesehen, die als eine vorübergehende Daseinsform wahrgenommen wird. Auf dieser Grundlage verschwinden die Alltagsprobleme im Nichts, werden die Querelen, aber auch die erfreulichen Ereignisse des Lebens, zu eher nebensächlichen Ereignissen. Wer in dem Bewusstsein lebt, dass wir nur Gäste in der diesseitigen Welt sind, die hier nur eine Art Stippvisite haben, erträgt vielleicht auch diese Welt eher und findet die Wichtigtuer der Herrscher dieser Welt oder die, die sich hierfür halten, als oberflächliche Scharlatane.
Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits: Sind Diesseits und Jenseits miteinander verbunden? Leben wir in einer von dem Jenseits abgeschotteten Welt oder gibt es Kontakte oder Einflüsse, die wir vielleicht gar nicht merken?
· Wahrnehmung der jenseitigen Welt: Unsere fünf Sinne sind auf die Erfassung der diesseitigen Welt spezialisiert und ermöglichen unser Überleben. Wenn wir die jenseitige Welt erfahren wollen, werden diese uns nicht helfen können. Vielfach stellen sie sich als hinderlich im Hinblick auf unsere „supernatürlichen Sinne“ dar. In diesem Zusammenhang wird dann von außerkörperlicher Erfahrung gesprochen. Zu dieser sind einige Menschen fähig, die anscheinend hierzu eine natürliche Begabung mitbringen, die sich bereits in der frühen Kindheit bemerkbar macht. Kinder mit einer solchen Begabung können Verstorbene sehen und sogar mit ihnen kommunizieren, wobei diese auf der mentalen Ebene geschieht, d. h. durch Gedankenübertragung. Man könnte von einer angeborenen Medialität sprechen. Besonders so genannte „sensitive Kinder“ sind für solche Aktivitäten fähig. Solche Kinder haben Vorahnungen über bevorstehende Tode von nahen Angehörigen oder haben auch Nachtodkontakte zu verstorbenen Personen, von denen sie berichten, dass sie sie besucht haben [15]. Details werden ihnen von den verstorbenen Angehörigen erzählt, die sie nicht von den Eltern erfahren haben können [16]. Da es im Jenseits nicht die Unterscheidung zwischen Vergangenheit und Zukunft gibt und sich alles im „ewigen Jetzt“ abspielt, sind auch Vorhersagen über zukünftige Ereignisse aus Kindermund möglich, so etwa der Tod oder Geburt eines Geschwisterkindes, z. B. übermittelt über die bereits verstorbene Großmutter, wie dies von einem Elijah Howell aus Florida berichtet wurde [17]. Werden die Menschen erwachsen, dann können sie auch als so genannte Medien tätig werden, die in der Lage sind, zu verstorbenen Menschen Kontakt aufzunehmen oder aber zu noch nie inkarnierte Wesen (Geistführer, Engel). Zu diesen Medien gehört z. B. Jana Haas, die schon sehr früh als Kind mediale Fähigkeiten besaß und diese nach der Übersiedlung aus Russland nach Deutschland ausbaute [18]. Manche entdecken ihre medialen Fähigkeiten erst später und werden dann als Medium tätig, wie z. B. Pascal Vogenhuber aus der Schweiz [19]. Es gibt auch Medien (im amerikanischen Sprachraum Channel genannt), die während der Übermittlung die jenseitigen Botschaften in einem Art Trancezustand erleben, wobei sie zum Teil sogar nicht einmal wissen, was sie während der Besetzung durch ein jenseitiges Wesen gesagt haben (Tieftrancemedium). Ein solches Medium war die Schweizerin Beatrice Brunner (1910 – 1983), die während einer Sitzung in der „Geistigen Loge Zürich“ einem Geistwesen namens Josef ihren Körper zur Verfügung stellte. In ihren Vorträgen übermittelte sie Botschaften (eingeleitet mit „Gott zum Gruß“) aus dem geistigen Reich, die meistens religiöser Natur (wie die geistigen Gesetze funktionieren, Informationen über das Jenseits) waren [20]. Auch dem „normalen“ Menschen ist es möglich, die jenseitige Welt zu erfahren, indem sie sich „inspirieren“ lassen. Die Inspiration ist hierbei von der Intuition zu unterscheiden [21]. Wenn wir plötzlich eine Idee haben, wie ein Problem gelöst werden kann, könnte dies auf eine „Eingebung von drüben“ zurückzuführen sein. Es scheint also so zu sein, dass die Wand zwischen Diesseits nicht so fest ist, wie wir glauben und eher einer durchlässigen, transparenten Folie ähnelt.
· Beeinflussung durch das Jenseits: Geht der Kontakt über die reine Wahrnehmung hinaus, dann könnte von einer Beeinflussung gesprochen werden. Der Einfluss wäre dann eine auf bestimmte Absichten geistiger Wesen im Jenseits zurückzuführen. So wie Menschen in ihrem Leben Pläne haben, sollte dies auch nicht mit dem Tod enden und die Verstorbenen versuchen, auf die Menschen auf der Erde Einfluss zu nehmen. Viele Fähigkeiten von Menschen, die sich bereits in früher Kindheit zeigen, könnten auf Einflüsse zurückgeführt werden, die aus dem Jenseits stammen. Im künstlerischen Bereich findet man solche Beispiele wie die englische Klavierspielerin Rosemary Brown (1916 -2001), die bereits mit sieben Jahren Besuch von dem verstorbenen Komponisten Franz Liszt (1811 – 1886) erhalten haben soll, der ihr angekündigt hatte, dass sie später als Musikerin berühmt werden sollte. Später sollen ihr weltbekannte Komponisten wie Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin und Johann Sebastian Bach Klavierstücke in die Hand geschrieben und Franz Liszt ihre Finger geführt haben [22] . Im medizinischen Bereich gibt es auch Beispiele durch jenseitige Wesen, die versuchen, auf Menschen Einfluss zu nehmen. Ein jenseitiger Arzt „Dr. Fritz“ soll über seinen Einfluss in Brasilien durch von ihm besetzte Medien erfolgreich Operationen durchgeführt haben, bei den überraschenderweise kaum Anästhetika oder Desinfektionsmittel angewandt wurden. Rubens de Farias soll der letzte von diesem verstorbenen deutschen Arzt benutzte mediale Kontakt sein, durch den er vor allem armen Menschen medizinische Hilfe leistete [23]. Werden hierdurch Wunder bewirkt? Dieser Eindruck drängt sich vor allem dann auf, wenn man bedenkt, dass ein völlig medizinisch unerfahrener Mensch komplizierte Operationen durchführt [24]. Auch ist überraschend, dass kaum Infektionen oder ähnliche Komplikationen nach den Operationen aufgetreten sein sollen [25]. Wirkt also hier ein im 1. Weltkrieg gefallener Arzt noch nach seinem irdischen Tod weiter? Ein solcher Arzt konnte bisher leider nicht verifiziert werden [26]. Wie so oft sind Beweise im üblichen Sinne auf diesem Gebiet kaum möglich zu führen. Gibt es auch negative Einflüsse? Ich bin davon überzeugt, dass vor allem Menschen, die in unserer nach Macht, Geld und Ruhm streben, unter dem Einfluss negativer Wesen stehen, die diese – ohne dass sie dies vielleicht selbst merken – beeinflussen, wie z. B. bei Dr. Angela Merkel [27]. Die negative Beeinflussung geschieht über verschiedene Kanäle, die von diesen benutzt werden, um in unser Bewusstsein einzudringen. Das Ziel ist es, in dem „Kampf zwischen Gut und Böse“, der vor allem auf der „feinstofflichen Ebene“ herrscht, die Oberhand zu bekommen und die endgültige Herrschaft über die Menschheit zu erlangen. Da wir uns nach hinduistischer Lehre im „Kali Yuga“ befinden, scheint sich die Lage zuzuspitzen [28] , weil dieses Zeitalter das letzte der vier Erdzeitalter ist, in dem das Verderben und der Verfall durch eine hohe negative Wesenheit zunehmen sollen [29]. Nach Forschungen der „Spirituel Science Research Foundation“, die auf diesen Lehren des Hinduismus basiert, sollen inzwischen 30 % der Bevölkerung der Erde von negativen Wesen „besetzt“ sein. [30] Dass die Besessenheit durchaus reale Formen annehmen kann, zeigt das Beispiel von Ralf Schulz, der durch eine Voodoo-Zeremonie von einer negativen Wesenheit besetzt wurde, sodass er das Gefühl hatte, nicht mehr selbst handeln zu können. Er konnte sich durch Bekenntnis zu Jesus Christus aus dieser Besetzung befreien [31]. Neben dieser Form der negativen Beeinflussung gibt sicher auch aufgrund bewusst oder unbewusst geschlossene „Pakte“ mit negativen Wesen geschlossene Vereinbarungen, die zum Verlust der Souveränität und zu einer Abkehr von göttlichen Einflusssphären, die über Engel oder andere hochgeistige Wesen vermittelt werden, führen [32]. Zum Glück gibt es aber auch die lichtvollen, von Gott beeinflussten Bereiche des Jenseits, die den Menschen helfen, auf den rechten Weg zurückzufinden. Hiervon berichten immer wieder Menschen in dem ERF Magazin „Mensch, Gott“ [33]
Vorbereitung auf das Jenseits: Wenn die jenseitige Welt der wichtigere Teil der Wirklichkeit ist, ist doch die Frage berechtigt, wie wir uns darauf vorbereiten sollten. Diese Vorbereitung geschieht leider in der diesseitig orientierten Welt i. d. R. nicht, wie insbesondere dies Gerhard Seidel (Was ist nach dem Tod [34] ) beklagt. Ich will hier ein paar Aspekte einer „Jenseitsvorbereitung“ nennen:
· Moralisches Handeln : Kann man tatsächlich so weiterleben wie bisher, wenn man an ein Jenseits glaubt? Howard Storm war vor seiner Nahtoderfahrung ein erfolgreicher, atheistisch denkender Professor für Kunst in Kentucky und hat aufgrund seiner positiven Erfahrungen sein Leben komplett geändert und wurde christlicher Pfarrer und Maler. Er erlebte einen Abstieg in die finsteren Teile des Jenseits (dämonische, bösartige Wesen, die ihn in eine Art Hölle entführen wollten), als er ein schwerwiegendes internistisches Problem (perforierter Zwölffingerdarm) hatte und er in einem Krankenhaus in Europa behandelt wurde. Nach einem verzweifelten Gebet - er glaubte nicht mehr an Gott, erinnerte sich aber an seine Kindheitsgebete und flehte ihn in seiner Verzweiflung um Hilfe an – wurde er aus dieser misslichen Lage befreit und wieder gesund. Er änderte sein Leben komplett, gab seine Professur auf, studierte Theologie und widmete sein Leben nur noch dazu, Gott zu dienen [35]. Ähnliche Entwicklungen werden auch von anderen berichtet, die Nahtoderfahrung hatten: Sie änderten komplett ihr Leben, weil die diesseitige Welt für sie zu oberflächlich erschien und passten ihren Moralkodex entsprechend an, sodass Geld und Macht ihre Bedeutung verloren. Mitunter gingen dabei Beziehungen zu anderen Menschen und auch Ehen in die Brüche, die diese Veränderungen nicht akzeptieren konnten [36].
· Egoismus – kein Thema mehr : Der Egoismus und andere Auswüchse selbstsüchtigen Verhaltens sind kein Thema mehr. Wer glaubt, dass die eigene Person so überaus wichtig ist, wird, wenn er das Jenseits als seine eigentliche Heimat ansieht, die Selbstsucht vergessen. Jedes Streben nach Erfolg, nach Besitz, nach persönlichem Glück, nach Ruhm und andere Vergünstigungen unserer Welt, treten in den Hintergrund, werden nur als Beiwerk empfunden, als etwas, was sich einstellt, nachdem erkannt und akzeptiert wurde, dass wir nur hier eine vorübergehende Bleibe haben. Jesus hat dies klar auch so beschrieben, dass wir erst nach dem Reich Gottes streben sollten, alles andere würde uns dann dazugegeben (Matthäus 19,23 [37] ).
· Gelassenheit und Hoffnung : Die Welt als Bühne zu sehen ist eine Sache des diesseitigen Menschen, der alles daran setzt, in dieser Welt eine große Rolle zu spielen, jemand zu sein, der angesehen und geachtet wird. Wenn die Welt nur als ein vorübergehender Ort angesehen wird, dann verschwindet dieses Streben. Auch die Verwirrnisse des Lebens, die Nichtbeachtung oder sogar Verachtung der Welt werden zur Nebensache. Mit der Gelassenheit des in Ruhe abwartenden Betrachters wird die Welt beäugt. Die Hoffnung auf die jenseitige Welt lässt alles unwichtig und oberflächlich erscheinen [38].
· Dienen statt herrschen : Wer dient, der bringt seine Fähigkeiten ein, um anderen die Möglichkeit der Weiterentwicklung zu geben. Wer herrschen will, möchte anderen seinen Willen aufzuzwingen, weil er glaubt, im Besitz der Wahrheit zu sein [39]. Jesus Empfehlung war, einander zu dienen und sich zurückzunehmen und nicht selbst an die erste Stelle zu setzen (Markus 9,35 [40] ). Deshalb würden die Ersten die Letzten sein (Matthäus 20,16 [41] ). Wer sich zum Herrschen aufschwingt, um anderen den eigenen Willen aufzuzwingen, wird im Jenseits keine guten Karten haben, denn das Herrschen-wollen ist eine satanische Attitüde.
· Zugehörigkeit nicht um jeden Preis : Vielen Menschen ist es wichtig, irgendwo dazu zu gehören, nicht isoliert zu sein [42]. Dieses Grundbedürfnis relativiert sich sehr schnell, wenn das Jenseits als Zielvorgabe gesehen wird, denn die Zugehörigkeit sortiert sich gemäß dem Resonanzgesetz nach der Gesinnung derer, die ihr Leben für andere eingesetzt haben. Wer dies nicht getan hat, landet im Jenseits im „Tal der Egoisten“ [43] , also derer, die nur ihr eigenes Ego im Blick hatten und sich nicht um andere kümmerten oder sie sogar geschädigt haben (Psychopathen [44] ). Deshalb ist die Zugehörigkeit im Diesseits zu denjenigen zu vermeiden, die nur ihr eigenes Wohl im Auge haben und nur selbstsüchtige Ziele verfolgen.
· Schuld vergeben : Wer mit anderen gut auskommen will, sollte zur Vergebung von Schuld bereit sein. Das Vergeben können bedeutet, eine von Gott gewollte Bereitschaft zum Ausgleich auf eine gewaltfreie Art an den Tag zu legen. Die Vergebung setzt aber die Bereitschaft des anderen voraus, eine Schuld einzugestehen [45]. Die Gerechtigkeit darf nicht auf der Strecke bleiben und keine Vergebung ohne Schuldanerkenntnis, Reue und Wiedergutmachung (auf die kann großzügig verzichtet werden) erfolgen [46].
Das Diesseits als eine vorübergehende Daseinsform zu sehen, das Jenseits als die endgültige Heimat, kann sehr tröstlich sein. Deshalb erscheint es mir erstrebenswert, die Bemühungen in eigenen Leben auf das Jenseits auszurichten.
© beim Verfasser
[2] https://www.nachtodkontakte.net/index.php/verwandte-phaenomene/sterbevisionen/sterbebettvisionen
[3] Sylvia Browne: Phänomene. Die Welt des Übersinnlichen von A-Z, Goldmann Arkana 2006,S. 225 über das Jenseits: „Vielmehr ist es genau hier, mitten unter uns; es ist eine andere Dimension, die der unseren gewissermaßen übergestülpt ist und etwa einen Meter über unseren Erdboden liegt.“
[4] Jane Sherwood: Das jenseitige Land. Offenbarungen über das Leben nach dem Tod und die Wiedergeburt. https://www.amazon.de/jenseitige-Land-Offenbarungen-Mysterium-Wiedergeburt/dp/3715702036
[5] Emanuel Swedenborg, Himmel, Hölle, Geisterwelt, Verlag Die Schmiede, Berlin 1925, S. 221: „Eine Trennung hat zwischen Himmel und Hölle stattgefunden, weil alle, die in der Hölle leben, während der Dauer ihres irdischen Daseins in Selbstliebe und Weltliebe nur fleischlichen Genüssen frönten, während die Bewohner des Himmels in ihrer Liebe zu Gott und dem Nächsten auf Erden die Freuden der Seele und des Geistes suchten.“
[6] Gute visuelle Eindrücke vermitteln die Filme „Astral-City“( https://de.wikipedia.org/wiki/Nosso_Lar ) und „Hinter dem Horizont“ ( https://de.wikipedia.org/wiki/Hinter_dem_Horizont ) , wie es im Jenseits aussehen könnte.
[7] Ich hatte bei einem Besuch des Krematoriums mit dem Hospiz des Caritasverbandes Büren erfahren, dass es die Möglichkeit gibt, das Häufchen Asche, das ungefähr 3,5 KG wiegt und nur noch aus zermahlenen Knochen besteht, in einen Diamanten umzuwandeln; weiter Infos: https://www.bestatter.de/wissen/varianten-der-feuerbestattung/diamantbestattung/
[9] Was ist der Sinn des Lebens, ein Artikel unter „Download“ auf meiner Homepage: https://www.guentherbirkenstock.de/neue-seite
[12] Hier eine Auswahl von 10 Artikeln zu diesem Thema: https://www.guentherbirkenstock.de/blog-search?searchTerm=gott
[16]
Bericht einer Leserin eines Forums zu diesem Thema:
„Meine Tochter 6 Jahre alt, erzählt mir immer wieder von meiner verstorbenen
Mutter, die aber seit 15jahre verstorben ist. Sie weiss dinge die wir erlebt
haben und wenn ich sie frage woher sie das weiss sagt sie mir diese Frau hat es
erzählt…da ich nicht über meine Mutter rede kann sie es nicht von mir wissen.
Als sie einmal ein Foto meiner Mutter sah, sagte sie mir , Mami diese Frau ist
es, sie kommt Abends zu meinem Bett und spricht mit mir.“ https://www.allmystery.de/themen/mt40072
[17] https://www.focus.de/panorama/welt/unheimliche-geschichte-eltern-sind-sicher-der-kleine-elijah-spricht-mit-toten-und-sagt-zukunft-voraus_id_4750317.html
[21] Mehr Details zur Unterscheidung zwischen Inspiration und Intuition (Können wir Gott erfahren?): https://www.guentherbirkenstock.de/koennen-wir-gott-erfahren
[22] https://maricopa1.wordpress.com/2024/02/26/stimmen-aus-dem-jenseits-teil-1-rosemary-brown-1916-2001-und-ihre-kompositionen/
[26] https://en-m-wikipedia-org.translate.goog/wiki/Dr._Fritz?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc
[28] Siehe Geistheiler Sananda; Warum zerstört ihr eure eigene Welt: https://www.youtube.com/watch?v=ud75X4SaB-g
[30] https://www.spiritualresearchfoundation.org/de/ungl%c3%bccklich-sein-ursache/daemonische-besessenheit/besessener-anteil-weltbevoelkerung/
[32] Roger Morneau (1925 – 1998) berichtet von solchen Pakten; siehe https://www.guentherbirkenstock.de/leben-wir-in-zeiten-satanischer-herrschaft
[35] https://en-m-wikipedia-org.translate.goog/wiki/Howard_Storm_(author)?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc ; https://www.jesus.ch/themen/people/erlebt/312662-professor_storm_gott_ist_real.html
[36] Siehe Artikel: Nahtoderfahrung - ein Indiz für ein Leben nach dem Tod? https://www.guentherbirkenstock.de/neue-seite
[38] Eben Alexander: Vermessung der Ewigkeit, Ansata 2015, S. 162: Geschenk der Hoffnung
[43] Eine Metapher für das „Tal der Egoisten“: Dort gibt es herrliche Speisen, die genusssüchtige Menschen in ihrem irdischen Leben gerne gegessen haben, aber nur überlange Löffel, sodass sie dadurch nicht in der Lage sind, die Köstlichkeiten in ihren Mund zu führen. Da sie Egoisten sind, kommen sie nicht auf die Idee, sich gegenseitig zu helfen, indem sie ihren Löffel zum Mund eines anderen führen.

Gott ist immer wieder ein Thema, das nicht einfach so zur Seite gelegt werden kann, ohne dabei ins Grübeln zu kommen. Entweder es geht einen etwas an oder es lässt einen kalt, aber jeder muss irgendwann eine Entscheidung treffen, wie er es mit dem „Allerhöchsten“ hält.
Manchmal ist es gut, wenn etwas schwer positiv zu definieren ist, sich mit der „Ausschlusstechnik“ diesem Phänomen zu nähern. Deshalb will ich es mit der Untersuchung von gedanklichen Fallen versuchen, mich mit dieser Technik der schwierigen Gottesfrage zu nähern.
· Böse Falle Pantheismus: Der Pantheismus [1] geht auf zwei Wurzeln zurück, die einmal in die Richtung geht, dass Naturvölker zu einem solchen Gottesbild neigen und zum anderen es die esoterischen Strömungen der Neuzeit sind, die sich versuchen, Gott auf diese Weise zu nähern. Bei den Naturvölkern, wie sie heute z. B. noch im Amazonasgebiet existieren, ist deshalb der Pantheismus eine gängige Vorstellung, weil sie in der Natur leben und sich im Einklang mit der Natur wähnen. Die Natur ist für sie der Lebensraum, der keine Abstraktionen verlangt, sondern der für sie sowohl Geborgenheit und Überlebensmöglichkeiten gibt als auch eine Quelle der Gefahren darstellt. Deshalb können sie sich diesen Dualismus zwischen der Vorstellung der Natur als eine schützende und lebenserhaltende Einheit, aber auch einer bedrohlichen Entität nicht anders erklären, als dass dahinter sowohl ein schützender Geist oder auch ein gefährlicher Geist stecken muss. Diese Art Pantheismus vermischt sich dann auch mit dem Polytheismus, weil oftmals angenommen wird, dass gute und böse Geister in der Mehrzahl hinter den wohlwollenden oder auch gefahrvollen Phänomenen der Natur stecken. Die esoterische Betrachtung Gottes als die seiner Verschmelzung mit der Natur ist der der Naturvölker ähnlich, weil Gott mit der Natur verbunden wird. Der Unterschied ist nur der, dass nicht hinter den natürlichen Phänomenen eine geistige Entität vermutet wird, sondern die Gottesvorstellung mit der Natur verschmilzt, also Gott sich als eine Art Naturgottheit in seinen vielfältigen Formen offenbarend gesehen wird und wir ihn also z. B. in einem Baum Gott erkennen könnten. Es wird also keine Unterscheidung gemacht zwischen dem unabhängig von der Natur existierenden Geist und der Natur selbst. Hierbei wird die Natur gerne glorifiziert und die negativen Elemente gerne ausgeblendet [2] .
· Böse Falle Monotheismus: Der Monotheismus überwindet die Falle der Vergöttlichung der Natur und bringt uns die Freiheit einer Sichtweise, die zu einer Abstraktion führt, nämlich die Gottheit als eine von der wahrnehmbaren Welt unterschiedene Entität zu bezeichnen. Die Tür zur Transzendenz wird damit aufgestoßen und uns der Blick auf eine „höhere Welt“ eröffnet, die uns im irdischen Dasein eine Jenseitsperspektive aufzeigt. Diese Perspektive befreit uns von der Engigkeit der materialistischen Sichtweise der Welt. Nun kommt leider das Aber: Wir gehen hierbei von menschlichen Vorstellungen aus und übertragen sie auf Gott selbst. Die monotheistischen Religionen idealisieren den Menschen, verwerfen alle seine negativen Eigenschaften, überhöhen ihn zu einem unsterblichen Wesen und konstruieren aus diesen Vorstellungen Gott zu einem fehlerfreien, makellosen und unendlich bestehenden Wesen. Die Gefahren eines solchen Gottesbildes liegen auf der Hand [3] : Auf der einen Seite werden ihm dann auch menschliche Eigenschaften angedichtet, was zu vielen Problemen führt und zum anderen neigen die Anhänger des Judentums, des Christentums und des Islam zu einer Spezialisierung ihres jeweiligen Gottes, sodass dann sehr schnell aus einem Gott, mein Gott wird. Die Religionskriege - Kreuzzüge auf der christlichen Seite, Dschihad auf der islamischen Seite - sind letztendlich die Folgen dieser Okkupation. Die Vermenschlichung des Gottesbildes brachte z. B. die Vorstellung mit sich, dass der allmächtige Gott zornig darüber sein könnte, dass die Urmenschen (Adam und Eva) sein Gebot, nicht vom „Baum der Erkenntnis“ zu essen, übertreten hatten. Die Idee der „Erbsünde“, die eine sehr große Rolle in der christlichen Theologie spielt [4] , verhalf dann zu einem göttlichen Plan, den Menschen wieder eine „Wiedergutmachung“ zu ermöglichen, indem sie wieder zu Gott umkehren, um den angerichteten Schaden wieder gutzumachen. Dabei sollte als Hilfe den Menschen der „Sohn Gottes“ gesandt werden, der ihnen die Erlösung bringt. Der Kreuzestod als Sühneopfer soll dann diesen Zorn Gottes wieder besänftigen [5] . Was, so muss der kritisch denkende Mensch dann fragen, soll das für ein Gott sein, der eine solche grausame Tat von seinem Sohn verlangt, sich nämlich für die Menschen zu opfern? Die Vermenschlichung Gottes als einen zornigen, rachsüchtigen, aber dann auch versöhnlichen Gott birgt die Gefahr, dass Gott wieder „verkleinert“ wird zu einem etwas zwar erhabenen, aber dennoch mit menschlichen Fehlern behafteten Wesen.
· Böse Falle Atheismus: Wird Gott völlig geleugnet, dann wird jedwede Verantwortung des menschlichen Lebens im Hinblick auf eine „höhere Instanz“ abgelehnt. Dies könnte zu einer „moralischen Verwahrlosung“ führen, denn wenn extern keine Prüfung mehr erfolgt, wenn keine über dem Menschen hinaus existierende Richtschnur für moralisches Handeln angenommen wird, besteht die Gefahr einer Selbstvergottung des Menschen [6] . Gott wird zwar geleugnet, aber an seine Stelle der Mensch selbst gesetzt. Es gibt dann nicht mehr eine außerhalb des Menschen existierende Wesenheit, die den Menschen Maßstäbe an die Hand gibt, die sie zu beachten haben. Der Mensch macht sich selbst zu Gott und zum „Alleinherrscher“ über alles in der Welt, die er für sich okkupiert und ausbeutet. Alle anderen Kreaturen werden unterjocht und versklavt, damit sie ihm dienlich sind. Die entsprechenden Formen der „Selbstvergottung“ führen zu Auswüchsen, wie wir sie heute in der Welt mannigfach erleben: Kriege werden selbstverständlich, weil nicht die Gefahr einer göttlichen Bestrafung gesehen wird, Massentierhaltung wird zur Selbstverständlichkeit, um den leichten Fleischkonsum der Menschen zu ermöglichen, Rohstoffe werden gnadenlos aus dem Erdboden geholt und dann zu Müll verwandelt, der einfach weggeworfen wird. Der Atheismus in seiner Negation des Göttlichen bringt also eine Selbstvergottung mit allen Gefahren der Zügellosigkeit jenseits jedweder moralischer Verankerung. Alles wird dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit (Utilitarismus) unterworfen, wobei die hehren Versprechen, eine „humane Welt“ errichten zu wollen, sehr schnell verpuffen, wenn die eigene Existenz auf dem Spiel steht, für die dann „bis aufs Messer“ gekämpft wird. Die Errungenschaften einer mühsam durch Gesetze geschaffenen Gerechtigkeit lösen sich sehr schnell in Rauch auf, wenn die eigene Sicherheit oder der eigene Wohlstand in Gefahr gerät. Wenn die mühsam errungene öffentliche Ordnung nur einen kleinen Riss bekommt, tritt durch diesen die barbarische Natur des Menschen hindurch, was dann zu beobachten ist, wenn durch Katastrophen, durch Versagen der Hüter des Rechtsstaates oder durch Machtmissbrauch die Menschen keine äußeren Hemmungen haben, sich „ihr Recht“ zu nehmen. Das Recht ist dann nicht mehr gebunden an moralische Grundsätze, sondern der Mensch maßt sich an, diese selbst zu bestimmen. Die Moralität wird aufgehoben und Gesetze geschaffen, deren Verankerung einer göttlichen Fundierung entbehren. Jüngstes Beispiel hierfür ist das im April 2024 beschlossene Selbstbestimmungsgesetz, das es dem Menschen ermöglichen soll, sein Geschlecht nach eigenen Vorstellungen selbst zu bestimmen – entgegen der biologischen Tatsachen. Nicht Gott hat nach der diesem Gesetz zugrunde liegenden Ideologie dann den Menschen als Mann und Frau geschaffen, so wie dies in der Genesis geschildert wird (1. Mose 1,27 [7] ), sondern der Mensch bestimmt selbst, ob er ein Mann oder eine Frau oder „Diverses“ sein will. Dieses Recht der „Selbstbestimmung“ soll sogar schon nach Vollendung des 14. Lebensjahres möglich sein, wobei die Zustimmung der Eltern prinzipiell erforderlich ist, aber durch ein Familiengericht ersetzt werden kann. Sogar der ständige Wechsel des Geschlechts – unter Einhaltung einer jährlichen Pause - soll möglich sein [8] .
· Böse Falle Agnostizismus: Viele versuchen, sich vor der Frage nach Gott zu drücken, indem sie sich in die Formulierung flüchten: Was ich nicht erklären kann, was ich nicht wissen kann, soll mich auch nicht interessieren. Agnostisch zu denken bedeutet, die Begrenztheit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit zu akzeptieren und dadurch zu der Auffassung zu gelangen, dass beides nicht möglich ist: Gott zu beweisen oder zu beweisen, dass er nicht existiert [9] . Die dabei sich einstellende Ratlosigkeit kann sehr schnell in eine Art Weltverneinung führen, denn wenn die Beweisbarkeit Gottes infrage gestellt wird, warum sollte dann auch nicht die Welt an sich als völlig sinnlos angesehen werden? Denn wozu sollte es sich lohnen zu leben, sich anzustrengen ein guter Mensch zu sein, wenn doch alles, was existiert, wenn es einen nicht dies alles erhaltenden Gott gibt oder dieser zumindest nicht bewiesen werden kann, zugrunde gehen wird. Die Entropie (zunehmende Unordnung) [10] , auf die unsere Welt anscheinend zusteuert, würde doch dann in letzter Konsequenz eine Sinnhaftigkeit der Welt ausschließen. Der Agnostiker flüchtet sich also in eine „Scheinneutralität“, die vor allem Joseph Ratzinger kritisierte, in dem er meint, dass sie nur als Theorie gültig sei und wie eine Seifenblase zerplatze, wenn man sie zu praktizieren versuche, denn im Hinblick auf die Gottesfrage könne es eigentlich nur ein bewusstes Ja oder Nein geben [11] .
Nach der Ausschlusstechnik will ich mit einer positiven Vorgehensweise versuchen, mich der Gottesfrage zu nähern:
- Universalität: Gott kann niemals einer sein, den ein Volk, einzelne Menschen oder einzelne Glaubensgemeinschaften für sich reklamieren können, getreu nach dem Motto: Nur mein (unser) Gott ist der richtige. Es wäre fatal, weil dadurch die Wurzel für jede Art von Glaubenskrieg gelegt wird, die zu allen möglichen Ausuferungen bis hin zur Vernichtung von „Ungläubigen“ führen muss. Die Universalität bedeutet, dass er niemals nur für eine Gruppe von Menschen da sein kann. Entweder ist er für alle Kreaturen – Menschen, Tiere, Pflanzen – da oder gar nicht. Es wäre vermessen anzunehmen, dass Gott dann nur ein Gott für die Erde wäre, sondern er wäre dann universell, wenn seine Existenz für die gesamte sicht- und unsichtbare Welt angenommen werden würde, also für den gesamten Kosmos, aber auch für die Welt, die jenseits unserer materiellen Daseinsform angenommen werden kann.
- Allgegenwärtigkeit: Dieses Postulat bedeutet, dass es für Gott keine Zeit oder Lokalität geben kann. Gott wäre also dem nicht unterworfen, was wir für uns leider zugeben müssen: Wir sind eben in unserer Welt gewissermaßen Gefangene, die nur einmal an einem Ort und in einer Zeit leben können. Diese Begrenztheit wird uns bewusst, wenn wir uns klar machen, dass wir keine „Zeitreisen“ unternehmen können – weder in die Vergangenheit noch in die Zukunft. Wir können nicht an zwei Orten zur gleichen Zeit sein, was mit unserer Leiblichkeit verbunden ist. Allerdings gibt es die Einschränkung, dass in Nahtoderfahrungen Menschen behaupten, in die Zukunft reisen zu können, indem sie sehen können, wie sich ihr Leben entwickelt wird [12] . Außerdem wird behauptet, dass Menschen mit besonderen Fähigkeiten in der Lage sind „bilokal“ (gleichzeitig an zwei Orten) zu sein [13] . Wenn aber dieses Menschen sogar möglich sein kann, wie sehr müsste es erst recht Gott zugesprochen werden.
- Personalität: Die Behauptung, dass Gott personal sein muss, stößt unwillkürlich gegen die Auffassung, dass dies dann ja ein monotheistisches Gottesbild wäre. Wenn der Monotheismus eine Falle ist, warum kann Gott dann personal sein? Die Personalität Gottes wäre aber nicht identisch mit der monotheistischen Auffassung, die darauf hinausläuft, ihm dann auch diverse Eigenschaften zuzuschreiben, die menschlichen Vorstellungen entspringen. Personal bedeutet eine Eigenschaftsbeschreibung, ohne dass eine Person nach unserem Verständnis von der Realität vorhanden sein muss. Wenn wir unterstellen, Gott sei nur eine Art Energie, eine Art Kraft, die in allem wohnt, dann degradierten wir ihn zu einer Nicht-Person, die keinen eigenen Willen hat, etwas zu tun oder zu unterlassen, er wäre ja dann weniger als ein Mensch. Die Personalität scheint ein Merkmal des Lebens schlechthin zu sein, dass sich im wachsenden Maße bemerkbar macht, je höher entwickelt eine Existenzform ist. Rudimentär könnte eine Art Personalität einer einzelnen Körperzelle unterstellt werden, was gerade Bruce Liptons Ansichten über die Zelle nahe legen, da dieser behauptet, dass diese entscheiden können, ob und welche Gene sie benutzen wollen (Epigenetik), um z. B. eine Eiweißsynthese zu vollziehen [14] . Man könnte auch sagen, dass das Bewusstsein bereits in kleinen Einheiten vorhanden ist und dieses definiert werden könnte als die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, also für oder gegen etwas zu sein. Selbst Bäume entscheiden, wann sie ihre Blätter im Herbst abwerfen wollen und sind also nicht nur genetisch programmierte Organismen, die stur den Genen gehorchen [15] . In dem Film „Im Reich der Schimpansen“, der über NETFLIX zu sehen ist, wird gezeigt, wie das Alpha-Männchen „Jackson“ überlegt, wie es ihm gelingen kann, seine Position in der „zentralen Gruppe“ im Ngogo-Nationalpark zu behaupten, indem er z. B. durch eine von ihm geleitete Patrouille an die Grenze zu der verfeindeten Schimpansen der „Westler“ erreicht, dass die Männchen sich ihm anschließen und damit unterordnen [16] . Wenn selbst in der von uns beobachtbaren Welt ein personales Bewusstsein existiert, wie sehr müsste es dann einem Gott zugebilligt werden.
- Selbstoffenbarung: Wenn Gott personal ist, dann müsste er auch sich äußern, also seine Absichten mitteilen können. Die Offenbarungen dürften, das resultiert aus der Allgegenwärtigkeit, nicht auf die Zeit der „Bibel-Offenbarungen“ beschränkt sein. Neuoffenbarungen müssten genauso gültig sein, zu denen in der Neuzeit z. B. die gegenüber Neale Donald Walsch (Gespräche mit Gott) gehören [17] , aber auch die gegenüber Jakob Lorber (Schreibstift Gottes [18] ) oder Johannes Greber (Verkehr mit der Geisterwelt Gottes [19] ). Diese Neuoffenbarungen müssten – orthodoxen Theologen zum Trotz – neben denen traditionell übermittelten Offenbarungen, wie sie in der Bibel festgehalten wurden, auch ihre Gültigkeit haben [20] . Die Selbstoffenbarung wäre somit der Menschheit als solcher und auch einzelnen Menschen gegenüber möglich, wobei diese das Ziel haben könnte, eigene Maßstäbe zu formulieren, wie Menschen leben sollten, welche Ziele sie verfolgen könnten und mitzuteilen, was der Grund aller Daseinsformen ist.
- Gesetzmäßigkeit geben und doch Freiheit lassend: Eine schwierige Balance zwischen Regelhaftigkeit und Freiheit ist für viele kaum auszuhalten und deshalb auch kaum vorstellbar. Wäre diese scheinbare Dualität vielleicht überhaupt nicht möglich? Wenn wir uns für unser Zusammenleben Regeln ausdenken, bedeutet dies nicht, dass damit unweigerlich die Freiheit verloren geht. Die Freiheit beschränkt sich nur dann, wenn durch unsere Handlungen die Freiheit der anderen eingeschränkt oder zunichte gemacht wird. Freiheit ist also nicht grenzenlos, weil sie dann in Willkür und Machtmissbrauch ausarten würde, was dann wiederum zu einer Diktatur der Stärkeren führte. Wir leben in einem Rechtsstaat, in dem die Regeln eben im gleichen Maße für alle gelten, unabhängig von ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Status, ihrer Rasse, ihrer religiösen oder politischen Überzeugung (Art 3 GG [21] ). Analog wäre es auch vorstellbar, dass das Agieren Gottes die Freiheit aller Geschöpfe zulassen wird mit Ausnahme der Beachtung des Lebensrechtes aller Lebewesen. Es wird dabei aber nicht ohne Regeln gehen. Die Regelwerke, welche geschaffen wurden, haben die Funktion einer Steuerung dessen, was sich an materieller und geistiger Schöpfung entwickeln soll. So könnte man grob zwischen Naturgesetzen (z. B. Gravitation, Wechselwirkung der Teilchen in den Atomen) und geistigen Gesetzen (z. B. die „hermetischen Gesetze“ [22] ) unterscheiden, die von Gott geschaffen wurden, damit alles „gut funktioniert“. Diese Idealvorstellung einer gerechten Welt könnte auf einen Gott zurückgeführt werden, dessen Schöpfung aber durch negative Geistwesen verdorben wurde, was das Gleichnis vom Weizen und Unkraut nahe legt, das Jesus erzählt hatte (Matthäus 13, 1-9) [23] . Die Grob-Stofflichkeit [24] aller sichtbaren Daseinsform fördert leider die Notwendigkeit des Tötens anderer Lebewesen zur Sicherung der eigenen Existenz. Dies könnte als die „Saat des Bösen“ angesehen werden, welche die gute Schöpfung verdorben hat. Deshalb wird auch in den Prophezeiungen des Alten Testaments die Hoffnung einer zukünftigen Welt offenbart, in der das Töten nicht mehr nötig ist, sodass z. B. das Schaf neben dem Wolf liegen kann (Jesaja 62, 25), ohne Angst zu haben [25] . Die Freiheit wäre dann nicht mehr durch das „Überlebensdiktat“ (Töte um selbst zu überleben) beschränkt, denn es gäbe nicht mehr die Notwendigkeit des Tötens zur Existenzsicherung. Wenn die Erkenntnis der Unsterblichkeit aller Daseinsformen vorhanden wäre [26] , könnten alle Beschränkungen der Freiheit entfallen, weil die Notwendigkeit, sich gegen andere durchzusetzen, gegen andere zum Zweck der Selbstbehauptung zu kämpfen, entfiele. Die Regelhaftigkeit aller Daseinsform könnte dann als eine sinnvolle Einrichtung angesehen werden, welche die gedeihliche Entwicklung aller Lebensformen erst ermöglicht. Regeln wären dann keine Beschränkungen, sondern Potenzgeber einer Höherentwicklung mit dem Ziel der Vervollkommnung.
Gott kann nicht nur eine Metapher sein für etwas, was wir nicht verstehen, das wäre zu wenig. Er existiert oder auch nicht. Es gilt nur diese eine scharfe Dichotomie. Der Mensch muss sich letztendlich für eine der beiden Alternativen entscheiden. Einen echten Beweis zu führen (so genannter Gottesbeweis) ist nicht möglich. Es kann nur aufgrund von Indizien zu einer Überzeugung gelangt werden, dass er existiert oder auch nicht. Der Glaube allein kann nicht helfen, denn dieser ändert nichts an seiner Existenz oder Nicht-Existenz. Der Mensch ist gut beraten, sich nicht vor einer Entscheidung zu drücken.
© beim Verfasser
[8] https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/queerpolitik-und-geschlechtliche-vielfalt/gesetz-ueber-die-selbstbestimmung-in-bezug-auf-den-geschlechtseintrag-sbgg--199332
[10] Entropie ist der auf Auflösung aller Ordnung in einem geschlossenen System hinauslaufende Zustand
[11] https://de.wikipedia.org/wiki/Agnostizismus : Siehe Kapitel zu Kritik.
[12] Gerade in Nahtoderfahrungen sind anscheinend solche Zeitreisen möglich. Es wird berichtet, dass gesehen wird, wie sich ein Leben weiter entwickeln wird; siehe hierzu den Beitrag: Nahtoderfahrung – ein Indiz für das Leben nach dem Tod; https://www.guentherbirkenstock.de/neue-seite.
[13] Pater Pio soll zur Bilokation fähig gewesen sein. https://www.padrepio.catholicwebservices.com/DEUTSCH/Bilok.htm
[14] Bruce Lipton: Intelligente Zellen, https://www.amazon.de/Intelligente-Zellen-Erfahrungen-unsere-steuern/dp/3867283079/ref=sr_1_1?crid=ZNY47X9US7BD&dib=eyJ2IjoiMSJ9.u7kz4qih81fVp_d1ZtdAg5-uR1Ta0MwyS0EyTqYOrcqtleTvs-cTftAdormNkzjl2M8gYiEeXlAgaZI0jMuI-UWkcXZhyMhGj94ITKVp0CGb8ItfWrI1LjfGg0tejhLGHWbXohhjz3FaIIIhdaGKFysiBeEYMxTZUpBDHEU8D4R4iLk85IgaqVud8Ikwcg8M6i1AISuWbTRtajqStrqYdI890RnpLumjIHKDXKNgup8.Ton6yXyBgLcrjpCfilC_fJy6W512qQiM44ReYKYPJ-o&dib_tag=se&keywords=bruce+lipton+intelligente+zellen&qid=1711970886&sprefix=bruce+lip%2Caps%2C115&sr=8-1
[15] Peter Wohlleben schildert, dass Bäume individuelle Entscheidungen fällen. Er konnte beobachten, dass trotz gleicher Standortbedingungen zweier nebeneinander stehender Bäume der eine Baum seine Blätter länger behält als der andere. Also könnte es sein, dass er „überlegt“, ob er vielleicht doch etwas wartet, um noch die letzten Wärmestrahlen für eine Photosynthese zu nutzen. https://www.wohllebens-waldakademie.de/baeume-verstehen-was-uns-baeume-erzaehlen-wie-wir-sie-naturgemaess-pflegen-m49621.
[19] https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Johannes-Greber+Der-Verkehr-mit-der-Geisterwelt-Gottes-seine-Gesetze-und-sein-Zweck/id/A02ChRe401ZZH
[22] https://www.puzzle-your-mind.de/die-7-hermetischen-gesetze/ : Gesetz der Geistigkeit, Gesetz der Entsprechung, Gesetz der Schwingung, Gesetz der Polarität, Gesetz des Rhythmus, Gesetz von Ursache und Wirkung, Gesetz der Geschlechtlichkeit.
[24] In der Esoterik wird gerne zwischen Grobstofflichkeit und Feinstofflichkeit unterschieden, wobei die grobstoffliche Welt die ist, die unsere Sinne wahrnehmen kann, die von der Vergänglichkeit der Materie gekennzeichnet ist, wobei der vorprogrammierte Verfall nur zeitlich verzögert werden kann durch die „Inkorporation“ fremder Stoffe, die als Nahrung aufgenommen werden. In der feinstofflichen Welt (Jenseits, geistige Welt) ist diese Inkorporation fremder Stoffe nicht notwendig.
[25] „ Wolf und Lamm sollen weiden zugleich, der Löwe wird Stroh essen wie ein Rind, und die Schlange soll Erde essen. Sie werden nicht schaden noch verderben auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR“; https://bibeltext.com/isaiah/65-25.htm
[26] Diese Nichtsterblichkeit aller Daseinsformen kann deshalb angenommen werden, weil ansonsten die Sinnhaftigkeit allen Seins infrage gestellt wäre. Entweder ist alles dem Untergang geweiht oder alles, was existiert, ist im Prinzip als unsterbliche Entitäten „gemeint“.

Die politische Wende ist in Deutschland angesichts der Probleme, die wir haben, notwendig. Die etablierten Parteien (eP) haben anscheinend nicht mehr die Kraft und den Willen, diese herbeizuführen. Die Fehlentwicklung in der Vergangenheit hat zu Parteineugründungen in diesem Jahr geführt, nämlich der des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) und der der Werteunion. Ich will hier die sich anbahnenden Tendenzen eines politischen Wechsels versuchen zu analysieren, um zu prüfen, wie realistisch dieser ist.
- Bündnis Sahra Wagenknecht: Die Gründung der Partei „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) um die Ehefrau von Oskar Lafontaine war etwas, in das viele enttäuschte Wähler ihre Hoffnung gesetzt haben. Tatsächlich sind die Mitglieder dieser Partei eher politisch links zu verorten, da diese sich weitgehend aus der ehemaligen Fraktion der Linken oder der SPD rekrutieren. Dies fällt am stärksten bei der Ko-Vorsitzenden Amira Mohamed Ali auf (Ex-Co-Vorsitzende der Linksfraktion [1]) , die als Muslimin eine Befürworterin einer Politik der „offenen Grenzen“ ist und sich gegen Abschiebungen ausgesprochen hat [2]. Dies widerspricht den Aussagen von Frau Wagenknecht, die sich immer klar für eine Begrenzung der Zuwanderung ausgesprochen hat. Dieser Widerspruch ist eigentlich nicht auflösbar. Und deshalb wird dieses Bündnis auch in ihrer Zwiespältigkeit von Analysten der Partei so gesehen, dass sie die BSW sowohl als links als auch rechts einordnen, je nach Betrachtungsweise. [3] Diese Gratwanderung kann aber nicht gelingen, da die Mitglieder der Partei und ihres Vorstandes sich aus dem linken Parteienspektrum speisen [4] , so dass angenommen werden muss, dass letztendlich eine echte Erneuerung nicht stattfinden kann, geschweige denn, dass eine politische Wende zu erwarten ist. Zu deutlich hat Frau Wagenknecht immer davon gesprochen, dass sie – neben den Grünen – die AfD als gefährliche Partei eingestuft hat, mit der sie nicht zusammen arbeiten will [5].
- Werteunion: Die Werteunion hat sich als Verein für eine Gründung einer Partei entschieden. Diese Parteigründung hat am 17.02.2024 auf einem Dampfer im Rhein stattgefunden [6]. Überschattet wurde diese Parteigründung dadurch, dass die wichtigen Mitglieder des Vereins der Werteunion nicht eingeladen waren. Hierzu gehörten die beiden Ökonomen Dr. Markus Krall und Prof. Dr. Max Otte. Begründet wurde dies offiziell – was zumindest die Person von Dr. Krall betrifft – mit dem gesundheitlich angegriffenen Zustand des Mitstreiters des Vereins. Auf der Pressekonferenz kam es zwar nicht zu einem Eklat, jedoch hatten die Äußerungen der Gründungsmitglieder des gewählten Vorstandes für Aufsehen gesorgt. Warum ging es?
- Zweifelhafte Äußerungen des Vorsitzenden: Irritationen haben die Äußerungen von Hans-Georg Maaßen ausgelöst, die in die Richtung gingen, dass er sich die CDU als „Premiumpartner“ vorstellen könne. Dies erscheint angesichts des diffamierenden Umgangs der CDU mit ihm völlig abwegig und widersprüchlich, denn wie kann man sich erst von der Union wegen entscheidender Differenzen trennen, um doch mit ihr wieder zusammen zu gehen.. Er warnte sogar vor der AfD und berief sich hierbei auf die Einschätzung des Verfassungsschutzes, der die Partei als radikal oder extrem rechts einstufe [7]. Das Mit-Vorstandsmitglied (Beisitzer) Michael Kuhr deklarierte diese Äußerung als Sarkasmus, da die CDU – zumindest die unter Merkel/Merz - nicht der CDU entspreche, die sie vor der Amtszeit von Merkel unter Adenauer und Kohl gewesen war [8]. In einer weiteren Stellungnahme zu diesen Äußerungen begründete Maaßen seine Aussagen, dass er befürchte, die AfD können im Herbst in einigen ostdeutschen Ländern zu einer Alleinherrschaft gelangen, was er für gefährlich halte. Er betonte allerdings, dass er sich vorstellen könne, mit allen politischen Parteien – und dann auch mit der AfD – zu koalieren, sofern diese die Grundsätze der Werteunion teilten. Dabei machte er deutlich, dass er die Werteunion aber nicht als Mehrheitsbeschaffer der AfD sehe [9]. Seine Äußerungen klangen so, als ob er mit der Werteunion einen höheren Stimmenanteil holen könne, was es der Partei berechtige, sich den jeweiligen Koalitionspartner aussuchen zu können. Was steckt nun hinter diesen Äußerungen?
- Maaßen ein Taktiker? Die Distanzierung zur AfD könnte ein taktisches Manöver sein. Die Grundidee könnte folgende sein: Er will die CDU- und FDP-Wähler anlocken und muss sich deshalb gegen die AfD positionieren, damit keine AfD-Wähler zur Werteunion wechseln. Nur wenn die ehemals konservativen und liberalen Angehörigen und Wähler dieser Altparteien, die sich durch den links-grünen Kurs ausgestoßen fühlen, die Chance der Erneuerung durch die Werteunion sehen, kann ein politischer Wechsel gelingen [10]. Die Losung könnte als „verdeckte“ Option lauten: Getrennt marschieren und vereint schlagen [11]. Die positive Interpretation lautet also, dass er sich nur äußerlich von der AfD distanziert, um die Wählerbewegung nicht von rechts zur Werteunion hin zu lenken, sondern von der nach links gerückten CDU und FDP nach rechts zu seiner Partei. Wenn es ihm gelänge, die 5 %-Hürde entscheidend zu überschreiten, wenn dadurch die CDU geschwächt und die FDP ebenfalls Stimmen verlöre, sodass sie nicht in die Landtage in den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Thüringen und Sachsen einzöge, weil sie die 5%-Hürde nicht überschreitet, könnte eine Mehrheit rechts der CDU mit der AfD vorhanden sein. Außerdem hat Maaßen auch im Hinterkopf, so kann vermutet werden, dass er und die Werteunion verstärkt in das Visier des Verfassungsschutzes geraten würde, falls sie allzu öffentlich mit der AfD sympathisierten.
- Negative Annahme: Die Werteunion will nicht mit AfD koalieren: Es kann auch die umgekehrte Annahme möglich sein, dass es sich nicht um Taktik handelt, um irgendwann doch mit der AfD zu koalieren, es aber nicht offen sagen kann, sondern tatsächlich so gemeint ist. Sieht man sich die anderen Mitglieder des Vorstandes [12] an, so gibt es hierfür durchaus Indizien. Kay-Achim Schönbach, Ex-Admiral-General und Alexander Mitsch äußerten sich sehr kritisch und ablehnend gegenüber der AfD [13]. Die Juristin Dr. Sylvia Kaufhold äußerte sich dahingehend, dass es eine Gefahr darstelle, ohne Sachprüfung die AfD als größte Gefahr für die Demokratie zu bezeichnen [14]. Das klingt zumindest moderat und nicht ablehnend. Albert Weiler, ein Ex-SPD und bis zum Austritt aus der CDU im Januar 2024 als Bundestagsabgeordneter bis 2021 tätig, hat sich bisher noch nicht zur AfD geäußert, strebt aber anscheinend die Position des Ministerpräsidenten in Thüringen an. Es ist also zumindest fraglich, ob die Werteunion eine Koalition mit der AfD eingehen wird.
- Rücktritte von Krall und Otte gewollt, Bevorzugte Mitgliedschaft? Vielleicht waren die Austritte von den Ökonomen Krall und Otte aus dem Verein Werteunion [15] insgeheim gewollt, um ebenfalls verprellten CDU- und FDP-Mitgliedern und Wählern einen Übertritt zu erleichtern. Krall hatte seinen Austritt aus dem Verein vor allem mit einer Absage einer politischen Option, eine politische Wende durch eine Koalition mit der AfD anzustreben, begründet [16]. Den Noch-Mitgliedern von CDU und FDP werden zudem bevorzugte Mitgliedschaften gegenüber völlig neuen Bewerbern zugebilligt, in dem diese eine Art „Schnuppermitgliedschaft“ angeboten wird, d. h. dass diese ihre Mitgliedschaften in ihren alten Parteien nicht sofort aufgeben müssen [17]. Alle anderen wird eine Wartezeit von 15 Monaten zugemutet, bevor sie stimmberechtigte Mitglieder der Werteunion werden können [18]. Dies könnte als Vorsichtsmaßnahme zur Abwehr von „V-Leuten“ des Verfassungsschutzes interpretiert werden, da in der Wartezeit diese Bewerber erst einmal intensiver überprüft werden könnten.
- Mündige Bürger versus kollektive Bevormundung: Die gegenwärtige Politik, dagegen stemmt sich die Werteunion vehement, verkörpert eine überbordende kollektive Steuerung der Gesellschaft durch ein Zuviel an staatlicher Bevormundung und Kontrolle. Dahinter verbirgt sich ein alter Konflikt zwischen individueller Freiheit und Steuerung durch ein übermächtiges Kollektiv. Es sind die den links-grünen Zeitgeist widersprechende Wertvorstellungen, die hinter der Parteigründung stehen, die auf Äußerungen von Konrad Adenauer zurückgehen, die auch als Präambel Eingang in das Grundsatzprogramms der Werteunion gefunden haben: „Wir wählen die Freiheit“ [19]. Dagegen steht das, was die „Ampel-Koalition“ gegenwärtig betreibt: Das Kollektiv bestimmt, wie ein Bürger zu leben hat. Es entsteht aus einem sozialistischen Gedankengut, dass ein „sozialistischer Mensch“ [20] bestimmte Kriterien erfüllen soll und die Einschränkungen der Freiheit notwendig sind, um dies zu erreichen. Dies hat z. B. konkret Auswirkungen auf die Wirtschaft, in dessen Geschehen die gegenwärtigen Koalitionäre durch eine Art Planwirtschaft eingreifen, indem z. B. vorgeschrieben wird, welche Heizungen erlaubt sind (GEG-Gesetz), welche Autos noch gebaut werden sollen (Verbot von Verbrenner-Autos ab 2030), welche Löhne gezahlt werden sollen (Mindestlohn) und welche Vorschriften die wirtschaftlich handelnden Unternehmen beachten müssen (z. B. „Leiterbeauftragte“ [21] ). Dies hat zu einer übermäßigen bürokratischen Überfrachtung unternehmerischen Handelns geführt, die sich hemmend auf die unternehmerische Freiheit auswirken. Die extreme Gegenposition vertritt der Ökonom Dr. Markus Krall, der sich für einen völlig auf seine Kernaufgaben reduzierten Staat ausspricht, der durch die Reduktion seiner Zuständigkeiten enorm kostengünstig würde, sodass sich die Steuern und sonstigen Abgaben für den Bürger drastisch reduzierten („rechtslibertäre Wirtschaftsordnung“ [22] ).
- Politische Wende fraglich: Eine politische Wende zu erreichen scheint zumindest fraglich, denn das BSW kommt hierfür nicht infrage, da diese Partei eher dem linken Parteienspektrum zugeordnet werden kann. Der „systemische Widerstand“ erstreckt sich nicht nur auf die Parteienlandschaft, die an die „Blockparteien“ der Ex-DDR [23] erinnern, sondern geht weit in die Gesellschaft hinein. Das links-grüne Denken dominiert auch die etablierten Medien, angeführt von dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die auf der Seite der Regierung stehen und eine Kritik kaum zulassen. Wer dies trotzdem wagt, riskiert seinen Job. Auch die Kirchen haben sich als eher mit dem Zeitgeist konform gehend erwiesen, sodass von dieser Seite keine Wende zu erwarten ist, hängen sie doch als „Staatskirchen“ allzu sehr an dem Staatsapparat. Dies macht auch die jüngste Positionierung der katholischen Bischöfe gegen die AfD deutlich, die diese als nicht wählbar bezeichnet haben [24]. Selbst die freien Unternehmen haben sich dem links-grünen Diktat anscheinend gebeugt, so dass z. B. eine Sparkasse die Überweisung an die AfD verweigern wollte [25]. Alleine kann es die AfD gegen eine Phalanx dieses Parteien- und Meinungskartells nicht schaffen anzukämpfen, deshalb wäre eine Werteunion ein idealer Partner. Aber leider sind Zweifel berechtigt, ob die jüngsten Äußerungen von Hans-Georg Maaßen eher als taktischer Schachzug gelten, um sich doch noch die (verdeckte) Option einer Koalition zu erhalten. Es könnte tatsächlich sein, dass die Äußerungen wirklich so gemeint waren (wir reden mit allen, aber einen Björn Höcke würde man nicht zum Ministerpräsidenten wählen).
Ist die politische Wende zu erhoffen und zu erwarten? Vielleicht muss es erst noch schlimmer kommen, bis auch die bisher schweigende Mehrheit aufwacht und merkt, welches infame Spiel die eP und die Medien spielen, bevor es wirklich zu einer nachhaltigen Wende kommen kann.
© beim Verfasser
[4] https://www.wiwo.de/politik/deutschland/bsw-buendnis-sahra-wagenknecht-geruendet-diese-personen-fuehren-die-partei-an/29588942.html
[5] https://www.morgenpost.de/politik/article241470236/Schliessen-Sie-AfD-Mitglieder-aus-Sahra-Wagenknecht.html
[10] Gedanken stammt von: https://www.youtube.com/watch?v=FHLFbRBoaXg
[11] https://www.navigator-allgemeinwissen.de/woerter-begriffe-redensarten/aus-der-geschichte/getrennt-marschieren-vereint-schlagen.html
[13] https://www.nzz.ch/international/werteunion-und-afd-zwei-prominente-austritte-werfen-fragen-nach-dem-kurs-auf-ld.1815037 Schönbach hatte in einem Interview seine Freude über einen möglichen Niedergang der AfD geäußert und Mitsch machte auch deutlich, dass er sich nicht vorstellen könne, Björn Höcke zu helfen Ministerpräsident von Thüringen zu werden. In einem Interview sagte Schönbach, dass sich die Werteunion stark von der AfD unterscheide; https://jungefreiheit.de/debatte/interview/2024/werte-union-vize-schoenbach-wir-unterscheiden-uns-deutlich-von-der-afd/
[14] Wörtlich auf X: „Die größte Gefahr für unsere Demokratie ist, die AfD als größte Gefahr für unsere Demokratie zu bezeichnen und sie ohne Sachauseinandersetzung auch von Staats wegen mit teils rechtswidrigen Mitteln zu bekämpfen.“ https://twitter.com/SylK1966/status/1693188378093572499
[15] https://rp-online.de/politik/analyse-und-meinung/werteunion-krall-und-otte-treten-aus-mitglieder-gehen-gegen-parteigruendung-vor_aid-107573397
[17] https://www.welt.de/politik/deutschland/article250145084/Werteunion-Maassen-gruendet-Partei-und-bietet-Schnuppermitgliedschaft-an.html. Die CDU hat bereits deutlich gemacht, dass sie eine solche Doppelzugehörigkeit nicht dulden werde.
[19] Wörtlich sagte er: „Es ist die Schicksalsfrage Deutschlands. Wir stehen zwischen Sklaverei und Freiheit. Wir wählen die Freiheit“. Regierungserklärung am 03.12.1952. https://de.wikiquote.org/wiki/Konrad_Adenauer

Licht und Schatten liegen oft dicht nebeneinander und sind Teil unserer Welt an sich, aber auch unserer eigenen Person. Während der lichte Teil uns willkommen ist, mögen wir den Schatten nicht, sind wir wenig empathisch mit diesem Teil, der uns Angst bereitet, der aber nicht geleugnet werden kann. Wie gehen wir damit um, sowohl in uns selbst, als auch im Hinblick auf die Welt, in der wir leben?
· J. G. Jung und der Schatten: Der Schatten ist stark verbunden mit dem Psychiater und Begründer der psychoanalytischen Psychologie Carl Gustav Jung (1875 – 1961) [1] , einem Zeitgenossen und „Schüler“ des bekannteren österreichischen Arztes Sigmund Freund (1856 – 1939). Für ihn war der Schatten der nicht gelebte, nicht wahr haben wollende Teil unserer Person. Während Sigmund Freud lieber von Verdrängung sprach, war es für Jung der Teil unserer Person, den wir nicht mögen, der uns unheimlich, fremd oder sogar feindlich gesinnt ist, den er als Schatten bezeichnete. Wir wollen mit ihm nichts zu tun haben, weil er dem widerspricht, wer wir gerne sein möchten: edel, gut, gerecht, sanftmütig oder wohlwollend. Dem steht der andere Teil gegenüber: der fiese Feigling, der böse und heimtückische Nichtsnutz, der nur auf seine eigenen Vorteil bedachte Egoist, der jähzornige Wilde und nach Genuss strebende Taugenichts. Für C. G. Jung war es wichtig zu betonen, dass für unsere Seelenentwicklung darauf ankommt, die Mitte zu finden, um sowohl das Lichte in uns selbst zu sehen, als auch den Schatten dabei nicht aus den Augen zu verlieren [2] . Erst wenn wir beide als existent betrachten, könnten wir somit zu beiden eine kritische Distanz bekommen und damit unsere Autonomie bewahren. Dem Schatten steht die „Persona“ gegenüber, als der Teil unseres Ich-Bewusstseins, den wir gerne nach außen zeigen und mit dem wir uns am liebsten identifizieren [3] .
· Zwei Seelen in einer Brust – oder die Externalisierung des Bösen : Wir sind oft zwiegespalten, weil wir eben nicht nur eine Person sind, sondern zumindest oftmals zwei. Die klassische Vorstellung von der Geisteskrankheit, als die Psychiater noch vom „Spaltungsirresein“ [4] sprachen – gemeint war die Schizophrenie – spiegelt diese unsere innere Spaltung wieder. Vom „Inneren Team“ spricht der Kommunikationspsychologe Schulz von Thun [5] , wenn er die auch im seelisch gesunden Menschen vorkommende multiple Ordnung beschreibt: Das Oberhaupt ist derjenige, der „das Sagen hat“ und dem sich die anderen „Teilpersönlichkeiten“ unterordnen sollten. Beim seelisch kranken Menschen verselbständigen sich diese Teile, werden dominant und bilden sich ein, allein herrschen zu können, ohne das Oberhaupt fragen zu müssen. „Multiple Persönlichkeiten“ [6] entstehen, wenn dies geschieht, wobei es passieren kann, dass diese Teilpersönlichkeiten ein Eigenleben führen, von dem das Oberhaupt nichts weiß. Im literarischen Bereich wurde dies gekonnt umgesetzt in der Geschichte von Dr. Jekyll und Mister Hyde [7] , in der der Arzt Dr. Jekyll ein Serum erfand, das es dem im Inneren verborgene Mister Hyde ermöglichte, aus der Kontrolle des Dr. Jekyll zu flüchten, um ein verbrecherisches Eigenleben zu führen, das diametral dem widersprach, was der Arzt verkörperte: böse, hinterhältig, ohne Rücksicht auf andere nehmend, lustbetont zu sein ohne Reue. Könnte es nicht sein, dass diese Spaltung innerhalb der eigenen Person auch zu Externalisierung führen kann, indem das, was wir Böse nennen, außerhalb der eigenen Person angesiedelt wird? In der Psychologie wird dann von Projektion gesprochen, wenn die inneren Anteile (Schatten, wie C. G. Jung es nenne würde) auf andere Personen übertragen werden: Alles, was wir nicht sein wollen, was wir als verwerflich empfinden, nicht zu uns als zugehörig ansehen, wird auf eine andere Person projiziert. Bevor aber dies geschehen kann, muss eine Spaltung vollzogen werden zwischen dem Ich und dem Du. Die älteste Geschichte hierzu findet man im Alten Testament, und zwar in der von Kain und Abel (1. Mose 4, 1- 10). Abel war der Gute und Kain der Böse, so wird uns diese Schilderung von Theologen verkauft, weil eben Kain seinen Bruder erschlagen hatte. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn es war ja so, dass das Opfer von Kain (Früchte des Erdbodens) von Gott nicht angenommen worden war, sondern nur das von Abel (Fleisch und Fett vom Schaf einer Herde) [8] . Die Externalisierung des Bösen geschieht hier durch eine ungerechte Behandlung des Allerhöchsten, indem das Opfer des einen (Abel) für gut und das des anderen (Kain) für böse erklärt wurde. Könnte nicht hier bereits die Spaltung durch Gott selbst provoziert worden sein? Warum sollte dann auch Kain der Hüter seines Bruders sein, wie er Gott trotzig antwortete, als Gott nach seinem Bruder fragte? Der vermeintlich Gute wurde von dem erschlagen, der angeblich böse war. Aber ist das so? Abels Bevorzugung war nicht gerechtfertigt und führte zur Spaltung. Eine Autorität (Gott) ruft diese hervor. Hätte es Gott nicht gegeben, könnten doch Kain und Abel friedlich miteinander koexistieren. Der eine hütete die Schafe, schlachtete ab und zu eines aus der Herde, um es zu essen und der andere lebte vegetarisch. Die Spaltung war diesem Gott des Alten Testaments zu verdanken, der durch seine nicht klar definierten Kriterien eine unterschiedliche Behandlung der Opfer vornahm [9] . Die Spaltung ist der Ursprung der Zwietracht, denn eine vorher bestehende Einheit (Brüder, die sich vielleicht gemocht haben, sich also nicht im Streit befanden), wird zerstört und der Gedanke der Missgunst gesät. Setzen wir an die Stelle von Gott irgendeine Autorität (Staatsoberhaupt, Wissenschaftler, Kirchenvertreter), dann wird klar, wie die Sache laufen kann: Wer nicht die Kriterien dieser Autorität erfüllt, wird zum Bösen erklärt und dem der Autorität gehorchende Untertan als gute Person deklariert. Um nicht den Konflikt mit der Autorität zu riskieren, wird das Angebot angenommen, den „Ungehorsamen“ für böse zu erklären. Dabei wird der eigene Schatten auf diesen projiziert und damit externalisiert. Der brave Untertan fühlt sich als der Gute und sich darin bestätigt, alles, was ihm an sich nicht gefällt, dem anderen zuzusprechen. Der Gute fühlt sich ohne Makel, weil alles, was ihm als schlecht erscheint, dem anderen, eben dem Bösen, angehängt wird.
· Wie im Märchen : In den Märchen werden auch diese Spaltungen vorgenommen, indem z. B. ungleiche Geschwister dem Zuhörer angeboten werden, dessen Sympathien und Antipathien in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Die einfachen, bescheidenen, aber auch fleißigen Zeitgenossen werden zu den Guten gerechnet, und die hochnäsigen, prahlerischen und faulen Geschwister zu den Bösen erklärt. Goldmarie und Pechmarie sind Paradebeispiele dieser erzeugten Polarität [10] . Während die Goldmarie bei Frau Holle immer die Betten ausschüttelt (damit es auf der Erde schneit) und zuvor auf dem Weg zur Frau Holle die Brote aus dem Backofen holt und die Äpfel pflückt, also fleißig ist, schert sich die Pechmarie nicht darum und schielt nur unentwegt auf die Belohnung (Goldregen),die ihre Schwester erhalten hatte und die sie gerne haben will, ohne dafür etwas tun zu müssen. In dem Märchen vom Aschenputtel wird eine Schwester von ihrer Stiefmutter und von ihren Stiefschwestern schlecht behandelt. Hier wird deutlich, dass es durch eine ungerechte Behandlung seitens der Stiefmutter zu einer Spaltung kommt, wobei die einen bevorzugt (die leiblichen Kinder) und die andere (Stieftochter) benachteiligt wurden. Wie bereits in der Geschichte von Kain und Abel erläutert, führte gerade die Ungerechtigkeit zu einer Spaltung. Ähnlich gelingt es heute den Mächtigen, diejenigen zu den Bösen zu erklären und den Hass der guten Untertanen auf diejenigen zu lenken, die nicht nach der Pfeife der Obrigkeit tanzen wollen. In Corona-Zeiten waren es die „Ungeimpften“ die beschimpft werden durften. Die Anhänger der AfD und ihre Wähler werden von den links-grünen Machthabern verunglimpft und zu „Demokratiefeinden“ erklärt und eine bereitwillige Presse macht hierbei mit und schickt sich an, die Meinung der willigen Leser in „die richtige Richtung“ zu lenken [11] . Alles, was von der AfD-Fraktion im Bundestag vorgeschlagen wurde, wird von den anderen Parteien von vornherein abgelehnt. Jüngstes Beispiel ist der Antrag der AfD-Fraktion an den Bundestag, in dem Ukraine-Krieg durch eine Friedensinitiative einen Waffenstillstand und Verhandlungen über einen Frieden zu erreichen [12] , was nach Vorschlag des Auswärtigen Ausschusses, diesem Antrag nicht zuzustimmen, abgelehnt wurde [13] . Es ist schon erstaunlich, dass eine Sahra Wagenknecht, die sich immer für Friedensverhandlungen stark gemacht hat, der Empfehlung des Auswärtigen Ausschusses gefolgt ist [14] . Die von der links-grünen Regierung geförderte Demonstration „gegen Rechtsextremismus“ in Hamburg und anderen Regione, bei der die AfD als die „bösen Rechten“ dargestellt werden, die gegen Toleranz und Menschenwürde seien, geht in die gleiche Richtung: Die Obrigkeit bestimmt letztendlich, wer oder was zu verurteilen ist und die willfährigen Medien, allen voran die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, stellen sich auf die vermeintlich gute Seite und verurteilen die AfD und ihre Anhängerschaft [15] . Hierbei wird aber genau die Spaltung betrieben, die eigentlich immer den Rechtsextremisten vorgeworfen wird. Machthaber, die eine Spaltung wollen, um vom eigenen Versagen abzulenken, fördern die „Schwarz-Weiß-Malerei“ und erklären die einen (AfD und deren Anhänger) als Staatsfeinde und die anderen zu „Staatsfreunden“. Licht und Schatten wird durch die Autorität der Inhaber staatlicher Gewalt definiert. Aber haben diese überhaupt das Recht, so etwas zu tun?
· Jesus und der Schatten : Jesus war kein Freund von Ausgrenzung und Diffamierung und setzte sich bewusst für diejenigen ein, die zur damaligen Zeit ausgestoßen und gehasst wurden. Es waren z. B. die verhassten Zöllner, mit denen er Gesellschaft hatte, die mit den Römern kooperierten und durch mannigfache Tricks erreichten, mehr als von den Juden zu nehmen, als gefordert war. Deshalb waren sie oft vermögend. Zu diesen gehörte auch Zachäus (Lukas 19, 1-10), zu dem Jesus ging, weil dieser auf einen Baum geklettert war, da er von kleinwüchsiger Gestalt war und er ihr sonst nicht gesehen hätte. Jesus bat ihn herunterzukommen mit der Begründung, dass er zu ihm nach Hause gehen wolle, was das Volk empörte, da Jesus sich mit einem aus ihrer Sicht Sünder treffen wollte. Aber das Treffen blieb nicht folgenlos, denn der Hauptzöllner gab die Hälfte seines Vermögens den Armen und die andere denen zurück, die er betrogen hatte [16] . Hat Jesus damit das frühere Verhalten des Zöllners gutgeheißen? Er begründete sein Verhalten damit, dass er nicht gekommen sei, um zu richten, sondern zu retten, was verloren gegangen ist [17] . Jesus Anspruch an sich selbst war, die Spaltung zu überwinden, den Schatten zu integrieren. Dies betrifft aber nur diejenigen, die bereit sind, ihr Verhalten zu ändern, die umkehren und fortan von ihrem böswilligen, egoistischen Verhalten ablassen. Hier ist entscheidend den „Schatten“ genauer zu definieren. Für Jesus war sicher der Schatten das, was von Gott sich abgewandt hatte, was das Dunkle mehr liebte als das Licht, das von Gott kommt. Er machte aber deutlich, dass die Rückkehr notwendig ist, um aus dem Schatten herauszukommen. Wer im Schatten bleiben will, weil er mehr das Dunkle liebt als das Licht, wird letztendlich auch dort bleiben müssen, weil er sich für diese Seite der Medaille entschieden hat. Dafür spricht das Gleichnis vom Weizen und Unkraut [18] , in dem klar wird, dass am Ende aller Zeiten, diejenigen endgültig vernichtet werden, die Satan mehr lieben als Gott.
· Schatten ist nicht gleich Schatten : Die Ausführungen, wie Jesus mit dem Schatten umgegangen ist, macht deutlich, dass der Schatten in Gottes Augen oft etwas anderes ist als das, was Menschen zum Schatten erklären. Gottes Anspruch ist der, dass Menschen seine 10 Gebote einhalten sollen, aber nicht um seinetwillen, sondern aus dem Gedanken heraus, dass sie dem Menschen helfen, ein Leben zu führen, das einem hohen moralischen Anspruch, ein guter Mensch zu sein, genügt. Aus Gründen der Pflicht gegenüber der Hochachtung der dahinter stehenden Werte entspringt daraus eine Art Pflichtmoral (deontologische Pflichtethik) [19] . Der Schatten ist aus Sicht Gottes das, was die (metaphysische) Seele verdunkelt, weil sie sich vom dem Licht Gottes, dem Guten, abgewandt hat. Das Gute ist nun einmal ein wichtiger Teil dieser Art von „Trinität“ (das Wahre, das Gute und das Schöne), die ich in einem anderen Artikel beschrieben habe [20] . Diese stellen transzendente, unveränderliche Größen dar, an denen alles gemessen werden kann. Der Schatten, ob sich dieser innerhalb einer Seele befindet oder im gesellschaftlichen Umfeld außerhalb davon, ist die Abkehr von Gottes „Vorsehung“ im Hinblick auf eine positive Entwicklung der Menschheit. Das, was von Menschen dagegen als gut definiert wird, entspringt oftmals eher den eigenen Nützlichkeitserwägungen: Das, was mir nützt wird als gut bezeichnet, das was mir schadet, als böse [21] . Die gegenwärtige politische Landschaft ist dergestalt, dass diejenigen, die dem links-grünen Mainstream folgen, der von der Regierung und die sie stützenden Parteien hilft, an der Macht zu bleiben, belohnt werden. Alles, was dieser Diktion nicht folgt, wird zum Bösen und damit zum auszugrenzenden Schatten erklärt. Hierzu wird die Lieferung von Waffen an die Ukraine als Mittel zur Friedenssicherung erklärt, und jeder zum auszugrenzenden Schattenmenschen erklärt, der dem nicht folgt [22] . Wer die Maßnahmen zur „Rettung des Klimas“ hinterfragt, wird zum Klimaleugner erklärt und ausgegrenzt [23] . Wer die Maßnahmen der Corona-Zeiten missbilligt, wird zum Staatsfeind erklärt. Diejenigen, die im Sinne der staatlichen Propaganda folgend zu den „Guten“ gerechnet werden, werden mit Orden bedacht, wie jüngst die Ehrung des ehemaligen Leiters des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler und des Leiters des Paul-Ehrich-Instituts, Klaus Chichutek zeigt [24] .
· Umgang mit dem Schatten in uns selbst : Der Schatten liegt in uns selbst und wird gerne ausgegrenzt, abgetrennt und führt dann manchmal ein gefährliches Eigenleben. Alle Therapien sollten das Ziel haben, die verborgenen Teile der Seele, die im Schattenbereich liegen, ans Licht zu bringen, zu demaskieren, damit sie angesehen und bewertet werden können. Sie rühren manchmal von erlittenen Traumata her (Vergewaltigung, Kindesmissbrauch oder Vernachlässigung) und führten dann zu Abspaltungen, die nicht mehr bewusst sind und deshalb im Verborgenen die oft destruktiven Tendenzen entwickeln. Können wir uns mit ihnen versöhnen? Sind sie gar nur die Kehrseite einer nach außen hin dargestellten Person („Persona“ im Sinne von C. G. Jung), die bisher nur vernachlässigt wurden?
· Diktatur durch Externalisierung des Schattens , Oftmals wird aber der Schatten in unserem Gemeinwesen von der Obrigkeit diktiert und bekämpft, wodurch von eigenen Schwächen abgelenkt werden soll. Wir stehen ständig in der Gefahr, uns selbst bei diesem Externalisierungsprozess als die „Besseren“ zu definieren und die anderen zu verteufeln, ihnen schlechte Eigenschaften anzuhängen, um sie dann besser „behandeln“ zu können, indem wir ihnen vorschreiben, wie sie zu leben haben. Dies geschieht im privaten Umfeld genauso wie auf der politischen Bühne. Das „Gutmenschentum“ ist ein solcher gesellschaftlicher Versuch der Besserwisserei [25] . Die Grünen, die gerne Deutschland in ein Erziehungsheim verwandeln würden, bringen diese diktatorische Besserwisserei auf den Punkt, indem alle, die ihre Vorstellungen nicht teilen wollen, zum Schatten erklärt werden. Im privaten Umfeld neigen wir leider auch zu dieser Art „Schattendefinition“, in dem diejenigen als zu belehrende Personen gesehen werden, die von den von uns selbst definierten Grundsätzen eines „guten Lebens“ abweichen. Die Nonne, die ein keusches Leben in Armut führt, verurteilt die Hure, die einem zweifelhaften Gewerbe nachgeht, um dadurch ihren Lebensstandard zu sichern. Aber hat die Nonne dann das Recht, die Hure wieder auf „die rechte Bahn“ zu bringen und sich anmaßen zu beurteilen, dass sie auf der Seite der Guten steht? Die Freiheit ist ein zu hohes Gut, als das es durch eine solche Art „fürsorgerische Diktatur“ ausgehebelt werden sollte. Und außerdem: Wer sagt denn, dass die Nonne auf Seiten des Lichts steht? Ist die Verweigerung, die natürliche Ordnung (sexuelle Lust als legitimes Vergnügen anzuerkennen) anzunehmen, wirklich so gut? Die Externalisierung des als Schatten definierten sexuellen Begehrens und anderer so genannter verwerflicher Bedürfnisse und gleichzeitige Abwertung derer, die sich diesem hingeben, führt in letzter Konsequenz zu einer Diktatur der sich selbst als moralisch höher definierter Menschen, die meinen, dass nur ihre Einstellung die richtige ist und alle anderen „eines Besseren belehrt“ werden müssen.
Der Schatten begleitet uns unser gesamtes Leben. Werden wir ihn irgendwann verlieren? Das wird erst der Fall sein, wenn wir sterben und in das Licht eintauchen, das von Gott ausgeht und keinen Schatten mehr wirft.
© beim Verfasser
[2] „Wer zugleich seinen Schatten und sein Licht wahrnimmt, sieht sich von zweiten Seiten, und damit kommt er in die Mitte.“ https://zitatezumnachdenken.com/carl-gustav-jung
[4] https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/spaltungsirresein/14596 Es ist interessant, dass die ehemals deutlichen Bezeichnungen verschwinden, damit sie wissenschaftlich klingen. Ähnlich ist mit der Demenz, die sich für die doch leider eher altmodisch oder auf diffamierend klingende Bezeichnung des Abhandenkommens der Geistesklarheit etabliert hat und die ursprünglich vielleicht auch treffender als „Verblödung“ beschrieben wurde.
[6] Heute wird sie als „dissoziative Persönlichkeitsstörung“ bezeichnet; https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/psychische-gesundheitsst%C3%B6rungen/dissoziative-st%C3%B6rungen/dissoziative-identit%C3%A4tsst%C3%B6rung
[9] Die negative Konnotation bedeutet nicht, dass diese Aussage auf Gott selbst tatsächlich zutreffen muss , es ist nur eine Bewertung, die sich auf die Darstellung Gottes im Alten Testament bezieht, in dem er nicht nur an dieser Stelle eher barbarisch und wenig gerecht agiert und sogar zur Tötung anderer auffordert. Fundamentalisten, die die Bibel als das „Wort Gottes“ ansehen, müssen sich Bibelstellen vorhalten lassen, die gar nicht nach einem gutmütigen Gott klingen, der barmherzig ist.
[13] https://www.abgeordnetenwatch.de/bundestag/20/abstimmungen/friedensinitiative-fuer-die-ukraine-und-russland-beschlussempfehlung
[15] https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Kommentar-Demo-gegen-Rechtsextremismus-ein-starkes-Signal,hamburgkommentar894.html
[17] Lukas 19,10; https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas19
[21] Gnadenloser Utilitarismus, mehr hierzu hier: https://www.guentherbirkenstock.de/fuehrt-der-atheismus-zu-einem-moralischen-niedergang
[24] https://www.nius.de/Kommentar/bundesverdienstkreuz-fuer-wieler-cichutek-und-co-sie-haben-nichts-fuers-gemeinwohl-getan-sie-haben-dem-gemeinwohl-geschadet/7fa00c77-823e-4133-9b0b-380bab8c4da7
[25] Die Kunst des Gutmenschen ist es gut zu erscheinen ohne es wirklich zu sein: https://www.guentherbirkenstock.de/der-gutmensch